Heimische Tierwelt Tod im Winter

Schnee und Frost bringen die Tierwelt in Bedrängnis. Bei manchem Schädling kann uns das ganz recht sein. Andere Tiere brauchen die Hilfe des Menschen.

Immer ist der Winter schuld. Vor allem im Sommer: Zu viele Stechmücken? Der Winter war zu mild. Nutz- und Zierpflanzen im Garten leiden unter Parasiten? Der Winter war zu mild. Fremde Arten breiten sich aus, unerwünschte Einwanderer aus fernen, meist wärmeren Ländern verdrängen heimische Vertreter? Die Winter sind zu mild! Nun hat der Winter Deutschland seit einigen Wochen fest im Griff. Zeit für einen Streifzug durch Gärten und Wälder. Ist er diesmal streng genug? Oder gar schon wieder zu streng?

Rettung für die Wildsau

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Von Hans Schuh

Für das Wild ist dieser Winter eine Herausforderung. Vor allem im Norden und Osten Deutschlands und in den Mittelgebirgen hat eine dicke Schneeschicht Reh-, Dam-, Rot- und Schwarzwild die Nahrungsgrundlage entzogen, bereits seit Wochen. Der Hunger treibt die Tiere in Scharen aus dem Wald.

Jäger und Wildbiologen werden von Bürgern alarmiert, die in ihren Gärten tote Rehe entdecken. »Wenn der verharschte Boden sehr tief gefroren ist und hart wie Beton, sterben die Wildtiere wie die Fliegen«, sagt Sven Herzog, Experte für Wildökologie und Jagdwirtschaft an der Technischen Universität Dresden. Weder Hufe noch Rüssel können dann noch Fressbares freilegen, die Nahrungssuche führt das Wild immer näher an Dörfer und Siedlungen heran.

»Wehe, wenn die Wildsau kommt«, warnte in der vergangenen Woche die Deutsche Wildtier Stiftung und empfahl, bei überraschenden Begegnungen den Rückzug anzutreten. Denn hungrige Wildschweine, die inzwischen auch in Städten wie Berlin, Hamburg oder München auftauchen, sind stark gestresst und geraten leicht in Panik. Sie verwüsten mal hier ein Esszimmer (wie kürzlich im ostwestfälischen Delbrück), dort einen Laden (in Kröpelin bei Rostock). In Eltville im Rheingau konnte sich ein angegriffener Polizist nur mit zwei gezielten Kopfschüssen retten.

»Es ist völlig falsch, Schwarzwild zu füttern«, warnt Andreas Kinser von der Tierärztlichen Hochschule Hannover vor falscher Tierliebe. Das locke die lernfähigen Tiere nur noch verstärkt in Siedlungen, wo sie Komposthaufen, Abfallkörbe oder Müll nach Fressbarem durchstöberten.

Die Warnung gilt jedoch nicht für professionelle Notfütterungen im Wald. In witterungsbedingter Notzeit, mahnte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, seien Jäger sogar verpflichtet, für die artgerechte Fütterung von Rehen, Hirschen und Wildschweinen zu sorgen.

Naturschützer, Land- und Forstwirte werfen den Jägern vor, durch vorgebliche Notfütterungen unnatürlich hohe Wildbestände aufrechtzuerhalten, die massive Schäden in Wald und Flur verursachten. »Das ist ökologischer Fundamentalismus«, hält Sven Herzog dagegen. »Jäger sind nicht nur Schädlingsbekämpfer. Zu ihrer Pflicht gehört auch die Hege.« Das Bundesjagdgesetz schreibe Notfütterungen bei extremer Witterung vor, auch aus tierethischen Gründen sei Hilfe geboten. »Wir dürfen nicht tatenlos einem Massensterben zusehen.«

Unser Wild lebt nicht in einer ungestörten Natur, sondern überwiegend in einer Kulturlandschaft. So ist ihm der Rückzug aus kalten Gebirgslagen in Täler und Auen weitgehend verbaut – dort siedelt der Mensch. Winterruhe zur Schonung der Energiereserven gibt es kaum, Wanderer, Skifahrer, Hunde und Jäger scheuchen die Tiere hoch.

Viele Reserven haben sich die Tiere nicht anfressen können. Die moderne Agrarlandschaft bietet zwar zeitweise üppige Kost. Die großen Erntemaschinen räumen aber die Felder ab, oft bevor bei den Tieren das instinktive Fettfressen einsetzt. Der Mensch zwingt dem Wild unnatürliche Lebensbedingungen auf, darum ist professionelle Nothilfe in Extremlagen legitim.

Das Ende der Muschel

Von Hans Schuh

Wanderer auf der Nordseeinsel Juist konnten in diesen Tagen ein spektakuläres Massensterben verfolgen. So weit das Auge reichte, schichteten sich in enormen Wällen, bis zu drei Meter breit und 70 Zentimeter hoch, Schalen der Schwertmuschel am Strand. Diese eingewanderte Art, auch Scheidenmuschel oder wissenschaftlich Ensis americanus genannt, hat sich erst 1979 im Wattenmeer etabliert – und dann explosionsartig vermehrt.

Doch anders als die heimische Schwertmuschel ist die aus Nordamerika im Ballastwasser von Schiffen eingeschleppte Art frostempfindlich. Sie buddelt sich im strandnahen Sediment ein, doch wenn Strömungen und eisiger Wind sie freispülen, erfriert sie. Auch auf Borkum, Norderney und Langeoog wurden große Mengen an Schwertmuscheln angespült. Reinigt so die Natur das Wattenmeer von eingedrungenen Arten?

Stefan Nehring, Fachmann für Neozoen beim Bundesamt für Naturschutz, verneint dies: »Solche Massensterben kommen gelegentlich vor. Sie führen aber nur zu kurzfristigen Bestandseinbrüchen, die rasch wieder ausgeglichen werden.« Während Ensis americanus die heimische Schwertmuschel bisher nicht verdrängen konnte, überwuchert ein anderer invasiver Einwanderer, die Pazifische Auster, die Miesmuschelbänke. Der Frost wird auch diese Austern nicht töten, aber schwächen. Die Miesmuscheln hingegen könnten profitieren. »Sie vermehren sich nach dem Kältesignal eines harten Winter besonders stark«, sagt Nehring.

Von Magdalena Hamm

Aus der Pampa in die Pampa – so könnte man den geglückten Ausbruch dreier Nandupaare aus einem Gehege in Groß Grönau zusammenfassen. Die südamerikanischen Laufvögel sind eigentlich im flachen Grasland Argentiniens zu Hause. Seit ihrer Flucht vor gut zehn Jahren beanspruchen sie ein dünn besiedelte Gebiet östlich des Ratzeburger Sees für sich – und gedeihen prächtig: 118 Tiere ergab die Bestandszählung im vergangenen Herbst. Wie viele der Exoten jetzt den harten Winter überstehen, wird sich bei der nächsten Zählung im Frühling zeigen.

Durch die Nähe ihrer ursprünglichen Heimat zu den Anden kommen sie mit kühlen Temperaturen gut zurecht. In diesem Winter wurden allerdings schon einige erfrorene Jungtiere gefunden – Opfer der natürlichen Auslese. Kein großer Verlust für den Bestand, Nandus zeichnen sich durch eine bemerkenswert hohe Fortpflanzungsrate aus – zum Ärger einiger Naturschützer. Die befürchten, die nichtheimischen Riesenvögel könnten heimische Arten verdrängen. Nandus gelten aber selbst als bedrohte Art, zumindest in Argentinien. Solange sie keinen messbaren Schaden verursachen, stehen sie also auch in Deutschland unter Schutz. Für die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern sind sie jedenfalls ein Segen, Nandusafaris erfreuen sich wachsender Beliebtheit.


Überwintern im Zoo

Von Maria Rossbauer

Die Elefanten im Münchner Tierpark Hellabrunn haben ein neues Hobby: Schneeballschlacht. Den asiatischen Riesen macht es offenbar Spaß, mit ihren Rüsseln Schnee aufzusammeln und damit um sich zu werfen. Vier Stunden am Tag dürfen sie bei den eisigen Temperaturen nach draußen. Nur das knapp sechs Wochen alte Elefantenbaby Jamuna Toni muss im beheizten Haus bleiben, bei den Giraffen. Die dürfen im Winter gar nicht nach draußen. Nicht wegen der Kälte, sondern weil sie mit ihren schmalen Hufen auf dem Glatteis ausrutschen und sich die Beine oder sogar den Hals brechen könnten.

Viele Zootiere passen sich den Bedingungen im Winter jedoch an. Die Trampeltiere zum Beispiel bekommen ein dickes Winterfell, so leben sie auch bei Eis und Schnee noch im offenen Stall. Die Antilopen im Berliner Zoo fanden den Schnee zunächst auch spannend und vor allem lecker. Nur vertragen sie ihn offenbar nicht besonders gut. Die Tiere bekamen vom übermäßigen Schneekonsum Durchfall und wurden einige Tage auf Heudiät gesetzt. Erst als es ihnen besser ging, durften sie wieder nach draußen.

Auch in Hagenbecks Tierpark in Hamburg friert es – das könnte vor allem für die Besucher gefährlich werden. Nur ein sechs Meter breiter Wassergraben trennt sie von den Tigern. Wenn das Wasser im Graben gefriert, könnten die Raubkatzen vom Eis auf die kleine Betonmauer springen und entkommen. Um das zu verhindern, halten Pumpen das Wasser in Bewegung und damit flüssig.

Mit solchem Frostschutz dürfen auch die Rosa Flamingos weiter draußen im Teich stehen bleiben. Die größte Gefahr für die Vögel sind scharfkantige Eisschollen, welche die dünne Haut an ihren Beinen verletzen könnten. Die Kälte selbst macht ihnen nichts aus, sie plustern ihr Gefieder auf und halten sich so warm. Die Hamburger Pelikane dagegen kommen mit dem ersten Frost im November ins Winterquartier. Kuscheln ist wichtig für den Nachwuchs: Pelikane bilden zum Brüten dichte Kolonien. Ende Februar dürfen sie dann zusammen mit ihren Jungen wieder nach draußen.


Frostschutz im Blut

Von Stefan Schmitt

Wenn Borkenkäfer deutsche Kiefernplantagen plagten, wenn der Kartoffelkäfer an der gleichnamigen Kulturpflanze knabberte, wenn der Maiszünsler ganze Monokulturen meuchelte – immer hörten wir das Gleiche: Der milde Winter habe uns Wald- und Wiesenschädlinge zuhauf eingebrockt. Blüht uns nun – Frost sei Dank – ein schädlingsfreies 2010?

Des strengen Winters Verdienst wird es nicht sein, sollten Felder und Wälder im nächsten Sommer weniger Schadinsekten aufweisen als sonst. Die kommen mit der Kälte nämlich ganz gut klar. »Lang anhaltende Dauerkälte schadet Insekten, Milben oder Spinnen nicht«, sagt Gerlinde Nachtigall vom Julius-Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig, dem bundeseigenen Forschungsinstitut für Kulturpflanzen. »Dann verbleiben die Tiere in ihrem sicheren Schutzzustand.«

Der Maiszünsler verzieht sich in den Stängel seiner Wirtspflanze und findet dort ausreichend Schutz, um über längere Zeit bis zu minus 26 Grad Celsius auszuhalten. Der Kartoffelkäfer gräbt sich einfach im Erdreich ein. Dort sinkt die Temperatur höchstens wenige Grad unter null. Eine dichte Schneedecke isoliert den Boden zusätzlich.

Ausgewachsene Schädlinge überwintern unbeeindruckt, auch die Jugendstadien sind gegen Frostgrade gewappnet: Die Eier von Blattläusen, die Larven des Apfelwicklers, die Puppen der Rosskastanien-Miniermotte, die Raupen der Nonne verfügen über Stoffe, um die Bildung spitzer Eiskristalle (und damit Frostschäden im Gewebe) zu verhindern, etwa Glyzerin. Mit ihrem eingebauten Frostschutz können viele Insektenarten Temperaturen auch unter minus 20 Grad gut überstehen.

Was entscheidet dann über sommerliche Plagen? Der Zeitpunkt. »Wenn es lange genug warm oder hell genug war, entwickeln sich die Tiere weiter«, sagt Nachtigall. »Dann werden sie anfälliger.« So kann ein kurzer Nachtfrost im Frühling mehr ausrichten als ein ganzer harter Winter. Beispiel Nonne (ein Schädling an Nadelbäumen): Die Eier von Lymantria-monachas-Raupen verkraften minus 40 Grad, die Raupen sterben im Frühjahr bei minus 23 Grad, die erwachsenen Schädlinge nach dem Schlüpfen schon bei minus 7 Grad.

Ein zweiter Faktor sind die Gegenspieler der Schädlinge: Pilze, die Insekten befallen. Sie lieben Feuchtigkeit und setzen dem Insektenkörper bereits im Winter zu – wenn es nicht zu kalt ist. »Ein feuchter Herbst und ein feuchtes Frühjahr, verbunden mit einem nicht zu kalten Winter, sind viel bedeutendere Faktoren, um Insektenpopulationen zu dezimieren.« Also könnte 2010 für Schädlinge sogar ein gutes Jahr werden. Dann heißt es im Sommer: Der strenge Winter war schuld!


Füttern als Folklore

Von Magdalena Hamm

Das Infotelefon in der Berliner Zentrale des Deutschen Naturschutzbundes (Nabu) steht derzeit nicht mehr still. Immer wieder melden sich bestürzte Bürger mit derselben Beobachtung: »Die Vögel sind weg!«

Abgesehen von Arten, die ohnehin in den Süden gezogen sind, passen sich die Standvögel an die Witterung an: Sie finden sich zu größeren Gruppen zusammen und suchen sich einen günstigen Standort. Gemeinsam ist es nämlich kuscheliger, und man findet mehr Futter – vor allem in Gärten großherziger Vogelfreunde. So kommt es, dass die Nabu-Infozentrale hin und wieder auch Hilferufe ganz anderer Art erreichen: Eine Dame meldete vergangene Woche verzweifelt, in ihrem Garten seien zu viele Vögel. Sie komme mit dem Füttern nicht mehr nach.

Jedes Jahr geben die Deutschen mehr als 15 Millionen Euro für Vogelfutter aus – mit Tierschutz hat das große Füttern im Winter laut Nabu jedoch nichts zu tun. Eher mit Folklore. Lediglich zwei Dutzend verschiedene Arten erreiche man mit Meisenknödel und Co., etwa Rotkehlchen, Finken und Drosseln. Diese Arten zeichnen sich aber ohnehin durch stabile, bisweilen sogar wachsende Populationen aus. Ein größeres Problem als die Futtersuche im Winter ist es, im Frühjahr einen geeigneten Nistplatz zu finden. Frühzeitig angebrachte Nistkästen können jetzt schon als Unterschlupf dienen.


Das große Stechen

Von Maria Rossbauer

Culex pipiens wird leider auch diesen Winter glorreich überstehen. Die gemeine Stechmücke hat sich bestens an den Menschen angepasst: Die bereits befruchteten Weibchen überwintern in feuchten Kellern, Ställen oder in kleinen Ritzen im Haus. Allerdings ist ein strenger Winter eine Art TÜV für die Mücken: Diejenigen unter den Winterschläfern, die es sich zu leicht gemacht haben und zum Beispiel in einer Astgabel überwintern, hätten den vergangenen milden Winter vielleicht überlebt. Bei den aktuellen Minusgraden aber erfrieren sie.

Entscheidend für den Bestand der Mücken im kommenden Sommer ist aber der Verlauf des Frühjahrs: Wenn ein Mückenweibchen erwacht, saugt es erst einmal Blut. Dann legt die Mücke ihre 100 bis 150 Eier und bringt damit auch die Männchen für die Befruchtung der nächsten Generation hervor. Bei kalten Temperaturen dauert der Zyklus vom Ei zum stechfähigen Weibchen bis zu 40 Tagen, ist es sehr heiß, kann sie schon nach 17 Tagen saugen und sich dann weiter vermehren. Bleibt es also kühl, kann eine Mückengeneration ausfallen, und uns quälen im Fühsommer zunächst tatsächlich weniger Blutsauger.

 
Leser-Kommentare
    • selbon
    • 07.02.2010 um 8:52 Uhr

    Auf dem oben gezeigetne Foto sind Damkahlwild (Damwild) zu sehen und kein Rehwild.
    Den Artikel müsste ich erst lesen, um ihn zu kommentieren.

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    Redaktion

    Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

    Redaktion

    Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

    • carol
    • 07.02.2010 um 9:13 Uhr

    bei uns habe ich bestimmt 50(!) mücken in einem feuchten raum im keller mit einem elektrischen tennisschläger erlegt.

    interssanterweise haben sie sich nur in diesem raum niedergelassen und dann sogar auf die feuchten stellen der wände. ein superinidikator.

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    Morden ist ihr hobby. Na dann, machen Sie witer so. Ran an die wehrlosesten Kreaturen dieser Erde. Allmächtiger Mensch, bist dümmer als jedes Tier bist grausamer als jedes Tier.

    Morden ist ihr hobby. Na dann, machen Sie witer so. Ran an die wehrlosesten Kreaturen dieser Erde. Allmächtiger Mensch, bist dümmer als jedes Tier bist grausamer als jedes Tier.

  1. 3.

    Morden ist ihr hobby. Na dann, machen Sie witer so. Ran an die wehrlosesten Kreaturen dieser Erde. Allmächtiger Mensch, bist dümmer als jedes Tier bist grausamer als jedes Tier.

    Antwort auf "Mücken"
  2. Redaktion

    Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

    Antwort auf "Reh- oder Damwild?"
  3. Mal abgesehen davon, dass dieser Winter keineswegs hart war. Im Rheinland hat es stärker geschneit als in den letzten zehn Jahren, aber davor gab es wiederum härtere Winter. Temperaturen von -10 Grad sind durchaus normal und führen sicher nicht dazu, dass die Tiere massenhaft sterben. Notfütterungen führen aber dazu, dass sich die Tiere nicht anpassen. Im Sommer klagt man dann über Wildschwein-Plagen, also die Viecher, die man im Winter hochgepäppelt hat. Schön für die Jäger, die können sie dann abknallen.

  4. @ #3: Was fuer ein super differenzierter Kommentar, Deftone. Ich bin selbst Jaegerin und ich kann nur sagen, dass das Hobby nicht primaer mit blosser Schliesserei, sondern eben auch mit Hege zu tun hat. Wer das abstreitet polarisiert ohne Ahnung von der Sache zu haben. Natuerlich geht es auch ums Schiessen uns Beute machen, aber eben nicht nur. Das Problem ist, dass die meisten leute, und dazu gehoeren auch Sie, zuweit von der Nahrungsmittelproduktion weg sind, um Tierhaltung, Schlachten etc. nicht moralisch behaftet, sondern als Nahrungsmittelbeschaffung zu betrachten.

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    Ich denke, Sie haben den Kommentar, auf den Sie sich beziehen, fehlinterpretiert. Die Wertung des Vorkommentators bezog sich auf die Mückenjagd im heimischen Keller. Andererseits: Wem der Schuh passt...

    Dazu passt übrigens sehr gut:
    http://www.youtube.com/wa...

    Aber um die von Ihnen angesprochene moralische Dimension nicht unter den Tisch fallen zu lassen: Töten als Nahrungsmittelbeschaffung, nun ja, das finde ich nicht sehr schön. Und ob Töten um zu essen im dritten Jahrtausend in Mitteleuropa noch zeitgemäß ist, wage ich einmal zu bezweifeln. Zudem kehrt sich der Vorwurf der Undifferenziertheit um und fällt auf Sie zurück, denn: Nur, weil jemand die Meinung äußert, es sei unangemessen, Insekten zu töten und damit zu prahlen - was man nebenbei bemerkt nicht einmal einem Kind durchgehen lassen sollte -, kommen Sie daher, schwingen empört die Ihr-seid-doch-Gutmenschen-Keule zum Rundumschlag und verteilen reflexartig Schelte. Differenziert ist anders.

    Wenn Sie Ihr Hobby mögen und gerne Tiere töten, bitte, gehen Sie ihm nach. Aber zeigen Sie doch Größe und fühlen Sie sich nicht gleich unnötig auf den Rockzipfel getreten, wenn Andere anderer Ansicht sind.

    Mit Grüßen!

    P.S.: Als kleine Polemik zum Schluss: "Hege und Pflege", wäre da nicht Tierpfleger im Zoo die bessere Alternative? ;-)

    Ich denke, Sie haben den Kommentar, auf den Sie sich beziehen, fehlinterpretiert. Die Wertung des Vorkommentators bezog sich auf die Mückenjagd im heimischen Keller. Andererseits: Wem der Schuh passt...

    Dazu passt übrigens sehr gut:
    http://www.youtube.com/wa...

    Aber um die von Ihnen angesprochene moralische Dimension nicht unter den Tisch fallen zu lassen: Töten als Nahrungsmittelbeschaffung, nun ja, das finde ich nicht sehr schön. Und ob Töten um zu essen im dritten Jahrtausend in Mitteleuropa noch zeitgemäß ist, wage ich einmal zu bezweifeln. Zudem kehrt sich der Vorwurf der Undifferenziertheit um und fällt auf Sie zurück, denn: Nur, weil jemand die Meinung äußert, es sei unangemessen, Insekten zu töten und damit zu prahlen - was man nebenbei bemerkt nicht einmal einem Kind durchgehen lassen sollte -, kommen Sie daher, schwingen empört die Ihr-seid-doch-Gutmenschen-Keule zum Rundumschlag und verteilen reflexartig Schelte. Differenziert ist anders.

    Wenn Sie Ihr Hobby mögen und gerne Tiere töten, bitte, gehen Sie ihm nach. Aber zeigen Sie doch Größe und fühlen Sie sich nicht gleich unnötig auf den Rockzipfel getreten, wenn Andere anderer Ansicht sind.

    Mit Grüßen!

    P.S.: Als kleine Polemik zum Schluss: "Hege und Pflege", wäre da nicht Tierpfleger im Zoo die bessere Alternative? ;-)

  5. So ein Winter rafft auch mehr Menschen dahin als sonst, aber das nur am Rande angemerkt.
    Wer Wildschweine füttert, sorgt dafür, daß sie sich das ganze Jahr über vermehren. Werden sie ihrem natürlichen Schicksal überlassen, kommen einmal im Jahr im Winter die Jungen zur Welt. Wenn dann nicht die Mamasau von einem aufgeregten, unerfahreren Jungjäger oder einem sehschwachen Altfäger weggeschossen wird, bringt sie ihren Frischlingen Benehmen bei: daß man eben nicht ein ganzes Maisfeld verwüstet, sondern sich nur dezent sattfrißt.

    Rotwild darf man schon gar nicht füttern, da es während des Winters den Stoffwechsel fast total herunter fährt. Sie fressen fast nichts. Werden sie jedoch gefüttert, gerät diese natürliche Regelung durcheinander.
    So viel Schnee, daß Rehe und Damhirsche etc. nichts mehr finden, hat es in meinem 58jährigen Leben nicht gegeben.
    Tiere bringen in der Regel immer erheblich mehr Nachkommen zur Welt, als für die Arterhaltung nötig wäre, wenn nur Tod durch Altersschwäche auszugleichen wäre. Das dient immer auch der Arterhaltung anderer Arten, z.B. Aasfressern oder Beutegreifern.
    Natürlich fanden wir es auch unschön, ein Reh in unserem Garten verendet zu sehen. Aber das gehört dazu, Menschen und Tiere sterben nun einmal, die einen früher, die anderen später.

    Vielen Dank an den Autor für die Information über Insekten und Co! Das Wissen darüber ist leider wenig verbreitet.

  6. Ich denke, Sie haben den Kommentar, auf den Sie sich beziehen, fehlinterpretiert. Die Wertung des Vorkommentators bezog sich auf die Mückenjagd im heimischen Keller. Andererseits: Wem der Schuh passt...

    Dazu passt übrigens sehr gut:
    http://www.youtube.com/wa...

    Aber um die von Ihnen angesprochene moralische Dimension nicht unter den Tisch fallen zu lassen: Töten als Nahrungsmittelbeschaffung, nun ja, das finde ich nicht sehr schön. Und ob Töten um zu essen im dritten Jahrtausend in Mitteleuropa noch zeitgemäß ist, wage ich einmal zu bezweifeln. Zudem kehrt sich der Vorwurf der Undifferenziertheit um und fällt auf Sie zurück, denn: Nur, weil jemand die Meinung äußert, es sei unangemessen, Insekten zu töten und damit zu prahlen - was man nebenbei bemerkt nicht einmal einem Kind durchgehen lassen sollte -, kommen Sie daher, schwingen empört die Ihr-seid-doch-Gutmenschen-Keule zum Rundumschlag und verteilen reflexartig Schelte. Differenziert ist anders.

    Wenn Sie Ihr Hobby mögen und gerne Tiere töten, bitte, gehen Sie ihm nach. Aber zeigen Sie doch Größe und fühlen Sie sich nicht gleich unnötig auf den Rockzipfel getreten, wenn Andere anderer Ansicht sind.

    Mit Grüßen!

    P.S.: Als kleine Polemik zum Schluss: "Hege und Pflege", wäre da nicht Tierpfleger im Zoo die bessere Alternative? ;-)

    Antwort auf "klaaaaar!"
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    • carol
    • 07.02.2010 um 17:34 Uhr

    natürlich habe ich diese mücken mit freude getötet. letzten sommer sind diese tiere nachts ständig nach oben ins haus geflogen und haben uns nicht schlafen lassen.

    ich finde das sehr beschränkt, wenn man so wie sie und #3 dieses pauschal verurteilt. wie wollen sie einem kind denn bitte erklären, dass es sich lieber stechen lassen soll, anstatt das es zu töten? mit dem kreislauf des lebens? da gibt es aber noch einiges wo man die einmischung des menschen nicht befürworten sollte.

    • carol
    • 07.02.2010 um 17:34 Uhr

    natürlich habe ich diese mücken mit freude getötet. letzten sommer sind diese tiere nachts ständig nach oben ins haus geflogen und haben uns nicht schlafen lassen.

    ich finde das sehr beschränkt, wenn man so wie sie und #3 dieses pauschal verurteilt. wie wollen sie einem kind denn bitte erklären, dass es sich lieber stechen lassen soll, anstatt das es zu töten? mit dem kreislauf des lebens? da gibt es aber noch einiges wo man die einmischung des menschen nicht befürworten sollte.

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