China - USA Nach ihren Regeln

Härte in Tibet, Arroganz gegenüber den USA – Chinas neue Selbstsicherheit ist schwer erträglich. Aber sie lässt sich erklären

Der Besuch des Dalai Lama bei US-Präsident Obama verärgert die chinesische Führung

Der Besuch des Dalai Lama bei US-Präsident Obama verärgert die chinesische Führung

Taiwan, Tibet, Tiananmen: Wer sich mit China anlegen will, muss an eines dieser drei Tabus rühren. Barack Obama hat in diesen Tagen gleich zwei verletzt. Erst genehmigte er Waffenlieferungen an Taiwan im Wert von 6,4 Milliarden Dollar. Dann kündigte er an, er wolle an diesem Donnerstag den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen.

Beides tat er wohlkalkuliert. Der amerikanische Präsident verschärft seinen Kurs gegenüber einer chinesischen Führung, die seine zur strategischen Partnerschaft ausgestreckte Hand ignoriert hat. Mehr als das: Sie hat Obama zweimal öffentlich brüskiert. Bei seiner Chinareise im vergangenen November erlaubte sie ihm nicht, sich über das Fernsehen direkt (und unzensiert) an das chinesische Volk zu wenden. Einen Monat später, auf dem Klimagipfel von Kopenhagen, schickte sie einen subalternen Beamten zu den Gesprächen mit dem Präsidenten; Premier Wen Jiabao hatte Besseres zu tun.

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Schon gar nicht wollte sie neue Vorhaltungen zu den Menschenrechten hören. Der Literaturprofessor Liu Xiaobo stand ganz oben auf der Liste der Dissidenten, für die sich Obama bei seinem Besuch einsetzte. Dem Regime in Peking war dies gleichgültig. Liu wurde wegen »Subversion« zu elf Jahren Haft verurteilt.

Keine Spur von G2, jener viel beschworenen weltpolitischen Doppelspitze von etablierter und kommender Supermacht. Weder beim Klimawandel noch beim Atomstreit mit Iran ziehen Amerika und China an einem Strang. Pekings Selbstbewusstsein ist schwer erträglich; zu erklären ist es schon.

Kein Land der Welt hat die Finanzkrise schneller hinter sich gelassen. Im vergangenen Jahr ist Chinas Wirtschaft erneut um atemberaubende 8,7 Prozent gewachsen. Gerade hat es Deutschland als Exportweltmeister abgelöst, schon setzt es an, Japan als die zweitstärkste Wirtschaftsnation zu überholen. Der chinesische Automarkt ist inzwischen größer als der amerikanische.

Chinas Wiederaufstieg war das wichtigste historische Geschehen des zu Ende gehenden 20. Jahrhunderts. Die Supermachtrivalität mit Amerika wird das 21. Jahrhundert prägen. Wir erleben nicht weniger als »das Ende von fünfhundert Jahren westlicher Vorherrschaft«, wie der in Harvard lehrende Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson schreibt.

Der amerikanische National Intelligence Council, der die Analysen aller sechzehn US-Geheimdienste zusammenträgt, sagte Ende 2008 in einer Studie (Global Trends 2025: A Transformed World) eine Verschiebung von Reichtum und wirtschaftlicher Macht voraus, die »ohne Beispiel in der modernen Geschichte« sei. Die Vereinigten Staaten würden zwar stärkste Macht bleiben, jedoch weniger dominierend sein als heute; vor allem aber könne das westliche Modell von Demokratie und Marktwirtschaft »seinen Glanz verlieren«.

Leser-Kommentare
  1. steht die VRC sehr gut da.Glänzende Fassade.Milliarden $-Reserven.Was sind die aber in Zukunft wirklich wert,wenn die USA beschließen ihr Staatsdefizit über eine Inflation zu lösen?
    Was ist mit den 86 000 kleineren und größeren Unruhen im Lande?
    Der Korruption der Kader der KP?
    Der Armut auf dem Lande,wo ach so reichen China die Bauern noch zuhauf mit einen ochsengezogenen Holzpflug die Felder bestellen?
    Vergiften die Chinesen sich nicht selbst durch Umweltverschmutzung,gepanschte Milch,Lebensmittel?
    Betrachtet man die historischen Zyklen in China genauer,dann ist eine Implosion der Staates wahrscheinlicher,als ein Aufstieg zu wirklicher Weltmacht.

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    • lepkeb
    • 18.02.2010 um 11:41 Uhr

    fehlt nur noch, was ist China ohne die westliche Welt. Wenn dort die Produkte nicht mehr abgenommen würden, gäbe es massive Unruhen. Und da die Armut auch hier zunimmt, wird sich der Transport bald nicht mehr rechnen.

    Die interessante Frage ist doch: hätte es jemand unter den gegeben Umständen geschafft, China insgesamt besser zu regieren ?

    Insgesamt hat die moderne chinesische KP den Job gar nicht so schlecht hinbekommen, wenn man in China nämlich was verreißt hat man ruckzuck Megatote auf dem Gewissen.

    Braucht China also, überlegt Niall Ferguson, »die gute alte Demokratie, um dauerhaften Wohlstand zu erreichen?«

    Antwort: Länder brauchen keine Demokratie, Menschen brauchen Demokratie. Mensch mögen keine Willkür und diese ist noch am wenigsten in Demokratien gegeben.

    Umweltschutz: Die westlichen Länder kümmern sich um diesen nicht deswegen weil "blümchenbehängte Baumschmuser" sonst meckern, sondern weil der gesellschaftliche Gesamtkonsens erkannt hat, das eine verdreckte Umwelt im Mittel mehr kostet als sie einbringt (da scheint auch wieder das Willkürproblem durch, einzelne können da durchaus Vorteile haben)

    Politik in fremden Ländern: Unterstützt man deren Diktatoren und raubt der Bevölkerung ihre Resourcen, dann rächt sich das irgenwann, sollte man also lassen.

    • lepkeb
    • 18.02.2010 um 11:41 Uhr

    fehlt nur noch, was ist China ohne die westliche Welt. Wenn dort die Produkte nicht mehr abgenommen würden, gäbe es massive Unruhen. Und da die Armut auch hier zunimmt, wird sich der Transport bald nicht mehr rechnen.

    Die interessante Frage ist doch: hätte es jemand unter den gegeben Umständen geschafft, China insgesamt besser zu regieren ?

    Insgesamt hat die moderne chinesische KP den Job gar nicht so schlecht hinbekommen, wenn man in China nämlich was verreißt hat man ruckzuck Megatote auf dem Gewissen.

    Braucht China also, überlegt Niall Ferguson, »die gute alte Demokratie, um dauerhaften Wohlstand zu erreichen?«

    Antwort: Länder brauchen keine Demokratie, Menschen brauchen Demokratie. Mensch mögen keine Willkür und diese ist noch am wenigsten in Demokratien gegeben.

    Umweltschutz: Die westlichen Länder kümmern sich um diesen nicht deswegen weil "blümchenbehängte Baumschmuser" sonst meckern, sondern weil der gesellschaftliche Gesamtkonsens erkannt hat, das eine verdreckte Umwelt im Mittel mehr kostet als sie einbringt (da scheint auch wieder das Willkürproblem durch, einzelne können da durchaus Vorteile haben)

    Politik in fremden Ländern: Unterstützt man deren Diktatoren und raubt der Bevölkerung ihre Resourcen, dann rächt sich das irgenwann, sollte man also lassen.

  2. Es ist ja doch wohl Ausdruck mangelhaften Selbstbewußtseins, wenn man sich schnell gekränkt fühlt, Kritik nicht erträgt.

    Ich finde das die VRChina sich stets lächerlich macht. Leider müssen dass die Tibeter, die Dissidenten, die Uiguren u. v. a. m. mit Haft, Besatzung, Folter Tod bezahlen.

    Die VRChina ist ein Land mit einem extremen Mangel an Selbstbewußtsein.

    • lepkeb
    • 18.02.2010 um 11:41 Uhr

    fehlt nur noch, was ist China ohne die westliche Welt. Wenn dort die Produkte nicht mehr abgenommen würden, gäbe es massive Unruhen. Und da die Armut auch hier zunimmt, wird sich der Transport bald nicht mehr rechnen.

  3. Braucht China also, überlegt Niall Ferguson, »die gute alte Demokratie, um dauerhaften Wohlstand zu erreichen?«

    Ja. Uneingeschraenkt ja.
    Wirtschaftliche Entwicklung kann funktionieren auch ohne Demokratie. Aber nur bei zu einem gewissen Punkt.
    Sobald die Mehrheit der Bevoelkerung sich der Sorgen um NAhrung und Unterkunft entledigen kann, entstehen zwangslaeufig neue Beduerfnisse. Und die setzen Teilhabe, freie Gedanken und Demokratie voraus.
    So was es im 19. Jahrhundert in Europa und so ist es in allen aufstrebenden Nationen, von Lateinamerika bis Asien.

    Da die Mehrheit der Chinesen imemr noch unter erbaermlichen Bedingungen lebt, kann diese Entwicklung noch dauern.
    Aber sie wird kommen, ganz sicher.
    Und da muss dann die Kp macht abgeben.
    Irgendwann wird es eben nicht mehr genuegen, westliche Produkte zu kopieren und Billigjobs auszuueben.
    Will China Trendsetter werden und breiten Wohlstand fuer eine Mittelschicht generieren, dann muss die Demokratie her.

    Es tut sich ja auch aktuell schon sehr viel.
    Dies geschieht zwar oft nicht in den grossen nationalen Fragen.
    Aber auf kommunaler Ebene gibt es schon beachtliche Erfolge.

    Sollte die KP Korruption und Willkuer nicht in den Griff bekommen, koennte ihre MCaht schneller erodieren, als man gemeinhin erwartet.

  4. "Chinas Machtanspruch ist kein imperialistischer und kein idealistischer, sondern ein ausgesprochen egoistischer....Es hat keinen kulturellen Universalanspruch, möchte sich aber auch nicht westlichen Ordnungsmustern anpassen, wie sie etwa den Internationalen Währungsfonds oder die Weltbank bis heute prägen."

    Wir im Westen sehen die Realität auch nur so, wie wir sie gerne hätten. Wir möchten nicht wahrhaben, dass wir als imperialistische Feinde angesehen werden, die es zu besiegen gilt.

    Jedes chinesische Kind erfährt im Geschichtsunterricht über die Opiumkriege. "Demokratie", "Menschenrechte", "Meinungsfreiheit" aus unserem Munde muss in chinesischen Ohren bestimmt wie der blanke Hohn klingen.

    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...

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    ...so hart sagen:
    Zur Zeit der Opiumkriege (Der Zweite Opiumkrieg oder Arrow-Krieg Großbritanniens und Frankreichs gegen das Kaiserreich China währte von 1856 bis 1860.)
    gab es im Westen noch nicht wirklich "Demokratie", "Menschenrechte" und schon gar keine "Meinungsfreiheit".

    Da Argument sticht eher nicht.

    BTW: Die ganzen Typen in Großbritannien, die mit dem Opiumhandel reich geworden sind, lassen sich direkt mit den heutigen Kokainbossen in Kolumbien vergleichen.
    Ausserdem stellen deren Nachfahren heute einen netten Anteil der adligen Aristokratie, genauso wie dies bei einem Teil der Nachfahren der Kokainbosse sein wird.

    Die Welt ist halt vergesslich...

    ...so hart sagen:
    Zur Zeit der Opiumkriege (Der Zweite Opiumkrieg oder Arrow-Krieg Großbritanniens und Frankreichs gegen das Kaiserreich China währte von 1856 bis 1860.)
    gab es im Westen noch nicht wirklich "Demokratie", "Menschenrechte" und schon gar keine "Meinungsfreiheit".

    Da Argument sticht eher nicht.

    BTW: Die ganzen Typen in Großbritannien, die mit dem Opiumhandel reich geworden sind, lassen sich direkt mit den heutigen Kokainbossen in Kolumbien vergleichen.
    Ausserdem stellen deren Nachfahren heute einen netten Anteil der adligen Aristokratie, genauso wie dies bei einem Teil der Nachfahren der Kokainbosse sein wird.

    Die Welt ist halt vergesslich...

  5. ...so hart sagen:
    Zur Zeit der Opiumkriege (Der Zweite Opiumkrieg oder Arrow-Krieg Großbritanniens und Frankreichs gegen das Kaiserreich China währte von 1856 bis 1860.)
    gab es im Westen noch nicht wirklich "Demokratie", "Menschenrechte" und schon gar keine "Meinungsfreiheit".

    Da Argument sticht eher nicht.

    BTW: Die ganzen Typen in Großbritannien, die mit dem Opiumhandel reich geworden sind, lassen sich direkt mit den heutigen Kokainbossen in Kolumbien vergleichen.
    Ausserdem stellen deren Nachfahren heute einen netten Anteil der adligen Aristokratie, genauso wie dies bei einem Teil der Nachfahren der Kokainbosse sein wird.

    Die Welt ist halt vergesslich...

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    Aus unserer, westlichen, Sicht zieht das Argument vielleicht nicht. Aus chinesischer Sicht sind wir Imperialisten, die China ausnutzen, unterwerfen und unsere Kultur aufzwingen wollen.

    "Bis ca. 1820 war die bilaterale Handelsbilanz stets deutlich zugunsten der Chinesen ausgefallen, da die Europäer deren begehrten Exportartikeln wie Tee und Seide meist wenig entgegenzusetzen hatten. Die damit verbundenen Devisenabflüsse nach China führten in Europa zu einer spürbaren Silberverknappung, die wiederum fatale Auswirkungen auf die dortigen Volkswirtschaften hatte." (Wikipedia)

    Jetzt geht es nicht um Seide und Tee, sondern um billige Arbeitskräfte, auf die der Westen scharf ist. Und was kann der Westen dem heute entgegensetzen? Siehe oben!

    Da wiederholt sich doch etwas? Nur dieses Mal wollen die Chinesen die Spielregeln gestalten.

    Und neue Kriege werden entfacht. Oder glauben Sie etwa nicht, dass heutige Kriege Handelskriege sind?

    Aus unserer, westlichen, Sicht zieht das Argument vielleicht nicht. Aus chinesischer Sicht sind wir Imperialisten, die China ausnutzen, unterwerfen und unsere Kultur aufzwingen wollen.

    "Bis ca. 1820 war die bilaterale Handelsbilanz stets deutlich zugunsten der Chinesen ausgefallen, da die Europäer deren begehrten Exportartikeln wie Tee und Seide meist wenig entgegenzusetzen hatten. Die damit verbundenen Devisenabflüsse nach China führten in Europa zu einer spürbaren Silberverknappung, die wiederum fatale Auswirkungen auf die dortigen Volkswirtschaften hatte." (Wikipedia)

    Jetzt geht es nicht um Seide und Tee, sondern um billige Arbeitskräfte, auf die der Westen scharf ist. Und was kann der Westen dem heute entgegensetzen? Siehe oben!

    Da wiederholt sich doch etwas? Nur dieses Mal wollen die Chinesen die Spielregeln gestalten.

    Und neue Kriege werden entfacht. Oder glauben Sie etwa nicht, dass heutige Kriege Handelskriege sind?

  6. Die interessante Frage ist doch: hätte es jemand unter den gegeben Umständen geschafft, China insgesamt besser zu regieren ?

    Insgesamt hat die moderne chinesische KP den Job gar nicht so schlecht hinbekommen, wenn man in China nämlich was verreißt hat man ruckzuck Megatote auf dem Gewissen.

    Braucht China also, überlegt Niall Ferguson, »die gute alte Demokratie, um dauerhaften Wohlstand zu erreichen?«

    Antwort: Länder brauchen keine Demokratie, Menschen brauchen Demokratie. Mensch mögen keine Willkür und diese ist noch am wenigsten in Demokratien gegeben.

    Umweltschutz: Die westlichen Länder kümmern sich um diesen nicht deswegen weil "blümchenbehängte Baumschmuser" sonst meckern, sondern weil der gesellschaftliche Gesamtkonsens erkannt hat, das eine verdreckte Umwelt im Mittel mehr kostet als sie einbringt (da scheint auch wieder das Willkürproblem durch, einzelne können da durchaus Vorteile haben)

    Politik in fremden Ländern: Unterstützt man deren Diktatoren und raubt der Bevölkerung ihre Resourcen, dann rächt sich das irgenwann, sollte man also lassen.

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    Länder brauchen keine Demokratie, Menschen brauchen Demokratie. Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen!

    • jondiv
    • 18.02.2010 um 14:11 Uhr

    Meine Meinung.

    Länder brauchen keine Demokratie, Menschen brauchen Demokratie. Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen!

    • jondiv
    • 18.02.2010 um 14:11 Uhr

    Meine Meinung.

  7. Länder brauchen keine Demokratie, Menschen brauchen Demokratie. Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen!

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