Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill" Über das PlagiatSeite 2/2
Bei einem Roman über die nuller Jahre müsse auch »anerkannt werden, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren«. Das ist die »Umwertung aller Werte«, die Nietzsche für das 20. Jahrhundert vorausgesagt hat. Die Umstände – die »Vorgehensweisen« – sind schuld; was ist mein Lapsus gegen das größere Verbrechen namens »Urheberrechtsexzess«? Ob ein Richter den Autodieb freisprechen würde, der ein Fanal gegen den »Eigentumsrechtsexzess« setzen wollte?
Warum dann zwischen geistigem und materiellem Eigentum unterscheiden? Weil’s Literatur ist? Die Trennung lässt sich nicht durchhalten, nicht in einer Welt, in der die Leistung einer Wirtschaft nur noch zu zwanzig Prozent aus »Dingen« – Autos, Äpfeln, iPods – besteht. Die anderen achtzig Prozent im weitesten Sinne »geistiges Eigentum« sind, die Hauptwertschöpfer des 21. Jahrhunderts.
Ist der Teenager zu jung, um das zu verstehen? Sie beherrscht das Schuldabweisungsvokabular wie zwei hoch bezahlte Altadvokaten. Sie ist ein Kind unserer Zeit, in der Art von Lewis Carrolls Humpty Dumpty, der in Alice im Wunderland dozierte: »Wenn ich ein Wort benutze, hat es just die Bedeutung, die ich ihm gebe.« Und das ist das Problem.
- Datum 18.02.2010 - 11:27 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.02.2010 Nr. 08
- Kommentare 48
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Da erzählt eine kleine Textdiebin von wilden Drogen- und Sexexzessen, die sie nie erlebt hat, die sie von anderen geklaut hat.
DAS ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.
Man stelle sich Charles Bukowski als behütetes Kind wohlhabender Eltern vor. Brav die von Papa bei Amazon bestellten Bücher nach klau-würdigen Textstellen durchforstend.
Was wären seine Bücher wert ?
Nichts.
Berghain, Sex und Drogen - bei dem Mädel ist alles gelogen.
Das Buch steht für sich allein und muss ohne die Vita des Autors funktionieren, denn sonst verschwindet es sowieso meist in der Versenkung. Ich kenne das Buch nicht und streube mich davor es zu lesen, aber wenn sich andere Leute damit identifizieren können, wenn Leser irgendetwas an diesem Buch finden, dass ihnen sehr gefällt, dann hat es auch seine Legitimation. Da ist es vollkommen unwichtig, ob sie sich selbst Heroin gespritzt hat oder nicht.
koennte man auch diesen kommentar nennen. die frage ist, wie man auf diese verquere logik kommt, wenn es um kunst geht.
dem gemaesz muesste tolkien durch mittelerde gewandert sein, um den einen ring zu zerstoeren. oder dan brown durch paris, von der polizei verfolgt, gefluechtet sein, um eine uralte verschwoerung oder was weisz ich was das war, aufzudecken. irgendein x-beliebiger krimiautor den ein oder anderen mord begangen haben.
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das problem, dass ich bei hegemann sehe, ist, dass sie glaubt, es gaebe nichts neues unter der sonne. was schlicht naiv und ein wenig bequem ist. daran kraenkelt ihr statement meiner meinung nach am staerksten.
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der hier stattfindende hype backlash und seine auswuechse sind wirklich ekelhaft. kriegt euch wieder ein, lasst den selbstgerechten zorn, versucht die sache schlicht differenzierter zu betrachten.
Das Buch steht für sich allein und muss ohne die Vita des Autors funktionieren, denn sonst verschwindet es sowieso meist in der Versenkung. Ich kenne das Buch nicht und streube mich davor es zu lesen, aber wenn sich andere Leute damit identifizieren können, wenn Leser irgendetwas an diesem Buch finden, dass ihnen sehr gefällt, dann hat es auch seine Legitimation. Da ist es vollkommen unwichtig, ob sie sich selbst Heroin gespritzt hat oder nicht.
koennte man auch diesen kommentar nennen. die frage ist, wie man auf diese verquere logik kommt, wenn es um kunst geht.
dem gemaesz muesste tolkien durch mittelerde gewandert sein, um den einen ring zu zerstoeren. oder dan brown durch paris, von der polizei verfolgt, gefluechtet sein, um eine uralte verschwoerung oder was weisz ich was das war, aufzudecken. irgendein x-beliebiger krimiautor den ein oder anderen mord begangen haben.
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das problem, dass ich bei hegemann sehe, ist, dass sie glaubt, es gaebe nichts neues unter der sonne. was schlicht naiv und ein wenig bequem ist. daran kraenkelt ihr statement meiner meinung nach am staerksten.
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der hier stattfindende hype backlash und seine auswuechse sind wirklich ekelhaft. kriegt euch wieder ein, lasst den selbstgerechten zorn, versucht die sache schlicht differenzierter zu betrachten.
Sollte die Autorin auch selbst schreiben können, wird man das ihrem Zweiten ansehen. Ansonsten wird sie sowieso zur Fußnote verkommen und kein Hahn kräht mehr nach dem Ding.
Hauptsache wir können uns mal wieder alle so richtig aufregen. Da fühlt man sich doch gleich lebendiger und nicht so hirntod.
Das Buch steht für sich allein und muss ohne die Vita des Autors funktionieren, denn sonst verschwindet es sowieso meist in der Versenkung. Ich kenne das Buch nicht und streube mich davor es zu lesen, aber wenn sich andere Leute damit identifizieren können, wenn Leser irgendetwas an diesem Buch finden, dass ihnen sehr gefällt, dann hat es auch seine Legitimation. Da ist es vollkommen unwichtig, ob sie sich selbst Heroin gespritzt hat oder nicht.
Ja, ich rege mich auch über diese Dreistigkeit einer 17jährigen auf.
Leider ist auch die Aufregung über diese Plagiate wahrscheinlich schon vom Verlag einkalkuliert und wird dem Buch noch mehr Verkaufserfolge verschaffen.
Aus diesem Dilemma kommt man wohl nicht mehr heraus.
Am besten, nicht ernst nehmen und zur Tagesordnung übergehen.
Vor allem die Literaturkritik lauert immer auf irgend-
welche Wunderkinder. Mundus vult decipit.
Wenn diie Kleine das nicht geklaut hätte, wäre sie ein Fall für die Jugendpsychatrie.
M.E. Haben sich der Vater und ein Kenner der Verlagsszene abends beim Wein die Nummer ausgedacht.
Das stimmt!
Aber wenn man erwischt wurde gab´s eine sechs oder die Klausur wurde einbehalten!
Genau das ist der Punkt! Setzen, Sechs...
Und das bereits andere Autoren bereits fleißig kopiert haben, macht die Sache doch nicht besser. Ein Buch kann nie für sich allein stehen, denn es ist die Geistesfrucht und die Händearbeit des Autors. Sich dann auf den Zeitgeist zu berufen ist feige. Ganz ehrlich? Ich bin nur 5 Jahre älter und schreibe selbst, aber das geht unter die Würde echter Autoren.
Genau das ist der Punkt! Setzen, Sechs...
Und das bereits andere Autoren bereits fleißig kopiert haben, macht die Sache doch nicht besser. Ein Buch kann nie für sich allein stehen, denn es ist die Geistesfrucht und die Händearbeit des Autors. Sich dann auf den Zeitgeist zu berufen ist feige. Ganz ehrlich? Ich bin nur 5 Jahre älter und schreibe selbst, aber das geht unter die Würde echter Autoren.
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