Irans Atomprogramm Mit der Bombe leben

Iran wäre als Nuklearmacht nicht gefährlicher als Nordkorea, Israel oder die USA.

Möchte seine Gegner spalten: Irans Präsient Mahmud Ahmadineschad (M) im Parlament in Teheran

Möchte seine Gegner spalten: Irans Präsient Mahmud Ahmadineschad (M) im Parlament in Teheran

Wo stehen wir, nachdem der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad jüngst verlauten ließ, er brauche zehn weitere Kernreaktoren zur Stromerzeugung?

Zunächst einmal ist gegen die Erzeugung von Strom nichts einzuwenden. Die Pläne, dafür Reaktoren zu bauen, stammen übrigens noch aus der Zeit des Schahs, und zwar aus den letzten Jahren seiner Amtszeit. Er war der Überzeugung, dass Öl unter der Erde eines Tages erheblich mehr wert sein würde als Dollar auf dem Bankkonto – mit Recht, wie sich später herausstellte.

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Zu jener Zeit waren der Schah und die USA enge Verbündete. Die Reaktoren sollten Milliarden in die Taschen von Industriellen aus Amerika und anderen westlichen Nationen spülen. Das ist ein Grund dafür, dass sich nur wenige Gegenstimmen erhoben. Ein weiterer Grund war, dass man plante, einige Reaktoren in der Nähe des Kaspischen Meers aufzustellen, nur um die Sowjets zu provozieren.

Seitdem ist eine Menge Wasser den Shatt al-Arab hinab geflossen, den großen Fluss, der Iran vom Irak trennt und in den Persischen Golf mündet. Seit 2001 hat sich Irans strategische Situation radikal verschlechtert. Wo auch immer die Mullahs hinschauen, nach Westen in Richtung Irak, nach Nordosten in Richtung Zentralasien, nach Osten in Richtung Afghanistan oder nach Süden in Richtung Golfregion – überall sind sie umzingelt von den Soldaten der einzig übrig gebliebenen Weltmacht Amerika.

Die führenden Politiker Irans sind nicht dumm. Während Saddam Hussein es vorzog, den Kampf David gegen Goliath aufzunehmen, und dabei einfach überwältigt werden konnte, ist ihnen eines klar: Sollte einer der zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten mit Iran aus irgendeinem Grund das tun, was George W. Bush 2003 mit dem Irak getan hat, hätten Irans konventionelle Streitkräfte keinerlei Chance. Es besteht daher kein Zweifel daran, dass die Mullahs ihre Bombe weiterbauen werden, ohne Rücksicht darauf, was der Westen unter Präsident Obamas Führung sagen oder tun wird. Um ehrlich zu sein: Ich würde an ihrer Stelle das Gleiche machen.

Ahmadineschad und Co. haben allerdings ein Problem: Anfang des 20. Jahrhunderts prägte Admiral Alfred von Tirpitz den Begriff der »Risikoperiode«. Damit meinte er die Jahre, in denen Deutschland den Ausbau seiner Schlachtflotte vorantrieb, für eine mögliche Konfrontation mit England jedoch noch nicht die erforderliche Stärke besaß. Man befürchtete, dass die Engländer mit Deutschland wiederholen könnten, was sie seinerzeit mit den Dänen im Jahre 1801 getan hatten: England führte einen Präventivschlag gegen die dänische Flotte und zerstörte sie zusammen mit einem Großteil der Städte, in denen sie stationiert war.

Um sich einer solchen Bedrohung entgegenzustellen, gilt Ahmadineschads Interesse besonders dem Libanon, und nicht weil er glaubt, er könne Israel »von der Landkarte fegen«. Er weiß nur allzu gut, dass seinen Streitkräften das fehlt, was für einen Schlag gegen die Vereinigten Staaten notwendig wäre. Sollte sein Land angegriffen werden, will er den Libanon als Sprungbrett für einen Gegenschlag gegen Amerikas Verbündeten, nämlich Israel, nutzen. Bis zu diesem Punkt geht er so vor, wie jeder andere normale Mensch in seiner Position vorgehen würde.

Zu Ahmadineschads Repertoire gehören Vortäuschung und Verheimlichung, Schwindelei und Irreführung, Schmeichelei und Drohung. Heute behauptet er, Iran würde niemals auf seine Rechte verzichten, morgen offeriert er Verhandlungen. Sein Ziel ist die Spaltung seiner Gegner. Er verfolgt dieses Ziel wie ein Seiltänzer, der zwischen überzogener Provokation und Beschwichtigung hin und her balanciert.

Natürlich dient dieses Spiel lediglich einem Zweck: Zeit zu gewinnen, bis Iran über genügend Bombenmaterial verfügt. Wenn es so weit kommen sollte (und falls kein Wunder geschieht, wird es so weit kommen), dann stellt sich die Frage, in welcher Gefahr sich die restliche Welt befindet. Mit größter Wahrscheinlichkeit wäre ein nuklearer Iran auch nicht mehr oder weniger gefährlich, als ein nukleares Nordkorea, ein nukleares Pakistan, ein nukleares Israel, ein nukleares China, ein nukleares Frankreich, ein nukleares Großbritannien, eine nukleare Sowjetunion und last, but not least die nuklearen USA es sind oder waren.

Während der vergangenen 60 Jahre haben die USA jedes Mal aufgeschrien, wenn es so aussah, als wollte eine Nation Atomwaffen erwerben. Man wollte ja schließlich so weit wie möglich das Monopol erhalten. Jedes Mal wurden eine Menge von Begründungen hervorgebracht, weshalb der mutmaßliche Neuling im Klub der Nuklearmächte eine größere Gefahr als seine Vorgänger darstellte. Im Laufe der Jahre dürfte Washington diesbezüglich Hunderte von Warnungen ausgesprochen haben, Gott sei Dank ist bisher keine davon Wirklichkeit geworden. Im Gegenteil: Wo atomare Waffen eingeführt wurden, haben keine Kriege zwischen Großmächten mehr stattgefunden.

Könnte ein amerikanischer oder israelischer Angriff das iranische Atomprogramm beenden oder zumindest für geraume Zeit aufhalten? Was Amerika betrifft, so lautet die Antwort vermutlich Ja. Die massive Gewalt der amerikanischen Luftstreitkräfte könnte viele, wenn nicht nahezu alle strategischen Ziele in Iran zerstören. Ein solcher Angriff erforderte gewaltige Truppenverbände, würde erhebliche Verluste nach sich ziehen und Wochen oder sogar Monate dauern.

Jedenfalls würde Iran am Persischen Golf und auch gegen Israel sicherlich Vergeltung üben. Ein solcher Angriff würde mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Krieg im Nahen Osten führen. Ob der Friedensnobelpreisträger Obama, der im Irak und in Afghanistan noch andere Probleme hat, die Nerven für eine solche militärische Auseinandersetzung hat, ist eher fraglich.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ist bekannt für seine Unentschlossenheit, nicht für seine Courage. Vielleicht würde er gern angreifen, aber wahrscheinlich hat er nicht den Mumm dazu. Bei all ihren technischen und taktischen Qualitäten kann sich die israelische Luftwaffe nicht mit der amerikanischen messen.

Schließlich könnte Israel, das Iran jahrelang bedroht hat, noch nicht einmal auf einen Überraschungseffekt setzen. Während der Irak im Jahre 1981 und Syrien 2007 leichte Ziele waren, ist Iran durchaus gerüstet. Die Angreifer hätten mit schweren Verlusten und mit Vergeltungsschlägen von Iran und Hisbollah gegen Israel zu rechnen.

Daraus ergeben sich drei Schlussfolgerungen:

Erstens kann man davon ausgehen, dass die Welt, die gelernt hat, mit neun Nuklearmächten zu leben, auch mit zehn zurechtkommen wird. Dafür müssen die US-Truppen natürlich in der Golfregion stationiert bleiben, denn ohne die Gegenmacht Irak ist ihre Präsenz das Einzige, was die Iraner aufhalten kann.

Zweitens ist es unwahrscheinlich, dass die USA und Israel Iran einzeln oder gemeinsam angreifen werden. Die USA werden sich voraussichtlich mit Sanktionen begnügen. Israel, durch seinen Verbündeten tatsächlich oder scheinbar in Schach gehalten, wird einmal mehr versuchen, die Lage zu nutzen und sich noch mehr militärische und finanzielle Unterstützung aus den USA und Deutschland zu sichern.

Schließlich wäre ein Angriff auf Iran ein äußerst riskantes Unterfangen. Ob ein solcher Angriff die Nuklearpläne Teherans zerschlagen würde, ist zu bezweifeln. Dass es den Nahen Osten in Brand setzen würde, möglicherweise mit katastrophalen Folgen für einen großen Teil der Welt, das ist hingegen so gut wie sicher.

Aus dem Englischen von Heike Walter

Martin van Creveld , 54, ist Militärhistoriker und lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem

 
Leser-Kommentare
  1. Die voreilige Demonstration "islamischer" Stärke und Macht hat so wenig mit den religiösen Grundsätzen gemeinsam wie das Drohen mit Ohrfeigen etwas zur Wertevermittlung in der Erziehung beiträgt.
    Diese Illusion von Macht braucht und sucht immer wieder aufs Neue nach Beweisen einer Überlegenheit, die nicht wirklich entscheidet, ob Anerkennung und Respekt aufkommt.
    Die Machthaber im Iran können eine überall nur noch brüchige Legitimation nicht mit Gewalt und Drohungen vor der Offenbarung retten, die ihnen immer unabdinglicher bevorsteht.
    Bei ihren Machtdemonstrationen haben die provozierende Wirkungen längst überhand genommen und so wird eine Intensivierung des Drohens vor allem das Verhängnis nähren.
    Fehler fordern auch das Eingeständnis unserer Bescheidenheit, die uns unsere Grenzen wieder bewusst werden lässt, an denen wir wenig ändern können.

  2. Sobald Ägypten, Saudi Arabien, etc. anfangen sich ebenfalls nuklear zu bewaffnen um den Aspirationen Irans entgegen zu treten wird es wohl sehr bald in einem instabilen Teil der Welt definitiv mehr als insgesamt zehn Nuklearstaaten geben.

    Bspw. zu behaupten, dass ein nukleares Frankreich eine ebenso große Gefahr wie ein nuklear bewaffneter Iran ist, halte ich für lächerlich.

    • joG
    • 31.01.2010 um 17:09 Uhr

    ...wie eine vorbereitende Begründung, sich seiner Verantwortung für internationale Sicherheit zu entziehen.

    Die Idee der Proliferation Vorschub zu leisten ist dabei verantwortungslos, läuft sie doch fast allen Analysen des Themas zuwider. Persönlich finde ich einen solchen Beitrag Menschen verachtend und pervers, bereitet er doch den Erkenntnissen der Geschichte und der Kriegsforschung zufolge den Boden vor, der einen Atomkrieg hochwahrscheinlich macht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...wissen sie eigentlich, was so alles Im Atomwaffensperrvertrag steht ?
    Zitat:
    "...sich seiner Verantwortung für internationale Sicherheit zu entziehen."

    Das tun die USA und die Russen sehr erfolgreich seit langen Jahren.

    Dieser Vertrag VERPFLICHTET die initialen Vertagsstaaten mit Atomwaffen nämlich zu größtmöglicher Abrüstung, wofon sich die Amerikaner und Russen nie haben beeindrucken lassen.

    Eine nüchterne strategische Analyse stößt Ihnen natürlich sauer auf, es reisst Sie aus Ihren Träumen.

    Martin van Creveld rechtfertigt natürlich NICHT Nichtstun, er zeigt nur kühl die Folgen der Handlungsalternativen auf.

    Auch das ist etwas, das Ihnen nie schmeckt, weil es immer wieder Ihr Weltbild vom starken und gerechten Kämpfer, der das Gute schafft, zerbricht.

    • joG
    • 01.02.2010 um 9:53 Uhr

    ...in diesem Land relativ viele Leute gibt, die die Pax Amerikana hassen, ist mir bewusst. Es ist auch nicht sehr erstaunlich, wenn diese Leute so tun, als wären die USA rechtlich im Unrecht. Ja, zu Ihrer Anschuldigung, ich kenne den Text. Und nein, ich interpretiere ihn nicht so wie Sie. Es wäre sogar Irrsinn, ihn so zu interpretieren, da es die Wahrscheinlichkeit eines Atomkriegs anheben würde, wenn wir nicht vorher eine internationale Sicherheitsstruktur hergestellt haben, die ein Gewaltmonopol etabliert. Bis das soweit ist, sind Forderungen wie Sie sie machen geradezu gefährlich.

    ...wissen sie eigentlich, was so alles Im Atomwaffensperrvertrag steht ?
    Zitat:
    "...sich seiner Verantwortung für internationale Sicherheit zu entziehen."

    Das tun die USA und die Russen sehr erfolgreich seit langen Jahren.

    Dieser Vertrag VERPFLICHTET die initialen Vertagsstaaten mit Atomwaffen nämlich zu größtmöglicher Abrüstung, wofon sich die Amerikaner und Russen nie haben beeindrucken lassen.

    Eine nüchterne strategische Analyse stößt Ihnen natürlich sauer auf, es reisst Sie aus Ihren Träumen.

    Martin van Creveld rechtfertigt natürlich NICHT Nichtstun, er zeigt nur kühl die Folgen der Handlungsalternativen auf.

    Auch das ist etwas, das Ihnen nie schmeckt, weil es immer wieder Ihr Weltbild vom starken und gerechten Kämpfer, der das Gute schafft, zerbricht.

    • joG
    • 01.02.2010 um 9:53 Uhr

    ...in diesem Land relativ viele Leute gibt, die die Pax Amerikana hassen, ist mir bewusst. Es ist auch nicht sehr erstaunlich, wenn diese Leute so tun, als wären die USA rechtlich im Unrecht. Ja, zu Ihrer Anschuldigung, ich kenne den Text. Und nein, ich interpretiere ihn nicht so wie Sie. Es wäre sogar Irrsinn, ihn so zu interpretieren, da es die Wahrscheinlichkeit eines Atomkriegs anheben würde, wenn wir nicht vorher eine internationale Sicherheitsstruktur hergestellt haben, die ein Gewaltmonopol etabliert. Bis das soweit ist, sind Forderungen wie Sie sie machen geradezu gefährlich.

  3. "Die Anwendung einer einzigen Atombombe würde Israel völlig zerstören, während die der islamischen Welt nur begrenzte Schäden zufügen würde. Die Unterstützung des Westens für Israel ist geeignet, den Dritten Weltkrieg hervorzubringen, der ausgetragen wird zwischen den Gläubigen, die den Märtyrertod suchen, und jenen, die der Inbegriff der Arroganz sind. [..] Es ist nicht unvernünftig, eine solche Möglichkeit in Erwägung zu ziehen." - Rede vom 13. Dezember 2001

    Muss man dieses Zitat noch großartig kommentieren? Ich hoffe, dass jeder vernünftige Mensch einsehen wird, dass man dem Iran die Atombombe aus der Hand abschlagen muss und zwar mit allen hierfür nötigen Mitteln.

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    Woher nehmen Sie diese ' vollkommene ' Weisheit.
    In den Medien liest man ganz andere Statements von Mr. A

    http://diepresse.com/home...

    Dieser Artikel ist zwiespältig und man kann nur sagen , dass die USA bis zum heutigen Zeitpunkt die einzige "Un" Macht sind , die die A- Bombe eingesetzt hat , ohne Skrupel wuerde ich meinen , und auf Tatsachen ( facts on the ground ) kommt es an.

    • joG
    • 01.02.2010 um 10:17 Uhr

    ...dass Sie wirklich glauben, dass es falsch war die Atomwaffe einzusetzen? Immerhin war ein ziemlich blutiger Krieg innert kurzer Zeit vorbei, das vermutlich etlichen Amerikanern das Leben rettete. Der Sicherheit dieser Personengruppe galt zurecht die Sorge der damaligen Administration. Es war also rational ethisch völlig in Ordnung den Abwurf zu genehmigen.

    Hierin liegt ja auch das Problem der Proliferation. Es gibt Situationen, unter denen es richtig wäre, auch in Zukunft Atomwaffen einzusetzen. Solche wären im Falle eines sonst ungewinnbaren konventionellen Krieges gegeben, wenn man im Verlauf Atomwaffen wieder herstellen würde und die Gegenseite sich zum Einlenken nicht bewegen ließe.

    Ebenfalls hatte der Abwurf die Folge, dass sowohl den Amerikanern als auch den Russen plastisch klar wurde, dass ein atomarer Krieg keinen Sinn machen würde, wenn man den Gegner vor einem Gegenschlag nicht ausschalten könne. Dadurch funktionierte MAD.

    Woher nehmen Sie diese ' vollkommene ' Weisheit.
    In den Medien liest man ganz andere Statements von Mr. A

    http://diepresse.com/home...

    Dieser Artikel ist zwiespältig und man kann nur sagen , dass die USA bis zum heutigen Zeitpunkt die einzige "Un" Macht sind , die die A- Bombe eingesetzt hat , ohne Skrupel wuerde ich meinen , und auf Tatsachen ( facts on the ground ) kommt es an.

    • joG
    • 01.02.2010 um 10:17 Uhr

    ...dass Sie wirklich glauben, dass es falsch war die Atomwaffe einzusetzen? Immerhin war ein ziemlich blutiger Krieg innert kurzer Zeit vorbei, das vermutlich etlichen Amerikanern das Leben rettete. Der Sicherheit dieser Personengruppe galt zurecht die Sorge der damaligen Administration. Es war also rational ethisch völlig in Ordnung den Abwurf zu genehmigen.

    Hierin liegt ja auch das Problem der Proliferation. Es gibt Situationen, unter denen es richtig wäre, auch in Zukunft Atomwaffen einzusetzen. Solche wären im Falle eines sonst ungewinnbaren konventionellen Krieges gegeben, wenn man im Verlauf Atomwaffen wieder herstellen würde und die Gegenseite sich zum Einlenken nicht bewegen ließe.

    Ebenfalls hatte der Abwurf die Folge, dass sowohl den Amerikanern als auch den Russen plastisch klar wurde, dass ein atomarer Krieg keinen Sinn machen würde, wenn man den Gegner vor einem Gegenschlag nicht ausschalten könne. Dadurch funktionierte MAD.

  4. "Wenn es so weit kommen sollte (und falls kein Wunder geschieht, wird es so weit kommen), dann.."
    Es wird nicht soweit kommen. Netanjahu weiss die bedrohung richtig einzuschätzen und wer seine Rede zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz gehört hat, weiss, dass es keine Bombe in den Händen eliminatorisch gesinnter Antisemiten geben wird. Dass der Autor ohne jeden Beleg in den Artikel klatscht, dass Netanjahu unentschlossen sei, wird der einzig denkbaren Reaktion auf den Griff der Apokalyptiker nach der Bombe, keinen Abbruch tun. Netanjahu weiss, wie die Bevölkerung des jüdischen Staates aus der Geschichte die richtigen Lehren zu ziehen und denjenigen, die fordern, Israel von der Landkarte zu tilgen keine Waffen zuzulassen, mit denen dies auch ereicht werden könnte. Dem Holocaust ging die Idee und die Planung voraus, bevor der antisemitische Wahn sich im Bau von Vernichtungslagern geäußert hat. Die Rationalität der Antisemiten steht im Dienst ihres Vernichtungsstrebens. Es würde schon helfen, den Fanatiker einfach einmal ein Ohr zu schenken. Der Ruf nach der Zerstörung Israels und einer Welt ohne Zionismus wird ja nicht verschleiert.

    Wer möchte den messianischen Diktatoren zutrauen, eine Bombe in der Vitrine zu behalten, wenn sich damit auch eine Mission erfüllen lässt.

    Hier in Israel können sich die Menschen keinen Iran mit Atombombe vorstellen, ohne den Atompilz über Tel Aviv zu sehen. Zu viele Antisemiten haben es nicht bei den Drohungen belassen.

    • KHJ
    • 31.01.2010 um 17:40 Uhr

    Ja, das Leben wäre so schön, gäbe es da nicht ein paar Verrückte, die andere Ziele haben.

    Auch Deutschland sollte sich nuklear bewaffnen, damit es noch friedlicher auf dieser Welt zu geht? Denn auch für Deutschen gelten die gleichen Regel wie für den Iran.

    Zitat
    "Zu Ahmadineschads Repertoire gehören Vortäuschung und Verheimlichung, Schwindelei und Irreführung, Schmeichelei und Drohung. Heute behauptet er, Iran würde niemals auf seine Rechte verzichten, morgen offeriert er Verhandlungen. Sein Ziel ist die Spaltung seiner Gegner. Er verfolgt dieses Ziel wie ein Seiltänzer, der zwischen überzogener Provokation und Beschwichtigung hin und her balanciert."

    Das zu unterschätzen, gleich einem Selbstmord. Auch Adolf Hitler, hat damals mit den gleichen Mitteln gearbeitet, wie es heute Ahmadineschad tut. Hitler war jedoch in einem Punkt ehrlicher. In seinem Buch "Mein Kampf" kündigte er persönlich die Vernichtung der Juden an. Das Ende der Geschichte ist bekannt.

    KHJ aus Köln

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    die Parallelen sind verblüffend. Darüberhinaus macht Ahmed. auch kein Staatsgeheimnis aus seinem Vernichtungswillen (man komme mir jetzt nicht mit Spitzfindigkeiten, von wegen die Passivformulierung impliziere nicht, dass Iran die Rolle des Vernichters übernimmt). Außenpolitisch hält er sich mit solchen Aussagen zurück, aber seiner hochreligiösen und einem fast schon romantisch verklärten Märthyrerideal verfallenen Landbevölkerung hat er im Wahlkampf garantiert was anderes erzählt.

    die Parallelen sind verblüffend. Darüberhinaus macht Ahmed. auch kein Staatsgeheimnis aus seinem Vernichtungswillen (man komme mir jetzt nicht mit Spitzfindigkeiten, von wegen die Passivformulierung impliziere nicht, dass Iran die Rolle des Vernichters übernimmt). Außenpolitisch hält er sich mit solchen Aussagen zurück, aber seiner hochreligiösen und einem fast schon romantisch verklärten Märthyrerideal verfallenen Landbevölkerung hat er im Wahlkampf garantiert was anderes erzählt.

    • ztc77
    • 31.01.2010 um 17:42 Uhr

    "Vielleicht würde er (Netanjahu) gern angreifen, aber wahrscheinlich hat er nicht den Mumm dazu." "Ob der Friedensnobelpreisträger Obama ... die Nerven für eine solche militärische Auseinandersetzung hat, ist eher fraglich."
    .
    Na dann wird man einem Roosevelt mit Rollstuhl sicher auch nicht zutrauen, einen Hitler zu besiegen... ?

  5. Es ist verwunderlich wenn nicht abwegig, dass Herr van Creveld die Gefährdung der westlichen Welt durch eine Atommacht Iran nicht höher einschätzt als durch andere bereits bestehende Atommächte wie z.B. Frankreich. Die Hoffnung auf eine Implosion des fundamentalistischen Regimes im Iran sollte man allerdings noch nicht aufgeben. Dies wäre natürlich die beste Lösung. Sollte dies nicht geschehen und der Iran ändert seine Haltung nicht, ist ein militärischer Schlag gegen die Atomanlagen des Landes höchst wahrscheinlich. Israel wird die USA drängen dies zu tun und bevor Israel einen Alleingang in dieser Richtung macht, werden wohl die USA den Job erledigen. Viele Staaten des Nahen Ostens werden mit klammheimlicher Genugtuung die Sache beobachten, da sie auch einen nuklear aufgerüsteten Iran als Bedrohung ansehen.

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    Mullahkratie zusammenbrechen sollte,das darauf folgende Regime würde das Atomprogramm weiterführen.Das Atomprogramm wurde schliesslich noch vom Schah initiiert.

    Und es ist mirs chon klar das meine Vorposter Probleme haben,einzusehen ,dass eine französische Atombombe nicht minder gefährlicher wäre als eine inranische,schliesslich sind wir dir "Guten" und sie die "Bösen".

    Das Leben kann so leicht sein mit einem einfachen Weltbild.

    Mullahkratie zusammenbrechen sollte,das darauf folgende Regime würde das Atomprogramm weiterführen.Das Atomprogramm wurde schliesslich noch vom Schah initiiert.

    Und es ist mirs chon klar das meine Vorposter Probleme haben,einzusehen ,dass eine französische Atombombe nicht minder gefährlicher wäre als eine inranische,schliesslich sind wir dir "Guten" und sie die "Bösen".

    Das Leben kann so leicht sein mit einem einfachen Weltbild.

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