Karriereende Kind da, Job weg
Warum Muttersein für hoch qualifizierte Frauen immer noch ein Problem ist
© Jason Merritt/Getty Images

Familienglück bedeutet für die meisten Frauen noch immer Karriereverzicht
Als Natascha Pösel ihrem Chef mitteilte, dass sie ein Kind erwarte, begann für sie die Zeit des Lesens. Tagsüber. Im Büro. Sie brachte sich Bücher mit, las ausführlich die Zeitung, surfte im Internet, informierte sich über die Entwicklungsstadien eines Embryos, über Familienbildungsstätten und Babykurse in Kiel, ihrem Wohnort. Ab und an durfte sie Akquisebriefe entwerfen oder Flyer Korrektur lesen. Weil Natascha Pösel schwanger war, bekam sie keine eigenen größeren Projekte mehr. Die Stechuhr in der großen Werbeagentur in Elmshorn erfasste weiter die Anwesenheit der Werbetexterin. Acht Stunden täglich abzüglich 45 Minuten Mittagspause. Ihr Gehalt erhielt sie fortan für die Anwesenheit. Wer ein Kind bekommt, so die Begründung des Vorgesetzten, komme doch sowieso nicht mehr zurück in den Job.
Natascha Pösel, 43, wollte dies zwar, aber sie durfte nicht. Genauso wenig wie Jutta Wegener und Stefanie Freier (beide Namen geändert). Für die Germanistin Pösel, die Juristin Wegener und die Betriebswirtin Freier bedeutete die Bekanntgabe der Schwangerschaft den Abschied vom Job. Wie für viele Akademikerinnen. Entweder schleichend und zunächst kaum sichtbar oder Knall auf Fall. Mütter in verantwortlichen Positionen, so der Tenor ihrer Vorgesetzten, können nicht Teilzeit arbeiten. Das gab es in der Firma noch nie und wird es auch nicht geben. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung von 2006 arbeiten zum Beispiel nur 14 Prozent aller Frauen in Führungspositionen in Teilzeit. Insgesamt belegen fast 84 Prozent aller Teilzeitarbeitsplätze Frauen, meldet die Bundesagentur für Arbeit.
Telearbeit in Teilzeit? Neumodischer Quatsch, befand der Chef
Klein beigeben? Das kam für die Frauen nicht infrage. Wozu werden bundesweit Krippenplätze geschaffen und Betreuungsplätze ausgebaut? Wozu gibt es das Recht auf Teilzeitarbeit? So focht jede der Akademikerinnen den Kampf auf ihre Weise:
In Natascha Pösels Werbeagentur gab es vor neun Jahren keine Personalreferenten, keinen institutionalisierten Weg, den schwangere Frauen hätten einschlagen können. Für Personalfragen war der Inhaber zuständig. Pösel schlug vor, sie könne in Teilzeit von zu Hause aus arbeiten. Doch ihr Chef fand, Telearbeit sei neumodischer Quatsch. Dass sie ihren Job so mit Kindern nicht mehr machen können würde, war Natascha Pösel auch klar: Täglich 90 Kilometer pro Strecke zwischen Wohnort Kiel und Agentur in Elmshorn pendeln würde nicht klappen – aber »auf eine so massive Wand an Widerständen war ich nicht gefasst«. Pösel ging erst einmal in Elternzeit und suchte nach Alternativen.
Jutta Wegener, 42, Rechtsanwältin und Steuerberaterin, hatte stets Kolleginnen erlebt, die schwanger wurden, Kinder bekamen, aber nie mehr in die Kanzlei zurückkehrten. »Die wollen mich nicht mehr in Teilzeit«, sagten die Kolleginnen. Also setzte Wegener auf eine andere Strategie. Wechselte mit 33 in eine kleinere Kanzlei, sondierte im Vorstellungsgespräch, ob es Möglichkeiten des Aufstiegs gebe – Partnerin zu werden, das war ihr Ziel. »Ich habe gedacht, Kinderkriegen schiebst du erst einmal auf.« Was ihr damals noch keiner sagte und ihr ein Kollege erst im Laufe der Jahre unter der Hand verriet: Partnerin werden Frauen erst ab 44 – wer dann noch keine Kinder hat, kommt auf der Karriereleiter ganz nach oben. »Man hat Frauen so lange hingehalten, bis die biologische Uhr abgelaufen war.«
Fortan schob Jutta Wegener das Kinderkriegen nicht mehr auf. Als das erste Kind kam, bot sie an, nach fünf Monaten wiederzukommen. 25 Stunden die Woche. »Ich konnte mich nicht lange in Elternzeit tummeln. Ich hatte ja meine Mandate.« Eine Kinderfrau war eingestellt. Wenige Tage vor dem ersten Teilzeitarbeitstag wurde Wegener in die Kanzlei bestellt. Es gebe Partner, die ihre Teilzeit nicht mittrügen. »Das ist nicht Ihr Ernst!«, rief die Anwältin und musste sich anhören, dass Teilzeit nicht in die Arbeitsabläufe passe, dass andere Kolleginnen auf höheren Ebenen dann auch auf Teilzeit arbeiten wollten. Teilzeit als Sekretärin ja, als Anwältin nein. Vollzeit kam für Wegener nicht infrage: »Ich hätte wirklich Lust gehabt, voll weiterzuarbeiten, aber wir wollten unsere Kinder nicht komplett fremdbetreuen lassen.« Was sie ärgert: »Die Frauen müssen immer noch überlegen: Kind oder Karriere? Teilzeit ja oder nein? Männer können alles haben, aber uns bremst man auf allen Ebenen aus.«
»Teilzeit«, sagt die Kasseler Soziologieprofessorin Kerstin Jürgens, »ist im Bereich hoch qualifizierter Beschäftigung schlechter angesehen. Den Frauen bleibt hier häufig nur: raus aus dem Job oder Vollzeit arbeiten und organisatorischen Stress und Kosten auf sich nehmen.« Denn in vielen Unternehmen gibt es einen »Anwesenheitskult«. »Anwesenheit ist Voraussetzung dafür, dass man Verantwortung übertragen bekommt und Karriere macht«, sagt die Arbeits- und Familiensoziologin.
Jutta Wegener rief ihrem Chef zu: »Ich wünsche Ihrer Tochter, dass sie einen Chef bekommt wie Sie!« Intuitiv traf sie damit ins Schwarze. Der Mann als Problem. Egal, ob Kollege oder Chef. »Dort, wo der Männeranteil sehr hoch ist«, sagt Marina Hennig, Projektleiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, »ist es für Frauen sehr schwierig, in Teilzeit zurückzukommen. Hier unterbrechen Frauen auch nur sehr kurze Zeit und versuchen, irgendwelche Arrangements zu finden.« Arrangements muss es auch in den Familien geben, Frauen müssen von ihren Partnern mehr Teilzeit einfordern. Noch arbeiten nur zwei Prozent aller Männer in Führungspositionen in Teilzeit.
Das zweite Problem liegt, salopp gesagt, bei Angebot und Nachfrage. Soziologin Hennig drückt es so aus: »Dort, wo der Nachwuchs beschränkt ist, lassen sich die Firmen viel einfallen, um hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen zu halten – vor allem Unternehmensberatungen legen sich hier ins Zeug.« Doch nicht nur die Firmen haben große Erwartungen an die Frauen, auch die Frauen selbst haben hohe Ansprüche an sich. Soziologin Jürgens sagt: »Für hoch qualifizierte Frauen bedeutet der Beruf Selbstverwirklichung und Weiterentwicklung. Sie haben viel Zeit und Geld in ihre Ausbildung gesteckt.« Also kämpfen sie um ihren Job – und wenn es sein muss, vor Gericht.
So wie Stefanie Freier, 37. »Ich kämpfe das durch, und wenn ich bis zum Bundesarbeitsgericht gehen muss«, sagt die schlanke Frau energisch. Schwanger mit dem ersten Kind, erklärte die süddeutsche Marketingmanagerin ihrem Chef, selbst Vater, aber mit nichtberufstätiger Gattin, dass sie in Teilzeit zurückkehren wolle. »Schaun wir mal«, sagte der, und »Schaun wir mal«, sagt Freier rückblickend, »kann man ja verschieden interpretieren: positiv, dass ich mich vor der Geburt noch nicht festlegen muss, oder negativ – dass eigentlich gar nicht klar ist, ob ich zurückkommen kann«. Nach einem halben Jahr war die Werbefrau wieder zurück im Büro, zweieinhalb Tage pro Woche. Was nicht mehr da war, war ihr Job. Die Aufgaben, vergeben an externe Berater.
Sie wurde kurzzeitig PR-Managerin, dann für ein paar Wochen Interimsmanagerin im Rheinland, flog jeden Montagmorgen um sechs Uhr ins Rheinland, kehrte Mittwochnacht zurück. Der Säugling? Immer mit dabei – was keiner in der Firma wusste: Im Rheinland leben die Großeltern, und die hüteten das Kind. »Im Nachhinein«, sagt Stefanie Freier, »glaube ich, dass das Absicht war. Man hat mir Jobs gegeben, die eigentlich mit Kind nicht machbar waren.« Man wollte sehen, wie lange macht die das mit. Freier machte es ein Jahr lang mit, dann wurde sie mit dem zweiten Kind schwanger. Wieder sagte sie: »Ich komme nach einem halben Jahr wieder.« Doch bevor es so weit war, erhielt sie einen Brief: »Dem Teilzeitantrag kann nicht stattgegeben werden.« Grund: »betriebsbedingte Umstrukturierungen«.
»Du musst dein Recht auf Teilzeit einklagen«
Der Kindergartenplatz war gebucht, das Jüngere bei der Tagesmutter eingewöhnt. Stefanie Freier dachte: »Das kann nicht sein.« Eine Personalerin der Firma sagt: »Sobald eine Frau schwanger ist, wird sie in der Personalplanung der Firma nicht mehr berücksichtigt.« Der inzwischen neue Chef bot Freier wie anderen Müttern eine Abfindung an, zog bei einem Treffen den Aufhebungsvertrag aus der Tasche, schimpfte auf »diese verbissenen Frauen«, die immer alles wollten: Kind und Job. Stefanie Freier war fuchsteufelswild. Perplex. Hilflos. Frustriert. Zettelte einen Ehekrach an. Warf ihrem Mann vor: »Ich habe das bessere Examen, aber ihr Männer schiebt euch einen Job nach dem anderen zu!«
Ihr Mann sagte: »Du hast ein Recht auf einen Teilzeitarbeitsplatz, du musst ihn einklagen.« Sie: »Dann bin ich raus aus der Firma.« Er: »Du bist doch eh raus.« Ihr neuer Chef: »Nehmen Sie die Abfindung an. Sie werden in diese Firma keinen Fuß mehr setzen – glauben Sie, wir stellen jemanden ein, der gegen uns geklagt hat?«
Trotzdem: sich einfach so abservieren lassen? Stefanie Freier klagt. Auf ihr Recht auf Teilzeitarbeit. Gegen Diskriminierung. Was sie erreichen will: »Am Anfang wollte ich meinen Job wirklich wieder. Aber jetzt sagen mein Mann und ich: Wir haben Töchter, wir ziehen das durch – exemplarisch für alle anderen.«
Weitaus weniger Frauen als noch bei Einführung des Gesetzes 2001 angenommen klagen auf ihren Teilzeitarbeitsplatz, sagt Michael Eckert, Arbeitsrechtler und Vorstandsmitglied im Deutschen Anwaltverein: »Meist lässt sich mit gutem Willen auf beiden Seiten eine Lösung finden – das Gesetz nützt, böse gesagt, denjenigen, die der Arbeitgeber nicht weiterbeschäftigen möchte, denn die können dann ihren Teilzeitarbeitsplatz einklagen.« Genaue Zahlen gibt es nicht. In der Kanzlei von Petra Dalhoff, Anwältin mit Schwerpunkt Arbeitsrecht und Mitglied im Verband berufstätiger Mütter, geht es in etwa 30 Prozent aller Fälle um den Anspruch auf eine Teilzeittätigkeit.
Ihre Mandanten: überwiegend hoch qualifizierte Frauen. Dalhoff sagt: »Viele Frauen legen sich nicht früh genug fest, wann und für wie viele Stunden sie zurückkehren wollen. Damit kann kein Arbeitgeber planen.« Schwierig für Arbeitgeber ist es auch, wenn eine Frau länger als sechs Monate zu Hause bleibt. Ihr Tipp: möglichst früh, möglichst konkret mit dem Arbeitgeber die Rückkehr planen. Dennoch gebe es seitens der Firmen immer noch viele Vorurteile – der Verwaltungsaufwand sei hoch, die Arbeit in Teilzeit nicht machbar.
Dabei liegt der Grund meist in der Struktur der Firma. Cornelia Sengpiel, Geschäftsführerin von Profiplaza, einer Berufsplattform, die Teilzeitstellen an hoch qualifizierte Mütter vermittelt, sagt: »Vorbehalte gegen Teilzeitarbeit haben mit der Arbeitsorganisation zu tun. Wie sehr ist das Unternehmen bereit, sich zu verändern? Je traditioneller ein Unternehmen ist und je stärker es auf Präsenzzeiten pocht, desto weniger wird es Teilzeit akzeptieren.«
Dabei ist wissenschaftlich längst belegt: Wer Teilzeit arbeitet, ist produktiver und besser organisiert als ein Vollzeitmitarbeiter. Drastisch formuliert: Wer in Teilzeit einstellt, bekommt mehr Leistung für weniger Geld. Auch Soziologin Jürgens bestätigt: »Fortschrittliche Unternehmen haben erkannt, dass es auf Leistung ankommt, nicht auf Anwesenheit.« Sie sagt: »Arbeitsmarkt und Beschäftigte sind extrem flexibel. Aber es gibt Grenzen der Anpassungsfähigkeit. Man sollte akzeptieren, dass Familie ein wichtiger Bereich unserer Gesellschaft ist, dass Zeit zum Leben bleiben muss.«
Anwältin Jutta Wegener und Werbefrau Natascha Pösel gehen mittlerweile ihre eigenen Wege: Sie haben sich selbstständig gemacht. Die eine bekam ein zweites, die andere ein zweites und ein drittes Kind. Es gab ja niemanden mehr, für den das ein Problem gewesen wäre.
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- Datum 29.01.2010 - 13:21 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 28.01.2010 Nr. 05
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...dass die Schwangerschaft für den Arbeitgeber sehr teuer ist. Viele können sich das gar nicht leisten. Wir haben unsere Gesetze schlecht entworfen und so kann man nicht erwarten, dass Firmen mehr Frauen in verantwortliche Positionen einstellen, als sie absolut müssen. Ist den Aktivisten und den Politikern das nicht klar? Ein Manager kann seinen Job verlieren, wenn seine Gewinn schlecht ist. Wenn ein Leistungsträger ausfällt, fällt der Gewinn. Das ist als Beamter ok.
Aber in der freien Wirtschaft?! Würden Sie mit 50 das riskieren indem Sie Frauen im gebärfähigen Alter einstellten? Da müssten man doch naß gepudert sein.
Das ist Problem ist nicht, dass Schwangerschaft zu teuer ist. Arbeitgeber stellen sich einfach nicht darauf ein.
Was soll an Teilzeit verwerflich sein, ausser dass deutsche Chefs sich darauf nicht einstellen wollen.
Der volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Schaden, der durch die niedrigen Geburtsraten bei gutausgebildeten Frauen entsteht, ist doch immens. Man wirft lieber eine eingearbeitete, kompetente Arbeitskraft raus und lernt jemand neu an als die Möglichkeit zur Weiterarbeit zu schaffen.
Das ist Problem ist nicht, dass Schwangerschaft zu teuer ist. Arbeitgeber stellen sich einfach nicht darauf ein.
Was soll an Teilzeit verwerflich sein, ausser dass deutsche Chefs sich darauf nicht einstellen wollen.
Der volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Schaden, der durch die niedrigen Geburtsraten bei gutausgebildeten Frauen entsteht, ist doch immens. Man wirft lieber eine eingearbeitete, kompetente Arbeitskraft raus und lernt jemand neu an als die Möglichkeit zur Weiterarbeit zu schaffen.
Vielleicht hilft es, wenn man die "Karriere" einfach mal als "Arbeit" bezeichnet und diese nicht als etwas Sinnstiftendes, Lebenserfüllendes, sondern als notwendiges Übel betrachtet. Ich bin zwar ein Mann, aber kein "Karrieremann". Ich quäle mich jeden Morgen aus dem Bett und würde lieber mit meiner Freundin dem Müßiggang frönen, ausschlafen oder, wenn ich eine hätte, den Tag meiner Familie oder Hobbys widmen, aber ich muß natürlich auffe Aarboit, damit die Kohle rankommt.
Lebt man, um zu arbeiten, oder arbeitet man, um zu leben?
Das ist Problem ist nicht, dass Schwangerschaft zu teuer ist. Arbeitgeber stellen sich einfach nicht darauf ein.
Was soll an Teilzeit verwerflich sein, ausser dass deutsche Chefs sich darauf nicht einstellen wollen.
Der volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Schaden, der durch die niedrigen Geburtsraten bei gutausgebildeten Frauen entsteht, ist doch immens. Man wirft lieber eine eingearbeitete, kompetente Arbeitskraft raus und lernt jemand neu an als die Möglichkeit zur Weiterarbeit zu schaffen.
können unsere nationale Geburtenrate auch nicht retten. Daher ist der volkswirtschaftliche Schaden auch NICHT immens. Der betriebswirtschaftliche Schaden dadurch, daß diese Frauen keine Kinder kriegen ist ohnehin nicht vorhanden!
können unsere nationale Geburtenrate auch nicht retten. Daher ist der volkswirtschaftliche Schaden auch NICHT immens. Der betriebswirtschaftliche Schaden dadurch, daß diese Frauen keine Kinder kriegen ist ohnehin nicht vorhanden!
Man kann doch hier den Unternehmen schwer einen Vorwurf machen. Wenn das Unternehmenskonzept auf Vollzeit beruht, lässt sich Schwangerschaft und Karriere im betreffenden Unternehmen nunmal schwer vereinbaren. Allerdings kann man dieses Problem auch schon vor der Schwangerschaft abklären, denn so erfährt man zügig, ob man nicht vielleicht die Firma wechseln sollte. Für Unternehmer stellt die Schwangerschaft einer Frau meist eher ein Problem da, da Strukturen für Teilzeitarbeit geschaffen werden müssen, und auch das Ausfallrisiko steigt.
Allerdings hier den Schwenk zu machen, Männer hätten dieses Problem nicht ist eher abwegig. Es liegt doch wohl an der jeheweiligen Partnerschaft, wie die Zeit nach der Geburt eingerichtet wird, ob nun der Mann, die Frau oder beide in Teilzeit gehen.
Dies ist ein Problem der deutschen Unternehmenskultur und mangelnden Anreizen.
Die Debatte darüber, dass immer noch mehr Frauen als Männer zuhause bleiben ist eine völlig andere.
4 Stunden pro Tag Teilzeit, aber 8 Stunden Vollzeit - der Tag hat doch 24 Stunden?
@1
Sehr viele Firmen stellen Frauen im gebärfähigen Alter (< 45) ein. Nur werden Kinder immer der Frau zugerechnet. Was würden Sie tun, wenn mind. 50% der Väter teilzeit arbeiten wollen? Keine Männer unter 50 mehr einstellen? Abwandern?
Die Schwangerschaften waren im Artikel nicht das Problem, es sind die Chefs, die nur Vollzeitkräfte haben wollen.
Ich wünsche den Frauen viel Erfolg in ihrer Selbstständigkeit!
Teilzeit stellt für viele Arbeitgeber ein Problem dar. Das fängt an mit den Kosten während des Schwangerschaftsausfalls, geht weiter mit der nur schwer kakulierbaren Zuverlässigkeit, die durch die mangelhafte Schulbetreuung der Kinder immer wieder auf die Probe gestellt wird. Zusätzlich weckt es die Begehrlichkeiten Anderer, was die verschiedenen Teilzeitvorstellungen angeht.
Auch das mit der Produktivität ist so pauschal einfach falsch. Das hängt stark vom Motiv und der verfügbaren Zeit ab.
Pauschal kann man sagen: Je geringer die Stundenzahl, desto unproduktiver der Teilzeitmitarbeiter.
Tatsächlich sind die allgmeinen Betreuungsverhältnisse so schlecht, das fast jeder Arbeitgeber entsprechende Erfahrungen gemacht hat und schon deshalb zurückhaltend reagiert.
Die Tatsache, dass in unserer "just in time" Zeit Besprechungen kurzfristig angesetzt werden, gerade z.B. in der Medienbranche, und somit nie planbar ist, wann der Teilzeitmitarbeiter gerade nicht fehlen darf.
Kein Chef bürdet sich freiwillig solche Unsicherheiten auf, die leicht zu Mehraufwand führen.
Im Übrigen gilt für Männer absolut das Gleiche, traditionell aber auch z.T. wegen der Frauen selbst, sind es nur weniger, die auf Karriere verzichten und die Kinderbetreuung übernehmen.
Letztlich ist Teilzeit nur dann produktiv und ohne Risiko, wenn 1. die Arbeit terminfrei und stückzahlorientiert ist und 2. Präsenz und Absprache eher unwichtig sind.
Alles Anforderungen, die nicht für Manangementaufgaben gelten.
H.
Sagt eine alte Volksweisheit.
Wenn jemand wirklich so "hochqualifiziert" ist, dann sollte man diese Volksweisheit kennen.
Die meisten Frauen kennen diese Weisheit und jammern deswegen auch nicht.
Nur ein paar Akademikerweibchen, die im goldenen Käfig aufgewachsen sind, glauben wirklich, dass sie alles haben könnten, ohne einen Preis dafür zu bezahlen...
konsequenterweise müsste man daher alle Frauen von höherer Bildung ausschliessen, weil sie ja doch nie lange genug im Beruf sind um das teure Studium gesellschaftlich abzuzahlen, nicht?
Wenn an dieser Stelle Möglichkeiten geschaffen werden, könnte die Gesellschaft als Ganzes Milliarden sparen, eben in dem Hochqualifizierte Frauen nach der Kinderpause wieder Hochqualifiziert arbeiten können!
Ich kann jetzt schon wieder das Geweine hoeren, dass nur noch Geringqualifizierte Kinder bekommen - Ruetlischule, Harz4-Familien, Bildungsunfaehigkeit und so weiter.
Abgesehen davon wissen "Akademikerweibchen" ueblicherweise ihr Gehirn auch zu benutzen und fordern genau deshalb ein, was ihnen zusteht - Gleichberechtigung im Berufsleben.
Sehr geehrter Michel2345, hiermit ueberreiche ich Ihnen Ihre Merkbefreiung (mit Goldrand), sie haben sie sich wahrlich verdient.
Es geht hier keineswegs nur um ein paar karriereversessene, verwöhnte "Weibchen", die im Goldenen Käfig wohnen und nur ja keine Abstriche zu machen bereit sind.
Es gibt hierzulande sehr viele hochqualifizierte Frauen, die in relativ normal bezahlten Arbeitsverhältnissen stehen und hart arbeiten, um den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen oder zumindest substanziell zu vergrößern. Diesen Frauen weitere Steine in den Weg zu legen, die danach streben, durch Erwerbstätigkeit für die Kosten ihres Studiums aufzukommen und dennoch die Gesellschaft durch Kinder zu bereichern, ist nicht nur schädlich für das Gemeinwohl, sondern auch für die betroffenen Frauen eine zusätzliche Belastung in einer ohnehin belastenden Situation. Beides zeugt nicht gerade von gesellschaftspolitischem Weitblick.
konsequenterweise müsste man daher alle Frauen von höherer Bildung ausschliessen, weil sie ja doch nie lange genug im Beruf sind um das teure Studium gesellschaftlich abzuzahlen, nicht?
Wenn an dieser Stelle Möglichkeiten geschaffen werden, könnte die Gesellschaft als Ganzes Milliarden sparen, eben in dem Hochqualifizierte Frauen nach der Kinderpause wieder Hochqualifiziert arbeiten können!
Ich kann jetzt schon wieder das Geweine hoeren, dass nur noch Geringqualifizierte Kinder bekommen - Ruetlischule, Harz4-Familien, Bildungsunfaehigkeit und so weiter.
Abgesehen davon wissen "Akademikerweibchen" ueblicherweise ihr Gehirn auch zu benutzen und fordern genau deshalb ein, was ihnen zusteht - Gleichberechtigung im Berufsleben.
Sehr geehrter Michel2345, hiermit ueberreiche ich Ihnen Ihre Merkbefreiung (mit Goldrand), sie haben sie sich wahrlich verdient.
Es geht hier keineswegs nur um ein paar karriereversessene, verwöhnte "Weibchen", die im Goldenen Käfig wohnen und nur ja keine Abstriche zu machen bereit sind.
Es gibt hierzulande sehr viele hochqualifizierte Frauen, die in relativ normal bezahlten Arbeitsverhältnissen stehen und hart arbeiten, um den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen oder zumindest substanziell zu vergrößern. Diesen Frauen weitere Steine in den Weg zu legen, die danach streben, durch Erwerbstätigkeit für die Kosten ihres Studiums aufzukommen und dennoch die Gesellschaft durch Kinder zu bereichern, ist nicht nur schädlich für das Gemeinwohl, sondern auch für die betroffenen Frauen eine zusätzliche Belastung in einer ohnehin belastenden Situation. Beides zeugt nicht gerade von gesellschaftspolitischem Weitblick.
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