Staatsbankrott Genug, Athen!
Griechenland braucht Hilfe – aber nur gegen schärfste Kontrollen.
© Aris Messinis/AFP/Getty Images

Macht sich Sorgen: Der griechische Ministerpräsident George Papandreou bei einer Wirtschaftskonferenz in Athen
Erst die Banken, bald die Griechen? Für wen soll der Steuerzahler in Deutschland eigentlich noch zahlen? Jahrelang hat Griechenland gegen alle Regeln wirtschaftlicher Vernunft – und des europäischen Stabilitätspaktes – verstoßen, nun steht es am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Und schon droht das gleiche Spiel wie bei den Banken: Weil eine Pleite das internationale Finanzsystem gefährdet, müssen womöglich wieder die Steuerzahler aushelfen. Sie sollen mit ihrem Geld denjenigen aus der Patsche helfen, die gerade bewiesen haben, dass sie mit Geld nicht gut umgehen können.
Es ist zum Haareraufen. Aber es könnte genauso kommen.
Noch ist Griechenland nicht pleite. Das ist zumindest ein Hoffnungsschimmer. Was das Land jetzt braucht, ist ein rigides Sparprogramm, das auch umgesetzt wird, damit Investoren nicht vollends das Vertrauen verlieren. Hilfreich ist die von der EU versprochene strenge Aufsicht. Ohne die Einsicht der Griechen in harte Sanierungsschnitte geht es nicht – aber auch nicht ohne Kontrolle.
Dass eine Sanierung Griechenlands gelingt, ist keineswegs ausgemacht. Die Zinslast ist drückend, die wirtschaftlichen Aussichten sind zumindest kurzfristig deprimierend. Am Ende könnte doch die Pleite stehen. Niemand kann exakt vorhersagen, was für Verwerfungen sie hervorrufen würde. Bei den Banken und Versicherungen, die auf griechischen Schuldtiteln im Wert von etwa 280 Milliarden Euro sitzen. Bei anderen finanziell angeschlagenen Mitgliedern der Währungsunion. Die Lehman-Pleite hat gezeigt, wie schwer sich selbst Experten tun, die Schockwellen vorherzusehen.
Deshalb kann es nötig sein, Griechenland finanziell zu stützen, auch wenn das mit den europäischen Verträgen schwer in Einklang zu bringen ist und sich dem Steuerzahler hierzulande dabei der Magen umdreht. Politisch vermittelbar wäre solch ein Schritt nur, wäre er wirklich das letzte Mittel. Wenn Griechenland also erkennbar alles versucht hat, um eine Sanierung zu erreichen.
Noch wichtiger ist die Frage, wie sich eine Wiederholung verhindern lässt. Jede Rettung verleitet andere zu neuem Leichtsinn. Und die jetzige Situation zeigt: Abschreckung durch die EU-Verträge, die eigentlich keine Rettung vorsehen, ist nicht glaubwürdig. Versagt haben darüber hinaus die Finanzmärkte. Vergebens war die Hoffnung, sie würden unsolide wirtschaftende Länder durch hohe Zinsaufschläge abhalten, übergroße Schuldenberge aufzutürmen. Und ein Vorwurf ist schließlich auch den EU-Institutionen zu machen, die Griechenland so lange gewähren ließen.
- Datum 03.02.2010 - 16:32 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 04.02.2010 Nr. 06
- Kommentare 28
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Also das darf doch nicht wahr sein! Karamanlis Ministerpräsident? Was ist das denn? Und das auch noch als Leitartikel auf der Zeit-Startseite! Einfach mal ein Bild zu dem Artikel draufgeklatscht? Wie passiert denn so was?
Also ich bin griechischer Staatsbürger, in Deutschland aufgewachsen, und das ist keine verärgerte Reaktion über die - so weit ich das beurteilen kann - berechtigte Kritik an dem griechischen Finanzhaushalt! Aber das nimmt dem Artikel - und vor allem dem Online-Auftritt der Zeit - jegliche Seriösität!
ich glaube hier hätte fast jedes Bild (vom Joker aus Batman bis zu den halbnackten Darstellern aus "300") "gepasst"!
Es würde nichts daran ändern, dass Griechenland die Nettozahler (die Länder und deren Bürger) seit dem Beginn der Währungsunion (sogar davor als plötzlich alle Kriterien erfüllt waren - oh Wunder...) betrogen hat. - Der Inhalt des Artikels bleibt derselbe.
ich glaube hier hätte fast jedes Bild (vom Joker aus Batman bis zu den halbnackten Darstellern aus "300") "gepasst"!
Es würde nichts daran ändern, dass Griechenland die Nettozahler (die Länder und deren Bürger) seit dem Beginn der Währungsunion (sogar davor als plötzlich alle Kriterien erfüllt waren - oh Wunder...) betrogen hat. - Der Inhalt des Artikels bleibt derselbe.
.... ein neues Organ zu schaffen, das die Haushaltspolitik der Mitglieder in der Währungsunion strenger"
Das mag einem Hiesigen so scheinen. Ob die Anderen das aber so sehen werden ohne Kompensation? Immerhin hat Deutschland seitdem es die 3%/60% Verpflichtung einging in nur ein oder zwei Jahren den Vertrag eingehalten und hat selbst die GG Bestimmungen jährlich gerissen. Ich kann mir vorstellen, dass andere Länder das nicht vergessen haben und den moralisierenden Dreck aus Deutschland sich bezahlen lassen.
Seit dem 04.10.09 ist Herr Karamanlis als Staastoberhaupt abgewählt und durch Herrn Papandreou ersetzt worden.
Das Bild zu dem Artikel ist, sosehr der Gesichtsausdruck auch passt, nicht mehr aktuell.
Mit freundlichen Grüßen
OX, Athen
Wie kann ihnen denn so ein Fehler passieren?
ich glaube hier hätte fast jedes Bild (vom Joker aus Batman bis zu den halbnackten Darstellern aus "300") "gepasst"!
Es würde nichts daran ändern, dass Griechenland die Nettozahler (die Länder und deren Bürger) seit dem Beginn der Währungsunion (sogar davor als plötzlich alle Kriterien erfüllt waren - oh Wunder...) betrogen hat. - Der Inhalt des Artikels bleibt derselbe.
Ich glaube zuerst wird man wiedermal abwarten um dann festzustellen, dass Griechenland sich bemüht aber wegen widrigster Umstände (allen voran Unfähigkeit der Regierung; kein Wille bei der Bevölkerung, etc. ....) es doch nicht schafft, sich zu sanieren.
Dann wird Geld aufgetrieben aus verschiedenen Fonds (das Geld darin stammt von den Nettozahlern, allen voran Deutschland) und so getan, als ob die gesamte EU helfen würde. Sollte dann jemand in Deutschland sich erdreisten zu fragen, wie denn die Deutschen dazu kämen, das zu zahlen, wette ich (neben den wirtschaftlichen Argumenten), dass mal wieder die historsiche Verantwortung erwähnt wird (weil im Krieg soviel Industrie, Olivenplantagen, Vieh etc. zerstört/getötet wurden). Ich glaub darauf getrau ich mich 10€ zu wetten.
Diese Wette können Sie als gewonnen betrachten, da dieses schon geschehen ist. In der Debatte zum Haushalt 2010 im vergangenen Dez. wies Herr Karatzaferis (Präsident der LAOS Partei Griechenlands (rechter als rechts!))mit folgenden Worten auf die Verantwortung Deutschland gegenüber Griechenland hin: Deutschland soll zahlen, es soll so lange weiterzahlen, bis alle Kriegsverbrechen gesühnt sind. Wer Ihnen allerdings die 10 euro gibt, bleibt dahingestellt.
Mit freundlichen Grüßen
OX, Athen
weil man die polit-elite solange mit political corectness weich gekocht hat,daß sie charakterlich total entkernt sich nicht mehr des aufrechten ganges fähig sieht und sagen könnte:
SOOOO NICHT MEHR MIT UNS!!!!!
DEUTSCHLAND ZU ERST!!!!!
Diese Wette können Sie als gewonnen betrachten, da dieses schon geschehen ist. In der Debatte zum Haushalt 2010 im vergangenen Dez. wies Herr Karatzaferis (Präsident der LAOS Partei Griechenlands (rechter als rechts!))mit folgenden Worten auf die Verantwortung Deutschland gegenüber Griechenland hin: Deutschland soll zahlen, es soll so lange weiterzahlen, bis alle Kriegsverbrechen gesühnt sind. Wer Ihnen allerdings die 10 euro gibt, bleibt dahingestellt.
Mit freundlichen Grüßen
OX, Athen
weil man die polit-elite solange mit political corectness weich gekocht hat,daß sie charakterlich total entkernt sich nicht mehr des aufrechten ganges fähig sieht und sagen könnte:
SOOOO NICHT MEHR MIT UNS!!!!!
DEUTSCHLAND ZU ERST!!!!!
Diese Wette können Sie als gewonnen betrachten, da dieses schon geschehen ist. In der Debatte zum Haushalt 2010 im vergangenen Dez. wies Herr Karatzaferis (Präsident der LAOS Partei Griechenlands (rechter als rechts!))mit folgenden Worten auf die Verantwortung Deutschland gegenüber Griechenland hin: Deutschland soll zahlen, es soll so lange weiterzahlen, bis alle Kriegsverbrechen gesühnt sind. Wer Ihnen allerdings die 10 euro gibt, bleibt dahingestellt.
Mit freundlichen Grüßen
OX, Athen
Danke für die Information. So schnell bestätigt zu werden, dass freut selbst mich in diesem Fall nicht wirklich. Die 10€ werd ich jetzt wirklich wo nders auftreiben müssen... Vielleicht gibt es einen Fond der Menschen entschädigt (vor allem aus dem EU Nettozahler-Ländern), die sich (Dank jüngster Ereignisse) regelmäßig auf die Stirn schlagen und dadurch Optimismus-unfähig werden.
Danke für die Information. So schnell bestätigt zu werden, dass freut selbst mich in diesem Fall nicht wirklich. Die 10€ werd ich jetzt wirklich wo nders auftreiben müssen... Vielleicht gibt es einen Fond der Menschen entschädigt (vor allem aus dem EU Nettozahler-Ländern), die sich (Dank jüngster Ereignisse) regelmäßig auf die Stirn schlagen und dadurch Optimismus-unfähig werden.
Danke für die Information. So schnell bestätigt zu werden, dass freut selbst mich in diesem Fall nicht wirklich. Die 10€ werd ich jetzt wirklich wo nders auftreiben müssen... Vielleicht gibt es einen Fond der Menschen entschädigt (vor allem aus dem EU Nettozahler-Ländern), die sich (Dank jüngster Ereignisse) regelmäßig auf die Stirn schlagen und dadurch Optimismus-unfähig werden.
@EinGangLion
Natürlich hat Deutschland eine Mitverantwortung für das, was in Griechenland passiert.
So ein schöner europäischer Binnenmarkt mit Einheitswährung ist eine feine Sache für die starke deutsche Wirtschaft mit ihren geringen Lohnstückkosten. Da kann die vergleichsweise unproduktive griechische Wirtschaft mit ihren hohen Löhnen nicht mithalten. Früher war das kein Problem, da hat man einfach die Drachme abgewertet. Heute muss sich Griechenland immer weiter verschulden.
Wenn sie so wollen, zahlt nicht Deutschland sondern der deutsche Steuerzahler. Die deutsche Wirtschaft hat ein glänzendes Geschäft gemacht.
@EinGangLion
Natürlich hat Deutschland eine Mitverantwortung für das, was in Griechenland passiert.
So ein schöner europäischer Binnenmarkt mit Einheitswährung ist eine feine Sache für die starke deutsche Wirtschaft mit ihren geringen Lohnstückkosten. Da kann die vergleichsweise unproduktive griechische Wirtschaft mit ihren hohen Löhnen nicht mithalten. Früher war das kein Problem, da hat man einfach die Drachme abgewertet. Heute muss sich Griechenland immer weiter verschulden.
Wenn sie so wollen, zahlt nicht Deutschland sondern der deutsche Steuerzahler. Die deutsche Wirtschaft hat ein glänzendes Geschäft gemacht.
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