Raabe vermutet, dass der gestiegene Ölpreis Rafael Correa dazu verleitet hat, nun doch wieder mit Erdöl Kasse machen zu wollen. Der Sozialist unterstützt den für Ecuador wirtschaftlich wichtigen Ölsektor und den Bergbau seit seiner Amtsübernahme; auch für Yasuní liegen Förderpläne längst in der Schublade.

Eine enge Kooperation mit dem staatlichen Ölkonzern Venezuelas, PDVSA, wurde bereits ebenso vereinbart wie die Einbeziehung von Erdölkonzernen aus Brasilien, China und Chile. Wenn bis zum Juni kein für Ecuador annehmbarer Vertrag über die Nichtausbeutung des Regenwaldes abgeschlossen sei, werde mit der Ölförderung begonnen, hat Correa bereits angedroht.

Für das Schutzprojekt besteht damit nach Raabes Worten allenfalls noch eine "Resthoffnung". Zusammen mit Abgeordneten aller anderen Bundestagsfraktionen hat er einen Brief an Correa geschickt, in dem Ecuadors starker Mann aufgefordert wird, seine Haltung "nochmals zu überdenken".

Correas Außenminister Fander Falconí ist als Reaktion auf die Entscheidung seines Chefs allerdings ebenso zurückgetreten wie die gesamte ecuadorianische Verhandlungskommission. Wahrscheinlich wird also auch in dem bisher noch geschützten Teil des Yasuní-Naturparks demnächst Öl gefördert. Ein einziger Hektar Wald beherbergt dort fast so viele Baumarten wie ganz Nordamerika. Waldindianer leben noch ohne Kontakt zur Zivilisation.

Nicht mehr lange.