Private Sicherheitsfirmen Rambos für den Staat

Christian Schmidt-Häuer berichtet über die US-Sicherheitsfirma Blackwater.

Kämpfer ohne Kontrolle: Irakische und ausländische Söldner einer privaten Sicherheitsfirma im September 2007 im Irak

Kämpfer ohne Kontrolle: Irakische und ausländische Söldner einer privaten Sicherheitsfirma im September 2007 im Irak

Abdul Wahad Abdul Kader wird den 16. September 2007 nie vergessen. Der 35-jährige Bagdader sagte dem britischen Guardian: »Mittag war gerade vorüber, und der Nissur-Platz völlig verstopft. Ausländische Wachmänner bahnten einem amerikanischen Konvoi den Weg. Plötzlich schlug ein Feuerball in das Auto vor mir. Die Frau am Steuer und das Kind waren sofort tot. Ich steuerte meinen Wagen auf die Gegenfahrbahn, doch sie schossen mir in den Arm. Ich drückte mich blutend in den Sitz.«

Was Abdul erlebte, war das schlimmste Massaker, das private Sicherheitsleute im Dienste der US-Regierung bisher im Irak angerichtet haben. Fünf schlecht ausgebildete Männer des Söldnerkonzerns Blackwater feuerten wahllos auf Autos, Frauen, Kinder und rissen 14 Menschen in den Tod. Sie hatten keinen Feind im Visier, sondern nur die Nerven verloren.

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Der zweite Schock für Abdul und fast alle Iraker kam jüngst zum Jahreswechsel. Ein Bezirksrichter in Washington wies die Anklage wegen Totschlags und Waffendelikten gegen die fünf Schützen ab. Die Ankläger hätten deren Aussagen aus einem ersten Verhör nicht verwenden dürfen. Damit seien deren Bürgerrechte verletzt worden. Kein Fehlurteil – und doch ein furchtbarer Juristensatz in den Ohren der Iraker, deren Leben weniger wiegen soll als die Bürgerrechte von US-Söldnern.

Die Wut drang bis zum Weißen Haus. Vizepräsident Joe Biden erklärte am Wochenende, die Staatsanwaltschaft werde Berufung einlegen. Doch selbst wenn sie Erfolg haben sollte, kann das nur ein erster Schritt sein. Längst ist die Kontrolle über die privaten Militärfirmen den Staaten entglitten, die sich ihrer bedienen. Weltweit agieren bereits etwa 2200 dieser frei flottierenden Eingreiftruppen. Im Auftrag von Großbritannien, Dänemark oder Israel, von afrikanischen ebenso wie von asiatischen Staaten. In den USA war es der Krieg gegen den Terrorismus, mit dem George W. Bush den gemieteten Kohorten zum größten Aufmarsch in der Geschichte des Söldnertums verholfen hat.

Vor dem Anschlag auf das World Trade Center besaß Blackwater nur einen kleinen Schießübungsplatz für Staatsangestellte. Heute hat das Unternehmen, das sich nach dem Massaker auf dem Bagdader Nissur-Platz in »Xe-Services« umbenannte, den größten Schießplatz der USA, einen See für Marine-Übungen und einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar. Nur: Der Boom verkürzte die Ausbildung der Söldner. Und um den Kern der Truppe aus ehemaligen Rangern von US-Spezialeinheiten sammelten sich Anfänger – wie die Schützen von Bagdad.

Leser-Kommentare
  1. Ich kann die ganze Aufregung über das "Söldnertum" nicht nachvollziehen. Das ist die historisch übliche Form des Heerwesens. Und bei weitem die bequemste für die zivile Bevölkerung; oder sagen wir kurzum: für alle.
    Nationalarmeen sind dagegen schon eher eine vergleichsweise kurzlebige Perversion, bei der es dem uninteressierten Bürger (heute bezeichnet man den ja als Pazifisten) eben nicht mehr möglich ist, sich im Grenzfall den ganzen Unannehmlichkeiten (Töten, Tod, Verstümmelung, Traumatisierung, etc pp) durch einfache Kontribution zu entziehen.

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    Na Mahlzeit, das ist ein wahrer Volltreffer. Historisch gesehen waren auch Scheiterhaufen eine für (fast) alle Seiten recht bequeme Lösung. Meines Wissen sind die aber auch irgendwie aus der Mode gekommen. Nur, weil etwas über Jahrhunderte (Jahrtausende) gängige Praxis war oder ist, muss es dennoch kein Segen für die Menschen sein. Und warum sind Söldnerheere weniger pervers als Nationalarmeen? Ich halte Ihren Standpunkt für überdenkenswürdig. Bei weitem nicht alle zwischenstaatlichen und innerstaatlichen Konflikte lassen sich am besten mit der Waffe in der Hand lösen, wie Sie uns einreden möchten. Ich denke es sind eher die wenigsten, bei denen ein Waffeneinsatz Sinn macht. Es ist eben nur herrlich bequem und wird daher weltweit einfach als (schlechte) gängige Praxis zu oft gemacht.

    wobster ich kann ihre Meinung nicht wirklich teilen. Zunächst sind uninteressierte Bürger genau das, uninteressiert, und keine Pazifisten. Sie unterstellen damit indirekt jedem, der gegen den Krieg ist ein Desinteresse. Außerdem bin ich der Meinung, dass Nationalarmeen und ohne dieses Fass öffnen zu wollen, auch die Wehrpflicht, eine Wirkung auf die Regierungen haben - nämlich, dass sie nicht leichtfertig Soldaten in den Tod schicken, da es sich eben nicht um Menschen handelt, die man im Zweifel auch für das Sterben einfach bezahlt, sondern um einen Teil der Gesellschaft, der nicht ausgegliedert und anonymisiert ist. Söldner anzuheuern führt eher zu einem laxeren Umgang mit den Folgen des Krieges.

    Es geht weiterhin eigentlich gar nicht darum, ob ein Krieg lästig ist oder nicht, vielmehr stellt sich doch die Frage, ob ein Krieg einem Zweck dient, der dieses Mittel rechtfertigt. Der Unwillen der Bevölkerung, "unsere" Soldaten zu opfern für einen Einsatz/Krieg, der die Mehrheit für falsch hält, und auch die notwendige Debatte darüber, lässt sich doch nicht einfach aus der Welt schaffen, indem man eben Firmen wie Blackwater benutzt?

    Na Mahlzeit, das ist ein wahrer Volltreffer. Historisch gesehen waren auch Scheiterhaufen eine für (fast) alle Seiten recht bequeme Lösung. Meines Wissen sind die aber auch irgendwie aus der Mode gekommen. Nur, weil etwas über Jahrhunderte (Jahrtausende) gängige Praxis war oder ist, muss es dennoch kein Segen für die Menschen sein. Und warum sind Söldnerheere weniger pervers als Nationalarmeen? Ich halte Ihren Standpunkt für überdenkenswürdig. Bei weitem nicht alle zwischenstaatlichen und innerstaatlichen Konflikte lassen sich am besten mit der Waffe in der Hand lösen, wie Sie uns einreden möchten. Ich denke es sind eher die wenigsten, bei denen ein Waffeneinsatz Sinn macht. Es ist eben nur herrlich bequem und wird daher weltweit einfach als (schlechte) gängige Praxis zu oft gemacht.

    wobster ich kann ihre Meinung nicht wirklich teilen. Zunächst sind uninteressierte Bürger genau das, uninteressiert, und keine Pazifisten. Sie unterstellen damit indirekt jedem, der gegen den Krieg ist ein Desinteresse. Außerdem bin ich der Meinung, dass Nationalarmeen und ohne dieses Fass öffnen zu wollen, auch die Wehrpflicht, eine Wirkung auf die Regierungen haben - nämlich, dass sie nicht leichtfertig Soldaten in den Tod schicken, da es sich eben nicht um Menschen handelt, die man im Zweifel auch für das Sterben einfach bezahlt, sondern um einen Teil der Gesellschaft, der nicht ausgegliedert und anonymisiert ist. Söldner anzuheuern führt eher zu einem laxeren Umgang mit den Folgen des Krieges.

    Es geht weiterhin eigentlich gar nicht darum, ob ein Krieg lästig ist oder nicht, vielmehr stellt sich doch die Frage, ob ein Krieg einem Zweck dient, der dieses Mittel rechtfertigt. Der Unwillen der Bevölkerung, "unsere" Soldaten zu opfern für einen Einsatz/Krieg, der die Mehrheit für falsch hält, und auch die notwendige Debatte darüber, lässt sich doch nicht einfach aus der Welt schaffen, indem man eben Firmen wie Blackwater benutzt?

  2. 2. Also

    aus rein ökonomischer Sicht, sind diese Söldnertrupps für den Staat sicher ein Segen. Leider zerstören sie durch solche unkontrollierten Aktionen, das Vertrauen der Zivilbevölkerung, das die regulären SOldaten vorher mühsam aufgebaut haben. Man müsste diese Gruppen in gelenkte Bahnen bekommen, sie vielleicht ebenfalls vor einem Millitärgericht verantwortlich für ihre Taten machen. Wenn hier eineige Verbesserungen vorgenommen werden, sehe ich kein Problem im EInsatz privater Söldnertruppen.

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    "aus rein ökonomischer Sicht, sind diese Söldnertrupps für den Staat sicher ein Segen."
    Ein Segen sind sie vor allem fuer die Unternehmer, und das ist ja auch der Sinn solcher Privatisierungen.
    Warum sollte das billiger sein, meinen Sie die Firma Blackwater huldigt nicht der Gewinn-Maximierung?

    "aus rein ökonomischer Sicht, sind diese Söldnertrupps für den Staat sicher ein Segen."
    Ein Segen sind sie vor allem fuer die Unternehmer, und das ist ja auch der Sinn solcher Privatisierungen.
    Warum sollte das billiger sein, meinen Sie die Firma Blackwater huldigt nicht der Gewinn-Maximierung?

    • joG
    • 31.01.2010 um 15:16 Uhr

    ...aus dem Lehnstuhl und ohne Verantwortung die Zusammenhänge und Zwänge eines entfernten Geschehens zu bewerten. So auch hier. Da scheinen Einem die Dinge in einer Klarheit, die man kaum hätte, wenn man selbst daran mitarbeiten würde. Wie will man beurteilen, was wichtig, sinnvoll oder verachtenswert ist, wenn man in einem Land lebt, das in den letzten Jahrzehnten fast keine Soldaten in Gefahr hatte? Denkt man an Kundus oder an die gefangenen Piraten, so sieht man wie schnell sich die Richtigkeit alter Vorurteile verflüchtigt, wenn man selbst Hand anlegt.

    Wenn man also moralisierend über Blackwater einen Stab brechen will, so wäre die Aufforderung doch die, selbst Truppen einzusetzen und zu sehen, ob man es besser kann.

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    Ja, genau, ... diese armen Söldnertruppen, so missverstanden, dabei eigentlich nur als gemeinnützige Organisationen unterwegs.

    Wer den Krieg befürwortet, sollte einfach vorangehen. Wie siehts bei Ihnen aus JoG, wollen Sie Ihren Worten nicht Taten folgen lassen - alle voran und Sie zuerst?!

    • joG
    • 31.01.2010 um 16:30 Uhr

    ...Ich wollte eigentlich nur sagen, dass man nur über Dinge schimpfen sollte, die man eine Chance hat verstanden zu haben. Es ist billig einen Stab zu brechen, wenn man selbst jede Verantwortung meidet, da man dann tatsächlich die realen Anforderungen nicht kennt und daher bei seiner Betrachtung vernachlässigen kann.

    Ja, genau, ... diese armen Söldnertruppen, so missverstanden, dabei eigentlich nur als gemeinnützige Organisationen unterwegs.

    Wer den Krieg befürwortet, sollte einfach vorangehen. Wie siehts bei Ihnen aus JoG, wollen Sie Ihren Worten nicht Taten folgen lassen - alle voran und Sie zuerst?!

    • joG
    • 31.01.2010 um 16:30 Uhr

    ...Ich wollte eigentlich nur sagen, dass man nur über Dinge schimpfen sollte, die man eine Chance hat verstanden zu haben. Es ist billig einen Stab zu brechen, wenn man selbst jede Verantwortung meidet, da man dann tatsächlich die realen Anforderungen nicht kennt und daher bei seiner Betrachtung vernachlässigen kann.

  3. Die als Söldner apostrophierten dienen für gutes Geld einer fremden Sache. "Normale" Soldaten werden mit großen Zielen und einem beliebig verwendeten Gemeinwohl dazu verpflichtet, ihren Dienst an der Waffe nach Befehlen auszurichten, die sie nicht zu hinterfragen haben, selbst wenn sie allgemeingültigen Wertmasstäben widersprechen.
    Diese Schizophrenie hinterlässt schuldgeplagte und seelisch leidende Soldaten, wenn diese an ihren höheren Werten festhalten und sich nicht auf die Erfüllung ihres Auftrags beschränken können.
    So werden Soldaten zum Opfer einer Schuld, die durch den Auftrag und den Einsatzbefehl in Gang kam.
    Je allgemeiner und verschwommener die Auftragsdefinition gehalten wird, desto schlimmer können die Konflikte im Einzelfall werden, wie der Befehl zum Tanklaster Bombardieren gezeigt hat. Der Ball trifft das Ziel, wird zur Ursache erklärt und der Regisseur bleibt im Hintergrund - hat er doch seine Schauspieler, die für eine Verantwortung herhalten, die sie höchstens begrenzt haben können.

  4. Na Mahlzeit, das ist ein wahrer Volltreffer. Historisch gesehen waren auch Scheiterhaufen eine für (fast) alle Seiten recht bequeme Lösung. Meines Wissen sind die aber auch irgendwie aus der Mode gekommen. Nur, weil etwas über Jahrhunderte (Jahrtausende) gängige Praxis war oder ist, muss es dennoch kein Segen für die Menschen sein. Und warum sind Söldnerheere weniger pervers als Nationalarmeen? Ich halte Ihren Standpunkt für überdenkenswürdig. Bei weitem nicht alle zwischenstaatlichen und innerstaatlichen Konflikte lassen sich am besten mit der Waffe in der Hand lösen, wie Sie uns einreden möchten. Ich denke es sind eher die wenigsten, bei denen ein Waffeneinsatz Sinn macht. Es ist eben nur herrlich bequem und wird daher weltweit einfach als (schlechte) gängige Praxis zu oft gemacht.

    Antwort auf "Söldnerheere"
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    Sie argumentieren unsachlich. Nationalarmeen sind kein "guter" Fortschritt sondern dienten lediglich dem Zweck nationalistisch motivierte Energien zu bündeln und damit ein Stohfeuer zu entfachen. Napoleon, Hitler, Stalin, Mao haben damit monströses in Bewegung gesetzt.
    So etwas ist jedoch heute in Zeiten breiter politisch-moralischer Bildung vollkommen unzeitgemäß. Vietnam hat gezeigt, wie das 'Bürger in Uniform'-System sofort zusammenbricht, sobald andere als nur die bildungsfernen Schichten zum Vaterlandsdienst antreten gezwungen sind. Da werden alle gleich zu Friedensaposteln.
    Der jetztige asymmetrische Krieg (langwierig und lästig) kann so keinesfalls geführt dauerhaft werden (siehe Ausstiegsdebatte nach wenigen Jahren). Private Söldner müssen selbst wissen, wieso sie sich verpflichten.

    Sie argumentieren unsachlich. Nationalarmeen sind kein "guter" Fortschritt sondern dienten lediglich dem Zweck nationalistisch motivierte Energien zu bündeln und damit ein Stohfeuer zu entfachen. Napoleon, Hitler, Stalin, Mao haben damit monströses in Bewegung gesetzt.
    So etwas ist jedoch heute in Zeiten breiter politisch-moralischer Bildung vollkommen unzeitgemäß. Vietnam hat gezeigt, wie das 'Bürger in Uniform'-System sofort zusammenbricht, sobald andere als nur die bildungsfernen Schichten zum Vaterlandsdienst antreten gezwungen sind. Da werden alle gleich zu Friedensaposteln.
    Der jetztige asymmetrische Krieg (langwierig und lästig) kann so keinesfalls geführt dauerhaft werden (siehe Ausstiegsdebatte nach wenigen Jahren). Private Söldner müssen selbst wissen, wieso sie sich verpflichten.

  5. "aus rein ökonomischer Sicht, sind diese Söldnertrupps für den Staat sicher ein Segen."
    Ein Segen sind sie vor allem fuer die Unternehmer, und das ist ja auch der Sinn solcher Privatisierungen.
    Warum sollte das billiger sein, meinen Sie die Firma Blackwater huldigt nicht der Gewinn-Maximierung?

    Antwort auf "Also"
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    • keox
    • 01.02.2010 um 16:17 Uhr

    daß Staaten mit größter Wahrscheinlichkeit nicht die alleinigen Auftraggeber dieser Spezialisten sind - eine präzisere Bezeichnung dieser Mitmenschen entfällt aufgrund meines tiefen Mißtrauens der deutschen Justiz gegenüber -, man kann die Söldnerbanden durchaus als die zeitgemäße Variante der Werkspolizei - heute ein kaum noch auffindbarer Begriff, obwohl auch nach 1949 noch allgegenwärtig - verstehen.

    Es wäre ja auch kaum verständlich, wenn die großen Konzerne ausgerechnet das staatliche Gewaltmonopol unangetastet ließen.

    Damit kein Mißverständnis aufkommt, natürlich beherrschen die Konzerne auch die 'regulären' Gewalten - bei üblicher Zählweise kommt man auf deren vier -, aber es gibt immer Fälle, in denen dieser gottverdammte scheindemokratische Verein zu langsam, zu zögerlich reagiert.

    • keox
    • 01.02.2010 um 16:17 Uhr

    daß Staaten mit größter Wahrscheinlichkeit nicht die alleinigen Auftraggeber dieser Spezialisten sind - eine präzisere Bezeichnung dieser Mitmenschen entfällt aufgrund meines tiefen Mißtrauens der deutschen Justiz gegenüber -, man kann die Söldnerbanden durchaus als die zeitgemäße Variante der Werkspolizei - heute ein kaum noch auffindbarer Begriff, obwohl auch nach 1949 noch allgegenwärtig - verstehen.

    Es wäre ja auch kaum verständlich, wenn die großen Konzerne ausgerechnet das staatliche Gewaltmonopol unangetastet ließen.

    Damit kein Mißverständnis aufkommt, natürlich beherrschen die Konzerne auch die 'regulären' Gewalten - bei üblicher Zählweise kommt man auf deren vier -, aber es gibt immer Fälle, in denen dieser gottverdammte scheindemokratische Verein zu langsam, zu zögerlich reagiert.

  6. Sie argumentieren unsachlich. Nationalarmeen sind kein "guter" Fortschritt sondern dienten lediglich dem Zweck nationalistisch motivierte Energien zu bündeln und damit ein Stohfeuer zu entfachen. Napoleon, Hitler, Stalin, Mao haben damit monströses in Bewegung gesetzt.
    So etwas ist jedoch heute in Zeiten breiter politisch-moralischer Bildung vollkommen unzeitgemäß. Vietnam hat gezeigt, wie das 'Bürger in Uniform'-System sofort zusammenbricht, sobald andere als nur die bildungsfernen Schichten zum Vaterlandsdienst antreten gezwungen sind. Da werden alle gleich zu Friedensaposteln.
    Der jetztige asymmetrische Krieg (langwierig und lästig) kann so keinesfalls geführt dauerhaft werden (siehe Ausstiegsdebatte nach wenigen Jahren). Private Söldner müssen selbst wissen, wieso sie sich verpflichten.

    Antwort auf "Volltreffer ?"
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    "Sie argumentieren unsachlich" steht doch wohl für nichts anderes als "Ich habe Recht, basta!", das empfinde ich nicht als zielführend. Napoleon, Hitler, Stalin und Mao (Ihre Beispiele) anzuführen, zielt in die gleiche Richtung. Und das Beispiel Vietnam finde ich in dem Zusammenhang auch recht grotesk. So einfach möchte ich es Ihnen nicht machen. Ich bin ein großer Anhänger des Gewaltmonopols des Staates, das gilt neben polizeilichen Aufgaben auch für militärische. Erst recht muss es für die Grauzone dazwischen gelten. Und da kommen mir diese Unternehmen mit vollkommen unklarem völkerrechtlichen Status eher wie marodierende Banden vor. Nein, ich möchte da lieber klar definierte und völkerrechtlich abgesicherte Aufträge sehen, das mindeste sind da reguläre Verbände. Aber viel besser wäre es sicherlich, keine bewaffneten Kräfte einzusetzen. Deren Einsatz sollte immer die Ausnahme sein, nicht der Regelfall. Und der Einsatz von Söldner-Truppen setzt die Hemmschwelle für den Gewalteinsatz zur Konfliktlösung weiter herab. Insbesondere dann, wenn es gilt, einen ausreichend großen Markt für die Dienstleistung "Gewaltausübung" zu erhalten.

    "Sie argumentieren unsachlich" steht doch wohl für nichts anderes als "Ich habe Recht, basta!", das empfinde ich nicht als zielführend. Napoleon, Hitler, Stalin und Mao (Ihre Beispiele) anzuführen, zielt in die gleiche Richtung. Und das Beispiel Vietnam finde ich in dem Zusammenhang auch recht grotesk. So einfach möchte ich es Ihnen nicht machen. Ich bin ein großer Anhänger des Gewaltmonopols des Staates, das gilt neben polizeilichen Aufgaben auch für militärische. Erst recht muss es für die Grauzone dazwischen gelten. Und da kommen mir diese Unternehmen mit vollkommen unklarem völkerrechtlichen Status eher wie marodierende Banden vor. Nein, ich möchte da lieber klar definierte und völkerrechtlich abgesicherte Aufträge sehen, das mindeste sind da reguläre Verbände. Aber viel besser wäre es sicherlich, keine bewaffneten Kräfte einzusetzen. Deren Einsatz sollte immer die Ausnahme sein, nicht der Regelfall. Und der Einsatz von Söldner-Truppen setzt die Hemmschwelle für den Gewalteinsatz zur Konfliktlösung weiter herab. Insbesondere dann, wenn es gilt, einen ausreichend großen Markt für die Dienstleistung "Gewaltausübung" zu erhalten.

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