Sind private Schulen besser? Nein, sagt Gabriele BehlerSeite 2/2

Nun hat Pisa gezeigt, dass eklatante Mechanismen der sozialen Ausgrenzung auch im öffentlichen System wirksam werden. Wer hier aber als Heilmittel die St.George’s-Schulen, die Einrichtungen der Phorms AG oder die sogenannten Internationalen Schulen des Sabis-Konzerns anpreist, macht diese Ausgrenzung zum Programm, statt sie im staatlichen System abzubauen. Im Gegenteil: Hier wäre überhaupt erst mal staatliche Steuerung und Kontrolle nötig.

Wichtigste politische Aufgabe ist es, dem öffentlich verantworteten Bildungssystem seine Reputation zu erhalten beziehungsweise zurückzugeben, mit einer guten Finanzausstattung, mit klarer Orientierung an Leistungen, an sozialem Ausgleich, an demokratischer Kultur und vielen unterschiedlichen Angeboten in großer Freiheit. Dies weiterzuentwickeln ist die wichtigste Herausforderung für alle politisch Verantwortlichen, die aufhören sollten, durch parteipolitische Instrumentalisierung das öffentliche System zu beschädigen. Also: Macht die öffentlichen Schulen attraktiv!

Lesen Sie das Pro von Bernahrd Bueb hier!

Gabriele Behler war Bildungsministerin in Nordrhein-Westfahlen

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Leser-Kommentare
  1. und da kommt mir dieser Text vor die Augen.

    Ich werde einen Brief an Frau Gabriele Behler schreiben.
    Ich werde mich bei ihr bedanken, dass sie mir dabei hilft,
    meinen Glauben an die Wirkkraft der Väter unseres Grundgesetzes nicht zu verlieren.

    Dass Deutschland heute ein öffentliches Entbildungs- und Verdummungssystem an die stelle eines Bildungssystems gesetzt hat, ist nicht nur der Zerschlagung des demokratischen und zivilisierten Bildungswesens durch die Kolonne Kohl-Genscher und die Gruppe Schröder zu danken.
    Es gehört auch die Etablierung des privatwirtschaftlichen Unterhaltungssektors dazu, dessen Überflutung mit entgeistigenden Unterhaltungs- und Verblödungssendungen, die meis aus den Gülle- und Fäkalvorräten unserer Landwirte gewonnen werden.

    Wie gesagt, ich habe nun doch noch nicht den Glauben aufgegeben, dass es vielleicht eine erneute geistig-moralische Wende geben kann. Nur eben nicht die, der wir den heutigen grassierenen Asozialismus und Kannibalkapitalismus nach dem Gusto der FDP, dem Wirtschaftsflügel von CDU/CSU und der Gruppe Schröder zu verdanken haben, sondern jene, die den Prinzipien folgt und dieser auch politisch, wirtschaftlich und administrativ in die Praxis umsetzt, von denen die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes gesprochen haben.

    Für ein demokratisches, ein zivilisiertes, ein kultiviertes deutsches Vaterland und nicht für so einen Günstlings- und Vetternwirtschaftsfeudalismus wie er heute hier existiert.

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  • Quelle DIE ZEIT, 11.02.2010 Nr. 07
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  • Schlagworte Gabriele Behler | Bildungspolitik | Privatschule | Pisa
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