Ja zum Afghanistan-Mandat Was für eine Partei!
Die SPD beweist in der Opposition mehr Verantwortung als mancher Regierungsvertreter
Wie reagiert eine Partei, die eine historische Niederlage erleidet, nach allen Seiten Wähler verliert und der sich plötzlich die Gelegenheit bietet, einen der Mühlsteine loszuwerden, die sie nach unten gezogen haben? Wie verhält sich eine selbst ernannte Friedensmacht, deren Basistruppen sich nach dem Ende eines Kriegseinsatzes sehnen, wenn die Sehnsucht nun erfüllt werden könnte? Und wie ein Vorsitzender unter notorischem Populismusverdacht, der seine bieder wirkende Partei mit einem schlichten Nein ein wenig populärer machen könnte? Nun, wenn sie mehr erreichen wollen, als kurzfristig die eigene Stimmung aufzuhellen, dann widerstehen sie allen Versuchungen. Und sagen ganz selbstverständlich Ja zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. So wie die SPD und Sigmar Gabriel.
Dass die deutschen Sozialdemokraten dem neuen Afghanistanmandat an Freitag im Bundestag mit großer Mehrheit zugestimmt haben, überrascht gleich doppelt. Zum einen, weil die niederländischen Genossen soeben eine Regierung platzen ließen, um das Kämpfen und Sterben am Hindukusch nicht weiter mitverantworten zu müssen; das Nein der deutschen Sozialdemokraten wäre gar ohne Machtverlust zu haben. Und zum anderen, weil Gabriel noch unlängst erklärt hat, das Schicksal seiner Partei sei ihm jetzt wichtiger als das Schicksal des Landes. Den Satz hat er mehrfach einzufangen versucht. Und präsentiert sich nun, bei einem emotional aufgeheizten Thema, geradezu staatstragend. Was ist da los: Funktionieren die Oppositionsreflexe noch nicht – oder ist das Strategie?
Auf 23 Prozent waren die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl im September abgestürzt. Dort unten, auf Ground Zero, sind sie gezwungen, der Wahrheit ungeschminkt ins Auge zu schauen. Ein Ausrutscher? Ein Irrtum? Gabriel sah im Wahlergebnis keineswegs das Schicksal am Werk, sondern den mitleidlosen SPD-Wähler. Der präsentierte seiner Partei die Quittung für elf Jahre Regierungshandeln. Für elf Jahre Kontaktverlust mit dem Volk und dessen Wirklichkeit. Das verlorene Vertrauen, das musste die SPD zuletzt erfahren, gewinnt sie nicht zurück, indem sich die anderen – die schwarz-gelbe Koalition wie die Linkspartei – täglich neu in ihren inneren Widersprüchen verirren. Und auch nicht, indem sie kaputt macht, was sie selbst kaputt gemacht hat: Hartz IV, die Rente mit 67, das Ja zum Afghanistaneinsatz. Vertrauen gewinnt die SPD nur zurück, indem sie aus ihrer Trägheit erwacht, wieder denken lernt, links neu definiert, zugleich seriös bleibt und den schwarz-gelben Abstoßungsreaktionen innere Konsistenz entgegensetzt. Eine Alternative, die Neues aufzeigt, das Alte aber erkennbar lässt. »Wir haben verstanden« – so lautet der erste Teil dieser Botschaft. Der zweite: »Wir verleugnen uns nicht.« Für den Alltag erwächst daraus die Verpflichtung zur Überzeugungsarbeit. Mit überraschenden Ergebnissen.
In der Opposition hat die SPD erstmals frei über Afghanistan debattiert – und einem neuen Mandat am Ende zugestimmt. Sie trägt nun freiwillig mit, was ihr der eigene Kanzler Schröder einst mit einer Vertrauensfrage abpressen musste. Eine stille Emanzipation, aus der neues Selbstbewusstsein erwachsen kann. Dass ausgerechnet Gabriel, ein habitueller Sponti und begabter Großsprecher der Schröder-Klasse, durch leise Moderation diese Emanzipation ermöglicht hat, zeigt, wie weit der Prozess seiner Selbstdisziplinierung vorangeschritten ist.
Nun wäre aber Gabriel ein schlechter ehemaliger Umweltminister, wenn er nicht ums Restrisiko wüsste. Das Restrisiko Gabriels ist er selbst. Sein Hang zum Intuitiven, seine Neigung, jede Strategie dem Rausch des Augenblicks zu opfern. Gabriel braucht ein Gegengewicht, das ihn ausbalanciert, wenn seine Stärke, die offensive Intelligenz, nicht in eine Schwäche umschlagen soll. Durchaus unerwartet erweist sich nun gerade jener Mann als funktionierender Antipode, der vor Kurzem noch als Problemfall galt: der gescheiterte Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Gabriel war in der SPD-internen Afghanistandebatte kurzzeitig durchaus versucht, auf Spektakel zu setzen – und den sofortigen Abzug der Bundeswehr zu fordern. Der Fraktionsvorsitzende Steinmeier hielt dagegen. Gabriel, die unumstrittene Nummer eins der SPD, akzeptierte Steinmeier als inhaltlichen Widerpart – und beide fanden letztlich zu einer Position, auf die sich auch die Bundesregierung zubewegte: keine neuen deutschen Kampftruppen; Beginn des Abzugs 2011, Ende in einem Korridor zwischen 2013 und 2015.
Die Zukunft der SPD als Volkspartei steht auf dem Spiel. Manch einer wähnt sie weggesperrt im Keller, um sich vier Jahre lang selbst zu therapieren. Schaut man nach, so stellt man fest: Der Patient macht Fortschritte. Das passt in die Zeit. Nach vier Monaten Schwarz-Gelb wird die SPD dringend gebraucht.
- Datum 27.02.2010 - 02:53 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 25.02.2010 Nr. 09
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ein Mann aus der Springer -Schmiede, daß die SPD richtig abgestimmt hat.
Dann kann es eigentlich nur falsch gwesen sein.
Gabriel und Steinmeier gelten zu Recht als sachlich denkende Strategen, die jetzt beweisen können, wie weit die sozialdemokratischen Grundwerte ihre Überlegungen leiten. Es sieht zumindest danach aus und die strategische Beweglichkeit dieser Partei kann davon nur gewinnen.
Die SPD hat in ihren besten Zeiten (Brandt, Schmidt) die Strömungen in der Gesellschaft beeinflusst und moderiert.Die Ära Schröder war beherrscht von einem Abgleiten in die intrigante Welt bloßer Machtpolitik und Geltungssucht. Als kooperative Mannschaft kann die SPD als Partei die immensen Schäden dieser Zeit überleben und mit neuen Zielen frische Kraft sammeln.
Dafür braucht sie offenbar noch Zeit und den Mut zu neuen Wegen.
Die SPD ist und bleibt ein Verräter an der Arbeiterklasse !
Glaubt man denn echt, das die SPD sich ändert, nur weil diese mal ein paar soziale Parolen brüllt !
Ein sozial im Namen und Krieg führen. Bei den Christen ist man Feldzüge ja gewöhnt. In deren Namen könnte man denken, werden Gesetzesbruch ja zu Recht erklärt.
Schröder, Clement, Steinmeier und Co haben die SPD verraten. Unter Ihnen hat der Begriff "Genosse" einen Beigeschmack bekommen. Solange dies nicht geändert wird, solange haben die Arbeiter keine politische Heimat.
aber quer durch alle Parteien, schroeder, clement, kohl usw. alles NUNMEHR "lupenreine kapitalisten" dank IHRER
erworbenen verbindungen.Uebrigens war auch LENIN dem erworbenen wohlstand zugeneigt, gut, warum auch nicht !
aber quer durch alle Parteien, schroeder, clement, kohl usw. alles NUNMEHR "lupenreine kapitalisten" dank IHRER
erworbenen verbindungen.Uebrigens war auch LENIN dem erworbenen wohlstand zugeneigt, gut, warum auch nicht !
hackt der anderen kein Auge aus !
Du liebe ZEIT, wollte der Artikelschreiber nicht die Verantwortung der SPD in der Opposition beweisen? Aber "Verantwortung" ist ja auch nur so eine Floskel.
[entfernt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke, die Redaktion/vv]
Herr Dausend
Machen Sie sich keine Hoffnung.
Die SPD ist zu nichts mehr zu gebrauchen.
Den Schaden den diese Partei durch Ihre Parteiführer erlitten
hat, ist nicht mehr zu beheben.
Und die restlichen Mitglieder sind hoffnungslos verblödet.
Bei den nächsten Bundestagswahlen schafft die SPD keine 18% mehr.
Die neue politische Heimat des betroffenen Volks heist: Die Linke.
wie diesen tun kann, ist die größte Deutsche "linke" (ich weiß , ist nichtmehr viel übrig von diesem Etiket) zu verunglimpfen! Ich bin zwar drer Meinung, dass die SPD NICHTS dazugelernt hat. Sie hätte bei diesem Mandat wirklich zeigen können, dass sie ihre Umwandlung ernst meint. Die SPD ist immernoch die Gleiche wie unter Schröder, und das ändert ishc nicht, sollange Mitwirkende immernoch beteiligt sind.
Jedoch ist es dennoch sehr Dumm sie zu verunglimpfen. Sollange die Sozialdemokraten Schwächeln bleibt eine Rechte Koalition. Und die kann kein "Arbeiter" wollen. Die kann niemand wollen, der die SPD aufgrund ihres Rechtsruckes und opportunistischem Verhalten aufgegeben hat.
Bitte liebe Leute, wenn ihr schon auf die SPD verzichten wollt, dann a weicht auf Grüne oder Linke aus, aber verschenkt eure stimme nicht dem Nirvana. Ich hab keine Lust mehr auf Schwarz-Gelb. Da ich in Köln wohne, hab ich auch keine Lust mehr auf Schwarz-Gelb im Landtag. NRW verkümmert! Wird Asozial! Bei der nächsten Landestagswahl BRAUCHT es eine starke SPD. Ansosnten sind Studenten, Schüler, Arbeitslose, Niedriglöhner, Obdachlose, Tierheime ect. die Leittragenden.
Das Motto muss wohl im Moment lauten: Das kleinere Übel...
An die SPD Basis: Warum macht ihr nich tmal ordentlich Terz? Warum wählt ihr euch immernoch die selben pappenheimer? Ich dachte ja auch dass Gabriel garnichtmal so schlecht ist. Aber siene stöndige Kritik an die Linke und das Ja zu Afghanistan sind enttäuschend.
wie diesen tun kann, ist die größte Deutsche "linke" (ich weiß , ist nichtmehr viel übrig von diesem Etiket) zu verunglimpfen! Ich bin zwar drer Meinung, dass die SPD NICHTS dazugelernt hat. Sie hätte bei diesem Mandat wirklich zeigen können, dass sie ihre Umwandlung ernst meint. Die SPD ist immernoch die Gleiche wie unter Schröder, und das ändert ishc nicht, sollange Mitwirkende immernoch beteiligt sind.
Jedoch ist es dennoch sehr Dumm sie zu verunglimpfen. Sollange die Sozialdemokraten Schwächeln bleibt eine Rechte Koalition. Und die kann kein "Arbeiter" wollen. Die kann niemand wollen, der die SPD aufgrund ihres Rechtsruckes und opportunistischem Verhalten aufgegeben hat.
Bitte liebe Leute, wenn ihr schon auf die SPD verzichten wollt, dann a weicht auf Grüne oder Linke aus, aber verschenkt eure stimme nicht dem Nirvana. Ich hab keine Lust mehr auf Schwarz-Gelb. Da ich in Köln wohne, hab ich auch keine Lust mehr auf Schwarz-Gelb im Landtag. NRW verkümmert! Wird Asozial! Bei der nächsten Landestagswahl BRAUCHT es eine starke SPD. Ansosnten sind Studenten, Schüler, Arbeitslose, Niedriglöhner, Obdachlose, Tierheime ect. die Leittragenden.
Das Motto muss wohl im Moment lauten: Das kleinere Übel...
An die SPD Basis: Warum macht ihr nich tmal ordentlich Terz? Warum wählt ihr euch immernoch die selben pappenheimer? Ich dachte ja auch dass Gabriel garnichtmal so schlecht ist. Aber siene stöndige Kritik an die Linke und das Ja zu Afghanistan sind enttäuschend.
Wozu noch SPD wählen,sie steht nicht für den Arbeiter und
auch nicht für den Mittelstand!Nichts Halbes und nichts
Ganzes!Merkel macht keine Neuwahlen,die hält an ihrer Macht
fest mit der FDP und die SPD hat gezeigt,wo sie steht,ob
bei Afghanistan oder Hartz4!Die Partei wähle ich nie wieder
dank Schröder,sie unterscheidet sich nicht viel von der CDU.
Wer mit 55Jahren arbeitslos wird,bekommt bei Rente mit67
Abschläge,verbraucht seine Altersvorsorge,um später Hartz4
zu bekommen.Arbeiterverräter,für gestorben bis zur Steinzeit.
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