Schulsystem für Deutschland Lernen von der SchweizSeite 3/3

Gelänge uns ein solcher Konsens, wäre damit endlich eine wichtige Voraussetzung für vergleichbare Lebensverhältnisse im Bildungsbereich und für die Sicherung der Mobilität von Schülern, Eltern und Lehrkräften geschaffen. Der Umbauprozess könnte dann schrittweise und bei der Ausgestaltung in den Ländern so geschehen, dass ausreichende Gestaltungsspielräume für die Landespolitik verbleiben.

Zugleich entstünde damit auch ein ebenso dringlich notwendiger gemeinsamer Rahmen, etwa für eine zeitgemäße, in den wesentlichen Strukturen gemeinsame Lehrerbildung und für durchschlagende gemeinsame Anstrengungen zur Weiterentwicklung des Unterrichts und zur Verbesserung der individuellen Förderung.

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Wollen wir das deutsche Bildungssystem zukunftsfähig machen, müssen wir uns dieser Aufgabe stellen, müssen wir Vertrauen in die zumindest mittelfristige Verlässlichkeit notwendiger Veränderungen und Strukturen schaffen und damit eine nationale Orientierung in den großen bildungspolitischen Fragen ermöglichen.

Der Autor war von 1998 bis 2009 Bildungsstaatssekretär, zunächst in Nordrhein-Westfalen, dann in Schleswig-Holstein. Der Text basiert auf einem Vortrag vor dem Wissenschaftszentrum Berlin

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 29.01.2010 um 14:13 Uhr

    ...die Politiker mit den Schulen alles sollten... und taten. Und letztlich jedes Mal mit sehr schlechtem Erfolg. Wir haben nach vielen Kriterien die schlechteste Schulleistung der OECD.
    Ich kann kaum fassen, dass man dem Staat die Schulen beläßt.

  1. 2. joG

    zu Ihrem letzten satz: tja, da wird auch nichts anderes übrig bleiben: für wachsende privatschulzahlen brauchen wir ein staatlich finanziertes back-up-system für solche, die von den privatschulen entsorgt werden, weil sie nicht ins "profil" passen. auch für die heimbeschulung muss ja ein system staatlich anerkannter zertifizierungsmöglichkeiten erhalten bleiben - vulgo "zeugnisse", die anerkannt werden.

    die OECD kann man doch bitte nicht mehr im ernst zur bewertung der schulleistungen in deutschland heranziehen...

    was ist mit finnland? sollen wir jetzt nicht mehr von finnland lernen? ich bin enttäuscht!

    MFG

    ulschmitz

  2. Wann hört diese langsam nervende Diskussion um die Bildung auf?
    Kann es sein, dass je nachdem, ob gerade in den Nachrichten nichts los ist, diese unsägliche Bildungsdiskussion wieder ein mal losgetreten wird?
    Wir sollten hier einmal darüber diskutieren, was uns Bildung eigentlich wert ist. Da wird einerseits Geld den Bankstern in den Rachen geworfen, andererseits lese ich heute in der örtlichen Tageszeitung, dass die niedersächsiche Landesregierung 7000 Lehrerstellen abbauen will, weil keine Kohle mehr da ist. TOLL!!!
    Mannomann, welche Prämissen haben die Konservativen und Neo-Liberalen eigentlich?
    Da redet die Kanzlerin von der Bildungsintative in Deutschland, Bildung ist Chef-Sache, hähä, da komme ich mir langsam aber richtig verarscht vor.

    • joG
    • 29.01.2010 um 14:48 Uhr

    ..."Mannomann, welche Prämissen haben die Konservativen und Neo-Liberalen eigentlich?"

    Man will gute Schulen und kein Bildungsfiasko wie das, das man mit unseren Steuern hingelegt hat. Wir haben die schlechtesten Aufstiegschancen der indutriealisierten Welt. Was hat man mit unserem Geld gemacht?
    Und schlimmer!: Wie Menschen verachtend müssen die Beamten sein, die die Unterschicht so verkommen ließ?

  3. "von 86 Prozent des Volkes angenommene Änderung der Bundesverfassung" Die konkrete Ausgestaltung der Harmonisierung ist in einigen Kantonen vom Volk verworfen worden. Solche Dinge sind nur einfach bis zur konkreten Ausgestaltung - dann wird's kompliziert... So viel kann man bei uns nicht lernen. Es sei denn bezüglich direktdemokratischer Verfahren.

    Nebenbei zur Fotografie: Wieso man ein abgebrochenes Schulexperiment nimmt, um unser Schulsystem zu loben, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Leonhard-Gymnasium in Basel hat Schuluniformen in ca. 3 (!) Klassen eingeführt, aber die Leitung hatte nicht das Rückgrat, diese sinnvolle Massnahme flächendeckend einzuführen. Nach einem knappen Jahr ist der Versuch eingestellt worden. Gegen den Modewahn kann man sich scheinbar nicht wehren. Schade.

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    Das Harmos-Konkordat, das im Artikel angesprochen wird, erlangt Gültigkeit, sobald zehn Kantone beigetreten sind - noch ist die Reform also nicht verloren. Zwar gilt das Konkordat nur für die beigetretenen Kantone, aber immerhin... eine gewisse Angleichung der Rahmenbedingungen ist dann erreicht. Ausserdem ist ja alles ein stetiger Veränderungsprozess. Vielleicht werden die Kantone, welche Harmos abgelehnt haben, sich in den nicht strittigen Punkten irgendwann dem Konkordat annähern. Zudem sehe ich das ganze nicht so eng. Sooo kompliziert ist die Angelegenheit auch nicht. Annäherungsprozesse zwischen Kantonen / Gliedstaaten verlaufen nie gradlienig. Und dass es Zeit braucht, versteht sich von selbst. Halbdirekte Demokratie geht halt nie Zackzack, sondern braucht Zeit (was auch ein immenser Vorteil sein kann, da nie aus einer spontanen Laune heraus Beschlüsse gefasst werden - damit etwas zur Abstimmung kommt, muss es das Volk schon länger beschäftigt haben).

    Das Harmos-Konkordat, das im Artikel angesprochen wird, erlangt Gültigkeit, sobald zehn Kantone beigetreten sind - noch ist die Reform also nicht verloren. Zwar gilt das Konkordat nur für die beigetretenen Kantone, aber immerhin... eine gewisse Angleichung der Rahmenbedingungen ist dann erreicht. Ausserdem ist ja alles ein stetiger Veränderungsprozess. Vielleicht werden die Kantone, welche Harmos abgelehnt haben, sich in den nicht strittigen Punkten irgendwann dem Konkordat annähern. Zudem sehe ich das ganze nicht so eng. Sooo kompliziert ist die Angelegenheit auch nicht. Annäherungsprozesse zwischen Kantonen / Gliedstaaten verlaufen nie gradlienig. Und dass es Zeit braucht, versteht sich von selbst. Halbdirekte Demokratie geht halt nie Zackzack, sondern braucht Zeit (was auch ein immenser Vorteil sein kann, da nie aus einer spontanen Laune heraus Beschlüsse gefasst werden - damit etwas zur Abstimmung kommt, muss es das Volk schon länger beschäftigt haben).

  4. Auch wenn es viele nicht hören wollen, gab es in Deutschland schon einmal ein Schulsystem was sich so gut bewährte, dass es die Finnen kopierten. Problem ist nur, dass sich dieses Schulsystem in der DDR befand. Vielleicht sollte man einmal mit Vorurteilen aufräumen und hinterfragen was der Osten besser konnte wie der Westen.

    Als Alternative könnte man natürlich auch das Rad zum zweiten Mal erfinden.

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    Autobahnen hamse ja auch gebaut.
    Ach nee, des war wann anders...

    Endlich Ausbildung an der Waffe im Unterricht. Klasse!

    Und als Morgengruß: "Für Freiheit und Sozialismus - seid bereit!" Ganz große Schulausbildung!!!!

    Und zum Schluss noch das Mobben anderdenkender, das Verhindern des Abiturs von nicht systemkompatiblen Idividien. Ja, genau das brauchen wir jetzt auch noch ...

    Autobahnen hamse ja auch gebaut.
    Ach nee, des war wann anders...

    Endlich Ausbildung an der Waffe im Unterricht. Klasse!

    Und als Morgengruß: "Für Freiheit und Sozialismus - seid bereit!" Ganz große Schulausbildung!!!!

    Und zum Schluss noch das Mobben anderdenkender, das Verhindern des Abiturs von nicht systemkompatiblen Idividien. Ja, genau das brauchen wir jetzt auch noch ...

  5. Autobahnen hamse ja auch gebaut.
    Ach nee, des war wann anders...

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    Und vor allem so sachlich.

    Und vor allem so sachlich.

  6. "Der Kuckuck und der Esel, die fingen an zu schrein: Ich aber kann es besser..." Es ist wie in dem Kinderlied: Jeder kann es besser, aber keiner kann es.
    Das Problem ist, dass die Reformen von Spitzenleuten gemacht werden, die es zwar wissen, aber offenbar nicht können. Was hilft alles Wissen, wenn man nicht kann?
    Egal welche Schule wir letztlich gemacht haben werden: Sie hilft erst dann, wenn wir das KÖNNEN, was wir tun. Nur die nächste Variante von Du-musst-Schule ist nicht die Lösung, es muss schon eine Ich-kann-Schule sein!
    Mit guten Wünschen auf den Weg
    Franz Josef Neffe

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