ZEITmagazin Autotest Zu groß für die Familie
Iris Mainka fährt den Hyundai H-1 Travel 2.5 CRDi
© Hyundai

Koreanischer Bulli mit begrenzter Variabilität: Der Hyundai H-1 Travel
Bei diesem Achtsitzer ist der Vorgang des Ein steigens wörtlich zu nehmen: Man greift in Augenhöhe zum Haltegriff und schwingt sich hinauf wie Manni, Mike oder Andi auf den Bock ihres Vieltonners. Dann thront man am Steuer, ein bisschen beklommen ob der ungewohnten Länge von mehr als fünf Metern und der gefühlten Breite einer U-Bahn. Alles sehr zweckmäßig hier, klar, nüchtern, ohne Firlefanz.
Den Diesel starten – unkompliziert. Behutsam aus der Lücke kurbeln – na also. Der anfängliche Respekt vor der schieren Größe weicht bald einem souveränen Fahrgefühl mit Überblick. Ihr da unten, wir hier oben! Ganz schön flott, der Dicke. Besonders im zweiten Gang beschleunigt der H-1 Travel dank seiner 170 PS turboartig wie ein Kater, dem man auf den Schwanz getreten hat. Und beim U-Turn überrascht er durch einen Wendekreis, den ein Kleinwagen kaum enger ziehen könnte.
Was mag es für Gründe geben, tagaus, tagein als Privatperson mit einem Bus durch die Straßen zu fahren, der nicht nur acht ausgewachsene Personen, sondern für jeden Einzelnen hinter der Heckklappe noch eine Wasserkiste transportieren kann? Entweder man neigt zur Bildung morgendlicher Fahrgemeinschaften in heißen Gegenden. Oder man macht im Nebenjob den Shuttle-Service für ein Hotel.
Oder man nennt eine von-der-Leyen-artige Familie sein Eigen. Ausgerechnet in letzterem Fall erwiese sich der Koreaner als nicht ideal. Denn man spart zwar beim Kauf sehr familienfreundlich mehr als 5000 Euro im Vergleich zum traditionsreichen VW-Bus. Aber der Maxi-Van ist leider nur minimal variabel, was die wechselnden und wachsenden Bedürfnisse einer Großfamilie angeht.
Zum Beispiel lässt sich die mittlere Sitzreihe für drei Personen beim Einsteigen durch die Schiebetüren lediglich ein paar Zentimeter nach vorne oder hinten bewegen. Das schafft leider nicht genug Platz, um eben mal auf dem Weg zum Einkaufen den Kinderwagen des Jüngsten ohne Faltprozedur in der Mitte zu parken.
Oder angenommen, die Älteste zieht aus und möchte neben diversen Sonderangeboten eines schwedischen Möbelhauses auch den elterlichen Umzugsservice wahrnehmen – da kann die situationsbedingt labile Familienstimmung leicht kippen. Denn Matratze, Kommode, Gitarre, fünf Kisten, ein Koffer plus zwei Topfpflanzen wären kein Problem, wenn sich all die Rückenlehnen nicht nur neigen, sondern die Bänke sich ohne großen Aufwand herausnehmen ließen. Geht aber nicht. Wirklich sehr schade.
Iris Mainka ist Chefin vom Dienst der ZEIT
- Datum 12.02.2010 - 10:32 Uhr
- Serie Autotest
- Quelle ZEITmagazin, 11.02.2010 Nr. 07
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täuschen, aber so aktuell ist das Modell ja nicht mehr. Mir liegt ein Prospekt des H-1 vor das Stand August 2008 ist.
Da kommt sicher bald ein Nachfolgemodell und auf den bin ich schon gespannt.
Hyundai baut wirklich tolle Autos zum günstigen Preis.
Qualität und Verarbeitung stimmen!
wobei Kia fast noch einen Tick besser ist. Schöner sind sie meiner Meinung nach auf jeden Fall. Beim letzten 100.000 Km-Test der AutoBlöd wurde der Kia Céed übrigens mit Note 1 bewertet.
Seit etwa 4 Monaten besitze ich den Hyundai H1 Travel und kann, abgesehen vom derzeit noch relativ hohen Spritverbrauch, welcher mit Sicherheit durch Einstellung noch in den Griff zu bekommen ist, nur Positives berichten.
Ich habe die dritte Sitzreihe ausgebaut und habe hinter der 2. Sitzreihe über 2 Meter Ladelänge. Wenn das nicht reicht? Für mich als Alleinunterhalter mit sehr viel Equipment geradezu ideal.
Vor dem Kauf habe ich auch andere, gleichartige und namhafte Fahrzeuge gefahren. Der Hyundai braucht sich keineswegs hinter diesen zu verstecken. Ganz im Gegenteil!
Offenbar spielt hier Vorurteil und Image eine große Rolle. Dies scheint auch allgemein bei Test- und Presseberichten der Fall zu sein.
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