Afghanistan-Debatte "Das ist noch mal eine echte Chance"
Wozu sind wir am Hindukusch? Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über veraltete Kriegsziele, seine neue Strategie und die Hoffnung auf die Afghanistankonferenz
Die ZEIT: Herr zu Guttenberg, Sie haben in den vergangenen Wochen Soldaten besucht, die im März nach Afghanistan gehen. Was erwarten die von Politik und Gesellschaft?
Karl-Theodor zu Guttenberg: Offenheit! Die Frage von Leben oder Tod spiegelt sich im Empfinden eines Soldaten sehr viel tiefer wider als in manch öffentlicher Diskussion. Die Soldaten erwarten, dass Realitäten und Defizite benannt werden. Sie wollen Rückhalt für ihren Einsatz spüren, nicht nur emotional. Sie wollen tatsächliche Sicherheit, juristisch und was die Ausstattung angeht.
ZEIT: Sie haben davor gewarnt, Debatten zu führen, die auf dem Rücken der Soldaten ausgetragen werden. Was meinen Sie damit?
Guttenberg: Wenn das Politisch-Strategische die Substanz einer Frage überwiegt. Wenn zum Beispiel die richtige und notwendige Diskussion über die Aufarbeitung der Ereignisse vom 4. September…
ZEIT: …Sie sprechen von der Bombardierung zweier Tanklastzüge bei Kundus, bei der auch Zivilisten getötet wurden…
Guttenberg: …umschlagen sollte in Richtung einer rein politischen Debatte, die aus Reflexen von Opposition und Regierung besteht. Dann geht es an den notwendigen Fragen mit Lichtgeschwindigkeit vorbei, und das spüren die Soldaten. Dafür erntet man tiefes Unverständnis.
ZEIT: Sie mussten Ihre Einschätzung, ob der Bombardierungsbefehl angemessen war, korrigieren. Haben Sie Fehler gemacht?
Guttenberg: Ich habe eine Fehleinschätzung offen eingeräumt und mich korrigiert. Wenn man das als Fehler ansieht, dann kann man sagen, ich habe einen Fehler gemacht. Punkt.
ZEIT: Zwei Dinge waren vor allem Gegenstand der Kritik: Zum einen wurden nicht nur Tanklaster beschossen, sondern auch gezielt Personen, die sich als Zivilisten herausgestellt haben…
Guttenberg: Das war von vornherein aus dem Isaf-Bericht klar, das habe ich bei den ersten Unterrichtungen der Fraktionen nach meinem Amtsantritt gesagt. Jeder Abgeordnete, der im September bereits Mitglied im Verteidigungsausschuss war, wusste, dass auch Taliban Ziel waren.
- Datum 28.01.2010 - 18:35 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 28.01.2010 Nr. 05
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...so sicher sind, dass von Afghanistan keine Gefährdung für die internationale Gemeinschaft ausgeht!"
Allmählich beginnt man die Grundlagen hier aufzubereiten und sich einem rationalen Angang an die Notwendigkeiten einer internationalen Sicherheitsordnung zu nähern.
Wenn Guttenberg die Sicherheit der Menschen in der Region anspricht, ist das ebenfalls beruhigend, obwohl es den Anschein haben kann, dass man die Mitglieder orientierte Basis der UNO Charta hinter sich lässt. Das ist auch notwendig, da die UNO Charta die Gefahren ausklammert, die von Bevölkerungen für die internationale Gemeinschaft ausgehen, die in Staaten und Regionen leben ohne genügende Absicherungen ihrer Rechtssicherheit und Lebensgrundlagen.
" Offenheit! " - sher Lustig!
" Selbsttragende Strukturen, die so sicher sind, dass von Afghanistan keine Gefährdung für die internationale Gemeinschaft ausgeht!" - Die Frage ist ja wie es überhaupt dazu kommen könnte bzw. noch kommen kann, dass eine Gefährdung ausgeht? - Und da ist die Quelle bei den Nachbarländern Afghanistans zu suchen, die über jahrzehnte lang Afghanistan systematisch unstabilisierten bzw. unstabil gehalten haben. Wenn man das nicht in Betracht zieht, wird Afghanistan auch nach 50 Jahren eine Gefährdung für die internationale Gemeinde, und nicht abzusehen von der eigenen Bevölkerung, darstellen.
http://polemicon.wordpres...
Für Herrn zu Guttenberg
Von welcher reinen Lehre sprechen Sie? Welche reine Lehre will der Mensch zu definieren wissen, wo er nicht einmal sich selbst definieren kann?
Allein die Reinheit kann Reihheit definieren.
Sie jedoch sprechen von Faschismus, Herr zu Guttenberg! Von Struktur und Rechthaberei, diese nichts anderes zulassen dürfen, um nicht sich selbst zu gefährden. Jede Frage um Unrecht und Willkür wird in dieser Struktur nicht nur nicht gestellt, sondern bewußt, grundsätzlich und vorsätzlich ignoriert und bekämpft. Alles Andere erscheint somit dieser Weise stets als Feind.
Nichts bedroht das Leben und die Menschheit mehr, denn solches Verständnis und das hierin voranschreitende, alles Fremde verachtende Handeln der Überheblichkeit.
Ihr und Ihresgleichen Erscheinung heißt Selbstherrlichkeit, Selbstüberschätzung und Selbstgerechtigkeit, diese die Selbstzerstörung beinhalten.
Hinter ihrem Namen, Herr zu Guttenberg, verbirgt sich nichts Gutes, vielmehr ein Berg des Unheils.
Allein die Reinheit kann Reinheit definieren
Zwei innere Prinzipien, die in Einklang stehen können, aber auch im Widerspruch zueinander, bis hin zum Bruch. Bei Menschen mit starker, innerer Überzeugung obsiegt diese im Falle des Bruches meist über die Loyalität. Noch als Wirtschaftsminister wurden Sie, Herr zu Guttenberg, sehr schnell an diese, Ihre eigene Bruchzone herangeführt. Und fast ungestüm waren sie bereit, Gefolgschaft zu versagen. Am Ende überwog doch noch die Loyalität. Als Verteidigngsminister ergeht es Ihnen nicht anders. Schon seit Beginn wird Ihre Loyalität auf harte Proben gestellt.Kundus-es ist zu spüren, daß man Ihnen bewußt das Ministerium übergab, daß sie natürlich wissen, was vor sich ging, aus Loyalität aber zurückhalten: stets der Verweis auf den Untersuchungsausschuß. Strategiewechsel, zivile Vernetzung, partnering, Aussteigerprogramm -"intelektuell überschaubar": Man spürt, es ist"nicht noch mal eine echte", sondern wohl eher, wenn überhaupt, die letzte Chance. "Verwundete und Gefallene": nicht Verletzte und Getötete, nur Begriffe, aber vielsagend über Ihr Verhältnis zur Truppe. Sie sind im besten Sinne Lehnsmann, stellen sich schützend vor Ihre Soldaten, treu und loyal zur Sache und zur Regierung. Was Ihre wirkliche Überzeugung ist, kann man hier und da trotz oder wegen Ihrer diplomatisch gewählten Formulierungen hervorschimmern sehn. Und wieder wird sich bald gerade hieraus der Widerspruch ergeben, vielleicht sogar bis zum Bruch. Vielleicht werden Sie sogar gehen und schweigen - aus Loyalität.
Nun mal heraus mit der Sprache, Herr Minister!
Sorgen Sie für Klarheit, von der Sie immer sprechen.
"Berichte belegen, dass Oberst Klein in Kundus gezielt Taliban töten wollte. Das Verteidigungsministerium gibt nun an, das Bundestagsmandat decke das gezielte Töten nicht."
http://www.zeit.de/politi...
"Der Bericht stellt aber ebenso fest, dass der deutsche Oberst gegen Einsatzregeln und Direktiven der Isaf verstoßen habe."
http://www.sueddeutsche.d...
"Der für den Angriff auf Tanklaster bei Kunduz verantwortliche Bundeswehroberst hat gezielt die Unwahrheit gesagt, um US-Piloten zu dem Bombenabwurf zu bewegen. Dies geht nach Informationen des SPIEGEL aus dem geheimen Nato-Bericht zu dem Vorfall hervor."
http://www.spiegel.de/pol...
Der Com-ISAF-Bericht und ein Bericht des Internationalen Roten Kreuzes lagen Ihnen vor dem 6.11.2009 vor, Herr Minister.Ich fasse zusammen: Oberst Klein hat gelogen,
gegen Einsatzregeln verstoßen,ein Mandat des Bundestages missachtet und den Tod von bis zu 140 Afghanen befohlen.
Darunter waren viele Zivilisten,sowie mutmaßliche Taliban,
denen Sie mittlerweile Geld spenden möchten.
Wie konnten Sie am 6. November das Bombardement als angemessen bezeichen ? Ihnen lagen alle oben benannten Informationen vor, die die Unangemessenheit des Bombardements belegt haben.
ZU GUTTENBERG: Nein, es ist eine eigene Handschrift! Wir übernehmen das amerikanische Konzept nicht eins zu eins.
UNKLAR BLEIBT: wie unterscheidet sich das deutsche konzept vom amerikanischen? was heisst 'partnering'? wieso wachsen amerikaner enger mit ihren afghanischen partnern zusammen?
UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS: wie agiert unter deutscher 'handschrift' ein deutscher soldat? schlafen / kaempfen / wird er von jetzt an eine direktleitung nach berlin haben (und zu seinem persoenlichen rechtsberater) ehe er den ersten verteidigungs- oder angriffsschuss abfeuern darf?
ISAF: und wie unterscheidet sich ein deutscher soldat von einem franzoesischen / britischen / europaeischen?
Für Herrn zu Guttenberg
Jene reine Lehre, von dieser sie sprechen, Herr zu Guttenberg, diese Lehre ist die Lehre des Bösen vom Bösen.
Es ist die Lehre jener kleinen Minderheit, diese sich auf Kosten einer großen Mehrheit erhebt, in dem abstrusen Glauben, diese vermeintlich hurige Mehrheit sei dafür da, die heilige Minderheit zu bedienen. Die, dieser Lehre Verfallenen, meinen in der Tat, auserwählt zu sein, den Rest der Schöpfung sich zu unterwerfen, diese zu missbrauchen, sie zu vergewaltigen, sie auszubeuten und jeden Widerstand mit Gewalt niederzutreten.
Sie Herr zu Guttenberg gehören dieser Minderheit an, sie haben sozusagen ihre Seele verkauft, nicht erst mit Titel und Amt, sondern schon vorher.
Für Sie Herr zu Guttenberg gilt die Frage, ob das System Sie ausgesucht, oder Sie das System für Sich ausgesucht haben. Denn nun stecken Sie mitten drin in der Kloake, und mit jedem Versuch der Reinwaschung versinken Sie mehr und mehr im Sumpf des Bösen, dass der Gestank der Lügen und Täuschungen über alle Grenzen hinweg in den Himmel steigt.
Glauben Sie, dass Sie davonkommen? Glauben Sie das wirklich?
Dann ist Ihnen wirklich nicht mehr zu helfen!!
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