Recycling Flasche leer, Mauer hochSeite 2/2
Die Idee, herumfliegende Plastikflaschen zu füllen und als Bausteine zu nutzen, hatten auch andere. 2008 konnte man auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos das Projekt United_Bottle der deutschen Architekten Dirk Hebel und Jörg Stollmann kennenlernen. Im Unterschied zu Froese planten die beiden jedoch mit speziell designten Flaschen, die man ineinanderstecken kann. Die United_Bottle setzt den guten Willen der Getränkehersteller voraus. Andreas Froese konnte dagegen mit dem vorhandenen Material, das normalerweise die Erdoberfläche verschmutzt, sofort anfangen. Schon 2001 gründete er in Honduras die Firma ECO-TEC.
Fünfzig Bauten hat ECO-TEC mittlerweile realisiert, in Honduras, Kolumbien oder Indien. Darunter sind auch Wassertanks für 1600 oder 24.000 Liter – die verschnürte und verschmierte Konstruktion aus PET-Flaschen hält selbst hier. Meist aber baut ECO-TEC Wohnhäuser. Nur wenn Behörden auf einen offiziellen Nachweis der Erdbebensicherheit bestehen, muss Froese passen. Um solche Formalitäten hat er sich noch nie gekümmert, er verweist nur darauf, dass seine Bauwerke Erdbeben bis zur Stärke 7,3 ohne Schaden überstanden haben. Oder dass ein Haus tagelang bis zum Dach in einem über die Ufer getretenen Fluss stand – und danach nur gereinigt werden musste. Die Ursache für diese Standfestigkeit sieht Froese in der Flexibilität seiner PET-Häuser. Offenbar kommt eine nachgiebige Konstruktion besser mit rabiaten Naturgewalten zurecht als starrer Beton.
In Yoro standen 2005 nach vier Monaten drei schmucke Neubauten. Jedes Haus hatte gerade mal 3000 Dollar gekostet, Geld, das von der Entwicklungsorganisation Trocaire gekommen war. Denn für Arme ist auch diese Summe unerschwinglich. Zinn fürs Dach, Zement und Kies kosten Geld, auch wenn ansonsten Müll verbaut wird. Zur Not lässt sich ein Dach ebenso aus alten Schläuchen von Autoreifen basteln, und statt Zement tut es Lehm, der leicht nachzubessern ist. Der größte Triumph erwartet Andreas Froese indes ein paar Jahre später. Da erfährt er, dass ohne jede externe Hilfe die Dorfbewohner im weiten Umkreis mindestens acht weitere Plastikflaschen-Häuser gebaut haben. Die haben das gelernt!
»Ein Junge, der mit mir in Bolivien zusammen ein Haus gebaut hat, war zwei Jahre später ein Maurer!«, sagt Froese stolz. Er baut eben nicht nur gemeinsam mit Armen Häuser, er initiiert auch soziale Prozesse. Wie stolz die Leute sind, wenn sie erstmals aus eigener Kraft so ein Projekt realisieren! Als Nebeneffekt fällt womöglich eine Professionalisierung ab.
Andreas Froese ist derzeit in Deutschland unterwegs. Ein Film über ihn entsteht. Er sucht den Kontakt zu den Medien. Zwar hat er einige Preise und Auszeichnungen erhalten – doch nur in Mittelamerika. Die großen internationalen Hilfsorganisationen kennen ihn und seine Arbeit, die er auf www.eco-tecnologia.com präsentiert, kaum. Dabei könnten gerade im Augenblick viele Menschen von seiner Erfindung profitieren. In Haiti droht nach dem schrecklichen Erdbeben die nächste Katastrophe, wenn im Mai die Regenzeit beginnt und danach die Hurrikan-Saison einsetzt. Millionen haben kein Dach über dem Kopf. PET-Flaschen aber gibt es in dem Karibikstaat genug.
Bevor das ECO-TEC-Haus aber nennenswerter Bestandteil großer Hilfsprogramme werden kann, braucht es Architekten und Baufachleute, welche die bisherigen empirischen Ergebnisse und gefühlten Qualitäten des Bauens mit PET-Flaschen überprüfen: Statik, Sicherheit, Alterungsverhalten und anderes mehr. Andreas Froese hofft, unter den Experten in Forschung und Lehre Gleichgesinnte zu finden: »Es geht nicht darum, Leuten Häuser zu bauen, die schon eins haben.«
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- Datum 25.02.2010 - 17:48 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.02.2010 Nr. 09
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Vllt. sollten alle AKW-Befürwörter, die Fässer, die man auf dem Asse Bild am rechten Rand sehen kann, genau so in ihren Häusern verbauen. Sieht chick aus und ist ja eh ungefährlich.
lol
lol
Keine Elenden, die unter Riesenkrach- und Dreckproduktion stundenlang auf Rennbahnen im Kreis herumfahren oder sich dafür verkaufen, Kinder zum Konsum von Gummibärchen zu verführen.
Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, toller Mann.
Menschen die frei aus ihrem Herzen heraus etwas für andere tun, das sind die wahren Helden. :)
Entfernt, da nicht zum Thema des Artikels. Die Redaktion/sh
Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, toller Mann.
Menschen die frei aus ihrem Herzen heraus etwas für andere tun, das sind die wahren Helden. :)
Entfernt, da nicht zum Thema des Artikels. Die Redaktion/sh
Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, toller Mann.
Menschen die frei aus ihrem Herzen heraus etwas für andere tun, das sind die wahren Helden. :)
Kommt es nur mir so vor? Die Artikel der Zeit werden informativer.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spam-Kommentare. Die Redaktion/cs
Entfernt aufgrund von Doppelposting. Die Redaktion/cs
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Entfernt aufgrund von Doppelposting. Die Redaktion/cs
ja, das ging mir auch schon durch den Kopf. Froeses Ausführungen zur Flexibilität seiner Häuser sind plausibel, sie lassen sich, sozusagen von der Seite, stützen, wenn man die bekannte Tatsache, dass ingenieurmässige Holzkonstruktionen - also z.B. ein aufgeschraubtes Blech statt einer gezapften Holzverbindung -, nicht zuletzt aufgrund der Duktilität der Holzverbinder aus Metall sehr viel erdbebensicherer sind als beispielsweise reine Mauerwerksbauten - die Verbinder können sich verbiegen und nehmen so einen beträchtlichen Teil der Energie auf.
Eine grosse Rolle spielt auch die Grundrissform - quadratisch z.B. ist praktisch - und Massnahmen wie oben in der Wand ringförmig eingelassene Seile helfen auch.
Gerade über Erdbebensicherheit gibt es im traditionellen Lehmbau ein profundes Wissen, das aber, aufgrund der schwächer werdenden Weitergabe, verloren zu gehen droht.
Darüber geforscht, vieles wieder ausgegraben und die Ergebnisse zur Anwendung gebracht hat Prof. Gernot Minke, von ihm gibt es auch umfangreiche Literatur zum Thema.
http://www.gernotminke.de...
Zusätzlich ästhetisch sehr beeindruckend sind darüber hinaus die Arbeiten des Japaners Shigeru Ban, in denen der Einsatz recycelter Werkstoffe eine grosse Rolle spielt, gerade auch im Einsatz von temporären Unterkünften nach Naturkatastrophen:
http://www.shigerubanarch...
lol
Warum werden die Flaschen (komplett?) mit Erde und Sand verfüllt? Mit nicht vollständig gefüllten Flaschen könnte man sogar noch einen Isolierungseffekt erreichen - wie etwa mit Hohlblocksteinen.
Interessanterweise gab es just heute auch auf Spiegel Online einen Artikel über ein Boot aus leeren Plastikflaschen. Ich finde diese Ideen sehr gut.
So mancher Rohstoff ist im Überfluß überall vorhanden - es weiß nur noch niemand davon...
und woraus besteht Plastik ?
Oil ? Kann nicht sein :)
Und was ist mit dem ganzen Mist der von den Flaschen ausgeht ?
Die Belastungsfähigkeit einer leeren PET-Flasche ist mit "gering" sehr wohlwollend umschrieben. Mal so aus der Hüfte geschätzt dürfte die kaum bei 50g/cm² liegen. wird der Druck stärker, klappt die Flasche zusammen. Für die Last von 1kg braucht man also rund die Fläche einer CD. Damit würden die Wände das Design einer Pyramide annehmen um die Kräfte der restlichen "PET-Steine" darüber inkl. das Dach aufzunehmen.
Füllt man die Flaschen jedoch mit etwas, was irgendwann mal Hart wird, übernimmt der Inhalt ein ordentliches Maß an Tragkraft und das Projekt wird um einiges einfacher.
In PET sind Weichamcher enthalten. Der Stoff ist eine große Gefahr für Mensch und Umwelt. Kurz: In diesem Haus möchte ich nicht wohnen.
Man muß die Flaschen deshalb füllen, damit Wärme gespeichert werden kann oder einfacher ausgedrückt, damit entweder ein Kühleffekt oder ein Wärmeffekt auftritt, je nach Außentemperatur.
Und zum zweiten würde ein Gebäude mit umgefüllten Flaschen bei kräftigem Wind nicht sehr lange stehen.
Hohlziegel haben im übrigen Waben-förmige Konstruktionen, die PET-Flaschen als solche nicht, sind also sehr instabil.
Im übrigen ziehen sich PET-Flaschen zusammen, wenn es kühl wird...
und woraus besteht Plastik ?
Oil ? Kann nicht sein :)
Und was ist mit dem ganzen Mist der von den Flaschen ausgeht ?
Die Belastungsfähigkeit einer leeren PET-Flasche ist mit "gering" sehr wohlwollend umschrieben. Mal so aus der Hüfte geschätzt dürfte die kaum bei 50g/cm² liegen. wird der Druck stärker, klappt die Flasche zusammen. Für die Last von 1kg braucht man also rund die Fläche einer CD. Damit würden die Wände das Design einer Pyramide annehmen um die Kräfte der restlichen "PET-Steine" darüber inkl. das Dach aufzunehmen.
Füllt man die Flaschen jedoch mit etwas, was irgendwann mal Hart wird, übernimmt der Inhalt ein ordentliches Maß an Tragkraft und das Projekt wird um einiges einfacher.
In PET sind Weichamcher enthalten. Der Stoff ist eine große Gefahr für Mensch und Umwelt. Kurz: In diesem Haus möchte ich nicht wohnen.
Man muß die Flaschen deshalb füllen, damit Wärme gespeichert werden kann oder einfacher ausgedrückt, damit entweder ein Kühleffekt oder ein Wärmeffekt auftritt, je nach Außentemperatur.
Und zum zweiten würde ein Gebäude mit umgefüllten Flaschen bei kräftigem Wind nicht sehr lange stehen.
Hohlziegel haben im übrigen Waben-förmige Konstruktionen, die PET-Flaschen als solche nicht, sind also sehr instabil.
Im übrigen ziehen sich PET-Flaschen zusammen, wenn es kühl wird...
und woraus besteht Plastik ?
Oil ? Kann nicht sein :)
Und was ist mit dem ganzen Mist der von den Flaschen ausgeht ?
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