Stefan Mappus Brachial sensibel
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Seine Wut wird ihm noch gefährlich werden

Nein, sagt Ute Vogt, die beste Kronzeugin, die Mappus finden kann, und hält eine überraschende Erklärung bereit: »Er akzeptiert Frauen auf Augenhöhe – und greift sie darum genauso an wie Männer.« Karriere machen gegen Frauen, aber genauso selbstverständlich mit Frauen – das ist die modernste Seite im Profil des Stefan Mappus. Und die Sache mit dem Höhepunkt? Mappus: »Ich würd’s heute so nicht mehr sagen.«

Er selbst sagt, seine Ehefrau habe ihn verändert. Berufstätige Mutter, Doppelname, mit Mappus in zweiter Ehe verheiratet und eigener Karriere als Landesgeschäftsführerin ihrer Partei hinter sich – auf eine wie Susanne Verweyen-Mappus wäre auch die SPD stolz. Im Bunte- Interview mit ihr und ihm sagt sie: »Manchmal mischt er sich in den Haushalt ein, wenn ihm was nicht hundertprozentig gefällt. Anfangs brachte mich das in Rage, inzwischen schmunzle ich und lass ihn halt staubsaugen.«

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Am Boden des fensterlosen, kesselartig hochragenden Plenarsaals in Stuttgart brodelt es. Es ist Mappus’ letzte Landtagssitzung im alten Amt. Winfried Kretschmann spricht, fast weißhaarig ist der Fraktionschef der Grünen, über seine Partei hinaus geachtet. »Müll!«, ruft der Mann dazwischen, der in der nächsten Sitzung zum Ministerpräsidenten gewählt werden will, »Schrott!« Wenn Stefan Mappus etwas zu Fall bringen wird, so viel ist nicht schwer zu sagen, dann wird es seine Wut sein. Sie treibt ihn an, seit Jugendtagen, sie hat ihn groß gemacht, aber auch immer wieder aus der Bahn getragen.

Woher aber kommen die Wut und die Empfindlichkeit? Gegen Ende des Abends auf dem Sofa neben den Brettspielen erzählt Günter Bächle von seinen eigenen Erfahrungen im Gemeinderat: »Ich sitz manchmal drin und dann packt mich die Wut.« Hat Mappus von seinem Trainer das Draufhauen gelernt, wie manche im Ort meinen? »Wir sind uns da a bissle ähnlich«, räumt Bächle ein, »aber gelernt?« Bächle schüttelt den Kopf. »Man muss auch eine Begabung dafür haben.«

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Leser-Kommentare
    • Fifty4
    • 09.02.2010 um 17:24 Uhr

    Endlich einer, der mal zeigt was in ihm vorgeht. Das macht ihn sicher auch bei seinen politischen Gegnern und den Wählern anderer Parteien sympatisch.

    Meine Sympathie hat er, obwohl ich mit der CDU nichts am Hut habe. Ich würde mit diesen aalglatten, gefühlsarmen Westerwelles der Neuzeit auch am liebsten nur rumbrüllen.

    Und wer in der Politik mit Anekdoten aus seinem Liebesleben oder durch outen seiner sexuellen Orientierung punkten möchte, der hat es nicht anders verdient, als dass er oder sie daran aufgezogen wird. Da gibt's wenigstens mal was richtiges zu lachen in der Politik.

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    Originalton Mappus: “Geradezu unerträglich ist der Fall jener „Muster-Regenbogenfamilie“ aus dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Neben einem leiblichen Kind aus einer früheren heterosexuellen Beziehung hätten zwei lesbische Frauen ein zweites Kind mittels künstlicher Befruchtung in die Welt gesetzt, kurioserweise mit dem Samen eines homosexuellen Freundes. Gerade dieses Beispiel zeigt, dass bei den Überlegungen der Bundesjustizministerin nicht alle Fälle berücksichtigt worden sind und das geplante Gesetzesvorhaben daher der Realität angepasst werden muss”.

    Der CSD versuche auf eine “abstoßende Art und Weise eine Woche lang Veranstaltungen durchzubringen, die wir ablehnen.”

    Das ist der Ungeist des alten Par. 175, der Menschen ins KZ gebracht hat. Angesichts homophober Gewalttaten haben Politiker durchaus so etwas wie eine Verpflichutng, ihre Worte abzuwägen.

    Der scheidende Verfassungrichter Papier (CSU)hat im Gegensatz dazu eine Rechtsangleichung eingetragener Lebenspartnerschaften eingefordert. Das eigenartige Rechtsempfinden des Herrn Mappus, der Mitbürger zum Prügelknaben macht, um billig am rechten Rand zu fischen, spricht dem Hohn.

    Meine Unterstützung hat der Mann. Die Art und Weise, wie der CSD eine sexuelle Orientierung zelebriert, geht mir auch auf den Geist. Und dass Kinder am besten Vater und Mutter haben (und nicht Mutter/Mutter oder Vater/Vater oder nur Mutter oder nur Vater), ist in meinen Augen unbestritten.

    Warum kommen eigentlich immer sofort völlig unangebrachte Nazi-Vergleiche, wenn man sich zu einer konservativen Familienpolitik bekennt? Die Deutschen können offenbar nur extrem sein, entweder in die eine oder in die andere Richtung.

    Originalton Mappus: “Geradezu unerträglich ist der Fall jener „Muster-Regenbogenfamilie“ aus dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Neben einem leiblichen Kind aus einer früheren heterosexuellen Beziehung hätten zwei lesbische Frauen ein zweites Kind mittels künstlicher Befruchtung in die Welt gesetzt, kurioserweise mit dem Samen eines homosexuellen Freundes. Gerade dieses Beispiel zeigt, dass bei den Überlegungen der Bundesjustizministerin nicht alle Fälle berücksichtigt worden sind und das geplante Gesetzesvorhaben daher der Realität angepasst werden muss”.

    Der CSD versuche auf eine “abstoßende Art und Weise eine Woche lang Veranstaltungen durchzubringen, die wir ablehnen.”

    Das ist der Ungeist des alten Par. 175, der Menschen ins KZ gebracht hat. Angesichts homophober Gewalttaten haben Politiker durchaus so etwas wie eine Verpflichutng, ihre Worte abzuwägen.

    Der scheidende Verfassungrichter Papier (CSU)hat im Gegensatz dazu eine Rechtsangleichung eingetragener Lebenspartnerschaften eingefordert. Das eigenartige Rechtsempfinden des Herrn Mappus, der Mitbürger zum Prügelknaben macht, um billig am rechten Rand zu fischen, spricht dem Hohn.

    Meine Unterstützung hat der Mann. Die Art und Weise, wie der CSD eine sexuelle Orientierung zelebriert, geht mir auch auf den Geist. Und dass Kinder am besten Vater und Mutter haben (und nicht Mutter/Mutter oder Vater/Vater oder nur Mutter oder nur Vater), ist in meinen Augen unbestritten.

    Warum kommen eigentlich immer sofort völlig unangebrachte Nazi-Vergleiche, wenn man sich zu einer konservativen Familienpolitik bekennt? Die Deutschen können offenbar nur extrem sein, entweder in die eine oder in die andere Richtung.

  1. 2. Wahl?

    "..., der in der nächsten Sitzung zum Ministerpräsidenten gewählt werden will,..."

    Gewählt? Seit wann ist die Bestätigung eines einzigen Kandidaten eine Wahl?
    Herr Mappus wird entweder bestätigt oder nicht bestätigt.
    Zu einer Wahl gehören Alternativen, zwischen denen man WÄHLEN kann.

    Außerdem scheint mir der Vergleich mit Strauss etwas unglücklich, weckt dieser ehemalige adipöse Möchtegerndiktator doch auch unangenehme Erinnerungen.

    MfG
    AoM

  2. 3. Trauer

    Inständig im Ländle das Stoßgebet sprechen und es dem Allmächtigen überantworten zu müssen, damit dem designierten Ministerpräsident von Baden-Württemberg nicht die Erkenntnis reift, dass der Bartel dort seinen Most holt, wo ihn jeder andere auch zapft, verlangt vom Einzelnen einiges an wertvoller Lebendigkeit. Deshalb weit davon entfernt, in den nächsten Jahren die Wandlung letztlich in einen Gottesstaat zu verzwingen, erfüllt einen dann doch etwas mit Zuversicht.

  3. Originalton Mappus: “Geradezu unerträglich ist der Fall jener „Muster-Regenbogenfamilie“ aus dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Neben einem leiblichen Kind aus einer früheren heterosexuellen Beziehung hätten zwei lesbische Frauen ein zweites Kind mittels künstlicher Befruchtung in die Welt gesetzt, kurioserweise mit dem Samen eines homosexuellen Freundes. Gerade dieses Beispiel zeigt, dass bei den Überlegungen der Bundesjustizministerin nicht alle Fälle berücksichtigt worden sind und das geplante Gesetzesvorhaben daher der Realität angepasst werden muss”.

    Der CSD versuche auf eine “abstoßende Art und Weise eine Woche lang Veranstaltungen durchzubringen, die wir ablehnen.”

    Das ist der Ungeist des alten Par. 175, der Menschen ins KZ gebracht hat. Angesichts homophober Gewalttaten haben Politiker durchaus so etwas wie eine Verpflichutng, ihre Worte abzuwägen.

    Der scheidende Verfassungrichter Papier (CSU)hat im Gegensatz dazu eine Rechtsangleichung eingetragener Lebenspartnerschaften eingefordert. Das eigenartige Rechtsempfinden des Herrn Mappus, der Mitbürger zum Prügelknaben macht, um billig am rechten Rand zu fischen, spricht dem Hohn.

    Antwort auf "Endlich!"
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    • Fifty4
    • 09.02.2010 um 23:31 Uhr

    Ich verstehe nicht, was Ihre Einlassungen mit dem zu tun hat,was ich geschrieben habe.

    Ich trage meine sexuelle Orientierung nicht ständig vor mir her um irgendeine politische Ansicht zu Rechtfertigen. Die lebe ich zu Hause aus, wenn ich mit meinem Partner alleine bin. Ich würde davon keinem Journalisten erzählen. Aus gutem Grund. Es hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.

    Wer es anders macht, in der Politik, der möchte damit punkten. Wenn das die Gegner zu flotten Sprüchen reizt, sollte er damit leben können.

    Vergleiche mit KZ und Nazis in diesem Zusammenhang sind absurd. Ich kann daraus nur entnehmen, dass Sie zum Thema nichts wesentliches zu sagen haben.

    • Fifty4
    • 09.02.2010 um 23:31 Uhr

    Ich verstehe nicht, was Ihre Einlassungen mit dem zu tun hat,was ich geschrieben habe.

    Ich trage meine sexuelle Orientierung nicht ständig vor mir her um irgendeine politische Ansicht zu Rechtfertigen. Die lebe ich zu Hause aus, wenn ich mit meinem Partner alleine bin. Ich würde davon keinem Journalisten erzählen. Aus gutem Grund. Es hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.

    Wer es anders macht, in der Politik, der möchte damit punkten. Wenn das die Gegner zu flotten Sprüchen reizt, sollte er damit leben können.

    Vergleiche mit KZ und Nazis in diesem Zusammenhang sind absurd. Ich kann daraus nur entnehmen, dass Sie zum Thema nichts wesentliches zu sagen haben.

  4. Wenn es ein Flächenbundesland gibt, in dem eine Koalition aus CDU und den Grünen eine gewisse Art von innerer Logik hat, dann ist dies Baden-Württemberg. Möglicherweise ist dies sogar die wahrscheinlichste Konstellation nach der Wahl im nächsten Jahr. Und wie fand Mappus eine solche Konstellation im Saarland? Unterirdisch, war sein gewählter Begriff. Ich fürchte mal, selbst die bekannten Felsen auf Rügen geben nicht so viel Kreide her, wie Herr Mappus noch schlucken muss um an der Macht zu bleiben!
    Zum Artikel: Der wesentliche Aspekt, welcher für die Karriere des Herrn Mappus von Bedeutung war, wurde nicht angesprochen: Die "Beziehung" zu der Witwe des ehemaligen Staatsministers Stavenhagen. Sie war es, die dem jungen Mappus den Weg in die ganz große Politik ebnete.
    Warum wurde nicht ein wenig über die politischen Leistungen des Herrn Mappus berichtet? Waren die alle so erfolgreich wie seine Aufsichtsfunktion(stellvertretender Vorsitzender) bei der Pleitebank LBBW?
    Und warum wird immer der alberne Strauß-Vergleich gezogen? Ach ja, er fliegt ja auch gerne...
    Im Übrigen ist Mappus nicht wirklich "stark". Seine relative Stärke beruht auf einer personell völlig ausgebluteten Südwest-CDU.

    Ich kann dem Land nur wünschen, dass dieser Spuk nach einem Jahr zu Ende ist!

  5. Meine Unterstützung hat der Mann. Die Art und Weise, wie der CSD eine sexuelle Orientierung zelebriert, geht mir auch auf den Geist. Und dass Kinder am besten Vater und Mutter haben (und nicht Mutter/Mutter oder Vater/Vater oder nur Mutter oder nur Vater), ist in meinen Augen unbestritten.

    Warum kommen eigentlich immer sofort völlig unangebrachte Nazi-Vergleiche, wenn man sich zu einer konservativen Familienpolitik bekennt? Die Deutschen können offenbar nur extrem sein, entweder in die eine oder in die andere Richtung.

    Antwort auf "Endlich!"
  6. Was Kindern guttut, zeigt der Einzelfall. Evtl. Verwahrlosung bei Vater und Mutter ist jedenfalls schlechter als Bildung und liebevolle Betreuung bei gleichgeschlechtlichen Paaren. DAS ist 'unbestritten'! 'Konservativ' ist es übrigens nicht, gleichgeschlechtlichen Paaren, die sich konservativ binden wollen, gleiche Rechte abzusprechen oder ihnen den Familienstatus abzusprechen. Das ist nicht konservativ, das ist einfach nur Unrecht (siehe die letzten Beschlüsse des Bundeverfassungsgerichts).

    Wer als Politiker die Lebensweise seiner Mitmenschen als 'unerträglich' bzw. 'abstoßend' polemisch abwertet wie Herr Mappus, muss in Kauf nehmen, dass er Aggressionen schürt. Das Schüren von Aggressionen gegen gleichgeschlechtlich liebende Menschen steht in Deutschland und anderswo in einer bestimmten historischen Tradition, die durchaus gewaltsam ist. Auf diese Faktenlage hinzuweisen,ist kein 'unangebrachter Nazi-Vergleich'.

    • ADoria
    • 09.02.2010 um 22:20 Uhr

    … christdemokratischer Männlichkeit ...“, nannte man früher Opportunist oder politischer Molluske.
    Im Falle Rüttgers käme noch die Anwartschaft als größter Arbeiterführer des 21. Jhdt. hinzu.

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    Wers nötig hat, seine 'Männlichkeit' auf anderer Leute Kosten zu demonstrieren, um dessen Männlichkeit ist es eher schwach bestellt...

    Überhaupt: Was haben solche Demonstrationen mit polit. Arbeit zu tun?

    Wers nötig hat, seine 'Männlichkeit' auf anderer Leute Kosten zu demonstrieren, um dessen Männlichkeit ist es eher schwach bestellt...

    Überhaupt: Was haben solche Demonstrationen mit polit. Arbeit zu tun?

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