Wintersport in Colorado Two miles high
Der amerikanische Skiort Breckenridge hat den Besitz von Marihuana legalisiert – zur Freude vieler Snowboarder.
© Doug Pensinger/Getty Images

Snowboarder auf der Halfpipe von Breckenridge
Zur Zeit des großen Goldrauschs von Colorado kamen auf die 1500 Einwohner des Städtchens Breckenridge 18 Saloons und zwei Tanzhallen. Heute zählt man 3400 Bürger und exakt 206 Geschäfte und Boutiquen, von denen die allermeisten bedruckte T-Shirts für Touristen zu verkaufen scheinen. "I love my DDs" steht auf den bunten Oberteilen oder "Lassen diese Skier meinen Arsch fett aussehen?". Zu den beliebtesten Motiven gehört ein Satz, der sich ebenso auf Breckenridges beeindruckende Höhenlage von 3000 Metern beziehen könnte wie auf den Rausch, der das Skigebiet in der jüngeren Vergangenheit bekannt gemacht hat: "Dude, ich glaube, diese ganze Stadt ist high."
Es war im letzten November, dass die Einwohner von Breckenridge mit großer Mehrheit für eine Petition stimmten, die den Besitz von Marihuana legalisierte, zum Jahresbeginn ist die Regelung in Kraft getreten. Hunderte Telefonanrufe haben die Angestellten im Rathaus und im Polizeirevier seitdem beantworten müssen – die einen von besorgten bis entsetzten Wintersportlern, die anderen von begeisterten Kiffern, die sich über die genauen Modalitäten des Gesetzes informieren wollten. Der britische Observer taufte den Ferienort zwei Autostunden westlich von Denver das "Amsterdam der Rocky Mountains".
Als ich an einem Februarabend unter einem makellosen Vollmond die verschneite Main Street entlangwandere, erinnert der Ort allerdings eher an den Nürnberger Christkindlmarkt als an die verrufene niederländische Hauptstadt. Die Bäume, die Laternenpfosten und die Westernfassaden der Geschäfte sind verschwenderisch dekoriert mit bunten Lichterketten, die spitzen Giebel der viktorianischen Holzhäuser geschmückt mit Tannenzweigen und goldenen Kugeln. Eine Kutsche mit weißen Pferden wartet auf romantisch gestimmte Touristen, und vor einer Shoppingmall flackert ein Lagerfeuer. In dieser verkitschten Märchenszenerie nehme ich die Spur des Marihuanas auf.
Es gibt noch immer viele Bars und Kneipen an den Straßen, nur dass sich vor den Theken keine wettergegerbten Schürfer und Trapper wie zu Zeiten des Goldrauschs mehr drängen, sondern junge Männer mit fusseligen Bärten und tief hängenden Hosen, die sich bei viel Bier über Dinge wie Spins, Grabs und Grinds austauschen. Das sind die Snowboarder, die oft eine ganze Saison in Breckenridge verbringen, am Tag durch die Halfpipes oder über die Schanzen und Tiefschneeabfahrten jagen und abends in irgendeinem Restaurant kellnern.
Der Gold Pan Saloon an der Hauptstraße, 1879 eröffnet, ist die Kneipe mit der ältesten durchgehenden Alkohollizenz westlich des Mississippis – ein einstöckiger Flachbau mit einer breiten Westernfront und goldfarbenem Namenszug am Vordach. Sogar während der Prohibition soll hier der Whiskey geflossen sein, heißt es. Heute Abend spielt eine Band in Cowboyhemden Sweet Home Chicago, die Schwingtüren wippen im Rhythmus der eintretenden Besucher, und zwischen dem langen Tresen und dem bollernden Ofen in der Ecke tanzen schöne Mädchen mit unförmigen Wollmützen. Über der Batterie von Schnapsflaschen hinter der Bar hängt ein Schild, auf dem "Tipping is not a town in China" steht.
- Datum 03.03.2010 - 09:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.02.2010 Nr. 09
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sondern für Marihuana bommt der Markt. Marihuana ist nur ein Produkt der weiblichen Blüte der Hanfpflanze.
Diese Überschrift diskreditiert diese vielseitig verwendbare Pflanze. Würde sie für Kleidung, Öle, Seifen und insbesondere für Papier eingesetzt und würde man THC-arme Sorten anbauen, bräuchten wir u.a. auch keine Wälder für unser Papier zu fällen. Bei Produktion von Papier aus Hanf bräuchte man nur ein Fünftel der Fläche und es würde nur ein Bruchteil der Kosten verursachen, die Papierproduktion aus Holz verursacht.
Es ist entsetzlich, dass fast alle das Thema Hanf auf Rauschmittel reduzieren. Sie verursachen damit erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden. Hören Sie endlich auf damit und nehmen Ihren job ernst, statt gefälligen mainstream-Jornalismus zu betreiben.
Mal sachte, Sie haben ja recht, aber wegen dieses (m.E. kleinen) sicherlich nicht beabsichtigten faux-pas ist das noch kein "gefälliger mainstream-Journalismus".
Das Wort "Marihuana" ist mexikanischer Slang und bedeutet
nichts anderes als Hanf. 1925 wurde Marihuana verboten und damit auch Hanf. Marihuana = Hanf
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