Lohnt sich der Aufwand?
»Ich glaube schon, dass wir unseren Beitrag zum möglichen Erfolg leisten«, sagt Schüller. Messbar ist das allerdings kaum, oder doch? Wie will man überhaupt quantifizieren, welcher Aufwand welchen Beitrag an einem Sieg hat? Doktorand Nopp beschäftigt genau diese Frage, seit er zur WM 2006 die Spiele der Ukraine und Spaniens für Jürgen Klinsmann analysiert hat, damals noch als Student. Für seine Doktorarbeit untersucht er nun, wie groß der »Einfluss des Zufalls im Fußballsport« ist. Er hält diesen Faktor für überschätzt. Zumal durch die Arbeit der Analytiker das Fußballspiel in Zukunft planbarer werde. Wenigstens, was Aktionen auf dem Platz angeht.
»Nach der Weltmeisterschaft 2006 sind einige Bundesligavereine auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir das nicht auch für sie machen könnten«, sagt Nopp. Spielbeobachtungen hat es in Deutschland immer schon gegeben – meist saßen die Kotrainer bei Spielen des nächsten Gegners auf der Tribüne – aber die Systematik und Qualität, mit der Begegnungen seit Klinsmanns Zeit analysiert werden, sind neu. In anderen europäischen Ligen, in England, Spanien oder Italien, halten sich die Klubs ganze Scouting-Abteilungen.
Laufen, schauen, kämpfen, passen, dribbeln, schießen müssten die Fußballer immer noch selbst, sagt Hochschullehrer Buschmann am Rande des Scout-Trainingslagers in Bad Hennef. Die Späharbeit für Bundestrainer Löw ist für ihn schlicht ein Zeichen dafür, dass es im Fußballspiel in Zukunft wissenschaftlicher zugehen wird. Trainings- und Ernährungswissenschaft, Sportmedizin und Physiologie spielen mit – und eben die Datenscouts aus Köln.
Wie viel das ausmacht? Auf dem hohen Niveau internationaler Turniere könnten sie die letzten ein oder zwei Prozent Verbesserung bringen: auf dem Weg zum WM-Titel vielleicht das entscheidende Quäntchen.
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- Datum 22.02.2010 - 06:49 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.02.2010 Nr. 08
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wären in dem Artikel interessant gewesen.
Welche Art von Analyse einem Spielverlauf was genau nützt z.B.
Dass Analysen für noch ausstehende Spiele nicht veröffentlicht werden, ist ja klar. Aber so ein paar Beispiele aus der Vergangenheit wären schon interessant.
Auch für die These der erwähnten interessanten Doktorarbeit, dass der Zufall im Fußball unterschätzt wird, wäre interessanter, wenn man ein paar Argumente für diese These wüsste.
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