Streiks im öffentlichen Dienst Gutes Geld für guten Service vom Staat
Ver.di will, dass der Staat mehr in den öffentlichen Dienst investiert – eine gute Idee.
© Miguel Villagran/Getty Images

Vor einem Jahr rief ver.di ebenfalls zu Streiks im öffentlichen Dienst auf, wie hier in Nürnberg
Nicht schon wieder! Die Gewerkschaft ver.di lässt die Muskeln spielen. Und das, worauf in Deutschland normalerweise Verlass ist, gerät aus den Fugen. Bleibt der Kindergarten geöffnet? Wann werden die Mülltonnen endlich geleert? Wie komme ich pünktlich zur Arbeit, falls der Bus nicht fährt? Die Menschen sind besorgt. Ver.di hat zu Warnstreiks aufgerufen.
Die Gewerkschaft verhandelt derzeit mit dem Bund und den Kommunen über die Gehälter von deren Angestellten. Wie üblich schalten beide Seiten dabei erstmal auf stur. Die Arbeitgeber haben auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot auf den Tisch gelegt; diese Taktik gleicht schon einem Ritual. Und ver.di hat sich angewöhnt, darauf harsch zu reagieren. Seit den Tarifverhandlungen von 2006, als der öffentliche Dienst 16 Wochen lang streikte, nutzt die Gewerkschaft gern ihr Drohpotenzial.
Die Forderung, mit der die Gewerkschaft auch in die dritte Verhandlungsrunde von Donnerstag kommender Woche an geht, lautet: plus fünf Prozent. Kein Wunder, dass es da den Arbeitgebern die Sprache verschlägt, könnte man denken. Das klingt unverschämt in Zeiten der Krise, wo die Menschen vielerorts um ihren Arbeitsplatz fürchten. Ver.di entgegnet, es ginge auch um eine Art Konjunkturpaket. Mehr Geld für die Mitarbeiter bedeute mehr Kaufkraft, also Rückenwind für die Wirtschaft. Nur: Warum sollen ausgerechnet die Beschäftigten im öffentlichen Dienst künftig viel mehr kaufen können? Das leuchtet auch bei den Hoteliers nicht ein.
Die Kommunen auf der anderen Seite des Verhandlungstischs haben nichts zu verschenken. Sie haben bereits 120 Milliarden Euro Schulden aufgetürmt, wegen der Krise sind ihnen nun auch noch die Einnahmen weggebrochen. Sie sind finanziell am Ende. Dass da keine üppige Gehaltserhöhung möglich ist für ihre 1,15 Millionen Mitarbeiter, das weiß auch die Gewerkschaft. So verbirgt sich hinter deren Fünf-Prozent-Ziel eine komplizierte Rechnung, bei der sich verschiedenste Faktoren zu einer Zahl summieren. Über die eigentliche Lohnerhöhung sagt es nichts.
Ein Teil des geforderten Aufschlags resultiert aus einem Vorschlag, der auch und gerade in der Krise sinnvoll ist. Ver.di möchte, dass die auslaufende Altersteilzeitregelung verlängert wird. In der Wirtschaft haben sich solche Möglichkeiten nicht bewährt. Dort haben sich viele Unternehmen auf diese Art der älteren Mitarbeiter entledigt; in zwei von fünf Betrieben gibt es überhaupt niemanden mehr, der älter als 50 Jahre alt ist. Doch im öffentlichen Dienst ist das ganz anders: Er ist überaltert. Seit 20 Jahren werden dort massiv Stellen gestrichen, nahezu jeder dritte Arbeitsplatz ist weggefallen. Es wurde also kaum noch Nachwuchs eingestellt. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten beträgt annähernd 50 Jahre.
Jetzt fordert ver.di, die Alten weiterhin früher gehen zu lassen – und sie durch Auszubildende zu ersetzen, für die es eine Übernahmegarantie geben soll, anstatt sie in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Die öffentlichen Arbeitgeber kontern, die demografische Entwicklung lasse eine neue Altersregelung nicht zu. In Bezug auf die Wirtschaft wäre das Argument richtig. Doch in ihrem eigenen Bereich ist das Gegenteil der Fall.
Schon Mitte dieses Jahrzehnts wird die Zahl der Schulabgänger massiv schrumpfen. Und die Kommunen wären gut beraten, ihren jetzt ausgebildeten Nachwuchs zu halten. Denn es ist fraglich, wie attraktiv die Arbeit im öffentlichen Dienst für junge Leute noch sein wird, wenn es der Wirtschaft wieder an Lehrlingen mangelt. Verwaltungsangestellter ist ein Beruf mit wenig Appeal, Kindergärtnerinnen und Krankenschwestern werden schon heute rar. Sie alle sind nicht üppig bezahlt, und daran wird sich so bald nichts ändern. Die demografische Entwicklung könnte also dafür sprechen, den öffentlichen Dienst schon jetzt zu verjüngen, bevor das immer schwieriger wird.
- Datum 03.02.2010 - 11:01 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 04.02.2010 Nr. 06
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Hab ich üüüüberhaupt nix dagegen, wenn ich nicht die Pulle auffüllen soll.
Gegenfinanziert werden muss jedoch jede Erhöhung.
Es könnte ja sein, das der eine oder die andere, welche sowieso keine Steuern zahlen meinen, geht mich nichts an. "Die Reichen" sollen dann halt mehr bezahlen.
So wird das aber leidel nicht funktionieren! Die Kommunen müssen die Mehrkosten über ihre eigenen Einnahmen finanzieren. Mehr Geld für Müllfahrer- höhere Müllgebühren, mehr Geld für Politessen- höhere Parkgebühren.
Grundsteuer können die Kommunen auch erhöhen. Das geht dann übrigens auch nicht danach ob dort die alte Oma mit Minirente oder eine Transferempfängerfamilie lebt, sondern nach Grundstücksgröße.
...werden muss jede Lohnerh??hung. Wenn sich der Polizist ein neues Auto kauft, finanziert er die Lohnerh??hung bei VW, wenn der Lehrer im Supermarkt einkauft, die bei den Verk??ufern im Supermarkt.
Der ??ffentliche Dienst arbeitet f??r alle, auch wenn einige meinen, er sei ??berfl??ssig. Also m??ssen wohl auch alle die Lohnerh??hungen finanzieren. Seltsamerweise findet jeder seine eigenen Erh??hungen zu gering, die der anderen, die er dann bezahlen muss, zu hoch.
...werden muss jede Lohnerh??hung. Wenn sich der Polizist ein neues Auto kauft, finanziert er die Lohnerh??hung bei VW, wenn der Lehrer im Supermarkt einkauft, die bei den Verk??ufern im Supermarkt.
Der ??ffentliche Dienst arbeitet f??r alle, auch wenn einige meinen, er sei ??berfl??ssig. Also m??ssen wohl auch alle die Lohnerh??hungen finanzieren. Seltsamerweise findet jeder seine eigenen Erh??hungen zu gering, die der anderen, die er dann bezahlen muss, zu hoch.
...werden muss jede Lohnerh??hung. Wenn sich der Polizist ein neues Auto kauft, finanziert er die Lohnerh??hung bei VW, wenn der Lehrer im Supermarkt einkauft, die bei den Verk??ufern im Supermarkt.
Der ??ffentliche Dienst arbeitet f??r alle, auch wenn einige meinen, er sei ??berfl??ssig. Also m??ssen wohl auch alle die Lohnerh??hungen finanzieren. Seltsamerweise findet jeder seine eigenen Erh??hungen zu gering, die der anderen, die er dann bezahlen muss, zu hoch.
...die öffentlichen Bediensteten würden eine Arbeitsplatzgaratie haben, weil sie weniger verdienten als andere Arbeitnehmer. Jetzt verdienen sie mehr als selbst die Selbstständigen und haben noch immer die Garantien.
nur leider vollkommen falsch. Die Behörde, die mich beschäftigt, hat seit Jahren immer größere Probleme, Ingenieure zu bekommen, die "draußen" auch schon mal das Doppelte verdienen.
Mich als Chemiker hat der öffentliche Dienst nur in einer Zeit einstellen können, als alle Chemiker Pharmaberater werden mußten. Heute sieht das schon ganz anders aus.
nur leider vollkommen falsch. Die Behörde, die mich beschäftigt, hat seit Jahren immer größere Probleme, Ingenieure zu bekommen, die "draußen" auch schon mal das Doppelte verdienen.
Mich als Chemiker hat der öffentliche Dienst nur in einer Zeit einstellen können, als alle Chemiker Pharmaberater werden mußten. Heute sieht das schon ganz anders aus.
Krankenschwestern /Pfleger leisten Übermenschliches in Deutschland.keine unserer etablierten Parteien nimmt sich
ihrer überzeugend an. Weder ein Herr Rösler , noch ein Herr
Gabriel , Verdi na ja überzeugt auch nicht. Ich denke es handelt sich um ein gesellschaftliches Phänomen.
Müllmänner, Krankenschwestern, Polizisten sie müssen in der Opferrolle verharren, sonst gibt es keine Vorzeigeopfer
mehr. das sind Fakten
"Seit Jahren sparen die Kommunen notgedrungen beim Personal."
Nicht nur das.
Sie verscherbeln auch Ihr Tafelssilber.
http://www.zeit.de/2009/1...
Die Gewerkschaft kümmert sich um die, die hohe Mitgliedsbeiträge zahlen - können und lässt andere Mitglieder im Stich. Millionen Bürger müssen in Hartz4Verhältnissen am Existenzminimum leben und arbeiten. Es fehle Geld für Stellen im Öffentlichen Beschäftigungsektor, so dass Bürger Hartz4Verhältnisse durch Arbeitsleistungen verlassen könnten.
nur leider vollkommen falsch. Die Behörde, die mich beschäftigt, hat seit Jahren immer größere Probleme, Ingenieure zu bekommen, die "draußen" auch schon mal das Doppelte verdienen.
Mich als Chemiker hat der öffentliche Dienst nur in einer Zeit einstellen können, als alle Chemiker Pharmaberater werden mußten. Heute sieht das schon ganz anders aus.
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