Ich habe einen Traum "Ich möchte Afrika von der Malaria befreien"
Der Microsoft-Mitbegründer Bill Gates träumt davon, dass die Forscher einen Impfstoff gegen die Malaria entwickeln. Sein Selbstvertrauen hat er von seiner Mutter.
Ich träume davon, dass es möglich wird, jedes Jahr eine Million Kinder vor dem Tod durch Malaria zu retten. Mit einem wirksamen Impfstoff hätten wir die Chance. Malaria ist eines der Grundübel, die Afrika in seiner Entwicklung blockieren. 85 Prozent aller Malariakranken leben dort. Besonders Kleinkinder unter fünf Jahren werden von der Epidemie dahingerafft. Malaria-Fieberschübe legen außerdem jedes Jahr 200 Millionen Erwachsene derart lahm, dass sie ihr Leben nicht mehr meistern können. Moskitonetze allein reichen nicht. Doch da, wo sie benutzt und parallel Antimückenmittel versprüht werden, wird es gelingen, die Zahl der Infizierten in den nächsten fünf Jahren immerhin zu halbieren.
Das Bewusstsein für die verheerenden Auswirkungen dieser Krankheit ist in der westlichen Welt kaum vorhanden. Obwohl Malaria seit fast 5000 Jahren dokumentiert ist und vor der Erfindung von Pestiziden auch in Europa verbreitet war, wird heute in den Industrienationen mehr Geld für die Bekämpfung von Haarausfall ausgegeben als für den Kampf gegen Malaria. Wenn wir Glück haben, könnte in acht bis fünfzehn Jahren ein Impfstoff zur Verfügung stehen. Ihn zu finden ist eine enorme Herausforderung, weil sich die Mücken und ihre Resistenzen immer weiter verändern. Zurzeit forschen gemeinsam mit der Bill & Melinda Gates Foundation weltweit über zehn Teams daran. Die einen sind schon sehr weit, andere gehen ziemlich verrückte Wege. Das deutsche Team im Fraunhofer Institut versucht etwa, ein Serum in einer Tabakpflanze im Gewächshaus zu ziehen. Warten wir ab, wer am Ende den Durchbruch schafft.
Ich bin ein schrecklicher Optimist. Diese Kraft habe ich meiner Mutter zu verdanken. Sie hatte eine unglaubliche Energie. Was ich auch las, womit ich mich beschäftigte, immer bekam ich ein positives Feedback von ihr. Das gab mir Selbstvertrauen. Die Erfindung des Computers schüchterte damals vor allem die Lehrer ein. Ich dachte mir: Ich hatte immer leichten Zugang zu komplizierter Materie gehabt, warum nicht auch zu Computern? Mit 17 Jahren saß ich mit Paul Allen in unserer Garage, und wir träumten gemeinsam von einem Computer in jedem Haus, auf jedem Schreibtisch dieser Welt.
Meinen drei Kindern habe ich nie diktiert, was sie später machen sollen. Aber ich wünsche mir, dass sie dankbar dafür sein werden, dass sie freien Zugang zu Medizin, Nahrung, Bildung haben. Mein zehnjähriger Sohn ist vielseitig begabt und wissbegierig. Ich liebe es, zu erleben wie er eigenständig in immer neue Lernwelten vorstößt. Aber er hat Schwierigkeiten, das, was er denkt, aufzuschreiben. Vor allem, wenn er weiß, dass andere das Ergebnis begutachten werden. Ich hoffe, dass ihn keiner dafür hänselt, dass die anderen Kinder trotzdem mit ihm spielen. Auch diesen Wunsch habe ich: dass meine Kinder für die Herausforderungen ihres Lebens gewappnet sein werden.
Aufgezeichnet von Andrea Thilo
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- Datum 09.02.2010 - 13:17 Uhr
- Serie Ich habe einen Traum
- Quelle ZEITmagazin, 04.02.2010 Nr. 06
- Kommentare 6
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... aber so richtig verstehe ich nicht, warum er nicht zuerst die himmelschreienden Zustände vor seiner Haustür angeht, hier könnte er mit entspechender Lobbyarbeit wirklich nachhaltige Arbeit leisten.
Warum keine Gegenkampagne gegen die Krankenversicherungswirtschaft, die sich die Anti-Obama Propaganda über 1 Mrd. Dollar hat kosten lassen? Warum kauft er nicht einige Parlamentarier, die Amis sind doch mindestens genauso korrupt wie der Rest der westlichen Schein-Demokraten? Versteht er nicht, dass die Armen in den USA unter den selben Mechanismen leiden wie die in der dritten Welt? Ist er von seinem eigenen "American Dream" derart geblendet? *Kopfschüttel* Na ja, wenigstens setzt er das Geld hier und da sinvoll ein. So ist das halt mit dem Mäzänentum, da entscheidet der Reiche was sinnvoll ist und was nicht.
Da gibt's ja nun möglicherweise auch unterschiedliche Sichtweisen wo man am besten mit der Philantropie anfängt und ich kann die Überlegung, dass die tödliche Malaria in armen Ländern noch höhere Priorität genießt als die US-Krankenversicherungsproblematik durchaus nachvollziehen.
Nicht einmal Bill Gates hätte genug Geld um alle Probleme der Welt im Alleingang anzugehen, ich hoffe immer dass diejenigen die an solchem Engagement noch rummäkeln können selbst (natürlich im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten) mindestens genauso viel leisten...
>Na ja, wenigstens setzt er das Geld hier und da sinvoll ein
Sie geben ja schon die richtige Antwort. Amerika ist im Verhältnis zu Afrika steinreich. Selbst der einfachste Amerikaner, der auf Essensmarken lebt, hat eine bessere Lebenserwartung als der durchschnittliche Schwarzafrikaner, der mit 5 Jahren bereits an Malaria stirbt.
Wir sollten aufhören uns selbst zu bemitleiden und mit dem Finger ständig auf Andere zu zeigen.
Im Gegensatz zu anderen "Krankheiten", die sich westliche Gesellschaften einbilden, ist Malaria eine, an deren Erforschung finanziell zu lange gezögert wurde. Woran das wohl lag? Womöglich daran, dass Viagra, etc. ein wenig kaufkräftigere Schichten ansprach...
Da gibt's ja nun möglicherweise auch unterschiedliche Sichtweisen wo man am besten mit der Philantropie anfängt und ich kann die Überlegung, dass die tödliche Malaria in armen Ländern noch höhere Priorität genießt als die US-Krankenversicherungsproblematik durchaus nachvollziehen.
Nicht einmal Bill Gates hätte genug Geld um alle Probleme der Welt im Alleingang anzugehen, ich hoffe immer dass diejenigen die an solchem Engagement noch rummäkeln können selbst (natürlich im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten) mindestens genauso viel leisten...
>Na ja, wenigstens setzt er das Geld hier und da sinvoll ein
Sie geben ja schon die richtige Antwort. Amerika ist im Verhältnis zu Afrika steinreich. Selbst der einfachste Amerikaner, der auf Essensmarken lebt, hat eine bessere Lebenserwartung als der durchschnittliche Schwarzafrikaner, der mit 5 Jahren bereits an Malaria stirbt.
Wir sollten aufhören uns selbst zu bemitleiden und mit dem Finger ständig auf Andere zu zeigen.
Im Gegensatz zu anderen "Krankheiten", die sich westliche Gesellschaften einbilden, ist Malaria eine, an deren Erforschung finanziell zu lange gezögert wurde. Woran das wohl lag? Womöglich daran, dass Viagra, etc. ein wenig kaufkräftigere Schichten ansprach...
Da gibt's ja nun möglicherweise auch unterschiedliche Sichtweisen wo man am besten mit der Philantropie anfängt und ich kann die Überlegung, dass die tödliche Malaria in armen Ländern noch höhere Priorität genießt als die US-Krankenversicherungsproblematik durchaus nachvollziehen.
Nicht einmal Bill Gates hätte genug Geld um alle Probleme der Welt im Alleingang anzugehen, ich hoffe immer dass diejenigen die an solchem Engagement noch rummäkeln können selbst (natürlich im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten) mindestens genauso viel leisten...
>Na ja, wenigstens setzt er das Geld hier und da sinvoll ein
Sie geben ja schon die richtige Antwort. Amerika ist im Verhältnis zu Afrika steinreich. Selbst der einfachste Amerikaner, der auf Essensmarken lebt, hat eine bessere Lebenserwartung als der durchschnittliche Schwarzafrikaner, der mit 5 Jahren bereits an Malaria stirbt.
Wir sollten aufhören uns selbst zu bemitleiden und mit dem Finger ständig auf Andere zu zeigen.
Im Gegensatz zu anderen "Krankheiten", die sich westliche Gesellschaften einbilden, ist Malaria eine, an deren Erforschung finanziell zu lange gezögert wurde. Woran das wohl lag? Womöglich daran, dass Viagra, etc. ein wenig kaufkräftigere Schichten ansprach...
häää? Es gibt ne Malaria-Impfung! Sie ist nur...wie soll ich sagen...sie ist nicht ganz ungefährlich. Das ist jedenfalls das was ich mal von jemandem gehört habe, der als Arzt nach Afrika gereist ist um dort in einem Krankenhaus mitzuhelfen. Vielleich tvertu ich mich auch.
Jedenfalls, finde ich es witzlos wenn jeman dmit einem Vermöge, wovon ein ganzes afrikanisches Land jahrzehnte auskommen kann, damit prahlt wie viel er doch hilft.
Gates musste früher sehr viel öffentliche Kritik dafür einstecken, dass er beim Spenden hinter seinen finanziellen Möglichkeiten zurückgeblieben ist. Sieht aus als kann man es manchen einfach nicht recht machen, man hat soviel Geld, "wovon ein ganzes afrikanisches Land jahrzehnte auskommen kann", spendet man davon jedoch ein gutes Drittel, dann "prahlt [er] wie viel er doch hilft."
Ich gehe davon aus, dass Sie auch ein Drittel Ihres Vermögens gespendet haben und das für Zwecke die über jeden Zweifel erhaben besser sind als Malariabekämpfung?
Gates musste früher sehr viel öffentliche Kritik dafür einstecken, dass er beim Spenden hinter seinen finanziellen Möglichkeiten zurückgeblieben ist. Sieht aus als kann man es manchen einfach nicht recht machen, man hat soviel Geld, "wovon ein ganzes afrikanisches Land jahrzehnte auskommen kann", spendet man davon jedoch ein gutes Drittel, dann "prahlt [er] wie viel er doch hilft."
Ich gehe davon aus, dass Sie auch ein Drittel Ihres Vermögens gespendet haben und das für Zwecke die über jeden Zweifel erhaben besser sind als Malariabekämpfung?
Gates musste früher sehr viel öffentliche Kritik dafür einstecken, dass er beim Spenden hinter seinen finanziellen Möglichkeiten zurückgeblieben ist. Sieht aus als kann man es manchen einfach nicht recht machen, man hat soviel Geld, "wovon ein ganzes afrikanisches Land jahrzehnte auskommen kann", spendet man davon jedoch ein gutes Drittel, dann "prahlt [er] wie viel er doch hilft."
Ich gehe davon aus, dass Sie auch ein Drittel Ihres Vermögens gespendet haben und das für Zwecke die über jeden Zweifel erhaben besser sind als Malariabekämpfung?
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