Agrarethik und Grüne Gentechnik, lautet die Überschrift in einer Beilage der politischen Wochenzeitung Das Parlament. Der Theologe und Unternehmensberater Franz-Theo Gottwald nennt seinen Text zum Streit um die Gentechnik auf dem Acker ein »Plädoyer für wahrhaftige Kommunikation«.

Der Leser des vom Deutschen Bundestag herausgegebenen Blattes (die Beilage Aus Politik und Zeitgeschichte wird von der Bundeszentrale für politische Bildung betreut) erfährt, dass jede weitere Debatte über die Grüne Gentechnik eigentlich überflüssig ist. Denn diese habe keines ihrer Versprechen eingehalten, habe Mensch und Natur beschädigt. Kurz: Sie sei agrarethisch unvertretbar. Und es wolle sie auch keiner.

Darum sind für Gottwald die gewaltsamen Feldzerstörungen der vergangenen Jahre ein »Mittel des zivilen Ungehorsams«. Medien und Meinungsmacher, schimpft Gottwald, seien in dieser Debatte keine Hilfe, im Gegenteil: Sie seien von Anzeigenkunden abhängig, diffamierten Gegner der Gentechnik als Ökoaktivisten und Verzichtsapostel.

Um dem »aktuellen Stellungskrieg« ein Ende zu setzen, wirbt Theologe Gottwald nun für »mehr Wahrhaftigkeit«. Die Diskutanten sollen nicht mehr lügen, ihre Gegner nicht mehr diffamieren, nicht mehr selektiv nur jene Argumente akzeptieren, die der eigenen Position entsprechen.

Franz-Theo Gottwald ist Vorstand der Schweisfurth-Stiftung. Dass diese Institution gegen die Grüne Gentechnik kämpft, verschweigt er seinen Lesern. Seine Forderung nach Wahrhaftigkeit ist gut. Besser wäre, er würde mit gutem Beispiel vorangehen: ganz wahrhaftig.