Demografie Chinesen ohne ChinesinnenSeite 2/2

Eine 28-jährige Frau, die sich Jiang Zhitao nennt, plädiert hingegen für zwei Kinder pro Paar, und »wissenschaftliche Methoden sollen sicherstellen, dass jede Familie einen Jungen und ein Mädchen bekommt«. Die vielen Männer ohne Frau interessiert diese Diskussion wenig. So sie sich im Netz zu Wort melden, fordern sie vom Staat subventionierte Bordelle.

Selbst in der Literatur ist das Thema inzwischen angekommen. Über die Lage der Mädchen, der Jungen und der Geburtenkontrolle hat der Schriftsteller Li Er ein ebenso brillantes wie turbulentes Buch geschrieben, das sich in China sehr gut verkauft hat. Auf Deutsch ist es unter dem Titel der Der Granatapfelbaum, der Kirschen trägt bei dtv erschienen.

Die nationale Bevölkerungs- und Familienplanungskommission räumt die unangenehmen Fakten allmählich ein. Ja, es gebe Fälle von Entführungen, Frauenhandel und sogar Zwangsprostitution. Käuflicher Sex ist in China zwar offiziell verboten, wird aber in fast jedem Mittelklassehotel angeboten, meist über angegliederte Massagesalons. Auch Pornofilme sind an jeder Ecke zu bekommen.

Wenn es denn mehr und mehr Männer gibt – wie steht es um die Homosexualität? Die Signale des Staates sind gemischt. Vor zwei Wochen mussten die Organisatoren die chinaweite Vorausscheidung für den »Mr Gay Asia« im Pekinger Lan Club absagen, weil die Behörden den Wettbewerb kurzfristig verboten hatten. Anfang Januar jedoch wurde über eine Schwulenhochzeit im westchinesischen Chengdu in den staatlichen Medien groß berichtet. Und die Stadtregierung von Dali, einem Touristenstädtchen am Fuße des Himalaya, das auf der Welterbeliste der Unesco steht, hat die Eröffnung einer Schwulenbar offiziell unterstützt.

Allerdings ist Homosexualität weder eine Frage der Statistik noch der Entscheidung. Wei Xingzhu, Professor an der Universität Jinhua und Co-Autor der eingangs erwähnten internationalen Studie, hofft inständig auf vernünftige Eltern: »Mit einer Tochter, die in der Stadt arbeitet und heiratet, sind sie besser dran als mit einem Sohn, der Junggeselle bleiben muss.«

 
Leser-Kommentare
  1. Die Chinesen brauchen eine 50/50 - Quotenregelung wie hier: Wenn man zu gleichen Teilen männliche wie weibliche Föten abtötet, dann geht das schon in Ordnung. Aber wehe! Wehe, wenn nur weibliche Föten abgetrieben werden, dann ist das mit unseren Wertvorstellungen nicht vereinbar. Die westlichen Frauenrechtlerinnen sollten mal ihre mittelalterlichen Moralvorstellungen über Bord werfen und die chinesischen Frauen mal machen lassen: Deutsche Frauen fragen ja auch nicht bei den Chinesen nach, ob sie - Quotenregelung - ihre Kinder abtreiben dürfen oder nicht...

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    Es geht darum, dass es zu wenig frauen gibt. Das hat mit Feminismus nichts zu tun, sondern damit, dass wie oben beschrieben, 24 Millionen Männer ungewollt allein bleiben müssen, weil es schlicht nicht genügend Frauen in China gibt. Quotenregelungen etc. sind hier nur Symptombekämpfungen, solange Frauen nicht als gleichwertig angesehen werden, werden die Familien eher weibliche Föten abtreiben. Erst, wenn es genauso angesehen, ist, ein Mädchen zu bekommen, wie einen Jungen (was aus "alle Menschen sind gleich" eh hervorgehen sollte), wird es auch genauso viele Frauen wie Männer geben und damit für alle die Möglichkeit, glücklich zu werden und eine Familie zu finden.

    Dass Sie es in Ordnung finden, Mädchen abzutreiben, als weniger wertvoll als Jungen zu betrachten und dann auch noch das ganze als feministische Verschwörung verunglimpfen, sagt allerdings einige über SIE aus, tiwalodika.

    Es geht darum, dass es zu wenig frauen gibt. Das hat mit Feminismus nichts zu tun, sondern damit, dass wie oben beschrieben, 24 Millionen Männer ungewollt allein bleiben müssen, weil es schlicht nicht genügend Frauen in China gibt. Quotenregelungen etc. sind hier nur Symptombekämpfungen, solange Frauen nicht als gleichwertig angesehen werden, werden die Familien eher weibliche Föten abtreiben. Erst, wenn es genauso angesehen, ist, ein Mädchen zu bekommen, wie einen Jungen (was aus "alle Menschen sind gleich" eh hervorgehen sollte), wird es auch genauso viele Frauen wie Männer geben und damit für alle die Möglichkeit, glücklich zu werden und eine Familie zu finden.

    Dass Sie es in Ordnung finden, Mädchen abzutreiben, als weniger wertvoll als Jungen zu betrachten und dann auch noch das ganze als feministische Verschwörung verunglimpfen, sagt allerdings einige über SIE aus, tiwalodika.

  2. 24 mio von über 1.3 mrd sind prozentual nicht viel mehr als anderswo auch.

    blöde angewandte mathematik.

  3. Es geht darum, dass es zu wenig frauen gibt. Das hat mit Feminismus nichts zu tun, sondern damit, dass wie oben beschrieben, 24 Millionen Männer ungewollt allein bleiben müssen, weil es schlicht nicht genügend Frauen in China gibt. Quotenregelungen etc. sind hier nur Symptombekämpfungen, solange Frauen nicht als gleichwertig angesehen werden, werden die Familien eher weibliche Föten abtreiben. Erst, wenn es genauso angesehen, ist, ein Mädchen zu bekommen, wie einen Jungen (was aus "alle Menschen sind gleich" eh hervorgehen sollte), wird es auch genauso viele Frauen wie Männer geben und damit für alle die Möglichkeit, glücklich zu werden und eine Familie zu finden.

    Dass Sie es in Ordnung finden, Mädchen abzutreiben, als weniger wertvoll als Jungen zu betrachten und dann auch noch das ganze als feministische Verschwörung verunglimpfen, sagt allerdings einige über SIE aus, tiwalodika.

    Antwort auf "Schon komisch..."
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    wieso Feministen so für das Recht der Frauen auf Abtreibung sind aber das gezielte Abtreiben von weiblichen Föten ein Verbrechen sein soll.Ist im übrigen in Indien nicht anders.Da kann man mal sehen,wie westliche Ideologien in fremden Ländern nach hinten losgehen können.

    Jedenfalls ist die Ein-Kind-Politk Chinas von Anfang ein riesige Dummheit gewesen.Es gibt andere intelligentere Wege Bevölkerungswachstum einzudämmen.

    Zynismus ist wohl nicht ihre Stärke, wie? Vielleicht ein feines Gespür für Satire? Auch nicht? Schade.

    änner nehmen in den Arm,
    Männer geben Geborgenheit,
    Männer weinen heimlich,
    Männer brauchen viel Zärtlichkeit,
    ohh Männer sind so verletzlich,
    Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich

    Männer kaufen Frauen,
    Männer stehen ständig unter Strom,
    Männer baggern wie blöde,
    Männer lügen am Telefon,
    ohh Männer sind allzeit bereit
    Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit

    Männer habens schwer, nehmens leicht
    außen hart und innen ganz weich,
    werden als Kind schon auf Mann geeicht.
    Wann ist ein Mann ein Mann?

    wieso Feministen so für das Recht der Frauen auf Abtreibung sind aber das gezielte Abtreiben von weiblichen Föten ein Verbrechen sein soll.Ist im übrigen in Indien nicht anders.Da kann man mal sehen,wie westliche Ideologien in fremden Ländern nach hinten losgehen können.

    Jedenfalls ist die Ein-Kind-Politk Chinas von Anfang ein riesige Dummheit gewesen.Es gibt andere intelligentere Wege Bevölkerungswachstum einzudämmen.

    Zynismus ist wohl nicht ihre Stärke, wie? Vielleicht ein feines Gespür für Satire? Auch nicht? Schade.

    änner nehmen in den Arm,
    Männer geben Geborgenheit,
    Männer weinen heimlich,
    Männer brauchen viel Zärtlichkeit,
    ohh Männer sind so verletzlich,
    Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich

    Männer kaufen Frauen,
    Männer stehen ständig unter Strom,
    Männer baggern wie blöde,
    Männer lügen am Telefon,
    ohh Männer sind allzeit bereit
    Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit

    Männer habens schwer, nehmens leicht
    außen hart und innen ganz weich,
    werden als Kind schon auf Mann geeicht.
    Wann ist ein Mann ein Mann?

    • RobR
    • 30.01.2010 um 20:16 Uhr

    ... außer für die betroffenen Männer natürlich. Denn der Frauenmangel wird längerfristig automatisch zu einer höheren Wertschätzung für Frauen führen und somit zu weniger Abtreibungen weiblicher Föten.
    Vorübergehend hilft der Frauenmangel sogar: 24 Millionen Männer werden keinen Nachwuchs haben.

  4. wieso Feministen so für das Recht der Frauen auf Abtreibung sind aber das gezielte Abtreiben von weiblichen Föten ein Verbrechen sein soll.Ist im übrigen in Indien nicht anders.Da kann man mal sehen,wie westliche Ideologien in fremden Ländern nach hinten losgehen können.

    Jedenfalls ist die Ein-Kind-Politk Chinas von Anfang ein riesige Dummheit gewesen.Es gibt andere intelligentere Wege Bevölkerungswachstum einzudämmen.

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    ...wie zum Beispiel Armutsbekämpfung, wirtschaftliche Entwicklung und Bildung.
    Bedenkt man jedoch in welcher Lage China anfangs sich befand, war die schnelle, brutale und effiziente Ein-Kind Politik die beste Notlösung für ein Land, dass nicht genügend Ressourcen hatte, obengenannte 'Intelligente Lösungen' Anzuwenden.

    Siehe Indien. Ihre 'Zwei-Kind'-Politik, die jedoch nicht mit Zwang durchgeführt werden kann (weil tolle Demokratie etc.), führt das ungebremste Wachstum nur weiter. Und dies führt wieder zu mehr Armut und schlechte Bildung, die die 'Intelligenten Lösungen' unmöglich machen.

    ...wie zum Beispiel Armutsbekämpfung, wirtschaftliche Entwicklung und Bildung.
    Bedenkt man jedoch in welcher Lage China anfangs sich befand, war die schnelle, brutale und effiziente Ein-Kind Politik die beste Notlösung für ein Land, dass nicht genügend Ressourcen hatte, obengenannte 'Intelligente Lösungen' Anzuwenden.

    Siehe Indien. Ihre 'Zwei-Kind'-Politik, die jedoch nicht mit Zwang durchgeführt werden kann (weil tolle Demokratie etc.), führt das ungebremste Wachstum nur weiter. Und dies führt wieder zu mehr Armut und schlechte Bildung, die die 'Intelligenten Lösungen' unmöglich machen.

  5. ... denn vielleicht suchen ja nicht alle chinesen eine CHINESIN. vielleicht suchen auch nicht alle chinesichen männer eine FRAU. allerdings, ups, suchen vielleicht auch nicht alle (chinesischen) frauen einen MANN.

    @tiwalodika.
    "50/50 - Quotenregelung wie hier" ... ähm. was meinen Sie damit? diese regelung kenne ich gar nicht?
    und was haben Sie gegen "frauenrechtlerinnen"? halten Sie nichts von "chanchengleichheit" und "geschlechtergerechtigkeit"? "frauenrechtlerinnen" und feministinnen zu diffamieren ist doch nun wirklich auch mittelalterlich ...
    ... ich denke, der artikel hat deutlich gemacht, woher die signifikante ungleichheit von männer- und frauenanteil in der chinesischen bevölkerung herkommen könnte.

    @kiskil-lilla:
    Sie haben vollkommen recht.

  6. 7. ...

    ...wie zum Beispiel Armutsbekämpfung, wirtschaftliche Entwicklung und Bildung.
    Bedenkt man jedoch in welcher Lage China anfangs sich befand, war die schnelle, brutale und effiziente Ein-Kind Politik die beste Notlösung für ein Land, dass nicht genügend Ressourcen hatte, obengenannte 'Intelligente Lösungen' Anzuwenden.

    Siehe Indien. Ihre 'Zwei-Kind'-Politik, die jedoch nicht mit Zwang durchgeführt werden kann (weil tolle Demokratie etc.), führt das ungebremste Wachstum nur weiter. Und dies führt wieder zu mehr Armut und schlechte Bildung, die die 'Intelligenten Lösungen' unmöglich machen.

  7. 8. Hmm...

    Zynismus ist wohl nicht ihre Stärke, wie? Vielleicht ein feines Gespür für Satire? Auch nicht? Schade.

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