Chaos perfekt: Die Länder haben verschiedene Auswertungsprogramme
Hinzu kommt, dass es bei der Leistung der einzelnen Screening-Einheiten erhebliche Unterschiede gibt. Das ist in der Fachwelt ein offenes Geheimnis. Die aufgeschlüsselten Kennzahlen werden jedoch von der Kooperationsgemeinschaft unter Verschluss gehalten. Wie gut ihre zuständige Einheit arbeitet, bleibt den Frauen somit verborgen. Nikolaus Becker vom DKFZ fordert daher: »Die Referenzzentren haben nun die Aufgabe, an manche Kollegen heranzutreten und sie aufzufordern, sich an Schulungen zu beteiligen.«
Auch bei der Steuerung, Auswertung und Dokumentation der Untersuchungsergebnisse liegt noch manches im Argen: So sollte eine spezielle Software alle Bereiche der Röntgenuntersuchung koordinieren – von der Terminvergabe über die Analyse der Befunde bis hin zur Abrechnung der ärztlichen Leistung. Doch statt eine funktionierende Softwarelösung etwa aus den Niederlanden zu übernehmen, ließ die Kassenärztliche Vereinigung Bayern, die das Screening bereits im Jahr 2002 im Freistaat gestartet hatte, ihr Programm MammaSoft entwickeln. Prompt präsentierten die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und Westfalen-Lippe ein eigenes System, MaSc.
So kam es besonders zu Beginn des Screening-Programms zu technischen Problemen, die Dokumentation folgte zunächst unterschiedlichen Vorgaben und ist nicht in allen Punkten vergleichbar. »Ich bin ehrlich gesagt froh, dass wir erst vor zwei Jahren gestartet sind«, sagt Jutta Lübbering-Schmidt vom Hamburger Screening-Zentrum. Mittlerweile seien die schlimmsten Anfangsschwierigkeiten zum Glück ausgemerzt.
»Es muss viel verbessert werden«, fasst Angela Spelsberg, ärztliche Leiterin des Tumorzentrums Aachen, die Erfahrungen zusammen. Die großartigen Erwartungen an das Mammografie-Screening, die seinerzeit die Politik weckte, wurden bislang nicht eingelöst. Einigkeit herrscht bei den Fachleuten nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner: besser ein mühsam anlaufendes Mammografie-Programm als gar keines. »In der föderalen Bundesrepublik so etwas auf die Beine zu stellen«, sagt Ingrid Schreer, »das allein ist doch schon eine tolle Leistung.«
- Datum 25.02.2010 - 11:05 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.02.2010 Nr. 09
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Ich werde da nicht hingehen. 1 mal pro Jahr Frauenarzt reicht mir, ich mache Vorsorge, seit ich 20 bin. Wenn ich lese, dass so viele Frauen einen "auffälligen" Befund bekommen, wird mir ganz schlecht.
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