Helmut Schmidt zu Afghanistan Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen
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Religiöse Toleranz ist eine der Kardinalaufgaben des 21. Jahrhunderts

Einige geschichtsphilosophische Schlussbemerkungen

25) Ich muss vermuten, dass sich der Westen letztlich nur unter großen Verlusten der Zivilbevölkerung, der Soldaten, Verlusten an Ansehen und politischem Prestige aus Afghanistan »herauswursteln« kann – wenn überhaupt.

26) Ich weiß, dass meine sehr realistischen Urteile und Empfehlungen als Pessimismus missverstanden werden können. Weil unserem Volke und dem Bundestag möglicherweise sehr schwierige Abwägungen und Entscheidungen bevorstehen, erscheint mir allerdings ein hohes Maß an Realismus geboten. Dagegen könnte jedweder Idealismus uns in die Irre führen, egal, ob er humanitär oder religiös oder ideologisch-politisch begründet wird.

27) Man muss den afghanischen Krieg im Zusammenhang sehen mit jenen vielen anderen Konflikten, an denen auf der Gegenseite des Westens islamische Staaten und Völker beteiligt sind (Kosovo, Bosnien, Irak, Iran, Westjordanland und Gaza, Mittlerer Osten). Selbst wenn die westliche Intervention in Afghanistan Erfolg haben sollte, dann werden neue Dschihadisten voraussichtlich an anderen Orten neue Führungszentren etablieren.

Denn bei der seit zwei Jahrzehnten zunehmenden Neigung des Westens zu militärischen Interventionen bleibt es relativ leicht, an neuen Orten zusätzliche Koranschulen einzurichten und dort auch Dschihadisten und Terroristen auszubilden (das Geld dafür kommt nicht aus der Nachbarschaft der Taliban, sondern vielmehr von weit her).

28) Das Verhältnis des Westens zum Islam insgesamt ist durch eine grundsätzliche Animosität und Überheblichkeit des Westens gekennzeichnet. Dabei summieren sich seit Jahrhunderten Verhaltensfehler des Westens und die gegenwärtige demografische Explosion in vielen islamischen Staaten – bei anhaltender Armut und beständiger ökonomischer Drittrangigkeit.

Deshalb kann das Problem religiöser Toleranz, gemeinsam mit dem Problem der Überwindung ökonomischer und sozialer Rückständigkeit, zu einer kardinalen Aufgabe des Westens im 21. Jahrhundert werden. Afghanistan bliebe dann nur einer von mehreren Vorläufern.

Helmut Schmidt hat seine Thesen zu Afghanistan zunächst am 25. Januar im SPD-Parteivorstand in Berlin vorgestellt

 
Leser-Kommentare
  1. .
    Das sollte Schmidt mal der Mutter eines in Afghanistan gefallenen Soldaten erklären:

    a) Eigentlich kann der Einsatz dort kein Erfolg sein, weshalb Rückzug angesagt ist,

    b) den Rückzug dürfen wir aber nur antreten, wenn die Amis das absegnen.

    Sind die Deutschen denn immer noch die Vasallen der Nachkriegszeit?

    Schröders Raushalten deutscher Truppen aus dem Irakkrieg ist den Deutschen jedenfalls besser bekommen als alles andere.

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    • joG
    • 28.01.2010 um 19:10 Uhr

    ...realistischsten Analysen der letzten Zeit. Er vermerkt, den Schaden, den ein deutscher Rückzug im Alleingang hätte und gewichtet ihn schwer. Dabei geht es nicht um Vasallentum, wie Sie es nennen, sondern um zukünftige Kooperation in einer sehr unsicheren Welt, wenn ich Schmidt richtig verstehe.

    Anders als er sehe ich: "Der amerikanischen Öffentlichkeit muss unüberhörbar gesagt werden: Wir Deutschen sind nach dem von uns verschuldeten Zweiten Weltkrieg und nach unserer totalen Niederlage deutlich weniger kriegsbereit als manche jener Nationen, welche beide Weltkriege gewonnen haben. Diese Haltung resultiert nicht aus idealistischem Pazifismus, auch nicht aus verwerflicher Feigheit, sondern aus der Einsicht in die katastrophale militärische Fehlentwicklung Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Lehre gelernt zu haben ist weiß Gott keineswegs verwerflich!"

    Zum Einen ist dies bereits vor Langem gesagt worden und galt lange Zeit als Entschuldigung für das Free Riding und die offenbar feige deutsche Weigerung sich angemessen an der Herstellung internationaler Sicherheit zu beteiligen. Zwischenzeitlich sind aber die verschiedensten Alliierten auch hier in Europa es Leid, der Bundesrepublik Begründungen durchgehen zu lassen, deren Fortbestand alleine Säumnis eigenen politischen Willens ist und in ihrer rationalisierenden Logik höchst fragwürdig sind. Man kann ohne Gewalt keinen Frieden haben. Alles Andere ist Wunschdenken oder Apologetik.

    • joG
    • 28.01.2010 um 19:10 Uhr

    ...realistischsten Analysen der letzten Zeit. Er vermerkt, den Schaden, den ein deutscher Rückzug im Alleingang hätte und gewichtet ihn schwer. Dabei geht es nicht um Vasallentum, wie Sie es nennen, sondern um zukünftige Kooperation in einer sehr unsicheren Welt, wenn ich Schmidt richtig verstehe.

    Anders als er sehe ich: "Der amerikanischen Öffentlichkeit muss unüberhörbar gesagt werden: Wir Deutschen sind nach dem von uns verschuldeten Zweiten Weltkrieg und nach unserer totalen Niederlage deutlich weniger kriegsbereit als manche jener Nationen, welche beide Weltkriege gewonnen haben. Diese Haltung resultiert nicht aus idealistischem Pazifismus, auch nicht aus verwerflicher Feigheit, sondern aus der Einsicht in die katastrophale militärische Fehlentwicklung Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Lehre gelernt zu haben ist weiß Gott keineswegs verwerflich!"

    Zum Einen ist dies bereits vor Langem gesagt worden und galt lange Zeit als Entschuldigung für das Free Riding und die offenbar feige deutsche Weigerung sich angemessen an der Herstellung internationaler Sicherheit zu beteiligen. Zwischenzeitlich sind aber die verschiedensten Alliierten auch hier in Europa es Leid, der Bundesrepublik Begründungen durchgehen zu lassen, deren Fortbestand alleine Säumnis eigenen politischen Willens ist und in ihrer rationalisierenden Logik höchst fragwürdig sind. Man kann ohne Gewalt keinen Frieden haben. Alles Andere ist Wunschdenken oder Apologetik.

  2. ... genau wie 1999 als er vor der Spekulanten-Wirtschaftspolitik von Steinmeier, Schröder und Konsorten warnte.

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    Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass sich Probleme nicht mit Krieg und Gewalt lösen lassen. Denn die Probleme sind immer noch da, obwohl die Menschheitsgeschichte eine einzige Folge von Krieg und Gewalt ist.
    Übrigens: Es gibt keine gerechten Kriege, es gibt nur verbrecherische.

    Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass sich Probleme nicht mit Krieg und Gewalt lösen lassen. Denn die Probleme sind immer noch da, obwohl die Menschheitsgeschichte eine einzige Folge von Krieg und Gewalt ist.
    Übrigens: Es gibt keine gerechten Kriege, es gibt nur verbrecherische.

  3. Schön, dass auch hier zu Lande langsam erkannt wird, dass Afghanistan ein Vielvölkerstaat ist, in dem es seit 1839 Krieg gibt. Und sich das ganze im kalten Krieg zugespitzt hat, mit der Einführung der Mudschahidin durch die CIA, um ein Krieg mit der Sowjetunion zu beginnen - "Die Sowjetunion sollte ein "Vietnam" in Afghanistan erleben" (Zbigniew Brzezinski).
    Später dann die Einführung der Taliban, durch den pakistanischen Geheimdienst, die großteils Nicht-Afghanen waren, sondern Pakistaner, Araber...
    Die meisten der heutigen afghanischen Taliban kämpfen für geld, nicht aus ideologischen Gründen. Die Menschen haben keine Arbeit und keine Nahrung, es Kämpfer kriegen sie Nahrung für sich und für ihre Familien. Denn wie sagte der alte Brecht: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral" - die spannende Frage allerdings wäre wer ihnen das "Fressen" gibt. Immer noch Pakistan, aus Furcht vor Indien? Oder sind es die Drogenbarone? - Aber wie schafft man aus einem Land wo sich 48 Staaten befinden noch Drogen raus zu schmuggeln, geschweige denn von der Produzierung dieser... Oder ist die CIA selbst am Drogenhandel beteiligt, wie der renomierte US-amerikanische Investigativjournalist Alfred W. McCoy behauoptet? - Fragen über Fragen, die irgendwann, hoffentlich, ihre Antwort finden. Noch tappt die Öffentlichkeit im Dunkeln, hoffen wir nur das die Regierungen bescheid wissen, und intelligent reagieren.
    __________________________________________________________

    http://polemicon.wordpres...

  4. "Johan Galtung: "Noch lange kein Ende des Terrors"
    Der Nestor der internationalen Friedensforschung zum Afghanistan-Krieg in einem Interview aus dem Jahre 2001:

    SonntagsZeitung: ... Der Erfolg der US-Intervention in Afghanistan scheint den Militärstrategen Recht zu geben.

    Johan Galtung: Das würde ich so nicht sagen. Im Moment ist die Situation in Afghanistan chaotisch. Die Taliban sind noch nicht besiegt, und selbst wenn es gelänge, Bin Laden und seine Leute zu beseitigen, bedeutet das noch lange nicht das Ende des Terrors. Vielleicht ist das Modell eines Teufels, der in einer Höhle in Afghanistan sitzt und als Drahtzieher des Terrorismus agiert, völlig falsch. Es ist gut möglich, dass es eine Menge autonomer terroristischer Gruppen gibt, die völlig unabhängig von Bin Laden zuschlagen können. Der Krieg in Afghanistan führt nicht zum Ziel. "

    http://www.uni-kassel.de/...

  5. wenn dies so stimmt und wenn man die Ereignisse des letzten Jahres mit einbezieht

    1. Wahlfälschung und Machterhalt der korrupten Regierung (Bis heute sind viele Ministerposten noch nicht besetzt, ganz davon abgesehen, wer auf den Ministerlisten steht - Berichterstattung ist nicht so ausführlich, dass man sich wirklich ein Bild machen könnte)

    2. Verlust der Unschuld der Bundeswehr durch den Angriff auf die Tanklastwagen in Kunduz mit bewusstem Töten von Zivilisten.

    3. Verlagerung von al Qaida in andere Länder

    Frage ich mich, warum man dann daraus nicht die Konsequenz zieht aus Afghanistan abzuziehen. Sicher sollte man versuchen dies im Bündnis zu tun, aber wenn dies nicht möglich ist, sollten wir, wie im Irak nach unseren Überzeugungen handeln.

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    Natürlich war diese Intervention der vielen Staaten nach dem 11. September von Anfang an falsch. Eine kritische Analyse des Terrorismusproblems und der Situation in Afghanistan ist unterblieben, weil es in der ersten Reaktion plausibel erschien, die Terroristen auch dort zu bekämpfen, wo sie sich gerade aufhalten. Über eine gemeinsame Strategie wurde aber zu wenig nachgedacht. Die einen wollten beim Aufbau helfen (zB Deutschland) und präsentierten sich militärisch andere mit Killertrupps und Bombardements die Al Quida auslöschen. Kritisches Hinterfragen, insbesondere aus moralischer Sicht, wurde disqualifiziert.

    Dieses Vorgehen in Afghanistan scheitert - wie Helmut Schmidt auch sieht - an den Realitäten in Afghanistan, die man negiert hatte. Noch mehr hätte er betonen können: Es gab schon vor 8 Jahren keine Mehrheit in der Bevölkerung in den allermeisten Ländern. Und die jetzt sichtbare Verwicklung der BW in einen Krieg auf fremden Territorium widerspricht grundlegend dem Geist unserer Verfassung.

    Helmut Schmidt gehörte aber zu den wenigen Politikern, die ihre Skepsis stets zum Ausdruck brachten. Er warnte vor einem gefährlichen Präjudiz, wenn es zu Terrorgruppenbildungen in weiteren Ländern käme (u.a. Pakistan).

    Natürlich war diese Intervention der vielen Staaten nach dem 11. September von Anfang an falsch. Eine kritische Analyse des Terrorismusproblems und der Situation in Afghanistan ist unterblieben, weil es in der ersten Reaktion plausibel erschien, die Terroristen auch dort zu bekämpfen, wo sie sich gerade aufhalten. Über eine gemeinsame Strategie wurde aber zu wenig nachgedacht. Die einen wollten beim Aufbau helfen (zB Deutschland) und präsentierten sich militärisch andere mit Killertrupps und Bombardements die Al Quida auslöschen. Kritisches Hinterfragen, insbesondere aus moralischer Sicht, wurde disqualifiziert.

    Dieses Vorgehen in Afghanistan scheitert - wie Helmut Schmidt auch sieht - an den Realitäten in Afghanistan, die man negiert hatte. Noch mehr hätte er betonen können: Es gab schon vor 8 Jahren keine Mehrheit in der Bevölkerung in den allermeisten Ländern. Und die jetzt sichtbare Verwicklung der BW in einen Krieg auf fremden Territorium widerspricht grundlegend dem Geist unserer Verfassung.

    Helmut Schmidt gehörte aber zu den wenigen Politikern, die ihre Skepsis stets zum Ausdruck brachten. Er warnte vor einem gefährlichen Präjudiz, wenn es zu Terrorgruppenbildungen in weiteren Ländern käme (u.a. Pakistan).

  6. Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass sich Probleme nicht mit Krieg und Gewalt lösen lassen. Denn die Probleme sind immer noch da, obwohl die Menschheitsgeschichte eine einzige Folge von Krieg und Gewalt ist.
    Übrigens: Es gibt keine gerechten Kriege, es gibt nur verbrecherische.

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    Meinen Sie die verbrecherische Landung der Alliierten in der Normandie? Den verbrecherischen Krieg der Russen, weil Sie sich nicht gänzlich versklaven lassen wollten? Oder alle Völker und Nationen, die sich von Unterdrückern und Besatzern befreit haben? Und bitte bemühen sie nicht die Menschheitsgeschichte, wenn Sie lediglich Ihre Meinung kundtun wollen.

    Meinen Sie die verbrecherische Landung der Alliierten in der Normandie? Den verbrecherischen Krieg der Russen, weil Sie sich nicht gänzlich versklaven lassen wollten? Oder alle Völker und Nationen, die sich von Unterdrückern und Besatzern befreit haben? Und bitte bemühen sie nicht die Menschheitsgeschichte, wenn Sie lediglich Ihre Meinung kundtun wollen.

  7. .
    1. Worin genau besteht Ihrer Ansicht nach das "deutsche Interesse", wenn Sie sagen:

    "Das deutsche Interesse gebietet, dass Deutschland sich weder innerhalb der Nato noch innerhalb der Europäischen Union isoliert."

    2. Welche konkreten Folgen befürchten Sie, falls D, nach frühzeitiger Ankündigung gegenüber den Verbündeten, dennoch einen selbstständigen militärischen Abzug durchführt?

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    "1. Worin genau besteht Ihrer Ansicht nach das "deutsche Interesse", wenn Sie sagen:
    Das deutsche Interesse gebietet, dass Deutschland sich weder innerhalb der Nato noch innerhalb der Europäischen Union isoliert."
    - EU : In allen Staaten die reinkommen geht es der Bevölkerung anschließend besser, den Umkehrschluss überlasse ich Ihnen.
    - NATO : Die Tatsache das NATO Staaten kaum angegriffen werden, mag trivial sein --- so lange man nicht auf die letzten Jahrhunderte sieht. Ich möchte jedenfalls nicht den Kopf meiner Familie darauf wetten, das wir ohne ein Verteidigungsbündnis auch so friedlich leben könnten.

    Der Frieden in Europa seit dem 2. Weltkrieg lässt die Grundlage dafür verblassen. Nur wegen der engen Zusammenarbeit, den Verzicht auf jede Vertrauenserschütterung, war der Frieden möglich.
    Alleingänge Deutschlands würden zunächst dieses Vertrauen erschüttern und anschließend durch politischen Opportunismus zu Selbstläufern werden, die die Stabilität Europas gefährden können. Am Ende eines solchen Prozesses wären auch wieder kriegerische Auseinandersetzungen in Europa möglich.

    Es ist völlig naiv zu glauben, dass der Frieden Europas nicht gefährdet werden könnte. Dafür sind gerade in Krisen, wie der Aktuellen, die Interessen der Einzelstaaten zu mächtig.
    Leichtsinn und Selbstgefälligkeit haben die Wirtschaftskrise verursacht, den Fehler auf politischem Feld zu wiederholen wäre äußerst dumm. Denn gerade diejenigen, die heute jeden Krieg verurteilen, können morgen diejenigen sein, die nach "aktiver Verteidigung" nationaler Interessen schreien.

    H.

    "1. Worin genau besteht Ihrer Ansicht nach das "deutsche Interesse", wenn Sie sagen:
    Das deutsche Interesse gebietet, dass Deutschland sich weder innerhalb der Nato noch innerhalb der Europäischen Union isoliert."
    - EU : In allen Staaten die reinkommen geht es der Bevölkerung anschließend besser, den Umkehrschluss überlasse ich Ihnen.
    - NATO : Die Tatsache das NATO Staaten kaum angegriffen werden, mag trivial sein --- so lange man nicht auf die letzten Jahrhunderte sieht. Ich möchte jedenfalls nicht den Kopf meiner Familie darauf wetten, das wir ohne ein Verteidigungsbündnis auch so friedlich leben könnten.

    Der Frieden in Europa seit dem 2. Weltkrieg lässt die Grundlage dafür verblassen. Nur wegen der engen Zusammenarbeit, den Verzicht auf jede Vertrauenserschütterung, war der Frieden möglich.
    Alleingänge Deutschlands würden zunächst dieses Vertrauen erschüttern und anschließend durch politischen Opportunismus zu Selbstläufern werden, die die Stabilität Europas gefährden können. Am Ende eines solchen Prozesses wären auch wieder kriegerische Auseinandersetzungen in Europa möglich.

    Es ist völlig naiv zu glauben, dass der Frieden Europas nicht gefährdet werden könnte. Dafür sind gerade in Krisen, wie der Aktuellen, die Interessen der Einzelstaaten zu mächtig.
    Leichtsinn und Selbstgefälligkeit haben die Wirtschaftskrise verursacht, den Fehler auf politischem Feld zu wiederholen wäre äußerst dumm. Denn gerade diejenigen, die heute jeden Krieg verurteilen, können morgen diejenigen sein, die nach "aktiver Verteidigung" nationaler Interessen schreien.

    H.

  8. Es ist doch erschütternd das der einzige Experte für Militärische Fragen der bei der Regierung gehört wird (und das auch noch viel zu spät!) Herr Schmidt ist, der bei allem Respekt, seinen Ruhestand doch lange verdient hat! Wenn dieser Alte Herr also nun wieder das Wort ergreifen muss, dann sollte man wenigstens auf ihn hören!

    ..und sich vor neuerlichen Abenteuern erstmal einen fähigen Berater heranzüchten der die 90 noch nicht erreicht hat! Wen fragt ihr als nächstes, Scholl-Latour??

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