Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Dokument herunterzuladen © Anne Gerdes/ZEIT Grafik

Auch für das Jahr 2010 liegen die Fangquoten in europäischen Gewässern wieder weit über den Mengen, die einen nachhaltigen Aufbau der Fischbestände zulassen würden , heißt es in einer neuen Untersuchung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften in Kiel (IFM-Geomar). Ein großes Problem dabei ist, dass viele Fische schon als Jungtiere gefangen werden, also noch bevor sie sich fortpflanzen können – beim stark bedrohten Nordsee-Kabeljau beträgt die Babyfischrate mehr als 80 Prozent.

Was deutsche Fischer fangen und welcher Fisch auf den Tellern deutscher Konsumenten landet, sind zwei verschiedene Paar Schuh. Rund 300.000 Tonnen Fisch wurden 2008 auf deutschen Kuttern angelandet, davon 20 Prozent Schildmakrelen, 15 Prozent Heringe und zehn Prozent Sprotten. Im gleichen Zeitraum verzehrten die Deutschen 1,3 Millionen Tonnen Fisch, am beliebtesten dabei war, mit einem Anteil von fast einem Viertel der Alaska-Seelachs. Danach folgt der Hering mit etwas mehr als 20 Prozent als einzige einheimische Arte unter den fünf beliebtesten Speisefischen (3. Lachs, 4. Thunfisch, 5. Pangasius). Jährlich werden mehr als eine Millionen Tonnen Speisefisch importiert.

Wer Fisch mit gutem Gewissen genießen möchte, dem hilft das Siegel des Marine Stewartship Council . Der "Rat zur Bewahrung der Meere" ist eine weltweit tätige, unabhängige Einrichtung, die sich für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Fischerei einsetzt. Er hat ein Programm entwickelt, mit dem die Fischereien die Umweltverträglichkeit ihrer Produktion prüfen und zertifizieren lassen können. Regelmäßig gibt außerdem die Umweltschutzorganisation World Wide Funf for Nature (WWF) einen Einkaufsratgeber heraus, in dem Speisefische in drei Kategorien eingeteilt sind: Rot für überfischt, Gelb für kritisch und Grün für nachhaltig.