Ideenmanagement Der 20-Gramm-Brief
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Extraplatz im Intranet

Das Highlight in den vergangenen Jahren war ein Klimagerät für die aktuelle Generation des Fünfer-BMW, das ein engagierter Ingenieur teilweise während seiner Freizeit im heimischen Keller austüftelte. Damit sanken die Entwicklungskosten. »Das hat sich sogar auf den Preis des Fahrzeugs ausgewirkt«, sagt Lengl. Ausdrücklich fordere man auch Leiharbeiter, Auszubildende und Praktikanten auf, sich zu beteiligen: »Mit ihrer Unvoreingenommenheit sorgen sie immer wieder für ganz verblüffende und originelle Vorschläge.« Seitdem ein Auszubildender die Idee hatte, die Druckvorlagen für Verträge zu verändern, werden im Schnitt pro BMW-Vertrag drei Blätter weniger ausgedruckt.

Seit sechs Jahren können Lufthansa-Mitarbeiter ihre Ideen direkt im Intranet eingeben,diese werden dann von einem sechsköpfigen Team in Hamburg und Frankfurt in die Fachbereiche eingebracht. Bis zu 3400 Vorschläge gingen in den vergangenen Jahren jeweils ein. Bis zu 40 Prozent werden auch umgesetzt – am häufigsten, wenn sie aus dem technischen Bereich kommen. Auf acht Millionen Euro beziffert die Lufthansa die jährliche Ersparnis durch die Einfälle der Mitarbeiter.

Die Idee, wie man den Umbuchungsprozess am Ticketschalter beschleunigen kann, wenn etwa ein Geschäftsreisender auf einen früheren Flug umbuchen möchte, ist inzwischen umgesetzt worden – und so mancher Passagier erreicht heute einen Flieger, den er sonst verpasst hätte.

 
Leser-Kommentare
    • keox
    • 06.02.2010 um 14:35 Uhr

    wie solch durchweg qualifizierte Beschäftigte nach einem Jahr Arbeitslosigkeit - bedingt durch Missmanagement, Fusionen, feindliche Übernahmen, Spekulationsverlusten etc etc - in Hatz4 landen, und schlagartig zu demotivierten, bildungsfernen, faulen Sozialschmarotzern werden.

    Was könnte eine freie Gesellschaft mit so einem Potential, das es ja nicht nur in der Wirtschaft gibt, alles erreichen...

    • R2Y
    • 06.02.2010 um 14:59 Uhr

    Liebe Mitarbeiter
    Es freut mich sehr, dass sie auch endlich Ideen haben dürfen. Die hatten sie ja schon immer.
    Jetzt lernen die Organisationen endlich, dass sie auch für etwas gut sind, ihre Ideen.
    Lassen Sie sich diese bitte grosszügig entlöhnen, wenn ihre Ideen auch angewendet werden. Oder eröffnen Sie bestenfalls eine Ideen-Agentur!
    Mit freundlichen Grüssen
    R2Y

  1. Größere Unternehmen werben zwar mit ihrem IDM,
    manche mit sehr hohen jährlichen Einsparungen,
    schaut man sich das ganze dann näher an, dann
    sind die Zahlen doch oft sehr mit Vorsicht zu genießen, d.h. geschönt.
    Da werden Regelaufgaben eines Vorgesetzten
    über Mittelsmänner als Verbesserungsvorschlag
    eingereicht und prämiert.
    Da werden offensichtlich kontraproduktive Vorschläge
    von Beschäftigten mit guten internen Verbindungen
    schön gerechnet und 5-6 stellig prämiert, während
    im Wirkbetrieb 6-7-stellige Verluste entstehen.
    Da wecken offensichtlich sehr wertvolle Vorschläge
    mit hohen Einsparerwartungen die Gier des Managements
    und werden auf 10% der Einsparung künstlich herunter
    gerechnet, während sich das Management die
    tatsächliche, jährliche Einsparung dann mehrere Jahre lang
    in Form von Boni vergüten lässt.
    Wenn es um Geld geht, dann wird gelogen und betrogen,
    wie überall.

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  • Quelle DIE ZEIT, 04.02.2010 Nr. 06
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