Treibhauseffekt Im Treibhaus
Drohen uns mehr Orkane wie Xynthia? Wie passt der kalte Winter zum Treibhauseffekt? Ein Gespräch mit dem Klimaforscher Guy Brasseur
© Torsten Silz/AFP/Getty Images

Kein Klimamodell kann belegen, dass Orkane wie jüngst Xynthia Zeichen des Klimawandels sind, so Brasseur
DIE ZEIT: Nach dem gescheiterten Gipfel in Kopenhagen haben Affären und Fehler den Ruf des Weltklimarates IPCC angekratzt, die US-Regierung lockert ihre Klimaschutzpläne wegen der Wirtschaftskrise, wie soll das weitergehen?
Guy Brasseur: Mit hoffentlich mehr Ruhe und weniger Medienzirkus. Ich halte die wesentlichen Schlussfolgerungen des IPCC weiterhin für solide. Die Erwartungen an die Konferenz in Kopenhagen waren überzogen, so schnell konnte Obama seine neue Politik gar nicht entwickeln. Die Fehler im IPCC-Bericht, etwa die rasch schmelzenden Himalaya-Gletscher, betreffen Teilaspekte aus Tausenden Seiten an ergänzendem Material, das leider nicht sorgfältig genug begutachtet wurde.

Der belgische Atmosphärenforscher Guy Brasseur ist 2009 zum Leiter des Climate Service Centers in Hamburg berufen worden, dessen Aufgabe es ist, Erkenntnisse der Klimaforschung für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft aufzubereiten. Bis dahin arbeitete Brasseur als Leiter des Labors für das Erd- und Sonnensystem in Boulder, Colorado. Von 1999 bis 2005 war er außerdem Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie und Leiter des Deutschen Klimarechenzentrums in Hamburg. Brasseur ist einer der Hauptautoren des vierten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC), für den 2007 der Friedensnobelpreis vergeben wurde.
ZEIT: In der E-Mail-Affäre gibt es den Verdacht, dass Daten frisiert wurden, um einen rasch steigenden Temperaturtrend hervorzuheben.
Brasseur: Manipulation wäre in der Tat schrecklich. Wissenschaftler, die das tun, gehören gefeuert. Zwar wurde diese Temperaturkurve, deren steiler Anstieg an die Form eines Hockeyschlägers erinnert, bereits von der US-Akademie der Wissenschaften positiv begutachtet. Dennoch wollen wir an unserem neuen Climate Service Center (CSC) hier in Hamburg hochrangige Wissenschaftler einladen, um diese Kurve im Licht neuester Daten zu prüfen. Dies soll völlig transparent geschehen, wir werden auch Skeptiker einladen.
ZEIT: Die Zunahme von schweren Stürmen und der Untergang von New Orleans galten als Menetekel für künftig wachsende Klimaschäden – zu Recht?
Brasseur: Die IPCC-Wissenschaftler sind sich einig: Es gibt nicht mehr Stürme als früher. Allenfalls ist ihre Intensität klimabedingt leicht gestiegen, doch das ist noch nicht bewiesen.
ZEIT: Dennoch werden Hurrikane oder Orkane wie Kyrill oder jüngst Xynthia und daraus resultierende Schäden gerne als klimabedingt dargestellt.
Brasseur: Die Klimamodelle belegen das nicht, eine klare Beweisführung dürfte noch zehn bis 20 Jahre auf sich warten lassen. Wichtiger als dieser Nachweis wäre es, den Verlauf von Hurrikanen besser vorhersagen und vor aufziehenden Gefahren früher und präziser warnen zu können.
ZEIT: Der Winter war diesmal besonders kalt, nicht nur in Europa, auch in den USA. Ist das eine Steilvorlage für die Verharmloser, um den Treibhauseffekt zu verneinen?
Brasseur: Auch in Indien und China war es außergewöhnlich kalt. Dennoch zeigt das Beispiel, wie fragwürdig es ist, Extremwetterereignisse mit der globalen Klimaentwicklung in Verbindung zu bringen. Der strenge Winter widerlegt keineswegs den Trend zur globalen Erwärmung.
ZEIT: Wieso nicht?
Brasseur: Wir können das Phänomen sehr gut erklären mit einer Langzeitschwankung, der Nordatlantischen Oszillation (NAO). Ihre Kennzeichen sind ein Tief über Island und ein Azorenhoch. Diese »positive« Konstellation sorgt in Europa für relativ milde und feuchte Winter. Die Druckverhältnisse können sich umkehren, dann wird unser Winter kalt und eher trocken. In den vergangenen 20 Jahren war die NAO fast nur positiv, die ausbleibende Schwankung wurde von manchen bereits als Zeichen der Klimaerwärmung gedeutet.
ZEIT: Und jetzt doch: Kälte, kein Treibhaus?
- Datum 04.03.2010 - 13:26 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 04.03.2010 Nr. 10
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In den kalten Bereichen der Meere löst sich das Kohlendioxid im Wasser. Die sich bildende Kohlensäure ist im Meerwasser nicht stabil, sondern wird z. B. durch die vorhandene Kalzium- und Hydrogenkarbonate (Bikarbonate) sofort in Kalziumhydrogenkarbonat umgewandelt, wobei ein großer Anteil des Kohlenstoffdioxids nur physikalisch gelöst sind.
Kalziumhydrogenkarbonat ist gut in Wasser löslich und bleibt im Wasser nur beständig, wenn das Gleichgewicht mit der Konzentration an Kohlendioxid ausgewogen ist. Verschiebt sich das Gleichgewicht, zerfällt z. B. ein Teil des Kalziumkarbonates zu kaum löslichen Karbonat. Außerdem werden ständig unvorstellbare Mengen CO2 durch den Phytoplankton und Bikarbonat durch die Schalentiere und Korallen für die Bildung ihrer Kalkhüllen „herausgelöst“ und u. a. auch sedimentiert– siehe auch Kohlenstoffkreislauf. Der ständige Nachschub an Kohlendioxid ist also für diese Prozesse nötig!
Die Kohlensäure als solche liegt in einem Gleichgewicht mit ihren Dissoziationsprodukten (Spezies) Hydrogencarbonat ("Bicarbonat", HCO3–) und Carbonat (CO32–) vor, die in einem vom pH-Wert abhängigen Mengenverhältnis zueinander stehen. Fängt man die bei der Dissoziation gebildeten Oxonium-Ionen (H , eigentlich H3O ) durch Zugabe einer Lauge mit Hydroxidionen (OH–) ab, so verschiebt sich das Mengenverhältnis zu Gunsten von Carbonat.
Quelle:
Die Umwelt des Menschen – Wie funktioniert das? Meyers Lexikonverlag, 1989
Hallo Loki45
Die Kalk-Kohlensäure-Geschichte ist komplexer als es auf den ersten Blick scheint. Die Versauerung hängt ja gerade am Gleichgewicht.
Der chemische Prozess ist bei wikipedia beschrieben, ungefähr in der Mitte des Artikels:
http://de.wikipedia.org/w...
dabei auch die Grafik beachten:
http://de.wikipedia.org/w...
aus dem Text: "Kohlendioxid aus der Luft kann sich im Meerwasser lösen und liegt dann größtenteils in Form verschiedener anorganischer Verbindungen vor, deren relatives Verhältnis den pH-Wert der Ozeane reflektiert. [...]
Die in diesem Prozess entstehenden Oxoniumionen bewirken den sinkenden pH-Wert, der als negativer dekadischer Logarithmus der Stoffmengenkonzentration (genauer: der Aktivität) von Oxoniumionen definiert ist.
Der Versauerung durch gelöstes CO2 wirkt die Anwesenheit von Calciumcarbonat (CaCO3) entgegen, das mit Hydrogencarbonat- und Carbonat-Ionen als chemisches Puffersystem wirkt und so Protonen bindet."
Als Quelle für das Calciumcarbonat müssen dann Korallen und Schalentiere herhalten.
Hallo Loki45
Die Kalk-Kohlensäure-Geschichte ist komplexer als es auf den ersten Blick scheint. Die Versauerung hängt ja gerade am Gleichgewicht.
Der chemische Prozess ist bei wikipedia beschrieben, ungefähr in der Mitte des Artikels:
http://de.wikipedia.org/w...
dabei auch die Grafik beachten:
http://de.wikipedia.org/w...
aus dem Text: "Kohlendioxid aus der Luft kann sich im Meerwasser lösen und liegt dann größtenteils in Form verschiedener anorganischer Verbindungen vor, deren relatives Verhältnis den pH-Wert der Ozeane reflektiert. [...]
Die in diesem Prozess entstehenden Oxoniumionen bewirken den sinkenden pH-Wert, der als negativer dekadischer Logarithmus der Stoffmengenkonzentration (genauer: der Aktivität) von Oxoniumionen definiert ist.
Der Versauerung durch gelöstes CO2 wirkt die Anwesenheit von Calciumcarbonat (CaCO3) entgegen, das mit Hydrogencarbonat- und Carbonat-Ionen als chemisches Puffersystem wirkt und so Protonen bindet."
Als Quelle für das Calciumcarbonat müssen dann Korallen und Schalentiere herhalten.
Das Karbonatsystem bedingt mit ihren Salzen das Puffervermögen des Wassers für die sich bildenden schwachen Kohlensäure. Puffer haben die Eigenschaft bei Zugaben von Säuren (oder Basen) , je nach Puffervermögen, den pH-Wert zu stabilisieren, dass keine nennenswerte pH-Wertänderung des Meerwassers (7,5 – 8,4) bei Eintritt pH-verändernder Stoffe erfolgt. Diese Eigenschaft des Hydrogenkarbonates wird als Säure-Bindungsvermögen (SBV) bezeichnet.
Eine wesentliche Rolle spielt das Gas Kohlendioxid, das in beträchtlichen Mengen im Meerwasser gespeichert ist. Und zwar wegen der Alkalinität des Meerwassers (überwiegend Kationen gegenüber Anionen) in viel stärkerem Maße, als es der Löslichkeit von Wasser oder wässrigen Salzlösungen entspricht.
Während die ganze irdische Lufthülle etwa 2.300 Mrd. t Kohlendioxid enthält, findet sich in den Ozeanen etwa 50-mal so viel (1,3 x 10 hoch 14 t) teils gelöst, teils in Carbonaten (lösliche Hydrogenkarbonate). Die im Meer lebenden Pflanzen (vor allem das Plankton) können daher das zur Photosynthese benötigte CO2 direkt aus dem sie umgebenden Wasser aufnehmen.
Da das CO2 und seine Folgeprodukte (Hydrogenkarbonate) in einem chemischen Gleichgewicht stehen, bleibt der pH-Wert des Meerwassers sowohl bei Zugabe von Säuren, als auch bei Zugabe von Basen annähernd konstant. (S. 72/73)
Quelle:
Die Umwelt des Menschen – Wie funktioniert das? Meyers Lexikonverlag, 1989
Das CO² kann also demnach das Meerwasser nicht versauern!
Ich denke die Wissenschaftler wissen sehr genau wieso gerade alles etwas anders ist als in den Jahren zuvor. Die Sonne spielt verrückt, die Stürme sind heftiger, die Erdbeben erschüttern unsere Kontinente.
Die NASA selbst schreib auf ihrer Homepage, dass sich die oberen Schichten der Atmosphäre abkühlen, seit längerer Zeit bereits. Und man kann die Aktivität der Sonne dort halbwegs glaubwürdig (von ausgetauschten/manipulierten Fotos sehen wir jetzt mal ab) nachverfolgen.
Es ist der normale Lauf der Dinge, genauso wie sich die Polkappen ständig in ihrer Größe verändern, wie das Eis schmilzt und wieder hinzu wächst, wie Gletscher schmelzen etc. Darauf haben wir keinen Einfluss und wir sollten auch nicht versuchen diese Dinge künstlich zu verändern. Bisher ist jedesmal wenn der Mensch der Natur seinen Willen aufzwingen wollte etwas schief gegangen, es kommt immer eine Retourkutsche die sich gewaschen hat. Anstatt Dinge zu erforschen um die Natur zu verändern sollte man sich darauf konzentrieren wie man die Veränderungen überlebt. Ganz der Evolution folgend. Das Klima wird sich in einigen Jahren wieder einränken, auch ohne die Hilfe der Menschen. Es gibt weitaus wichtigere Dinge als soetwas.
Recht geben kann ich ihm aber mit der Dramatisierung, es ist schlimm wie die Medien Dinge einfach frisieren damit sie wirksamer sind oder einem Zweck dienen. Die Menschen müssen sensibilisiert werden, aber nicht in Panik versetzt. Schämt euch, nicht jede Story muss ein Kracher werden!
Ganz so einfach würde ich es mir nicht machen... Ich möchte zwar nicht unterschreiben, dass die Ozeane durch CO2 versauern, aber nur auf Grundlage von Meyers Lexikon das Gegenteil zu behaupten würde ich mich auch nicht trauen:
Puffer wirken nur im Bereich von 10% Konz.-Veränderung und 280ppm (vorindustrielles CO2-Niveau) auf heute 380 ppm CO2 in der Atmosphäre sind wesentlich mehr als 10% (genauer: 36%). Wie dem auch sei, das Ganze ist ein sehr komplexes Gleichgewicht, ich möchte mir also nicht anmaßen irgendwas zu prognostizieren...
Fakt ist: wir leben in einem chaotischen System. Das heißt wir können nur ahnen was passieren wird. Deswegen heißt es im IPCC ja auch nur "sehr wahrscheinlich" und nicht "es wird sicher eintreffen". Der IPCC ist ein Gremium aus weltweit führenden Forschern. Ich denke, die wissen schon was sie tun.
Problematisch wird es aber, wenn jeder daher gelaufene Laie (also auch ich) seinen Senf dazu gibt. Dann weiß man am Ende gar nicht mehr was stimmt (siehe auch Impfgefahr Autismus-Artikel im Wissensteil vor 2 Wochen).
Die Menschheit müllt diesen Planeten leider zu. Der IPCC versucht den politschen Eintscheidungsträgern klar zu machen, dass es so nicht weiter geht. Warum gibt es dagegen so viel Skepsis? Wahrscheinlich weil jeder in unserer "zivilisierten Welt" Angst hat seinen Status Quo aufzugeben. Oder vielleicht auch einfach nur weil jeder seinen Senf dazu geben will. So wie ich...
Hallo Loki45
Die Kalk-Kohlensäure-Geschichte ist komplexer als es auf den ersten Blick scheint. Die Versauerung hängt ja gerade am Gleichgewicht.
Der chemische Prozess ist bei wikipedia beschrieben, ungefähr in der Mitte des Artikels:
http://de.wikipedia.org/w...
dabei auch die Grafik beachten:
http://de.wikipedia.org/w...
aus dem Text: "Kohlendioxid aus der Luft kann sich im Meerwasser lösen und liegt dann größtenteils in Form verschiedener anorganischer Verbindungen vor, deren relatives Verhältnis den pH-Wert der Ozeane reflektiert. [...]
Die in diesem Prozess entstehenden Oxoniumionen bewirken den sinkenden pH-Wert, der als negativer dekadischer Logarithmus der Stoffmengenkonzentration (genauer: der Aktivität) von Oxoniumionen definiert ist.
Der Versauerung durch gelöstes CO2 wirkt die Anwesenheit von Calciumcarbonat (CaCO3) entgegen, das mit Hydrogencarbonat- und Carbonat-Ionen als chemisches Puffersystem wirkt und so Protonen bindet."
Als Quelle für das Calciumcarbonat müssen dann Korallen und Schalentiere herhalten.
Ich würde weder Wikipedia noch einem Buch aus den 80ern trauen...dann schon eher hoffen dass die neuen Erkenntnisse auch neue Gewissheiten bringen. Wie es wirklich ist kann letztlich ja doch keiner genau sagen.
Ja genau - einfach den hunderjährigen Kalender lesen. Da steht alles Wichtige über den Winter 2009/10 schon drin.
Nur zugeben darf man das nicht. Als "Wissenschaftler". Sonst könnte man seinen ganzen sauteuren von Steuerzahlern finanzierten Computerschrott wegschmeissen. Oder Egoshooter damit spielen. Aber vermutlich haben die Herren "Klimaforscher" davon auch keine Ahnung. Und Macht im real Life ist nun mal verlockender als im virtual Life. Frisierte Ergebnisse und Kopenhagen zeigen: hier hat sich eine Branche zu wichtig genommen. Hat aber leider den Plan der Ökodiktatur noch nicht vollends aufgegeben.
Brasseur will offensichtlich beschwichtigen und versuchen die Reputation der Klimaforschung zu retten, obwohl das nach den letzten Vorkommnissen nun wirklich nicht einfach ist.
Hochey-Stick, ClimateGate, die Angaben über die angebliche Himalaja Schmelze, die Angaben über das Verschwinden bis zu 50 % der Landwirtschaftserträge bis 2020 in einigen Ländern Afrikas, die jüngsten Korrekturen der globalen Temperaturen durch die NASA, all dies zeigt, dass es riesige Probleme in der Klimawissenschaft gibt, die keinesfalls gelöst sind.
Für Brasseur sind das alles kleine und unbedeutende Vorkommnisse, die erst einmal geprüft werden müssen und letztendlich keinen Einfluss auf wissenschaftliche Erkenntnisse haben.
Kein Wort davon, dass mit den überzogenen und wahrheitswidrigen Verlautbarungen des IPCC handfeste Politik gemacht werden sollte.
Und natürlich keine Ideologie, nur etwas nicht nichtsorgfältig begutachtetes Material. Dabei geht es beim Himalaja um die Wasserversorgung von mehr als einer Milliarden Menschen.
Wie alles angefangen hat kann man sehr schön aus der nachstehenden Quelle netnehmen.
http://nzclimatescience.n...
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