Olympische Spiele Ein Inder im Schnee

Was bleibt von Vancouver?

Die Olympischen Maskottchen machen sich auf den Weg zum Biathlon

Die Olympischen Maskottchen machen sich auf den Weg zum Biathlon

Die Spiele nähern sich ihrem Ende. Hier können Sie erfahren, was neben den Medaillen bleiben wird von Olympia in Vancouver im Jahre 2010.

Doping. Das große Nichtthema dieser Spiele. Ob die vielen Kontrollen die Athleten abgeschreckt haben oder ob sie nur schlauer sind als die Fahnder, wird sich vielleicht erst nach der Schlussfeier zeigen. Alle Dopingproben werden für acht Jahre eingefroren – mit neuen Messmethoden könnten alte Übeltäter doch noch überführt werden.

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München 2018. Am 6. Juli 2011 wird das Internationale Olympische Komitee entscheiden, ob die übernächsten Winterspiele in München stattfinden. Die zwei Wochen von Vancouver sind deshalb Wahlkampf pur, um sich gegen die Bewerber aus Frankreich und Südkorea durchzusetzen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer tritt im Lodenjanker vor die Presse, hantiert wie ein Ringer mit den Händen und kann beinahe unfallfrei die vier winterlichen Weltmeisterschaften aufzählen, die in und um München in den nächsten Jahren stattfinden werden, um der Welt zu zeigen: Wir können das. Derweil werden im Deutschen Haus in Whistler die Mitglieder des IOC mit Brezeln, Leberkäse und Weißbier bestochen. Alles, was Deutsche und die deutsche Mannschaft anstellen, hat hier Bedeutung: Gewinnen sie, zeigt sich das Land als führende Wintersportnation. Verlieren sie, wird sie das zu guten Gastgebern machen. Und selbst Ihr Fernsehkonsum, liebe Leser, ist von Bedeutung: Gute Quoten versprechen den Veranstaltern üppige Einnahmen, was sie naturgemäß gerne mögen. Wenn Sie also Olympia in München wollen, lassen Sie Ihren Apparat eingeschaltet.

Skategate reloaded. Bei den Spielen 2002 in Salt Lake City war eine französische Eiskunstlauf-Preisrichterin bestochen worden: »Skategate«. Das Bewertungssystem wurde umgekrempelt und die Höchstnote 6,0 zugunsten einer angeblich gerechteren Bewertung abgeschafft. Jetzt beschwerte sich der russische Eiskunstlaufstar Jewgenij Pluschenko über das neue System. Er hatte als einziger Wettkämpfer einen Vierfachsprung gezeigt und gestanden – und trotzdem gegen einen Amerikaner verloren. Der habe nur getanzt und sei nicht wie ein Mann gelaufen, sagte der Russe. Die Debatte über Gerechtigkeit beim Eislaufen wird fortgesetzt.

Shiva Keshavan. Der Rodler war 1998 der jüngste olympische Wintersportler aller Zeiten, damals eben 16. Inzwischen hat er Silber gewonnen (bei den Asienspielen), ist immer noch dabei und will bis Sotschi 2014 weitermachen. Vorbildlicher Einsatz eines Mannes, der im Himalaya wohnt und zur nächsten Trainingsgelegenheit im japanischen Nagano einen Tag mit dem Auto fahren und dann noch vier Stunden fliegen muss. Nachdem er nun die schnellste und gefährlichste Bahn der Welt überlebt hat, wird ihn wohl nichts mehr bremsen.

Wintersportnation Jamaika. Seit es ein jamaikanischer Bob von den Winterspielen in Calgary 1988 nach Hollywood geschafft hat (Cool Runnings, 1993), ist die Karibikinsel schneefest. In Whistler hat man in einer Bar sogar das Jamaica House aufgeschlagen, obwohl diesmal nur ein Athlet am Start ist, der Ski-Crosser Errol Kerr. Der ist keine Witzfigur: Platz 9 unter 33 Teilnehmern. Allerdings gehörte der Sohn einer Amerikanerin und eines Jamaikaners bis vor zwei Jahren zum US-Skiteam. Wenn die Insulaner so findig bleiben im Auftreiben von Sportlern, wird der Winter-Reggae fürs Erste nicht verklingen.

 
Leser-Kommentare
  1. Wissen Sie was die "fremdgesteuerten Massenmedien" Leuten wie Ihnen vorraus haben? Sie gehen einem nicht so auf die Nerven.
    Sorry fürs offtopic.

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