Bundeswehr am Hindukusch »Die Uhr läuft gegen uns«
Der deutsche Nato-General Egon Ramms fordert mehr zivile Berater für Afghanistan
© Shah Marai/AFP/Getty Images

Nato-General Egon Ramms am Isaf-Hauptquartier in Brunssum (Niederlande)
DIE ZEIT: Mit welchen Gefühlen verfolgen Sie die deutsche Debatte um einen Rückzug aus Afghanistan?
Egon Ramms: Um ganz ehrlich zu sein: Als ich 2007 meine Aufgabe in diesem Hauptquartier übernahm, habe ich den Gebrauch des Wortes exit strategy verboten. Ich habe es verboten, weil es an die Afghanen, an unsere Gegner, aber auch an unsere Bevölkerung die falschen Botschaften sendet. Die Afghanen empfangen die Botschaft: »Die wollen uns verlassen«, die Aufständischen empfangen die Botschaft: »Wir müssen nur warten«, und unsere eigene Bevölkerung glaubt: »Diese lästige Angelegenheit ist bald vorbei!« Alle diese Botschaften vermitteln falsche, unrealistische Eindrücke.
ZEIT: Wie empfänglich war das Bundesverteidigungsministerium in der Vergangenheit eigentlich für Ihre Expertise?
Ramms: Ich würde mir wünschen, dass man – gerade mit Blick auf meine Erfahrungen in ganz Afghanistan und mit den Menschen und ihrem Verhalten – das Ohr für meine Beiträge manchmal etwas weiter öffnen würde. Ich sehe einen Teil meiner Aufgabe auch darin, meinem Land sowie auch allen anderen beteiligten Nationen als Berater zur Seite zu stehen.
ZEIT: Statt abzuziehen, soll das Bundeswehrkontingent nun erst einmal um 500 Soldaten aufgestockt werden, und die Soldaten sollen auch wieder Fußpatrouillen im Norden unternehmen. Bedeutet das nicht, dass es zwangsläufig mehr Tote geben wird?
Ramms: Nicht zwangsläufig, nein. Das hängt von der Herangehensweise ab. Richtig ist aber: Das Risiko erhöht sich deutlich.
ZEIT: Ist das Isaf-Mandat weit genug gefasst, um den selbst gesetzten Ansprüchen des »umfassenden Ansatzes« gerecht zu werden? Gegenüber Drogenhandel und Korruption sind Nato-Soldaten machtlos.
Ramms: Die Uhr in Afghanistan läuft gegen uns. Wenn andere Organisationen, die eigentlich zivile Aufbauarbeit leisten sollten, die gewünschten und erwarteten Ergebnisse nicht erzielen, kann Nichthandeln keine Alternative sein. Ich würde mir wünschen, dass die Nato in etlichen Bereichen politisch besser dazu befähigt würde, dieses Aufgabenspektrum abzudecken. Die Nato ist – leider – immer noch ein überwiegend militärisches Bündnis. Ich würde gerne Bataillone von zivilen Beratern in Nordafghanistan sehen, die den Einheimischen bei der Entwicklung und dem Aufbau ihres Landes helfen. In Afghanistan bräuchten wir 5000 Polizeiausbilder, um das Ziel zu erreichen, das wir uns vorgenommen haben.
- Datum 07.03.2010 - 09:57 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 04.03.2010 Nr. 10
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Hier die zwei entscheidenden Links:
http://www.uni-kassel.de/...
http://www.spiegel.de/pol...
Wo ist die umfassende Medienkampagne um die Verantwortlichen
(zumindest die aus Deutschland) hinter Gitter zu bringen? Große Teile
der Rot-Grünen Regierung gehören lebenslang in den Knast. Nach den Standarts
von Nürnberg hätten sie wegen Verbrechens gegen den Frieden die Todesstrafe bekommen.
....uns? Da hätte man vielleicht die von Ihrer Regierung zugesagten Polizeiausbildungen machen sollen Herr Ramms. Dann wären wir weiter. So haben Sie oder Ihre Leute der Sache geschadet, wenn es stimmt, dass uns die Zeit davon läuft.
PS: Vielleicht sollten Sie auch eine etwas grössere Zahl Soldaten an die Front tun. Dass Deutschland seine Aufbaufantasien nicht erfüllte wissen wir. Da braucht man nur das Soll/Haben der Polizei oder anderes aufzustellen.
Das bedeutet nicht, dass man nicht aufbauen müsste, während man befriedet. Es bedeutet aber, dass allen Alliierten gezeigt wurde, dass Deutschland den Aufbauansatz als Alibi erzählte, weil es Angst hatte vor der Gefahr an der Front. Man war einfach feige und brauchte eine Geschichte um das zu kaschieren.
Wären Ihnen mehr tot deutsche Soldaten lieber gewesen, um Verbündeten zu gefallen, deren Presse (wie z.B. die Times) nur Häme über den deutschen Afghanistaneinsatz brachte?
Wären Ihnen mehr tot deutsche Soldaten lieber gewesen, um Verbündeten zu gefallen, deren Presse (wie z.B. die Times) nur Häme über den deutschen Afghanistaneinsatz brachte?
Und wenn die Soldaten bald wieder Fußpatrouillen im Norden unternehmen, dann hängt (so Ramms) deren Überleben "von der Herangehensweise ab".
Und wenn es dennoch weitere tote Soldaten gibt, dann war also deren "Herangehensweise" falsch?
Auch wenn es hoffentlich nicht dazu kommt: Das soll dann einer mal den Angehörigen erzählen...
Wer die Entwicklungen in diesem undurchsichtigen Kriegsschauplatz verfolgt, stößt auf immer mehr unbeantwortete Fragen.
Interessant dabei ist, dass sie in der Versenkung verschwinden, bevor jemand gezwungen ist, zu antworten.
Oberst Stein wurde zum Sündenbock für einen Befehl, über dessen Hintergrund wir nur spekulieren können.
Wäre das Schicksal der afghanischen Bevölkerung der Focus dieser Aktivitäten,wozu brauchen wir dann unkontrollierte Sölder? Was bezweckte der CIA mit der Unterstützung und operationalen Aufrüstung einer islamischen Befreiungsfront wie Al Chaida, die jetzt zum "Hauptfeind" mutiert ist. Näher betrachtet hat sie den Topf für Rechtfertigungen einer gewaltsamen militärischen Präsenz nie leer werden lassen und ist immer dann in Erscheinung getreten, wenn die Friedensbemühungen Boden gewannen.
Viele Deutsche zweifeln zurecht an der Parole "Befreiung" und sehen es nicht ein, wenn fähige und einsatzbereite junge Leute einem Abenteuer geopfert werden, deren Nutzniesser alles andere als lautere Ziele verfolgen.
Jede Macht zwingt andere zur Ohnmacht und fordert schon deshalb Gegenreaktionen heraus.
In dem Moment, wo sich Gegner austauschen,um zu klären, wo ihre Interessen sich widersprechen, werden sie auch Überschneidungen finden, die ihnen gemeinsame Wege erlauben. Werden diese in den Vordergrund gestellt, ergeben sich weitere Übereinstimmungen und der Weg für gemeinsame und in ihrer Wirkung vervielfachter Anstrengungen machen einen bewaffneter und zerstörerischer Schlagabtausch nach und nach überflüssig, bei dem es immer nur Verlierer gegeben hat und die Sieger früher oder später für ihren "Gewinn" gebüßt haben.
Die Liebe ist jedem Egoismus überlegen - ihre Vorteile liegen jenseits von Gewaltvergleichen.
Manche Leute wissen nicht wovon Sie reden !
Zitat vorne:
Das bedeutet nicht, dass man nicht aufbauen müsste, während man befriedet. Es bedeutet aber, dass allen Alliierten gezeigt wurde, dass Deutschland den Aufbauansatz als Alibi erzählte, weil es Angst hatte vor der Gefahr an der Front. Man war einfach feige und brauchte eine Geschichte um das zu kaschieren.
Zitat Ende.
Glaubt auf diesem Planeten wirklich jemand deutsche Soldaten wären nicht fähig oder zu feige ein Land zu verwüsten?
Tatsache ist, wir sind Besatzer. Die Angreifer sind Partisanen!
Wem hier ist ein Fall bekannt, dass nach dem zweiten Weltkrieg ein Partisan vor einem Gericht erscheinen musste?
Deutsche Soldaten sind bis heute verfolgt, weil sie auf Partisanenangriffe mit Vergeltung reagiert haben!
In Afghanistan können wir nur verlieren, Männer und eine Menge Geld.
Wenn in Deutschland eine Partisanengruppe aus Afghanistan einen Anschlag verübt, sollte man unsere verantwortlichen Politiker mit den Partisanen einbuchten mit anschließender Sicherungsverwahrung!
Ein deutscher Staatsbürger.
Von einem Militär im Rang eines Generals sollte man erwarten können, den Hintergrund seines Auftrages in Afghanistan zu besser kennen. Hilfe bei der Entwicklung und dem Aufbau des Landes zählt ganz gewiss nicht dazu.
Anderenfalls empfehle ich Ihm, den Aufsatz von Sir Halford Mackinder "The Geographical Pivot of History'", den er am 25.1.1904 vor der Royal Geographical Society präsentiert hat, zu lesen. Dort ist der Wert Afghanistan im Süden der eurasischen Landmasse benannt. Die Doktrin Mackinders ist noch heute als Grundlage für die amerikanische Politik in dieser Region gültig.
Ersatzweise hilft auch ein längeres Telefoninterview mit Christoph Hörstel, einem Kenners der Region: http://alles-schallundrau...
Vor dem Verlust einiger Illusionen sei gewarnt!
Wären Ihnen mehr tot deutsche Soldaten lieber gewesen, um Verbündeten zu gefallen, deren Presse (wie z.B. die Times) nur Häme über den deutschen Afghanistaneinsatz brachte?
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