Atomkraft-DebatteEinfach mal abschalten

Die neue Debatte um die Kernkraft ist erst der Anfang. Schwarz-Gelb beginnt zu ahnen, dass der Ausstieg aus dem Ausstieg schwer wird

Die Kanzlerin kennt das Papier. Der Vizekanzler auch. Nur die Öffentlichkeit weiß bis heute nicht, was zwei CDU-Ministerpräsidenten drei Tage nach der Bundestagswahl aufschrieben: dass die von Union und FDP im Wahlkampf propagierte Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke sehr schwierig werden dürfte.

25 Seiten umfasst das Strategie- und Schrittfolgepapier Kernenergie , das Günther Oettinger und Roland Koch am 30. September 2009 ans Kanzleramt schicken. In ihrem Anschreiben (»Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Angela«) betonen die Länderchefs von Baden-Württemberg und Hessen, dass man »umfangreiche rechtliche Regelungen und Vereinbarungen« brauche, um das energiepolitische Wahlziel von Schwarz-Gelb zu erreichen – die Atommeiler länger am Netz zu lassen und im Gegenzug einen Anteil der entstehenden Extragewinne für öffentliche Aufgaben zu nutzen.

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Auf »400 bis 800 Millionen Euro pro Anlage für jedes zusätzliche Jahr Laufzeit« beziffern Oettinger und Koch die zusätzlichen Gewinne der Kraftwerksbetreiber. »Schwer vorstellbar« sei jedoch, die geplante Laufzeitverlängerung mit einer »verbindlichen Verpflichtung zur Senkung der Strompreise« zu verknüpfen. Es verwundert nicht, dass sich Oettinger – inzwischen EU-Kommissar in Brüssel – und Koch zu jenem Zeitpunkt im Herbst intensiv mit der Zukunft der Kernkraft beschäftigen: Jene zwei Meiler, die nach der Arithmetik des Atomgesetzes als Nächstes stillgelegt werden müssten, stehen in Baden-Württemberg (Neckarwestheim I) und Hessen (Biblis A).

Verwunderlich ist nur, dass Roland Koch heute, drei Monate nach seinem Brief an die Kanzlerin, von möglichen Problemen bei der Laufzeitverlängerung so recht nichts mehr wissen will.

Seit Anfang dieser Woche streitet die schwarz-gelbe Regierungskoalition über den richtigen Umgang mit der Atomkraft, und der Riss geht quer durch die Fraktionen. Ausgelöst hat diesen Streit Umweltminister Norbert Röttgen (CDU): Er warnte seine Partei per Zeitungsinterview davor, »gerade die Kernenergie zu einem Alleinstellungsmerkmal« zu machen. Dafür steckte Röttgen im CDU-Präsidium heftige Kritik ein, unter anderem von Roland Koch.

Tatsächlich versucht der Umweltminister seit Wochen, die Regierungsvereinbarungen möglichst weit auszulegen. Im Koalitionsvertrag hatten Union und FDP vereinbart, die Kernenergie als »Brückentechnologie« zu nutzen, »bis sie durch erneuerbare Energien verlässlich ersetzt werden kann«. Die Regierung sei bereit, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke zu verlängern. Nun sagt Röttgen als erster Unionspolitiker überhaupt, was das sperrige Wort von der »Brückentechnologie« wirklich bedeutet: dass die Atomkraft in diesem Land keine große Zukunft hat. Ausgerechnet der CDU-Umweltminister treibt ein urgrünes Projekt voran.

Es ist ein offener Affront gegen den Koalitionspartner FDP und gegen Teile der eigenen Partei. Und es passt zum seltsamen Erscheinungsbild dieser zerstrittenen Regierung, dass man jetzt auch über den richtigen Umgang mit der Kernkraft diskutiert. Die Bezeichnung »Schwarz-Gelb« war ursprünglich mal ein Kampfbegriff der Grünen, der die Nähe von Union und FDP zur Atomindustrie untermalen sollte. Und nun? Kann sich die Atomindustrie nicht einmal mehr auf ihre Wunschregierung verlassen.

Leserkommentare
  1. Ich habe noch keine Quelle gefunden, aber es ist doch sicher schon berechnet worden wie viel Plutonium und andere radioaktive Stoffe bis zum Ende der Laufzeit nach der geltenden Gesetzeslage erzeugt sein werden. Für die Behandlung dieser Stoffe muß Deutschland in jedem Falle eine Lösung finden. Und das wird schon schwierig genug werden.

    Deshalb gehört es für mich zur Redlichkeit der Verlängerungs-Debatte, auch darüber zu sprechen, um welche Menge sich der "Müllberg" vergrößert, wenn die Kraftwerke "20 x" Jahre länger laufen.

    Sollte jemand meinen, da wir sowie ein Lager brauchen kommt es auf die Menge nicht so an, der sollte mal nach Asse schauen: die Verantwortlichen dort wären gottfroh, wenn sie nur 50 000 und keine 100 000 Fässer "aufräumen" müssten.

    • Hugo14
    • 13.02.2010 um 19:19 Uhr
    2. Egal

    womit Deutschland künftig seinen Strom erzeugt,
    wenn Röttgen damit ein Zeichen gesetzt hat,dass
    Gelb (Mövenpick) auch durch Grün ersetzt werden kann,
    ist dass schon mal positiv.
    Ich mag diese gelben Dauergrinser mit ihren unsäglichen
    Politik nicht mehr sehen und hoffe auf ein platzen
    der Koalition mit den Hütchenspielern.

  2. Ich verfolge diese Diskussion aus dem Ausland - sie ist schwachsinnig. Das erkennt man daran, dass ein schnellstmoeglicher Ausstieg aus Kohle und Gas nirgends vorkommt. Ich sage "Kohlekraft - nein danke !" und "Gazprom ? - nein danke". Da die Erneuerbaren mit dem zu erwartenden Bedarfswachstum nicht mithalten koennen (Elektro-Autos), werden zwangslaeufig mehr Kohle und Gas verbrannt. Das Endlager fuer den Restmuell soll in diesem Fall die Atmosphaere sein.

    Die einzige Technologie, die uns innerhalb von 15 Jahren den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen ermoeglichen wird ist die Kernkraft. Alles andere (offshore Windpark, Schwungraeder, Desertec) wird frueher oder spaeter eine Kostenexplosion und Verzoegerung erleben, die immer dann auftritt, wenn man voellig neue Technologien schnell ausbaut. Wir haben diese Zeit und das Geld nicht mehr. Die Welt setzt ohnehin auf Kernenergie.

    Ein Wort zum nuklearen "Abfall": soetwas gibt es nicht wirklich. All das zwischengelagerte Material wird irgendwann als wertvolle Ressource genutzt werden. Plutonium ist kein Abfall sondern Brennstoff. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weltweit eine neue Generation von Brutreaktoren (schnell sowie thermisch) gebaut wird. Thorium ist uebrigens ein noch besser geeigneter Brennstoff als Uran, in entsprechenden Reaktoren. Fuers erste sollten aber in Deutschland die neuesten Reaktoren der Generation III gebaut werden, also der EPR von Areva oder AP1000 von Westinghouse.

    Atomkraft - Ja bitte !!!

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    wahrscheinlich weit weg von reaktoren&endlagern.
    sagen sie doch einfach mal, wie nah Sie dran sind an dem schauplatz eines möglichen GAUs.

    hilfreich wäre auch, wes' brot Sie essen

    • Neelix
    • 14.02.2010 um 10:27 Uhr

    Ein interessanter Gedanke. Es ist ja auch das Prinzip der Natur: des einen Abfall ist des anderen Energie (Photosynthese/Atmung). Vor Urzeiten wurde die Atmosphäre mit Sauerstoff als Apfallprodukt "verseucht" ... woraufhin sich die Lebensformen entwickelt haben, die wir heute Dankbar um Sauerstoff sind.

    Warum also nicht daran arbeiten, den heutigen "Atommüll" künftig als Energiequelle zu entdecken. – Zwischenzeitlich muß maximale SIcherheit gewährleistet werden.

    Ach ja: jeder Furz wird EU-weit geregelt, jetzt denkt die EU schon über eine überstaatliche Wirtschaftspolitik nach. Aber bei dieser wichtigen Energiefrage will die BRD einen Alleingang machen? Und am Ende womöglich den Strom aus minderwertigen Ostblock-AKWs teuer importieren weil die häßlichen Windparks nicht reichen?

    "Die einzige Technologie, die uns innerhalb von 15 Jahren den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen ermoeglichen wird".
    Natürlich haben Sie recht, dass für Stein- und insbesondere Braunkohle das Endlager die Athmosphäre ist. Aber deshalb plädieren Sie für Atomenergie? Weil diese, mit Abbau, Transport und Aufbereitung von Uran und Konsorten genau so viel CO2 verursachen wie Steinkohle? Ist ja verständlich, dass das die Lobbyisten nicht sagen, wollen ihr "Produkt" ja gut verkaufen. Aber, wie gesagt, von den CO2-Ausstoßwerten her steht die Atom- der Kohleenergie in nichts nach.

    Und zu Asse: Ich wohne in Braunschweig, und somit liegen auch Fässer unter meinem Haus, und ich habe nunmal keine Lust belastetes Grundwasser zu haben - aber das wird Ihnen außerhalb Deutschlands egal sein können.
    Außerdem ist die Lagerung des Atommülls nicht bis schlecht geregelt, weil die Energiekonzerne Druck auf die Politik machen, die dann auch brav nachgeben. Am Beispiel Asse passierte das schon 1967, dass die Konzerne es durchdrückten, dass man immer mehr, immer belasteteren Müll in Asse reinschoben.

    wahrscheinlich weit weg von reaktoren&endlagern.
    sagen sie doch einfach mal, wie nah Sie dran sind an dem schauplatz eines möglichen GAUs.

    hilfreich wäre auch, wes' brot Sie essen

    • Neelix
    • 14.02.2010 um 10:27 Uhr

    Ein interessanter Gedanke. Es ist ja auch das Prinzip der Natur: des einen Abfall ist des anderen Energie (Photosynthese/Atmung). Vor Urzeiten wurde die Atmosphäre mit Sauerstoff als Apfallprodukt "verseucht" ... woraufhin sich die Lebensformen entwickelt haben, die wir heute Dankbar um Sauerstoff sind.

    Warum also nicht daran arbeiten, den heutigen "Atommüll" künftig als Energiequelle zu entdecken. – Zwischenzeitlich muß maximale SIcherheit gewährleistet werden.

    Ach ja: jeder Furz wird EU-weit geregelt, jetzt denkt die EU schon über eine überstaatliche Wirtschaftspolitik nach. Aber bei dieser wichtigen Energiefrage will die BRD einen Alleingang machen? Und am Ende womöglich den Strom aus minderwertigen Ostblock-AKWs teuer importieren weil die häßlichen Windparks nicht reichen?

    "Die einzige Technologie, die uns innerhalb von 15 Jahren den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen ermoeglichen wird".
    Natürlich haben Sie recht, dass für Stein- und insbesondere Braunkohle das Endlager die Athmosphäre ist. Aber deshalb plädieren Sie für Atomenergie? Weil diese, mit Abbau, Transport und Aufbereitung von Uran und Konsorten genau so viel CO2 verursachen wie Steinkohle? Ist ja verständlich, dass das die Lobbyisten nicht sagen, wollen ihr "Produkt" ja gut verkaufen. Aber, wie gesagt, von den CO2-Ausstoßwerten her steht die Atom- der Kohleenergie in nichts nach.

    Und zu Asse: Ich wohne in Braunschweig, und somit liegen auch Fässer unter meinem Haus, und ich habe nunmal keine Lust belastetes Grundwasser zu haben - aber das wird Ihnen außerhalb Deutschlands egal sein können.
    Außerdem ist die Lagerung des Atommülls nicht bis schlecht geregelt, weil die Energiekonzerne Druck auf die Politik machen, die dann auch brav nachgeben. Am Beispiel Asse passierte das schon 1967, dass die Konzerne es durchdrückten, dass man immer mehr, immer belasteteren Müll in Asse reinschoben.

    • huhi
    • 13.02.2010 um 20:11 Uhr

    Es ist unerträglich, wie Herr Vorholz mal wieder versucht, die Kernkraft zu diskreditieren.
    Mag mag ja zu den politischen Büttenreden stehen, wie man will.
    Aber schreiben Sie doch mal einen Artikel darüber, Herr Vorholz, ob:
    - Deutschland in der EU und weltweit weitgehend isoliert in der Kernenergiefrage dasteht und warum scheinbar alle anderen die Deppen sind
    - die Grünen durch Subventionen Deutschland mit Solarmodulen zupflastern wollen, um dadurch als leuchtendes Beispiel der Weltgemeinschaft zu gelten, oder ob selbst dort das Kopfweh eingesetzt hat (Kosten-Nutzen-schon mal was davon gehört...?)
    - selbst redakteure der Zeit sogar das Argument brachten, auch Kernenergie sei ja CO-2 belastet, dieses von Kernkraftgegnern anfangs bemühte Argument dann aber angesichts der Lächerlichkeit schnell eingemottet haben
    - keine rationale Diskussion über Kernkraft in Deutschland möglich ist und das Risiko der Technologie wertfrei dikutiert wird (relativ zur schmutzigen Kohle und zur teuren regenerativen Energie

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    • Crest
    • 13.02.2010 um 21:33 Uhr

    Als Jahrgang 53 wurde er intellektuell sozialisiert in der Zeit der Brokdorf und Gronde Demonstrationen und ist hiervon - so muss man annehmen - irreversibel geprägt worden (so wie die Graugänse von Konrad Lorenz).

    Vorholz ist also ein "dickes Brett".

    Fangen wir deshalb an zu bohren und lassen uns erst gar nicht auf gewisse Diskussionen ein (oder wenn, dann nur am Rande) etwa: dass die Atomkraftwerke wegen des Klimaschutzes oder der Energiesicherheit länger am Netz bleiben müssten.

    Kernenergie empfiehlt sich nicht als Brückentechnologie, nicht aus Gründen des Klimaschutzes, usw. usw. sondern als die natürlichste Energie des Kosmos.

    Ein Soziologe und Finanzwissenschaftler hat da vermutlich einen unvollständigen Blick und unterliegt dem Risiko einer falschen emotionalen Empfindung.

    Dennoch würde ich von einem Finanzwissenschaftler und Volkswirt erwarten, dass er zumindest in der Lage ist, die wirtschaftlichen Gründe, die einer Nutzung der Kernkraft entgegenstehen, mit eigenen Worten plausibel zu skizzieren und nicht das eigene Denken an eine Studie der Citibank zu delegieren.

    Um nicht missverstanden zu werden: vielleicht hat die Citibank ja recht. Vielleicht aber auch nicht. Die professionellen Ratingagenturen hätten bei Lehmans auch recht haben können.

    In jedem Fall ist es intellektuell rührend, wie Vorholz mit dem Argumentverstärker "ideologisch unverdächtig" operiert.

    Aber so ist er.

    Herzlichst Crest

    • Crest
    • 13.02.2010 um 21:33 Uhr

    Als Jahrgang 53 wurde er intellektuell sozialisiert in der Zeit der Brokdorf und Gronde Demonstrationen und ist hiervon - so muss man annehmen - irreversibel geprägt worden (so wie die Graugänse von Konrad Lorenz).

    Vorholz ist also ein "dickes Brett".

    Fangen wir deshalb an zu bohren und lassen uns erst gar nicht auf gewisse Diskussionen ein (oder wenn, dann nur am Rande) etwa: dass die Atomkraftwerke wegen des Klimaschutzes oder der Energiesicherheit länger am Netz bleiben müssten.

    Kernenergie empfiehlt sich nicht als Brückentechnologie, nicht aus Gründen des Klimaschutzes, usw. usw. sondern als die natürlichste Energie des Kosmos.

    Ein Soziologe und Finanzwissenschaftler hat da vermutlich einen unvollständigen Blick und unterliegt dem Risiko einer falschen emotionalen Empfindung.

    Dennoch würde ich von einem Finanzwissenschaftler und Volkswirt erwarten, dass er zumindest in der Lage ist, die wirtschaftlichen Gründe, die einer Nutzung der Kernkraft entgegenstehen, mit eigenen Worten plausibel zu skizzieren und nicht das eigene Denken an eine Studie der Citibank zu delegieren.

    Um nicht missverstanden zu werden: vielleicht hat die Citibank ja recht. Vielleicht aber auch nicht. Die professionellen Ratingagenturen hätten bei Lehmans auch recht haben können.

    In jedem Fall ist es intellektuell rührend, wie Vorholz mit dem Argumentverstärker "ideologisch unverdächtig" operiert.

    Aber so ist er.

    Herzlichst Crest

  3. wahrscheinlich weit weg von reaktoren&endlagern.
    sagen sie doch einfach mal, wie nah Sie dran sind an dem schauplatz eines möglichen GAUs.

    hilfreich wäre auch, wes' brot Sie essen

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    @fracaso:
    Aus Canada, Heimat der beliebten und vielseitigen CANDU Reaktoren, von denen weltweit neue gebaut und geplant werden.

    @Gibraltar
    EPR ein Ladenhueter ? Wohl kaum, denn schon die bisherigen Planungen sehen so aus: China 2, Frankreich 3, GB 4, USA 4-6, Indien 2, Italien 4, .... Litauen denkt noch nach, entweder 2 EPR oder sonst russische Reaktoren. Das ist erst der Anfang.

    @Crest
    Richtig, keine Brueckentechnologie, sondern DIE Zukunftstechnologie fuer das 21. Jahrhundert.

    Frankreich bezieht den grössten Teil seiner elektrischen Energie aus Kernkraft nutzbringend für die Volkswirtschaft und gewinnbringend für die EDF. Hier kommt niemand auf die dümmliche Idee, wieder Kohlekraftwerke, Windräder zur Verunstaltung der Landschaft oder Solarkollektoren zur Bedachung der Häuser zu verwenden. Frankreich kann es sich leisten, Strom zu exportieren und auf Gasimport aus Russland weitgehend zu verzichten.
    NEIN-Sagen zu Kernkraft und Kohlekraft ist schnell getan, aber man hört keine konstruktiven Vorschläge von diesen ideologischen "Spinnern", wie denn die wachsende Grundlast in Deutschland gedeckt werden soll.
    Also: Erweitern sie ihren Horizont und machen dann konkrete Lösungsvorschläge !
    P.S. wir wohnen in der Nähe eines Kernkraftwerkes und haben schon ein beträchtliches Alter erreicht. (Das zu ihrer Beruhigung)

    @fracaso:
    Aus Canada, Heimat der beliebten und vielseitigen CANDU Reaktoren, von denen weltweit neue gebaut und geplant werden.

    @Gibraltar
    EPR ein Ladenhueter ? Wohl kaum, denn schon die bisherigen Planungen sehen so aus: China 2, Frankreich 3, GB 4, USA 4-6, Indien 2, Italien 4, .... Litauen denkt noch nach, entweder 2 EPR oder sonst russische Reaktoren. Das ist erst der Anfang.

    @Crest
    Richtig, keine Brueckentechnologie, sondern DIE Zukunftstechnologie fuer das 21. Jahrhundert.

    Frankreich bezieht den grössten Teil seiner elektrischen Energie aus Kernkraft nutzbringend für die Volkswirtschaft und gewinnbringend für die EDF. Hier kommt niemand auf die dümmliche Idee, wieder Kohlekraftwerke, Windräder zur Verunstaltung der Landschaft oder Solarkollektoren zur Bedachung der Häuser zu verwenden. Frankreich kann es sich leisten, Strom zu exportieren und auf Gasimport aus Russland weitgehend zu verzichten.
    NEIN-Sagen zu Kernkraft und Kohlekraft ist schnell getan, aber man hört keine konstruktiven Vorschläge von diesen ideologischen "Spinnern", wie denn die wachsende Grundlast in Deutschland gedeckt werden soll.
    Also: Erweitern sie ihren Horizont und machen dann konkrete Lösungsvorschläge !
    P.S. wir wohnen in der Nähe eines Kernkraftwerkes und haben schon ein beträchtliches Alter erreicht. (Das zu ihrer Beruhigung)

  4. Ob eine rationale Diskussion über Kernkraft möglich ist? Von mir aus schon, ich schreibe immer sachlich. Es wäre jedoch überzeugender wenn auch Sie als Befürworter der Kernenergie dabei mitmachen würden: Die Diskussion darüber "ist schwachsinnig" schreibt TRKdirect. Bei huhi lesen wir von "Büttenreden", "Deppen", "Kopfweh". Wer zu rationaler Diskussion aufruft sollte sich doch bitteschön auch selbst darum bemühen.

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    • Crest
    • 13.02.2010 um 21:42 Uhr

    Sie sprechen von "Müllberg". Auch das ist nicht "sachlich" sondern wertend. Gestatten wir also auch den Mitdiskutanten des Privileg einer wertenden Ausdrucksweise.

    Herzlichst Crest

    P.S.
    Es ist immer wieder erstaunlich, wie Kernkraftgegner ganz selbstverständlich den schweren Säbel zücken, und sich verwundert umschauen, wenn die andere Seite nicht mit einem leichten Florett anwortet.

    • Crest
    • 13.02.2010 um 21:42 Uhr

    Sie sprechen von "Müllberg". Auch das ist nicht "sachlich" sondern wertend. Gestatten wir also auch den Mitdiskutanten des Privileg einer wertenden Ausdrucksweise.

    Herzlichst Crest

    P.S.
    Es ist immer wieder erstaunlich, wie Kernkraftgegner ganz selbstverständlich den schweren Säbel zücken, und sich verwundert umschauen, wenn die andere Seite nicht mit einem leichten Florett anwortet.

  5. ... TRKdirect doch mal sagen, wie es in Finnland (Olkiluoto) mit dem ersten EPR und in der mit dem zweiten EPR in Frankreich (Flamanville) voran geht.

    Werden diese Reaktoren noch fertig, ja? Wie schauts mit dem in Finnland aus, nachdem dieser jetzt mal eben mehr als doppelt so teuer wird? 3 Jahre Bauverzögerung durch Pfusch am Bau... welch strahlende Zukunft. Auch der EPR in Frankreich ist bis jetzt um 2 Jahre hinter dem Zeitplan, sowie mal eben fast 1 Mrd. Euro teurer.

    Besonders witzig ist dabei, dass der EPR ein Ladenhüter ist und sich v.a. aufgrund von Sicherhheitsbedenken gar nicht gut verkauft.

    AKW wurden und werden nur mit massiver Staatsgarantie gebaut, weil diese Investitionen selbst für Multi-Milliarden-Konzerne hochriskant sind. Denn sie erwirtschaften erst nach 25 Jahren Profit und bis dahin kann so viel schiefgehen. Zum Beispiel Erneuerbare Energien, die immer günstiger werden und die Stromnetze gleichberechtigt belegen... und die Kalkulationen für die AKW kippen.

    Gleichzeitig steigen die Kosten für AKW immer weiter und es gibt immer weniger qualifiziertes Personal um AKW zu bauen. Wir könnte gar nicht mehr als ein AKW der 3. Generation pro Jahr bauen, selbst wenn man sich für diese Prestige-Projekte entscheiden würde. Glücklicherweise wird das Geld für Staatsgarantien immer knapper und viele AKW schaffen es erst gar nicht über die Planung hinaus. Deswegen kann nicht mal der Bestand an heutigen AKW erhalten werden.

    Bye bye, Renaissance der Atomenergie!

    • Crest
    • 13.02.2010 um 21:33 Uhr

    Als Jahrgang 53 wurde er intellektuell sozialisiert in der Zeit der Brokdorf und Gronde Demonstrationen und ist hiervon - so muss man annehmen - irreversibel geprägt worden (so wie die Graugänse von Konrad Lorenz).

    Vorholz ist also ein "dickes Brett".

    Fangen wir deshalb an zu bohren und lassen uns erst gar nicht auf gewisse Diskussionen ein (oder wenn, dann nur am Rande) etwa: dass die Atomkraftwerke wegen des Klimaschutzes oder der Energiesicherheit länger am Netz bleiben müssten.

    Kernenergie empfiehlt sich nicht als Brückentechnologie, nicht aus Gründen des Klimaschutzes, usw. usw. sondern als die natürlichste Energie des Kosmos.

    Ein Soziologe und Finanzwissenschaftler hat da vermutlich einen unvollständigen Blick und unterliegt dem Risiko einer falschen emotionalen Empfindung.

    Dennoch würde ich von einem Finanzwissenschaftler und Volkswirt erwarten, dass er zumindest in der Lage ist, die wirtschaftlichen Gründe, die einer Nutzung der Kernkraft entgegenstehen, mit eigenen Worten plausibel zu skizzieren und nicht das eigene Denken an eine Studie der Citibank zu delegieren.

    Um nicht missverstanden zu werden: vielleicht hat die Citibank ja recht. Vielleicht aber auch nicht. Die professionellen Ratingagenturen hätten bei Lehmans auch recht haben können.

    In jedem Fall ist es intellektuell rührend, wie Vorholz mit dem Argumentverstärker "ideologisch unverdächtig" operiert.

    Aber so ist er.

    Herzlichst Crest

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