Finanzregulierung Neue Wächter für die BankenSeite 2/2
Bloß wird dadurch eine doppelte institutionelle Schwäche des globalen Finanzwesens verschleiert: Immer weniger sind Banken in das örtliche Wirtschaftsgeschehen eingebunden und entsprechend orientiert. Doch auf globaler Ebene ist das ordnungspolitische Rahmenwerk für die Finanzwirtschaft zu uneinheitlich, manchmal strikt, aber oft schwach und lückenhaft und der Zeit hinterher.
Es fehlt der aufklärende, korrigierende Einfluss unabhängiger Stimmen bei der Risikobewertung.
Lokale Loslösung und globale Ungebundenheit schwächen das gegenseitige Vertrauen der Geschäftspartner, verändern deren Risikoverhalten und somit die Grundlagen des Bankgeschäfts selbst. Rating-Agenturen und andere Finanzdienstleister sind ebenfalls von der entstehenden Isolation des globalen Finanzwesens betroffen. Es fehlt der aufklärende, korrigierende Einfluss unabhängiger Stimmen bei der Risikobewertung.
Wir müssen die zivilgesellschaftliche Infrastruktur – Mitgliedsorganisationen, Interessenverbände, Thinktanks und Stiftungen – auf nationaler und globaler Ebene aufbauen. Dies wird Millionen Euro kosten, letztlich aber nur kleine Summen im Vergleich zur Rettung von AIG oder Hypo Real Estate. Es bedarf keines Masterplans und keiner staatlichen Einrichtungen, sondern des Willens und der Ideen vieler und einer Vorstellung davon, wie man zivilgesellschaftliche Institutionen vernetzt.
Stiftungen können sich an diesem Projekt zuallererst beteiligen. Sie verfügen über Autonomie, oft gepaart mit Spezialwissen und Legitimität. Sie könnten die Breitenwirksamkeit von Mitgliedsorganisationen (dem zukünftigen Greenpeace der Finanzwelt) mit dem Wissen und der politischen Expertise von Thinktanks (der zukünftigen Bundesstiftung Umwelt der Finanzpolitik) und Verbraucherorganisationen (der zukünftigen Stiftung Warentest des Bankenwesens) verbinden.
Erst mit einer zivilgesellschaftlichen Infrastruktur lässt sich das losgelöste Finanzsystem wieder einfangen – nicht nur finanzpolitisch, sondern auch gesellschaftspolitisch.
- Datum 09.03.2010 - 11:18 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 04.03.2010 Nr. 10
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"Die Finanzwelt wird von einem kleinen Expertenzirkel reguliert."
Das ist wohl die lustigste Umschreibung, die ich jemals zu diesem Thema gelesen habe.
Vom „Expertenzirkel“ mal abgesehen, finde ich vor allem „reguliert“ als den „Knaller“.
"Nicht alles, was der Vortreffliche tut, geschieht auf die vortrefflichste Weise."
Johann Wolfgang von Goethe, (1749 - 1832),
„Laut dem National Center of Charitable Statistics konzentrieren sich in den USA nur 104 von knapp einer Million NGOs auf »öffentliche Finanzen, Steuerwesen und Geldmarktpolitik.“
„Es gibt nur eine Regel unter Amerikanern:
Die Werkzeuge denen, die damit umgehen können. „
Andrew Carnegie, (1835 - 1919), -US-amerikanischer Stahlmagnat
ehemals reichster US-Amerikaner, seine Firma heute US-Steeel
bar jeden Sachverstandes:
"Lokale Loslösung und globale Ungebundenheit schwächen das gegenseitige Vertrauen der Geschäftspartner, verändern deren Risikoverhalten und somit die Grundlagen des Bankgeschäfts selbst. Rating-Agenturen und andere Finanzdienstleister sind ebenfalls von der entstehenden Isolation des globalen Finanzwesens betroffen. Es fehlt der aufklärende, korrigierende Einfluss unabhängiger Stimmen bei der Risikobewertung."
Was hat ein Wetteinsatz mit der Risikobewertung eines Investments zu tun? Der Autor hat nicht verstanden, dass die Finanzwirtschaft sich mit dem horten von Geldern in form von Glücksspielen ein provisionsträchtiges Geschäft aufgebaut hat, welches mit der Realwirtschaft und deren Finanzierung nichts mehr zu tun hat. [...]
Ein geeigneter Einstieg ist das Buch "Geld arbeitet nicht".
Bitte achten Sie bei Ihrer Kritik auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/sh
Ich weiß noch einen besseren Einstieg. Das Buch "Drahtzieher der Macht" von G. Wisnewski erläutert dem Autor die Zusammenhänge und damit wird alles Gelaber überflüssig.
Ich weiß noch einen besseren Einstieg. Das Buch "Drahtzieher der Macht" von G. Wisnewski erläutert dem Autor die Zusammenhänge und macht das Gelaber überflüssig.
... wobei ich der Meinung bin, dass NGO's dazu nicht zwingend nötig sind, sondern Demokratie. Richtige Demokratie. Wenn die Banken, statt einige Politiker zu schmieren, der Bevölkerung erklären müssten, was sie vorhaben und warum Deregulierung angeblich so wichtig ist, dann ist schon die grundsätzliche Verhandlungsposition eine andere. Plötzlich finden sich Alternativen zu TINA, die vorher niemand aussprechen wollte. Plötzlich finden sich in den Medien und bei den Bürgern auch jede Menge Interessierte die sich schon immer ihre Gedanken gemacht haben und sonst nie zu Wort kommen.
Das verhindert nicht unbedingt jede Fehlentscheidung, führt aber zu einem langfristigen Lerneffekt, verhindert Korruption und bringt überhaupt erst öffentliche Diskussion. Oder kannte jemand vor der Krise CDS und ähnliches?
Der Vorschlag die Problemloesung an eine per zivilrechtlicher infrastruktur vernetzte taskforce zu delegieren erinnert mich stark an BS Bingo einem netten Spiel in Organisationen, die dem Peter Prinzip zum Opfer gefallen sind.
http://www.hjsv.com/games...
http://de.wikipedia.org/w...
Sapere Aude!
Georg Trappe
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