Krebsforschung Schlüssel zur Heilung
In der Krebsmedizin bahnt sich eine Revolution an: Forscher entziffern die Erbanlagen sämtlicher Tumorarten. Berliner Ärzte erproben bereits individualisierte Therapien
© Jan-Peter Kasper/dpa

Die Magnetresonanz-(MR)-Mammographie macht einen winzigen Tumor in der Brust einer Patientin deutlich sichtbar. Doch die Außenansicht der entarteten Wucherungen sagt wenig über ihre inneren Ursachen
An Heilung war bei diesem Kranken kaum zu denken, das war den Ärzten an der Berliner Charité klar. Der Mann litt am schwarzen Hautkrebs, in seinem Körper wucherten Hunderte Metastasen des malignen Melanoms, einige sogar im Gehirn.
Obwohl er seinem Leiden bald erlag, dürfte der Patient in die Annalen der Heilkunde eingehen: als erster Proband einer neuen Tumormedizin. Sie soll den Krebs mit bisher unerreichter Präzision diagnostizieren und bekämpfen. Das Versprechen ist gewaltig: deutlich mehr Wirkung, viel weniger Nebenwirkungen.
Das Vorhaben erfordert einen immensen Aufwand: Noch nie wurde ein Krebspatient so aufwendig und umfassend untersucht. Das Erbgut des Mannes und das pathologische Genom seiner Krebszellen wurden vollständig entziffert, alle Gendefekte samt deren Fehlfunktionen aufgespürt. Allein die Diagnostik verschlang 100.000 Euro.
Trotz des fehlenden Therapieerfolges gilt das Vorgehen der Ärzte in Fachkreisen als zukunftsweisend. Der Verstorbene und fünf weitere Schwerkranke sind die ersten Probanden im Treat1000-Projekt des Berliner Krebszentrums CCCC (Charité Comprehensive Cancer Center) und des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik: Ärzte und Wissenschaftler wollen die neuesten Erkenntnisse der Krebsgenetik zum Wohl der Kranken umsetzen – 1000 Patienten absolvieren dabei den Testlauf für eine umfassende Kehrtwende in der Krebsheilkunde.
Krebs entsteht durch viele Gendefekte, jeder Tumor ist anders
Die neue Strategie folgt dem Motto: »Kenne den Feind«. Die bösartigen Geschwüre können in praktisch allen Geweben und Organen des Körpers entstehen. Bei der Klassifikation von Tumoren und der Therapieentscheidung mussten die Ärzte sich bislang weitgehend auf den Augenschein und ihre Erfahrung verlassen: Welche Krebsart bei einem Patienten vorliegt und wie fortgeschritten die Erkrankung ist, entscheiden Pathologen anhand des mikroskopischen Bildes der Tumorzellen und zellbiologischer Untersuchungen. Die Diagnostik, ergänzt durch die immensen Erfahrungen der Tumormediziner, hat bisher zu der Einteilung in rund 230 bekannte Tumorarten geführt.
Doch die Außenansicht der entarteten Wucherungen sagt wenig über ihre inneren Ursachen. Krebs ist eine Krankheit der Gene. (Klicken Sie hier für eine Infografik, die eine Auswahl wichtiger Krebsgene zeigt) Mannigfache Veränderungen (Mutationen) in einer Vielzahl von Erbanlagen können sie auslösen. Viele der klinisch scheinbar klar definierten Krebsarten dürften in Wahrheit durch unterschiedliche Gendefekte hervorgerufen werden. Sie umfassen also tatsächlich ganz verschiedene Erkrankungen und müssten entsprechend unterschiedlich therapiert werden.
Künftig, so die Vision der Experten, habe daher vor jeder Therapie eines Patienten eine detaillierte Genomanalyse seiner Krebszellen zu stehen. Die Behandlung soll sich dann nicht mehr nach dem befallenen Organ und dem Stadium des Krebses richten, sondern in erster Linie nach der Art der Gendefekte, die den Tumor antreiben. »Eine faszinierende neue Strategie«, urteilt der Kölner Klinikchef Michael Hallek, »es ist der einzige Weg, Therapien rational zu kombinieren – das wird funktionieren.« In der Praxis indessen müsste die Onkologie dafür in den kommenden Jahrzehnten gleichsam vom Kopf auf die Füße gestellt werden. »Es wäre eine Revolution«, sagt Reinhold Schäfer, stellvertretender Direktor für Translationale Krebsforschung am Berliner CCCC.
Gründe für den Kurswechsel gibt es genug. Die Medizin tritt an allen Fronten der Tumorbekämpfung weitgehend auf der Stelle: Mit der Krebsverhütung durch einen gesunden Lebensstil ließe sich noch am meisten gewinnen. Wären die Deutschen ein Volk von austrainierten, schlanken Nichtrauchern, bliebe jeder zweite Patient gesund. »Jeder weiß es, keiner tut es«, seufzt der CCCC-Direktor Peter Michael Schlag. Trotz sinkender Raucherzahlen durchkreuzen grassierende Fettleibigkeit und konsequente Bewegungsvermeidung die Hoffnungen der Mediziner auf durchgreifende Besserung der Gesamtlage. In der »Ära von Fettsucht und Trägheit«, warnte das Journal of the American Medical Association soeben, drohe die Lebenserwartung der Menschen wieder zu sinken.
- Datum 29.01.2010 - 15:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 28.01.2010 Nr. 05
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Imatinib ist außerhalb der USA unter dem Markennamen Glivec im Handel. Der im Text genannte Markenname Gleevec gilt nur für die USA.
Laut Krankenkasse erkranke jeder dritte Bürger an Krebs, ein Krankenhaus stelle im Durchschnitt pro Jahr 1200 Invaliditätsanträge.
Diagnoseverfahren werden von den Krankenkassen aus Kostengründen weitgehend verweigert, - Operationen(inklusive Schönheitsoperation der gesunden Brust), Chemotherapien, Bestrahlung, Perücken, Taxen... finanziert. Die Tastbefunde von Ärzten scheinen ohne Relevanz. 75 % der Mammakarzinome würden von Frauen selbst diagnostiziert, sie wären zum Zeitpunkt bereits ca. 2,5 cm groß... Die möhliche Nutzung von ausgebildeten Blinden wurde von einem Onkologen als Rückfall ins Mittelalter bezeichnet.
Es wird empfohlen, fünfmal am Tag frisches Obst zu essen, Blaubeeren, Himbeeren... Bürger brauchen Geldeinkommen, mit denen sie sich gesund ernähren - können. Millionen Bürger leben mit Kindern in Hartz4Verhältnissen...
In Recherche: http://www.textlandschaft...
krebs wird niemals heilbar sein. eine krebszelle zeigt über 10.000 mutationen in ihrer DNA. das ist irreparabel. man könnte den krebs bestenfalls verhindern. das geld in aufklärung zu invetieren, das wäre daher am sinnvollsten. aber da profitiert kurzfristig niemand von.
zigarettenqualm löst krebs aus? - ach egal , sagt der Tabakkonzern, ist nicht mein Tumor.
nitritpökelsalz löst krebs aus? - ach egal, sagt der Wursthändler, ist nicht mein Tumor.
Es gibt wieder einmal die Vorhersage, man habe demnächst wahrscheinlich einen Schlüssel zur Krebsbehandlung; ich weiß nicht mehr, wie oft in meinem Leben ich Ähnliches schon gelesen habe. Wirklich daraus geworden ist nie etwas. Die Krebsforschung kommt, wie im Artikel richtig bemerkt, nicht wirklich weiter. Mit dem hier beschriebenen Ansatz hat man die Kranken auf ihre Gene reduziert und hofft, in etwas unverständlicher, ungebrochener Gengläubigkeit, damit den medizinischen Stein der Weisen gefunden zu haben. Die Versprechungen der Gentherapie aus den 1990er Jahren haben sich auch weitestgehend als Wunschträume herausgestellt. Krebs und Krebsentstehung haben vielfältige und variable Ursachen; wie man mit einem monokausalen Ansatz, die Reduktion auf die Gene, dieses Problem lösen will, ist mir ein Rätsel. Im Übrigen wären die hohen Summen besser in Soziales und Bildung investiert, denn Bildung und Einkommen bestimmen zu einem großen Teil über Gesundheit oder Krankheit.
Zitat: "In der Praxis indessen müsste die Onkologie dafür in den kommenden Jahrzehnten gleichsam vom Kopf auf die Füße gestellt werden."
Und davon werden nur und ausschließlich die Pharmakonzerne profitieren - mit Unterstützung der Regierung (egal welcher).
Als Betroffene kann ich nur sagen: Aus dem Alter an Märchen zu glauben, bin ich schon lange raus! In den letzten Jahrzehnten hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert. Es sterben nach wie vor genau so viele Menschen wie noch vor 10 Jahren. Trotz angeblich verbesserter Therapien und Behandlungen. Gewonnen hat die Pharmaindustrie...immer schneller, immer teurere Medikamente und Zytostatika auf den Markt - die Ärzte werden geschickt beeinflusst und manipuliert das "Richtige" zu verordnen. Bei unheilbar Kranken wird eine Therapie nach der anderen eingesetzt, oftmals falsche Hoffnungen auf Heilung werden geschürt.
Als PatientIn hilft nur eins: gut informieren, Rechte durchsetzen und nicht blind vertrauen.
Zitat: "In der Praxis indessen müsste die Onkologie dafür in den kommenden Jahrzehnten gleichsam vom Kopf auf die Füße gestellt werden."
Und davon werden nur und ausschließlich die Pharmakonzerne profitieren - mit Unterstützung der Regierung (egal welcher).
Als Betroffene kann ich nur sagen: Aus dem Alter an Märchen zu glauben, bin ich schon lange raus! In den letzten Jahrzehnten hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert. Es sterben nach wie vor genau so viele Menschen wie noch vor 10 Jahren. Trotz angeblich verbesserter Therapien und Behandlungen. Gewonnen hat die Pharmaindustrie...immer schneller, immer teurere Medikamente und Zytostatika auf den Markt - die Ärzte werden geschickt beeinflusst und manipuliert das "Richtige" zu verordnen. Bei unheilbar Kranken wird eine Therapie nach der anderen eingesetzt, oftmals falsche Hoffnungen auf Heilung werden geschürt.
Als PatientIn hilft nur eins: gut informieren, Rechte durchsetzen und nicht blind vertrauen.
die so genannten Neumeldungen als das einzige Heilsbringende
zu verkaufen, ist schon merkwürdig. Krebserkrankungen, wie
auch andere Krankheiten werden durch Belastungen
aller Coleur hervorgerufen. Der körper reagiert dann ab einem
Übermass. Das können Ernährung, Gene o auch phsychiche
Belastungen sein.Die ausschlaggebenden Muster werden u.a.
schon in der Kindheit gelegt.
Allen vorherigen Kommentatoren empfehle ich sich über den
Erfolg von beispielsweise Glivec zu informieren:
ein vor wenigen Jahren unheilbarer Krebs ist durch diese neue Therapieform mittlerweile zu überwiegenden Prozentsätzen heilbar. Die Kritik an einer Forschungsarbeit, die sich darum bemüht das Leid vieler Menschen zu lindern ist unangebracht. Es gibt heilbare Krebsarten - das sollte grundsätzlich zur Kenntnis genommen werden. Das viele Krebsarten multifaktorieller Genese sind ist ebenso unbestritten.
Eine gesunde Ernährung - die im Ganzen bezahlbarer ist als eine ungesunde (wenn man von überteuerten "Bio"- Produkten absieht) - ist zweifelsohne sinnvoll. Allerdings ist das Argument, die Mittel der medizinsiche Forschung in die Sozialhilfe umzuleiten erst lächerlich, dann erschreckend, wenn auch teilweise nachvollziehbar, angesichts der vorherrschenden Stereotypien gegenüber Arbeitslosen.
Trotzdem empfehle ich allen obigen Kommentatoren zunächst ein genaueres Studium der Materie, bevor es zu derartig abwegigen Forderungen kommt
Zitat: "In der Praxis indessen müsste die Onkologie dafür in den kommenden Jahrzehnten gleichsam vom Kopf auf die Füße gestellt werden."
Und davon werden nur und ausschließlich die Pharmakonzerne profitieren - mit Unterstützung der Regierung (egal welcher).
Als Betroffene kann ich nur sagen: Aus dem Alter an Märchen zu glauben, bin ich schon lange raus! In den letzten Jahrzehnten hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert. Es sterben nach wie vor genau so viele Menschen wie noch vor 10 Jahren. Trotz angeblich verbesserter Therapien und Behandlungen. Gewonnen hat die Pharmaindustrie...immer schneller, immer teurere Medikamente und Zytostatika auf den Markt - die Ärzte werden geschickt beeinflusst und manipuliert das "Richtige" zu verordnen. Bei unheilbar Kranken wird eine Therapie nach der anderen eingesetzt, oftmals falsche Hoffnungen auf Heilung werden geschürt.
Als PatientIn hilft nur eins: gut informieren, Rechte durchsetzen und nicht blind vertrauen.
Regelmäßig lesen wir, nicht nur in der ZEIT, über neue Krebs(heil)mittel.
Wo bleibt eigentlich das Krebsregister?
Wo bleibt die Prophylaxe?
Wo bleibt die Forschungen über krebsauslösende Vorgänge?
Wird es dazu kommen Dreckschleudern wie Flugzeuge, Kohlekraftwerke und die Massen von Autos, die alle krebserregende Immissionen erzeugen zu beachten. Man fragt sich sieht das keiner. Wie gschauts mit den atomaren "Abfällen" aus?
DIE ERDE EXISTIERT AUCH OHNE DEN MENSCHEN!
Bei Krebs gibt es nur Pharmaforschung. Man will unbequeme Wahrheiten nicht hören, weiterhin fliegen, autofahren, rauchen, trinken, sitzen vor PC,Glotze, fast food,....
Aber was will Frau Merkel auch ausrichten gegen Deutschlands wichtigste Wirtschaftszweige.
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