Medien Regionalzeitungen pro Stadt
Wie viele Zeitungen mit Lokalteil gibt es in Deutschlands Großstädten? Wir haben für unsere Deutschlandkarte mehr als 80 Städte untersucht.
Über den Lokalteil einer Zeitung wurde gern ein bisschen verächtlich gesprochen. Da stehe nichts drin außer dem Ergebnis der letzten Kaninchenschau und den Glückwünschen zum 90. Geburtstag des ehemaligen Sparkassendirektors.
Heute werden die Regionalzeitungen anders gesehen. Sie haben, wie alles bedrohte Kulturgut, neue Freunde gewonnen. Plötzlich entsinnt man sich, dass es doch gut ist, eine Zeitung zu haben, die über vielleicht doch nicht so unwichtige Baupläne in der Nachbarschaft berichtet.
Und wären mehrere Zeitungen nicht sogar noch besser als eine? Nur in den Metropolen gibt es echte Vielfalt, in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München. In der Provinz dagegen gibt es in vielen Städten nur eine Lokalzeitung. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier).
Wer diesen Umstand bedauert, ist spät dran. Viele Zeitungen sind schon vor 20 Jahren verschwunden, noch bevor das Internet kam. Die Verbliebenen halten sich.
Wer den Lokalteil retten will, muss also Zeitungen mit Lokalteil kaufen. Es steht viel weniger Kleintierkram drin, als man so denkt.
Quelle: Walter J. Schütz
- Datum 04.03.2010 - 14:34 Uhr
- Serie Deutschlandkarte
- Quelle ZEITmagazin, 04.03.2010 Nr. 10
- Kommentare 11
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Der Lokalteil ist vielleicht unter Metropolen-Journalisten schlecht angesehen - bei mancher Regionalzeitung auch zu Recht. Viele Menschen kaufen oder abonnieren die Zeitung ihrer Region fast ausschließlich wegen des Lokalteils. Den Rest kaufen sie als notwendiges Übel mit. Denn das, was im Mantelteil steht, sehen sie ja fast ausnahmslos auch im Fernsehen.
Würde "meine" Lokalzeitung nur den Lokalteil für sagen wir 50ct anbieten, ich wäre Abonnent. Leider kostet sie über einen Euro und ich bekomme gezwungenermaßer all das mit, was ich lieber woanders (oder gar nicht) beziehe: Wochenendbeilage, Reisen, Automobil, Politik, Allgemeine Wirtschaft, ...
Print on Demand wäre da manchmal echt was feines.
Würde "meine" Lokalzeitung nur den Lokalteil für sagen wir 50ct anbieten, ich wäre Abonnent. Leider kostet sie über einen Euro und ich bekomme gezwungenermaßer all das mit, was ich lieber woanders (oder gar nicht) beziehe: Wochenendbeilage, Reisen, Automobil, Politik, Allgemeine Wirtschaft, ...
Print on Demand wäre da manchmal echt was feines.
www.nordbayerischer-kurie... - Lokalzeitung in Bayreuth.
Oder hab ich da was falsch verstanden?
In Schleswig-Holstein fehlen alle Titel des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags - dh gemeinsamer Mantel mit einer Reihe von Lokalteilen (Flensburger Tageblatt, Nordfrieslandtageblatt etc.). Außerdem in Flensburg der Flensborg Avis. Vom Hamburger Abendblatt gibt es im Speckgürtel auch Lokalausgaben, die meines Wissens durchaus als Lokalzeitung durchgehen. (Von der Qualität ist hier ja nicht die Rede.)
Wenn das symptomatisch ist für die Datenerhebung, sollte man die Karte vom Netz nehmen.
...fehlt auch. Oder sollten alle Zeitungen nicht erfasst worden sein, die wie das Tagblatt und die oben erwähnten Zeitungen in SH einer großen Verlagsgruppe gehören.
Südwest Presse etc
Es gibt tatsächlich noch die Goslarsche Zeitung mit drei verschiedenen Lokalausgaben (s. http://de.wikipedia.org/w...)
Warum werden nur Städte über 100.000 Einwohner miteinbezogen? Der Zusammenhang "große Stadt" und "Anzahl der Lokalzeitungen" zu "Leseraffinität" ist doch ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Gerade in den kleinen Gemeinenden haben doch die Lokalblätter ihre Stammleserschaft - und gerade in Grenzregionen der Verbreitungsgebiete der Tageszeitungen haben Leser eine echte Auswahl (trotz voran schreitender Monopolisierung). Zudem enthält die Karte offensichtlich handwerkliche Fehler: In München sind beispielsweise bis auf "Bild" alle anderen Zeitungen als Abo erhältlich - was ein kurzer Blick ins Internet und den entsprechenden Abo-Angeboten gezeigt hätte. Bitte die Karte in der Ablage "Grafiken, die die Welt nicht braucht" entsorgen!
Die Deutschlandkarte hat nur Großstädte (also Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern) untersucht. Wir bedauern, dass wir das anfangs nicht genügend kenntlich gemacht haben.
Mit freundlichem Gruß,
die Redaktion
Schade, dass unter der Überschrift "Lokalzeitungen" nur Städte ab 100.000 Einwohnern berücksichtigt wurden. Das empfinde ich nicht als lokal - wie übrigens sicherlich die meisten Zeitungsmacher. Außerdem hätte mich sehr gefreut, wenn auch die älteste Tageszeitung NRWs - die Lippische Landes-Zeitung - Berücksichtigung gefunden hätte. Als Erscheinungsort gilt zwar Detmold, als Verbreitungsgebiet allerdings der Kreis Lippe, der ja wieder mehr als 100.000 Einwohner zählt. Wirklich schade. Vielleicht sollten sie über eine Verbesserung in einer der nächsten Ausgaben nachdenken. Das würde viele Lokalzeitungsleser und -macher sicher freuen.
Schade, dass unter der Überschrift "Lokalzeitungen" nur Städte ab 100.000 Einwohnern berücksichtigt wurden. Das empfinde ich nicht als lokal - wie übrigens sicherlich die meisten Zeitungsmacher. Außerdem hätte mich sehr gefreut, wenn auch die älteste Tageszeitung NRWs - die Lippische Landes-Zeitung - Berücksichtigung gefunden hätte. Als Erscheinungsort gilt zwar Detmold, als Verbreitungsgebiet allerdings der Kreis Lippe, der ja wieder mehr als 100.000 Einwohner zählt. Wirklich schade. Vielleicht sollten sie über eine Verbesserung in einer der nächsten Ausgaben nachdenken. Das würde viele Lokalzeitungsleser und -macher sicher freuen.
Schade, dass unter der Überschrift "Lokalzeitungen" nur Städte ab 100.000 Einwohnern berücksichtigt wurden. Das empfinde ich nicht als lokal - wie übrigens sicherlich die meisten Zeitungsmacher. Außerdem hätte mich sehr gefreut, wenn auch die älteste Tageszeitung NRWs - die Lippische Landes-Zeitung - Berücksichtigung gefunden hätte. Als Erscheinungsort gilt zwar Detmold, als Verbreitungsgebiet allerdings der Kreis Lippe, der ja wieder mehr als 100.000 Einwohner zählt. Wirklich schade. Vielleicht sollten sie über eine Verbesserung in einer der nächsten Ausgaben nachdenken. Das würde viele Lokalzeitungsleser und -macher sicher freuen.
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