Foursquare Check-in ohne Anstehen

Foursquare, ein neues iPhone-Programm, ortet für den Nutzer Restaurants und Geschäfte in der Nähe seines Aufenthaltsortes und verrät, welche Suppe man lieber meiden sollte.

»Hast du dich schon eingecheckt?«, fragte mich neulich abends ein Bekannter, als wir eine Bar betraten. Wie bitte, was? »Na, bist du eingecheckt?«, wiederholte er ungerührt – und deutete auf sein Handy. Erst jetzt dämmerte mir langsam, dass die Frage nichts mit der Lufthansa zu tun hatte, sondern mit einem neuen Programm auf seinem iPhone.

Foursquare, so wurde ich belehrt, verbreite sich derzeit so rasant, dass »Einchecken« bald genauso selbstverständlich zu unserem Grundwortschatz gehören werde wie »Einloggen«. Die Software gibt es auch für Blackberrys, webOS- und Android-Telefone, ihr Prinzip ist simpel: Mithilfe des GPS-Empfängers im Handy ermittelt sie den aktuellen Aufenthaltsort und listet sämtliche Bars, Restaurants, Geschäfte und Büros in der Nähe auf. Sobald man einen dieser Orte betritt, kann man das mit einem Klick auf den entsprechenden Eintrag alle befreundeten Foursquare-Nutzer wissen lassen – man »checkt sich ein«. Eine wunderbare Zeitvernichtungsmaschine für alle, die mit Facebook und Twitter noch nicht vollends ausgelastet sind!

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Das Ganze kann aber durchaus auch nützlich sein: Wer etwa allein unterwegs ist, kann mit einer 140-Zeichen-Mitteilung an alle anderen Benutzer vor Ort Kontakte knüpfen – »Schreien« heißt das im Foursquare-Slang. Wer über den Chef lästern will, kann dies in aller Stille tun – solange der noch nicht mitliest. Und wer im Restaurant sitzt, kann die anderen Gäste ganz diskret fragen, welches Gericht denn heute zu empfehlen ist.

Zugegebenermaßen wird es nach ein paar Tagen langweilig, sich ständig irgendwo einzuchecken – vor allem, weil die Nutzerzahl hierzulande noch bescheiden ist. Es lohnt aber immer dann, wenn andere einen Tipp am Schwarzen Brett eines Ortes hinterlassen haben, etwa: »Unbedingt die Tomatensuppe meiden, die schmeckt wie Spülwasser!« Dann sollte man in der Foursquare-Liste lieber nach einer Alternative suchen – und ganz schnell wieder auschecken.

 
Leser-Kommentare
  1. Moin, prima Idee, liefern wir also auch gleich der Werbe- und sonstigen Wirtschaft ein personalisiertes Bewegungsprofil nebst Sozialprofil und Konsumprofil. Fehlt nur noch eines von diesen (fast) perfekten Datamining-Terminals, das die Suppe auch gleich selbst ausschlürft, die wir uns damit einbrocken. Lang sind die Zeiten her, als es noch Widerstand gegen Volkszählungen gab; heute wird jede kleinste Kleinigkeit via Datenverbindungen aller Art protokolliert, werden Mengen an überflüssigen Nichtigkeiten zu lebensentscheidenden Highlights hochgelobt. Jeder (naja: fast jeder) will "in" sein, braucht diese Nichtigkeiten. Über den Wahrheitsgehalt der Dauerberieselung mit den Nichtigkeiten möchte ich lieber nicht nachdenken, vielleicht schmeckt die angesprochene Tomatensuppe doch ganz annehmbar, hat der digitale Freund ganz andere Motive. In der Welt des virtuellen Lebens der Nichtigkeiten wird ganz offensichtlich vollkommen vergessen, dass es eine reale Welt mit realen (und großen) Problemen gibt, die es zu lösen gilt. Da brauchen wir wirklich keine aufwändigen Lösungen für virtuelle Problemchen. Nur traurig, wenn der Mensch mit all der Technik es nicht mehr schafft, selbst zu erfahren, ob ihm die Suppe schmeckt; die Stadt gefällt, in der er sich bewegt und von der seine Lokalisationssoftware verraten hat, welche es gerade ist. Macht diese digitale Entwöhnung vom realen Leben eigentlich noch Spaß oder ist es am Ende nur noch ein Spaß-Surrogat?

    • Ranjit
    • 14.02.2010 um 18:27 Uhr

    Der Kurzartikel ließt sich eher wie eine Werbeanzeige für Foursquare, als wie ein wirklicher Artikel.
    Was mich aber stuzig macht, ist der Aufhänger:
    "...Foursquare, ein neues iPhone-Programm..."

    Super, denkt sich da derjenige, der nur die Unterüberschrift ließt: Ein weiterer Grund für ein I-Phone. Super was man damit (und nur damit) tun kann.

    Weiter unten:
    "Die Software gibt es auch für Blackberrys, webOS- und Android-Telefone"

    Damit ist Foursquare eher eine Cloud Anwendnung für aktuelle mobile Betriebssysteme. Oder kurz: " Foursquare, ein neuer Smartphone-Dienst..." (Das eigentliche "Programm" ist ja auf dem Server des Anbieters. Die Apps auf dem Handy sind nur Clients.)

    Nur mal so: Werdet ihr für Product-Placement bezahlt, oder war das nur ein unglücklicher Aufhänger?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    >Was mich aber stuzig macht, ist der Aufhänger:
    >"...Foursquare, ein neues iPhone-Programm..."

    Das ist wirklich bizarr. Ähnliches fällt mir in der ZEIT aber dauernd auf. Man könnte wirklich den Eindruck bekommen, die werden von Apple bezahlt.

    >Was mich aber stuzig macht, ist der Aufhänger:
    >"...Foursquare, ein neues iPhone-Programm..."

    Das ist wirklich bizarr. Ähnliches fällt mir in der ZEIT aber dauernd auf. Man könnte wirklich den Eindruck bekommen, die werden von Apple bezahlt.

    • diskus
    • 14.02.2010 um 18:32 Uhr

    Das ist ja mal eine nuetzliche Software! Sie sagt mir nicht nur, welche Kneipen sich in der Strasse befinden, in der ich gerade stehe, nein, sie sagt mir auch noch, welche Menschen in der Kneipe meiner Wahl noch neben mir sitzen! Und der Mann am Nachbartisch kann mir jetzt endlich ohne grosse Probleme zu verstehen geben, was er von seiner Suppe haelt.
    Also, ich finde augmented reality ja an sich auch ganz nett, aber diese(s?) App ist doch genauso nuetlich wie diese digitalen Barometer, die mir mit einer kleinen Digitalanzeige verraten, wie draussen gerade das Wetter ist!

    • wp
    • 14.02.2010 um 20:33 Uhr

    Das App wird genauso wie Twitter zu einem Werbetool verkommen. Würde mich nicht wundern, wenn die Lokalinhaber dann inkognito selbst Empfehlungen abgeben. Am Besten für ihre Ladenhüter, damit die rauskommen.

  2. >Was mich aber stuzig macht, ist der Aufhänger:
    >"...Foursquare, ein neues iPhone-Programm..."

    Das ist wirklich bizarr. Ähnliches fällt mir in der ZEIT aber dauernd auf. Man könnte wirklich den Eindruck bekommen, die werden von Apple bezahlt.

    Antwort auf "Product-Placement?"

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