Gaststudenten Werben für deutsche Hochschulen

Hochschulen und Deutscher Akademischer Austauschdienst haben schon vor Jahren das Konsortium GATE-Germany gegründet. Das Büro soll weltweite Markenwerbung für den deutschen Hochschulstandort als Ganzes betreiben, besonders auf internationalen Hochschulmessen. Gefragt sind auch die Seminare, die GATE veranstaltet: Darin erklären Marketingexperten den Mitarbeitern der Auslandsämter, wie jede Hochschule für sich eine passende internationale Vermarktungsstrategie entwickelt. Die bislang gern angewandte Taktik, einfach möglichst viele Studenten aus möglichst vielen Ländern anzuziehen, gilt als gescheitert. Die Hochschulleitungen haben verstanden, dass sie die Anwerbemaßnahmen auf bestimmte Fächer konzentrieren sollten, in denen sie stark sind – und auf bestimmte Weltregionen, die sie auch wirklich erreichen können.

Die Freie Universität (FU) ist eine der über 118 deutschen Mitgliedshochschulen von GATE. Selbstbewusst vermarktet sie sich als »Internationale Netzwerk-Universität« und hat für die Anwerbung von exzellenten Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern ein weltweites Netz an Außenbüros gesponnen. Doch das Beispiel FU zeigt auch die immer noch akuten Schwächen deutscher Hochschulen in der Betreuung ganz normaler ausländischer Studenten: Für die hält die Berliner Universität nämlich nur ein paar unübersichtliche, von deutschsprachigen Links durchsetzte Internetseiten auf Englisch bereit – und die Empfehlung, es über die allgemeine Hotline für Studieninteressierte zu versuchen. In Sachen Webangebot gelobt die FU zwar Besserung, doch selbst wenn die Ausländer den Weg in die deutsche Hauptstadt geschafft haben, ist die auch deutschen Studenten bestens vertraute Odyssee durch die Uni-Bürokratie nicht zu Ende. Zwar gibt es eine Einführungswoche für alle Interessierten. Aber wer darüber hinaus mit Fragen aufläuft, wird von der Verwaltung schon mal hin und her geschickt, und die zentrale Nummer für die Anliegen ausländischer Studenten, räumt der Chef des Auslandsamts ein, sei zu Semesteranfang regelmäßig überlastet. »Wir tun, was wir können, und wir täten gern mehr«, sagt Günther Schepker. »Aber unsere personellen Möglichkeiten sind äußerst beschränkt.«

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