Liebeskolumne Muss sie mit ihrer Freundin brechen?
Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine Frage der Liebe. Diesmal: Ist eine frisch geschiedene Freundin "ein schlechter Umgang"?

Darf der Ehemann von seiner Frau verlangen, den Kontakt zu einer Freundin abzubrechen?
Die Frage: Bianca und Fred sind seit acht Jahren ein Paar. Sie haben eine Tochter im Kindergartenalter, die ihnen viel Freude macht, und verstehen sich in der Regel gut. Bianca findet Fred manchmal etwas steif und konservativ. Er ist religiös, im Gegensatz zu Bianca, die in der DDR konfessionslos aufwuchs. So hat Fred auf einer kirchlichen Hochzeit bestanden und von ihr verlangt, einzuwilligen, dass die Kinder katholisch erzogen werden.
Jetzt will Fred Biancas beste Freundin nicht mehr einladen, weil sie sich hat scheiden lassen. Es wäre ihm am liebsten, wenn Bianca den Kontakt abbräche. Bianca ist fassungslos: "Aber gerade weil sie frisch geschieden ist, muss ich mich um sie kümmern!" Sie sei immerhin mal ihre treueste Babysitterin gewesen. "Ebendeshalb", beharrt Fred, "sie ist ein schlechter Einfluss!"
Lesen Sie hier alle bisherigen Ratschläge von unserem Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer
Wolfgang Schmidbauer antwortet: In der Tat ist in der traditionellen katholischen Wertewelt die geschiedene Frau eine Sünderin. Allerdings scheint mir Fred eher ängstlich als selbstgerecht. Vielleicht hat Bianca ihrem Mann bisher zu viel Territorium überlassen. Sie hatte sich nicht klargemacht, dass er das von ihr freigegebene Land der moralischen Werte flugs besetzen würde, als sie sich mit der kirchlichen Trauung und der katholischen Erziehung ihrer Tochter einverstanden erklärte.
Bianca sollte sich gegen das angedeutete Kontaktverbot durchsetzen, Fred aber in seinen Ängsten trösten, dass sie möglicherweise von einem verderblichen Scheidungsvirus angesteckt werden könnte. Wenn Fred die Geschiedene nicht sehen will, ist das seine Sache. Bianca und auch ihre Tochter dürfen selbst entscheiden.
Haben Sie auch eine "große Frage der Liebe"? Schicken Sie eine Mail an liebeskolumne@zeit.de
- Datum 03.03.2010 - 10:23 Uhr
- Serie Liebeskolumne
- Quelle ZEITmagazin, 04.03.2010 Nr. 10
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"Er soll Dein Herr sein - wie stolz das klingt. Geltung hats leider nur sehr bedingt!" trällert die Welt nach Carl Millöckers Operette "Gasparone" schon seit 1884.
Sollte der Einfluss der Frau wirklich unwirksam werden, sobald man sie (zu sich) rum gekriegt hat?
Und wenn man nach einiger Zeit sieht: "Du bist ganz anders, als ich Dich mir vorgestellt habe!", ist dann "alles aus" oder fängt es nicht gerade da erst an, so richtig interessant zu werden?
Jetzt könnte man doch zeigen, wie man mit der VORSTELLUNGSKRAFT a) in sich selbst und b) im Partner umgehen kann!
Die neue Ich-kann-Schule sieht das ganz praktisch: "Wenn ich mit deinen Talenten BESSER umgehe als du, mögen sie mich und folgen mir lieber als Dir."
Was also sollte die gute Bianca hindern, sich das, was ihr bisher UNBEWUSST zugefallen ist, sich BEWUSST zu bescheren? Wenn Sie aus der Konfrontation herausgeht und ihrem Schatz seine Rolle ein wenig umdefiniert, meinetwegen in eine christliche Heldenrolle zur Rettung verirrter Seelen, dann sollte sie seine so edlen Kräfte doch weiter gut lenken können. Da wollen wir doch ein wenig Verrauen in die weiblichen Talente setzen!
Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe
zur "besten" Adenauerzeit mit seiner miefigen Doppelmoral. Gegen Ex-Nazis hatte man nichts, solange sie nur regelmäßig zur Kirche gingen.
sollte Bianca die Lebenseinstellung ihres ach so gläubigen Fred hinterfragen und zwar jetzt,wenn sie es in den vorangegangenen acht Jahren nicht geschafft hat
z.B.seine Auffassung von Nächstenliebe und Vergebung,die in seinem Glauben ja eine so bedeutende Rolle zu spielen scheinen
dieser Beziehung gebe ich auf Dauer keine Chance wenn der Arme weiter so verbohrt ist
sollte es zu einer Trennung kommen ,ist es sicher der böse Virus der Freundin gewesen
und Fred sieht sich bestätigt in seinen Feindbildern
Amen
das muss sie nicht.
Jeder bricht für sich alleine.
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