Im Winter hört man es häufig von Eltern: "Kind, zieh dir eine Mütze an, der Mensch verliert die meiste Wärme über den Kopf!" Und ein Feldhandbuch der US-Armee spricht tatsächlich davon, dass ein Mensch "40 bis 45 Prozent" seiner Abwärme auf diesem Wege verliere.

Vor Jahrzehnten steckte man versuchsweise Soldaten in arktisgeeignete Survival-Anzüge und setzte sie dann ohne Kopfbedeckung polaren Temperaturen aus. Tatsächlich strahlten die Probanden Wärme vor allem über den Kopf ab. Kein Wunder – wenn man den Rest des Körpers isoliert, stehen ja auch keine anderen Wege offen.

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Aber strahlt der Kopf auch dann mehr Wärme ab als andere Körperpartien mit ähnlich großer Oberfläche, wenn diese entblößt sind? Daniel Sessler, ein Unterkühlungsexperte von der University of Louisville , antwortet mit einem klaren Nein. Würde man denselben Versuch mit Probanden in Badehose durchführen, dann hätte der Kopf nur einen Abstrahlungsanteil von zehn Prozent.

Allerdings sitzen in der Kopfhaut und im Gesicht relativ viele Nervenenden – wir merken daher besonders schnell, wenn es dort kalt wird, und ebenso spüren wir die wärmende Wirkung einer Mütze besonders gut.

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