Virtuelle Welten auf DVD "Avatar" anno 1973

"Welt am Draht" von Rainer Werner Fassbinder

Welt in der Welt - schon 1973 drehte Rainer Werner Fassbinder einen Fernsehzweiteiler zum Thema

Welt in der Welt - schon 1973 drehte Rainer Werner Fassbinder einen Fernsehzweiteiler zum Thema

Wer hätte gedacht, dass all die Doppelgänger und virtuellen Welten von Matrix bis Avatar letztlich ein alter Hut sind? Schon 1973 drehte Rainer Werner Fassbinder den zweiteiligen Fernsehfilm Welt am Draht über einen Supercomputer namens Simulacron-1, der eine Zweitversion der Gegenwart kreiert hat. Ein dubioses Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung hat den Rechner entwickelt. Klaus Löwitsch spielt den Institutsdirektor, der dem Tod seines Vorgängers auf die Spur kommt und dabei entdeckt, dass die Grenze zwischen Realität und Simulation auf beängstigende Weise verschwimmt.

Wunderbar cool wandelt Fassbinders Schauspielertruppe – unter anderem Barbara Valentin, Ivan Desny, Ingrid Caven, Curt Raab und Günter Lamprecht – durch die steril weißen Interieurs. Amüsant sind die Siebziger-Jahre-Accessoires (grellorange Telefone!), elegant die stilistischen Verweise auf Godard und Kubrick.

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Die Berlinale bringt die restaurierte Fassung dieses visionären Science-Fiction-Films auf die große Leinwand, die DVD-Version (Arthaus) lohnt aber allein schon wegen der vielen Details (etwa Rainer Langhans als Statist bei einer psychedelischen Pool-Party).

 
Leser-Kommentare
    • keox
    • 20.02.2010 um 15:26 Uhr

    "...lohnt aber allein schon wegen der vielen Details (etwa Rainer Langhans als Statist bei einer psychedelischen Pool-Party)."

    Was für ein großartiger Film, und dann so ein Textchen.

  1. Als nächstes finden Sie heraus, dass die meisten SF-Filme auf Büchern von Philipp K. Dick beruhen.

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