Jugendgewalt Aus heiterem HimmelSeite 5/5

Wer sich die Lebensläufe der Gewalttäter anschaut, kann im Nachhinein die immer wieder gleichen Bruchstellen erkennen. »Wenn ich die Akten der jugendlichen Täter lese, ist im Rückblick leicht zu sehen, was schiefgegangen ist«, sagt die Jugendrichterin Heisig. Die Laufbahnen der Schläger sind von deprimierender Gleichförmigkeit.

Heisig hat deshalb vor ein paar Jahren angefangen, Kontakte zu knüpfen. Mit Eltern, Lehrern, Polizisten, dem Jugendamt, mit Streetworkern und Migranteninitiativen, auf dem kurzen Dienstweg und manchmal auch ganz ohne. Wenn die jungen Täter bei ihr im Gerichtssaal stehen, ist es nämlich meist viel zu spät. Deshalb versucht sie, Netzwerke zu schaffen, Frühwarnsysteme zu installieren, damit die vielen Stellen, die sich um die Jugendlichen kümmern, nicht isoliert voneinander vor sich hinwurschteln. Damit sie frühzeitig auf Schulschwänzer aufmerksam werden. Damit die Lehrer erfahren, was ihre Schüler so treiben.

Anzeige

Noch steht diesem Anliegen häufig der Datenschutz im Weg, oft hapert es an der Zusammenarbeit. So dürfen Polizeibeamte eine Schule offiziell nicht informieren, wenn einer ihrer Schüler außerhalb des Geländes auffällig geworden ist. Das ist nur dem Staatsanwalt erlaubt und auch dann erst, wenn es zu einer Anklage kommt.

Okan, mittlerweile 21 Jahre alt, sitzt derweil in Berlin in der Jugendstrafanstalt und versucht, einen Hauptschulabschluss zu erlangen. Aysun, sein Opfer, trägt eine Narbe im Gesicht. Sie berichtete noch lange von Albträumen und ging nur ungern allein auf die Straße.

Die Jugendlichen, die Dominik Brunner wie von Sinnen geschlagen und getreten haben, warten auf ihren Prozess. Einer von ihnen hat nach der Tat ausgesagt: Ja, sie seien auf Streit aus gewesen.

* Namen geändert

 
Leser-Kommentare
  1. "überproportional viele der Gewalttäter haben einen Migrationshintergrund, bei den Intensivtätern sind es fast 70 Prozent?"

    Ich finde es gerade volksverhetzend, wie hier pauschal alle, deren Vorfahren vor x Generationen mal nach Deutschland gekommen sind, in Sippenhaft genommen werden.

    Können wir genauer erfahren, wer diese "Intensivtäter" (Berufskiller sollte man genauer sagen), bzw. ihre Vorfahren, sind? Franzosen, Polen, Vietnamesen? Christen, Buddhisten, Hindus? Welche Sprache sprechen sie zu Hause? Italienisch, spanisch, japanisch? Welche Fernsehekanäle gucken sie? TV5 Monde? CNN?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es ist ja kein Geheimnis dass wir es bei dieser Art von Verbrechen oft genug mit jungen Männern aus zugezogenen Familien zu tun haben.

    ABER: Wenn der Migrationshintergrund die tiefere Ursache für dieses Verhalten wäre, hätte sich diese Art von Verbrechen bereits seit Ende der 60er Jahre, als Gastarbeiter angeworben wurden, zeigen müssen.

    Dieses Phänomen stammt aber offensichtlich aus den wilden 90ern. Wieso wild? Es ist ebenfalls kein Geheimnis für welche Politik die 90er stehen: Der Beginn der hemmungslosen Deregulierung. Die Unterschicht ist gewachsen und verwahrlost.

    Und man mache sich nichts vor: Einwandererkinder in der dritten Generation sind keine Einwanderer mehr, Sie sind von Deutschland geprägt. Die, z.B., Macho-Ich-Bin-Türke-Attitüde sollte man nicht besonders ernst nehmen, das ist nur ein Abwehrmechanismus um das eigene Versagen zu überspielen.

    Auch wenn Westerwelle es nicht wahrhaben will: Neben der persönlichen Verantwortung existieren auch soziologische und psychologische Zusammenhänge. Das Schimpfwort "neoliberal" ist in diesem Zusammenhang durchaus angebracht.

    Insgesammt kann man nur sagen, wie praktisch für Konservative: Zuerst den großen Reibach machen, und anschließend auf die dadurch verarmte Unterschicht eindreschen um Wahlen zu gewinnen (siehe Roland Koch).

    Es ist ja kein Geheimnis dass wir es bei dieser Art von Verbrechen oft genug mit jungen Männern aus zugezogenen Familien zu tun haben.

    ABER: Wenn der Migrationshintergrund die tiefere Ursache für dieses Verhalten wäre, hätte sich diese Art von Verbrechen bereits seit Ende der 60er Jahre, als Gastarbeiter angeworben wurden, zeigen müssen.

    Dieses Phänomen stammt aber offensichtlich aus den wilden 90ern. Wieso wild? Es ist ebenfalls kein Geheimnis für welche Politik die 90er stehen: Der Beginn der hemmungslosen Deregulierung. Die Unterschicht ist gewachsen und verwahrlost.

    Und man mache sich nichts vor: Einwandererkinder in der dritten Generation sind keine Einwanderer mehr, Sie sind von Deutschland geprägt. Die, z.B., Macho-Ich-Bin-Türke-Attitüde sollte man nicht besonders ernst nehmen, das ist nur ein Abwehrmechanismus um das eigene Versagen zu überspielen.

    Auch wenn Westerwelle es nicht wahrhaben will: Neben der persönlichen Verantwortung existieren auch soziologische und psychologische Zusammenhänge. Das Schimpfwort "neoliberal" ist in diesem Zusammenhang durchaus angebracht.

    Insgesammt kann man nur sagen, wie praktisch für Konservative: Zuerst den großen Reibach machen, und anschließend auf die dadurch verarmte Unterschicht eindreschen um Wahlen zu gewinnen (siehe Roland Koch).

  2. gibt es mit Sicherheit nicht.
    Ein Freund von mir ist Sozialpädagoge, Jugendzentrumsbetreuer und Streetworker im Münchener Umland, wohin aufgrund der niedrigeren Mieten auch viele Problemfamilien, mit und ohne Migrationshintergrund, hingezogen sind.
    Wie Kinder und Jugendliche in diesem Milieu aufwachsen, ist teilweise unvorstellbar. Gewalt und Drogen, in der "peer-group" und zu Hause. Alleinerziehende Mütter, die bekannt sind, den Freunden ihrer Teenager-Kinder sexuelle Gefälligkeiten anzubieten etc. Die Wahrscheinlichkeit, in so einem Umfeld vernünftig aufzuwachen, ist verschwindend gering.
    Hier ist Prävention sicher richtig.
    Bei denen, die schon abgeglitten sind, oft sicher nicht. Vor einigen Wochen schlug mir hier in Berlin-Wilmersdorf(!) völlig unvermittelt beim Vorbeigehen ein jüngerer Mann mit einer Pistole auf den Kopf und bedrohte mich. Auch wenn - richtig, wie sich später herausstellte - ich davon ausging, dass sie nicht echt war, trotzdem eine unangenehme Erfahrung. Ich konnte die Situation deeskalieren und tatsächlich wurde er auch von der Polizei erwischt. Nach der Erfahrung und seinem Verhalten nach zu urteilen, käme bei diesem Subjekt jedoch jede Hilfe zu spät. Hier ginge es darum, diesen Menschen aus dem Verkehr zu ziehen, bevor jemand wirklich zu schaden kommt.
    Daher, denke ich, sollten sowohl eine ausgestreckte Hand, wenn es noch "harmlos" ist, wie auch die geballte Faust, wenn es zu spät ist, zum Handlungsarsenal des Staates gehören.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Prach
    • 12.02.2010 um 12:00 Uhr

    "Wie Kinder und Jugendliche in diesem Milieu aufwachsen, ist teilweise unvorstellbar. Gewalt und Drogen, in der "peer-group" und zu Hause. Alleinerziehende Mütter, die bekannt sind, den Freunden ihrer Teenager-Kinder sexuelle Gefälligkeiten anzubieten etc. Die Wahrscheinlichkeit, in so einem Umfeld vernünftig aufzuwachen, ist verschwindend gering."

    Ich finde es doch immer interessant, wie sofort und fast reflexartig die allgegenwärtigen Erklärungsmuster bei solchen Taten herangezogen werden (so wurden die Täter von 9/11 ja sofort bei den meisten Erklärungsversuchen auch als "sozial benachteiligt" bezeichnet, obwohl sie aus den reichsten Familien stammten und die beste Bildung hatten).

    Hier mal zur Gegenüberstellung die Erkenntnisse von Report München. Ich zitiere:

    "„Eine Durchschnittsfamilie“, so beschreiben Kappel und Walter die Verhältnisse, in denen Täter Markus S. aufgewachsen ist. Alle vier Kinder seien Wunschkinder gewesen. Die Mutter habe das Familienleben – zumindest bis zur Pubertät von Markus – als schön empfunden. „Die Frau fragt sich, wie das passieren konnte. Sie ist völlig ratlos"

    • Prach
    • 12.02.2010 um 12:00 Uhr

    "Wie Kinder und Jugendliche in diesem Milieu aufwachsen, ist teilweise unvorstellbar. Gewalt und Drogen, in der "peer-group" und zu Hause. Alleinerziehende Mütter, die bekannt sind, den Freunden ihrer Teenager-Kinder sexuelle Gefälligkeiten anzubieten etc. Die Wahrscheinlichkeit, in so einem Umfeld vernünftig aufzuwachen, ist verschwindend gering."

    Ich finde es doch immer interessant, wie sofort und fast reflexartig die allgegenwärtigen Erklärungsmuster bei solchen Taten herangezogen werden (so wurden die Täter von 9/11 ja sofort bei den meisten Erklärungsversuchen auch als "sozial benachteiligt" bezeichnet, obwohl sie aus den reichsten Familien stammten und die beste Bildung hatten).

    Hier mal zur Gegenüberstellung die Erkenntnisse von Report München. Ich zitiere:

    "„Eine Durchschnittsfamilie“, so beschreiben Kappel und Walter die Verhältnisse, in denen Täter Markus S. aufgewachsen ist. Alle vier Kinder seien Wunschkinder gewesen. Die Mutter habe das Familienleben – zumindest bis zur Pubertät von Markus – als schön empfunden. „Die Frau fragt sich, wie das passieren konnte. Sie ist völlig ratlos"

  3. Es ist ja kein Geheimnis dass wir es bei dieser Art von Verbrechen oft genug mit jungen Männern aus zugezogenen Familien zu tun haben.

    ABER: Wenn der Migrationshintergrund die tiefere Ursache für dieses Verhalten wäre, hätte sich diese Art von Verbrechen bereits seit Ende der 60er Jahre, als Gastarbeiter angeworben wurden, zeigen müssen.

    Dieses Phänomen stammt aber offensichtlich aus den wilden 90ern. Wieso wild? Es ist ebenfalls kein Geheimnis für welche Politik die 90er stehen: Der Beginn der hemmungslosen Deregulierung. Die Unterschicht ist gewachsen und verwahrlost.

    Und man mache sich nichts vor: Einwandererkinder in der dritten Generation sind keine Einwanderer mehr, Sie sind von Deutschland geprägt. Die, z.B., Macho-Ich-Bin-Türke-Attitüde sollte man nicht besonders ernst nehmen, das ist nur ein Abwehrmechanismus um das eigene Versagen zu überspielen.

    Auch wenn Westerwelle es nicht wahrhaben will: Neben der persönlichen Verantwortung existieren auch soziologische und psychologische Zusammenhänge. Das Schimpfwort "neoliberal" ist in diesem Zusammenhang durchaus angebracht.

    Insgesammt kann man nur sagen, wie praktisch für Konservative: Zuerst den großen Reibach machen, und anschließend auf die dadurch verarmte Unterschicht eindreschen um Wahlen zu gewinnen (siehe Roland Koch).

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Wenn der Migrationshintergrund die tiefere Ursache für dieses Verhalten wäre, hätte sich diese Art von Verbrechen bereits seit Ende der 60er Jahre, als Gastarbeiter angeworben wurden, zeigen müssen."

    Wieso? Als Gastarbeiter wurden keine Jugendliche angeworben, die auch ohne Arbeit und ohne Schule in Deutschland leben durften, sondern Erwachsene, um hier zu arbeiten. Sie hatten einfach keine Zeit, herumzuhängen und unschuldige Passanten anzugreifen. Erst ihre Kinder, etwa 20 Jahre später, wurden zu Berufsverbrechern. Interessanterweise fällt das ziemlich genau in ihre "wilde 90er".

    "Die Unterschicht ist gewachsen und verwahrlost."

    Wenn es an der "hemmungslosen Deregulierung" der 90ern liegen sollte, warum traf es überproportional stark (70%!!!) die "Migrantenkinder"? Und ich würde auch gerne erfahren, ob es alle "Migrantenkinder" gleich traf, oder ob bestimmte Gruppen, die sich durch ihre ethnischer Herkunft, Kultur, Religion und Bräuche definieren ließen, mehr betroffen waren als die anderen.

    "ABER: Wenn der Migrationshintergrund die tiefere Ursache für dieses Verhalten wäre, hätte sich diese Art von Verbrechen bereits seit Ende der 60er Jahre, als Gastarbeiter angeworben wurden, zeigen müssen."

    Dagegen spricht aus meiner Sicht das die Gastarbeiter jener Zeit erwachsene Männer mit Arbeit waren und nicht Bildungsunwillige Reizüberflutete Jugendliche wie heute...

    Die Ideologie unseres Wirtschaftssystems geht davon aus, dass Menschen grundsätzlich eigennützig handeln und von Natur aus egoistisch, faul, untätig und asozial sind.

    Dieses Menschenbild ist eindimensional verzerrt, projektiv, und reduziert den Menschen auf ein Reiz-Reaktions-Gebilde das auf Knopfdruck agiert, und durch die passende Mischung aus Strafe und Belohnung aktiviert werden muss. Es ist strukturell gewalttätig. Es macht den Menschen zum Affen, zur Ratte im Käfig.

    Die Institutionen, deren Aufgabe es ist, diese strukturelle Gewalt zu exekutieren, sind die Behören mit dem beschönigenden Namen "JobCenter". Sie sind dafür verantwortlich, ihre "Kunden" durch Druck, Zwang und Androhung von Strafe, zu produktiven Faktoren im Wirtschaftskreislauf umzuerziehen. Sie sind der Ort, an dem das Treten auf Wehrlose seinen Ursprung hat.

    Dass Jugendliche, die diese Gewalt an sich selbst, ihren Eltern, Verwandten, Freunden und ihrer Umgebung erfahren, selbige früher oder später weitergeben, ist lediglich ein Kollateralschaden. Der Nutzen ist wichtiger: Die Affen funktionieren. Die Wirtschaft profitiert. Der Export läuft. Aktienkurse steigen. Profite und Boni sind garantiert.

    Das Symbol der strukturellen Gewalt in unserer Gesellschaft sind die Arbeitsagenturen, HartzIV, Exportüberschüsse und die Finanzmärkte. Gewalttätige Jugendliche sind nur das Spiegelbild, in dem wir unsere eigene Fratze sehen. Affen, die nicht funktionieren.

    "Wenn der Migrationshintergrund die tiefere Ursache für dieses Verhalten wäre, hätte sich diese Art von Verbrechen bereits seit Ende der 60er Jahre, als Gastarbeiter angeworben wurden, zeigen müssen."

    Wieso? Als Gastarbeiter wurden keine Jugendliche angeworben, die auch ohne Arbeit und ohne Schule in Deutschland leben durften, sondern Erwachsene, um hier zu arbeiten. Sie hatten einfach keine Zeit, herumzuhängen und unschuldige Passanten anzugreifen. Erst ihre Kinder, etwa 20 Jahre später, wurden zu Berufsverbrechern. Interessanterweise fällt das ziemlich genau in ihre "wilde 90er".

    "Die Unterschicht ist gewachsen und verwahrlost."

    Wenn es an der "hemmungslosen Deregulierung" der 90ern liegen sollte, warum traf es überproportional stark (70%!!!) die "Migrantenkinder"? Und ich würde auch gerne erfahren, ob es alle "Migrantenkinder" gleich traf, oder ob bestimmte Gruppen, die sich durch ihre ethnischer Herkunft, Kultur, Religion und Bräuche definieren ließen, mehr betroffen waren als die anderen.

    "ABER: Wenn der Migrationshintergrund die tiefere Ursache für dieses Verhalten wäre, hätte sich diese Art von Verbrechen bereits seit Ende der 60er Jahre, als Gastarbeiter angeworben wurden, zeigen müssen."

    Dagegen spricht aus meiner Sicht das die Gastarbeiter jener Zeit erwachsene Männer mit Arbeit waren und nicht Bildungsunwillige Reizüberflutete Jugendliche wie heute...

    Die Ideologie unseres Wirtschaftssystems geht davon aus, dass Menschen grundsätzlich eigennützig handeln und von Natur aus egoistisch, faul, untätig und asozial sind.

    Dieses Menschenbild ist eindimensional verzerrt, projektiv, und reduziert den Menschen auf ein Reiz-Reaktions-Gebilde das auf Knopfdruck agiert, und durch die passende Mischung aus Strafe und Belohnung aktiviert werden muss. Es ist strukturell gewalttätig. Es macht den Menschen zum Affen, zur Ratte im Käfig.

    Die Institutionen, deren Aufgabe es ist, diese strukturelle Gewalt zu exekutieren, sind die Behören mit dem beschönigenden Namen "JobCenter". Sie sind dafür verantwortlich, ihre "Kunden" durch Druck, Zwang und Androhung von Strafe, zu produktiven Faktoren im Wirtschaftskreislauf umzuerziehen. Sie sind der Ort, an dem das Treten auf Wehrlose seinen Ursprung hat.

    Dass Jugendliche, die diese Gewalt an sich selbst, ihren Eltern, Verwandten, Freunden und ihrer Umgebung erfahren, selbige früher oder später weitergeben, ist lediglich ein Kollateralschaden. Der Nutzen ist wichtiger: Die Affen funktionieren. Die Wirtschaft profitiert. Der Export läuft. Aktienkurse steigen. Profite und Boni sind garantiert.

    Das Symbol der strukturellen Gewalt in unserer Gesellschaft sind die Arbeitsagenturen, HartzIV, Exportüberschüsse und die Finanzmärkte. Gewalttätige Jugendliche sind nur das Spiegelbild, in dem wir unsere eigene Fratze sehen. Affen, die nicht funktionieren.

    • PGMN
    • 12.02.2010 um 8:37 Uhr

    1. Gewalttaten dieser Art haben wohl nur wenig mit irgendeinem heraufbeschworenen "Migrationshintergrund" zu tun, jedoch lässt sich (laut Studie) wohl sagen, dass die Zahl solcher Taten in den letzten Jahren gestiegen ist. Zynischerweise könnte man sagen, dass der Grund hierfür an der (Glücklicherweise) friedlicheren Politik in Europa liegt, denn nichts dient so sehr zur Aussortierung Jugendlicher mit Gewaltproblemen wie ein ordentlicher Krieg.

    2. Psychologisch gesehen hat man es wohl mit einer Kombination aus gewaltförderlicher Sozialisation und Perspektivlosigkeit zu tun. Die Lösung eines solchen Problems aber ist wohl zu kompliziert, um einen Ansatz in 1500 Zeichen zu skizzieren.

    • Tiaiel
    • 12.02.2010 um 8:59 Uhr

    Vorschnell Dystopien als erklärung für die Wirklichkeit heranzuziehen kann gefährlich sein, aber dieses mal scheint es gerechtfertigt, besonders, da alle furchtbar ratlos sind, was die Ursachen angeht:
    http://www.dietotenhosen....
    Nach Clockwork orange sollte es nicht allzulange dauern, bis man nach neuen und innovativen Strafsystemen verlangt (statt nach effektiven präventionsmechanismen, an die man zum Glück im Moment noch denkt.)

  4. "Wenn der Migrationshintergrund die tiefere Ursache für dieses Verhalten wäre, hätte sich diese Art von Verbrechen bereits seit Ende der 60er Jahre, als Gastarbeiter angeworben wurden, zeigen müssen."

    Wieso? Als Gastarbeiter wurden keine Jugendliche angeworben, die auch ohne Arbeit und ohne Schule in Deutschland leben durften, sondern Erwachsene, um hier zu arbeiten. Sie hatten einfach keine Zeit, herumzuhängen und unschuldige Passanten anzugreifen. Erst ihre Kinder, etwa 20 Jahre später, wurden zu Berufsverbrechern. Interessanterweise fällt das ziemlich genau in ihre "wilde 90er".

    "Die Unterschicht ist gewachsen und verwahrlost."

    Wenn es an der "hemmungslosen Deregulierung" der 90ern liegen sollte, warum traf es überproportional stark (70%!!!) die "Migrantenkinder"? Und ich würde auch gerne erfahren, ob es alle "Migrantenkinder" gleich traf, oder ob bestimmte Gruppen, die sich durch ihre ethnischer Herkunft, Kultur, Religion und Bräuche definieren ließen, mehr betroffen waren als die anderen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Als Gastarbeiter wurden keine Jugendliche angeworben, die auch ohne Arbeit und ohne Schule in Deutschland leben durften, sondern Erwachsene, um hier zu arbeiten."

    Ja, und da haben nicht wenige gleich Ihre Familie mitgebracht. Entsprechende Teenager gab es schon vor den 90ern. Komisch nur das solche Jugendliche, die außerhalb Deutschlands sozialisiert wurden, weniger den Drang zum Zuschlagen verspüren...

    "Wenn es an der "hemmungslosen Deregulierung" der 90ern liegen sollte, warum traf es überproportional stark (70%!!!) die "Migrantenkinder"?"

    Ein Aspekt ist sicherlich die fehlende Bereitschaft sich auf die Moderne einzulassen. Familie ODER Karriere ist eine Frage die sich in solchen Milieus nicht stellt. Dann bleibt man lieber arm (Kann die CSU-Wählerschaft in Teilen sicher nachvollziehen).

    Wenn Ihnen allerdings nicht aufgefallen ist das man als Ausländer ohne akademischen Hintergrund immer am Rande der Gesellschaft anfängt ( = Unterschicht), haben Sie, 'tschuldigung, so Einiges verschlafen.

    "Als Gastarbeiter wurden keine Jugendliche angeworben, die auch ohne Arbeit und ohne Schule in Deutschland leben durften, sondern Erwachsene, um hier zu arbeiten."

    Ja, und da haben nicht wenige gleich Ihre Familie mitgebracht. Entsprechende Teenager gab es schon vor den 90ern. Komisch nur das solche Jugendliche, die außerhalb Deutschlands sozialisiert wurden, weniger den Drang zum Zuschlagen verspüren...

    "Wenn es an der "hemmungslosen Deregulierung" der 90ern liegen sollte, warum traf es überproportional stark (70%!!!) die "Migrantenkinder"?"

    Ein Aspekt ist sicherlich die fehlende Bereitschaft sich auf die Moderne einzulassen. Familie ODER Karriere ist eine Frage die sich in solchen Milieus nicht stellt. Dann bleibt man lieber arm (Kann die CSU-Wählerschaft in Teilen sicher nachvollziehen).

    Wenn Ihnen allerdings nicht aufgefallen ist das man als Ausländer ohne akademischen Hintergrund immer am Rande der Gesellschaft anfängt ( = Unterschicht), haben Sie, 'tschuldigung, so Einiges verschlafen.

  5. Woher kommt das? Von meiner Grundschule. Das sind alles genau die Typen die mit denen ich auf der Grundschule war (4 Jahre Qual).

    Hätte ich Jura studiert und es bis zum Richter geschafft würde ich sie sicher alle (ALLE!) wiedersehen. Rache ist süß. Wäre sie, hätte ich Jura studiert. Ich hätte sie so fertig gemacht, früher waren sie stärker und saßen am längeren Hebel, jetzt wäre ich es. Habe aber kein Jura studiert, macht aber nichts, die Quittung werden sie trotzdem bekommen haben.

    Woran das liegt? Weil da absolute Leere im Hirn herrscht. Genau so wie in den Blondinenwitzen. Gepaart mit einer gewissen Gewaltaffinität (bzw. Gewalt ist halt die einzige Sprache die die kennen, das einzige was "respect" verschafft, der einzige Weg Konflikte zu lösen bzw. zu zeigen wer Recht hat).

    Beispiel: Eine Freundin die auf der gleichen Grundschule war wie ich wäre fast vom Gymnasium geflogen weil sie gelernt hatte, Konflikte mit Gewalt zu lösen (sie war erfolgreicher als ich). An der Grundschule war sie nicht als Bully bekannt, eher im Gegenteil. Aber in einer gewaltfreien Umgebung war sie dann die böse. Es war sehr schwierig sie in die Schulgemeinschaft zu integrieren und ihr beizubringen dass man seine Klassenkameraden nicht hauen muss um geachtet und respektiert zu werden.

    Außerdem gibt Gewalt Macht. Und Macht ist ein ziemlich gutes Gefühl. Macht macht Spaß. Macht macht geil. Macht macht so ziemlich alles erträglich.

  6. 8. @6

    "Als Gastarbeiter wurden keine Jugendliche angeworben, die auch ohne Arbeit und ohne Schule in Deutschland leben durften, sondern Erwachsene, um hier zu arbeiten."

    Ja, und da haben nicht wenige gleich Ihre Familie mitgebracht. Entsprechende Teenager gab es schon vor den 90ern. Komisch nur das solche Jugendliche, die außerhalb Deutschlands sozialisiert wurden, weniger den Drang zum Zuschlagen verspüren...

    "Wenn es an der "hemmungslosen Deregulierung" der 90ern liegen sollte, warum traf es überproportional stark (70%!!!) die "Migrantenkinder"?"

    Ein Aspekt ist sicherlich die fehlende Bereitschaft sich auf die Moderne einzulassen. Familie ODER Karriere ist eine Frage die sich in solchen Milieus nicht stellt. Dann bleibt man lieber arm (Kann die CSU-Wählerschaft in Teilen sicher nachvollziehen).

    Wenn Ihnen allerdings nicht aufgefallen ist das man als Ausländer ohne akademischen Hintergrund immer am Rande der Gesellschaft anfängt ( = Unterschicht), haben Sie, 'tschuldigung, so Einiges verschlafen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service