Jack Kerouac und William S. Burroughs Chronik eines unerwarteten MordesSeite 2/2

Das Schönste an diesem Buch ist der Tag nach dem Mord. Als sei die Zeit vor Schreck stehen geblieben, verbringen der Mörder Phil und sein Erzähler Ryko einen Tag im Nichts. Ein paar Drinks, bisschen daddeln, gute Gespräche. Im Auge des Horrors entfaltet sich ein Moment der Freundschaft, für den man dieses Buch lieben muss.

 
Leser-Kommentare
  1. Vielen Dank für den Artikel. Der Beats werden hierzulande immer noch unterschätzt. Klassiker wie Kerouacs "Mexiko City Blues" sind immer noch nicht ins Deutsche übersetzt. Vielleicht tut sich da eines Tages ja mal etwas.

    • hagego
    • 16.02.2010 um 15:55 Uhr

    Ist es Zufall, dass gerade jetzt - Salinger ist am 27. Januar 2010 gestorben - diese Manuskriptseiten als Buch publiziert werden?

    Oder ist es der verdammte Zeitgeist, der William S. Burroughs und Jack Kerouac wieder aufleben lässt? Sie wieder an die Küste einer schon fast verschütteten Popularität spült? Sind es die wiederentdeckten Jackson Pollock-Spritzer, die unser Leben farbiger machen wollen (sollen?)?

    Vielleicht ist auch aus dieser Perspektive der deutsche Helene-Hegemann-Hype zu erklären? Anreissen! Plakatieren! Vernichten! Fragen stellen, ohne auch nur auf die Antworten zu warten!

    Schnell! Ein Stich ins Herz. Einen Schluck aus der Pulle. Ein Wort aus dem Untergrund. Das schmückt. Das befreit den Leser aus dem Alltagstrott. Jean Genet! Rolf Dieter Brinkmann! Hubert Fichte! Und die Nilpferde? Sie haben ein dickes Fell!

    Gestern war gestern. Heute ist nix. Und morgen? Lauschen wir den Trommeln, die uns eine tosende Juvenilität vorspielen. Die uns sagen: Hä, Alter, schlaf nicht ein!

    Heimlich schleiche ich mich in ein Blumengeschäft. Meine Freundin wird dreissig. Dreissig! DREISSIG! Ob das gut gehen kann: Ich bekomme Hartz IV und Greetje braucht jetzt wohl Pflegestufe dreissig?

  2. soweit ich weiß hängt die zeit der veröffentlichung des buches mit dem Tod von Lucien Carr (der Täter) zusammen. Sein Ansehen, er gründete nach der Gefangenschaft eine Familie und bekam drei kinder, auhc war er geschäftlich erfolgreich (united press). Sein Name sollte nicht zu sehr mit dem mord in Verbindung gebracht werden. Ich glaube dies stand im nachwort der engl. Ausgabe (penguin verlag).

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