Brettspiel Schach
Vor 200 Jahren wurde der ungarische Komponist Ferenc Erkel geboren, der 1893 starb und auf den vor allem Opern zurück gehen, welche den Stil von Rossini mit ungarischer Volkstanzmusik verbinden, sowie Werke für Blasorchester. Er ist der Begründer der ungarischen Nationaloper, die auch seinen Namen trägt. Außerdem komponierte er die ungarische Nationalhymne.
Erkel war zu seiner Zeit neben József Szén aber auch der stärkste Schachspieler Ungarns, eine erstaunliche Parallele zum ein Jahrhundert vor ihm lebenden französischen Komponisten und Schachspieler François André Philidor (1726 bis 1795), auf den die moderne Schachstrategie zurückgeht. Andere, teilweise hervorragend Schach spielende Komponisten waren Mendelssohn-Bartholdy, Schumann, Brahms, Prokofjew und Ravel, aber im Gegensatz zu Philidor und Erkel stand für sie immer die Musik im Vordergrund.
Als Erkel einmal gefragt wurde, warum er soviel Zeit aufs Schachspielen verwende, statt sich der Komposition zu widmen, antwortete er: »Wenn ich Schach spiele, muss ich mich nicht mit geistlosen Musikern unterhalten.«
Den Teufel werde ich tun und mich hier und jetzt über geistlose Schachspieler auslassen!
Wie gewann Erkel als Weißer am Zug 1845 in Budapest gegen Szén mindestens die schwarze Dame? In der Partiefortsetzung setzte er sogar matt – wobei der Bauer c6 zum Helden des Tages wurde – und bestätigte Philidor mit dessen Ausspruch: »Die Bauern sind die Seele des Spiels«.
Lösung aus Nr. 5:
Mit welch verblüffendem Zug konnte sich der vorm Matt stehende Schwarze ins Remis retten? Nach dem Turmopfer 1…Te6! kann Weiß das Patt nicht vermeiden, sowohl nach 2.Lxe6 als auch nach 2.Txe6 kann der eingeklemmte schwarze König nicht mehr ziehen, ohne im Schach zu stehen – also remis!
- Datum 04.02.2010 - 06:39 Uhr
- Quelle ZEITmagazin, 04.02.2010 Nr. 06
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