Über den Föderalismus wird ja viel geschimpft, dabei bringt er auch Angenehmes mit sich. So verteilt er, anders als der Zentralismus, Behörden quer übers Land. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier). Selbst kleine Städte dürfen sich ein bisschen als Hauptstadt fühlen. Braunschweig wird mit gleich fünf oberen Behörden geehrt. Vielleicht wollte man sicher gehen, dass die Beamten nicht allzu sehr abgelenkt sind – und ist so auf Braunschweig oder Dessau gekommen.

Einige dieser Städte haben es zu echter Prominenz gebracht: In Flensburg oder Pullach ist der Städtename längst Synonym für die dortige Bundesbehörde geworden ("Punkte in Flensburg", "Schlapphüte aus Pullach"). Andere Städte können sich höchstens als heimliche Hauptstädte fühlen: Wer etwa weiß, dass sich in Hürth ein Bundesamt um die Sprachausbildung deutscher Soldaten kümmert?

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Oder Salzgitter. Man kann nicht sicher sein, ob sich ein Einwohner von Salzgitter wirklich freut, wenn er angesprochen wird: "Salzgitter? Ist dort nicht das Bundesamt für Strahlenschutz?" Die Freude am Föderalismus hat auch hier ihre Grenzen.