Iran Schluss mit dem Dialog!
Die iranische Protestbewegung kann das Regime friedlich stürzen – wenn der Westen sie mit radikalen Sanktionen unterstützt
© AFP/Getty Images

Grüner Protest: Anhänger der Opposition demonstrieren in Teheran gegen das Regime von Präsident Ahmadineschad
Iran und das Wetter haben etwas gemeinsam: Über beide Themen wird andauernd gesprochen, und nur die wenigsten verstehen wirklich etwas davon. Die Wetterfee im Fernsehen darf mit der Vorhersage schon mal falschliegen – das ist nicht weiter tragisch. Im Fall Irans sieht es anders aus: Alles, was hier nicht richtig analysiert wird, hat massive Konsequenzen für die Zukunft des Nahen und Mittleren Ostens und die Sicherheit Europas.
Sogenannte Iran-Experten haben die Entwicklungen in diesem Land in den vergangenen Jahren verschlafen – man könnte auch sagen: Sie haben sie bewusst ignoriert. Da ist zum einen die fortschreitende Paramilitarisierung der Islamischen Republik. Begonnen hat sie 1989 mit der Machtübernahme von Ajatollah Chamenei, der seine Machtbasis nicht im schiitischen Klerus hat. Seit 2005 wird diese Paramilitarisierung systematisch und für jeden sichtbar ausgebaut durch einen Präsidenten mit einschlägiger Agenda. Mahmud Ahmadineschad ist die Marionette des Obersten Revolutionsführers, und dieser ist wiederum die Marionette der paramilitärischen Revolutionsgarden. Wer diesen Teufelskreis erkennt, weiß auch, dass Ajatollah Chamenei im Machtgefüge der Islamischen Republik so gut wie nichts mehr zu sagen hat und längst andere im Hintergrund die Fäden ziehen. Ein enormes sicherheitspolitisches Risiko, wenn man bedenkt, dass es die Revolutionsgarden sind, die terroristische Organisationen finanziell und logistisch unterstützen, das Atomprogramm führen, die Flughäfen und Schiffswege kontrollieren und über ein Budget verfügen, das keiner parlamentarischen Kontrolle unterliegt.
Iran ist faktisch zu einer Militärdiktatur geworden. Die real existierende Gefahr, die von dieser Entwicklung ausgeht, wird fatalerweise in der Iran-Politik der Europäischen Union nicht berücksichtigt. Sie wird dort nicht einmal diskutiert.
Parallel zur Paramilitarisierung der Politik hat die iranische Gesellschaft eine entscheidende Transformation durchgemacht, die ebenfalls kaum betrachtet wurde. In den vergangenen anderthalb Dekaden haben die Iraner drei Revolutionen im Untergrund erlebt: durch das Internet, durch die Rock- und Rapmusik und durch den Umgang mit der Sexualität. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte Iran etwa 250.000 Internetnutzer, zehn Jahre später liegt die Zahl der Iraner mit Internetzugang bei 32,2 Millionen – in einem Land mit 72 Millionen Einwohnern. Die iranische Blogosphäre hat sich rapide zu einem Widerstandsforum mit kritischen Inhalten gegenüber der eigenen autoritären Führung entwickelt. Auch die Musik von Rockbands und Rappern mit ihren politischen Texten ist zu einer wichtigen Protestform geworden.
Und in einem repressiven System, das außer- und vorehelichen Sex mit Verhaftung, Geldstrafe, Auspeitschung und Steinigung ahndet, wird ebendieses sexuelle Verhalten auch zu einem Ausdruck des Widerstands. Die Islamische Republik hat die politische Opposition im Inneren ausgelöscht, aber den gesellschaftlichen Widerstand konnte sie nie unterbinden. All diese gesellschaftlichen Phänomene verdeutlichen, dass es der Klang der Freiheit ist, der sich in der iranischen Zivilgesellschaft entfaltet hat. Doch besonders in der deutschen Öffentlichkeit wurde dies oft mit der oberflächlichen Flucht ins Private verwechselt. Man muss wahrlich kein Soziologe sein, um in den vergangenen Jahren erkannt zu haben, dass diese gesellschaftlichen Umbrüche eine Revolution auf den Straßen Irans nach sich ziehen. Iran steht an einer Weggabelung, die die Zukunft des Landes und seiner Menschen, des Nahen und Mittleren Ostens und der restlichen Welt entscheidend verändern wird. Die couragierten Iraner haben seit dem Beginn der Protestbewegung ihre Entscheidung getroffen und sich für den friedlichen Weg in die Freiheit entschieden. Diese Menschen haben mehr als ein moralisches Bündnis mit der freien Welt verdient.
Die Gestaltung eines demokratischen Iran werden die Iraner selbst übernehmen. Damit auch der Übergang dorthin friedlich verläuft, müssen die finanziellen Ressourcen der Revolutionsgarden gekappt werden. Die fanatischste Ideologie kann sich nicht mehr halten, wenn sie pleite ist. Dann ist es auch durchaus wahrscheinlich, dass Angehörige der Revolutionsgarden ihre Waffen niederlegen und sich an die Seite der freiheitsliebenden Menschen stellen.
Was soll der Westen nun tun? Welchen Weg soll die internationale Staatengemeinschaft gehen? Es ist klar, dass ein freier und demokratischer Iran sich sicherheitspolitisch schnell zu einem rational handelnden Akteur wandeln und damit zu einem langfristig friedfertigen Partner der westlichen Welt entwickeln wird. Das ist das Leitmotiv, das der westlichen Iran-Politik maßgeblich gefehlt hat. Doch langsam lässt sich besonders in Europa wahrnehmen, dass den einzelnen Regierungen endgültig die Geduld mit der Islamischen Republik ausgeht. Ein Bruch mit der Beschwichtigungspolitik der vergangenen Jahre zeichnet sich ab, und diesen Prozess gilt es zu beschleunigen.
- Datum 07.03.2010 - 11:09 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 04.03.2010 Nr. 10
- Kommentare 29
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1.Es mag zwar sein, dass der shiitische Gottesstaat mittlerweile zu einer Militärdiktatur gegeneriert sein mag.
Aber für Europa ist das eine wie das andere gleich schlecht.
2."Das Internet hat Jugend in den Städten mobilisisert."
Das leigt wohl auf der Hand, wenn die Bevölkerungsmehrheit unter 18 Jahre ist. Das wird dann aber so sein wie in Algerien in den 90er Jahren, als die Jugend und die FIS sich demokratisch durchsetzen, aber vom Staat zurückgeschlagen werden.
3.Sanktionen Die EU und Deutschland werden vielleicht Sanktionen beschließen,aber schon heute geht der Warenaustausch via Duabai das Zwischenhändler für den Deutschen Export geworden ist (Mossad mit deutschen und EU-Pässen in Dubai).
Außerdem wird China und Russland den geforderten Sanktionen im Sicherheitsrat durch ihr Votum weiter blockieren.
Wenn Iran dann die Bombehat, dann werden die USA vor den Israelis IRAN präventiv atomar angreifen, aber man wird kein 2. Irak wiederholen. Es wird keine Invasion IRANs geben, aber eine relevante Zerstörung seiner militärischen Macht mit kollateralen Schäden.
Der Westen will keine Verantwortung für einen Bürgerkrieg in Iran!
Wie es ist, ist es gut, weil kalkulierbar!
Also wenn sie schon kommentieren, dann doch bitte inhaltlich vollständig.
Wieso führen sie Punkte auf und erklären diese dann nicht?
"Aber für Europa ist das eine wie das andere gleich schlecht."
oder
"Das wird dann aber so sein wie in Algerien..."
oder
"...durch ihr Votum weiter blockieren."
1. Sind das keine Arguemente.
2. nicht dafür das Herr Farzan daneben liegt.
3. Wenn etwas nach kritischer Analyse und langen Überlegungen der beste Weg ist, dann sollte man sich auch nicht von der Historie(die sich NIE wiederholen kann) oder politischen Schwierigkeiten(Umsetzung von Sanktionen hier) aufhalten lassen.
....wenn man will. Ihre Argumente der Sanktionsumgehung oder der Nichtbeteiligung der Chinesen sind Ausflüchte. Man kann die Umgehungen verfolgen, aufklären und bestrafen. Wenn Siemens für ein 100.000 Euro Geschäft 1 Milliarde Strafe befürchten muss, wird es den Teufel tun, das Geschäft zu riskieren. Ob Deutschland solche Konsequenz zuzutrauen ist? Wahrscheinlich gibt es zu viele Leute wie Sie.
Wenn Länder die Sanktionen nicht mittragen wollen, gibt es immer die Option der Blockade, wenn anderer Druck, etwa einen Sonderzoll wegen Gefährdung der Nationalen Sicherheit auf dessen Waren, nicht wirkt.
Also wenn sie schon kommentieren, dann doch bitte inhaltlich vollständig.
Wieso führen sie Punkte auf und erklären diese dann nicht?
"Aber für Europa ist das eine wie das andere gleich schlecht."
oder
"Das wird dann aber so sein wie in Algerien..."
oder
"...durch ihr Votum weiter blockieren."
1. Sind das keine Arguemente.
2. nicht dafür das Herr Farzan daneben liegt.
3. Wenn etwas nach kritischer Analyse und langen Überlegungen der beste Weg ist, dann sollte man sich auch nicht von der Historie(die sich NIE wiederholen kann) oder politischen Schwierigkeiten(Umsetzung von Sanktionen hier) aufhalten lassen.
....wenn man will. Ihre Argumente der Sanktionsumgehung oder der Nichtbeteiligung der Chinesen sind Ausflüchte. Man kann die Umgehungen verfolgen, aufklären und bestrafen. Wenn Siemens für ein 100.000 Euro Geschäft 1 Milliarde Strafe befürchten muss, wird es den Teufel tun, das Geschäft zu riskieren. Ob Deutschland solche Konsequenz zuzutrauen ist? Wahrscheinlich gibt es zu viele Leute wie Sie.
Wenn Länder die Sanktionen nicht mittragen wollen, gibt es immer die Option der Blockade, wenn anderer Druck, etwa einen Sonderzoll wegen Gefährdung der Nationalen Sicherheit auf dessen Waren, nicht wirkt.
Also wenn sie schon kommentieren, dann doch bitte inhaltlich vollständig.
Wieso führen sie Punkte auf und erklären diese dann nicht?
"Aber für Europa ist das eine wie das andere gleich schlecht."
oder
"Das wird dann aber so sein wie in Algerien..."
oder
"...durch ihr Votum weiter blockieren."
1. Sind das keine Arguemente.
2. nicht dafür das Herr Farzan daneben liegt.
3. Wenn etwas nach kritischer Analyse und langen Überlegungen der beste Weg ist, dann sollte man sich auch nicht von der Historie(die sich NIE wiederholen kann) oder politischen Schwierigkeiten(Umsetzung von Sanktionen hier) aufhalten lassen.
Vielleicht, aber ob Theokratie oder Militärdiktatur, beides ist nicht besonders verlockend und ja, ein gesellschaftlicher Wandel hin zu mehr Demokratie und Freiheit ist für die Iraner wünschenswert. Aber...
1. ...ist ein unabhängiger, souveräner demokratischer Iran nicht im Interesse der NATO und Israel? Ich bezweifle es. Beide wollen meiner Meinung nach einen Iran von USA und Israels Gnaden. Es war doch so schön mit dem Schah.
2. ...braucht es eine Opposition im Land, die nach einem Sturz des bestehenden Systems, das Machtvakuum füllen kann.
Diese Opposition besteht nachwievor. Es sind gebildete Menschen mit nettem Ductus, nur eben keine bedingungslosen Liebhaber des Westens. Ohne pollitische Opposition, die das Machtvakuum füllen kann, wird ein gesellschaftlich umgestürzter Iran in Chaos, mit eventuell langem Bürgerkrieg, versinken.
4. ...Sanktionen führen nur dann zum Erfolg, wenn Geldströme ins Land, als auch die Warenausfuhr aus dem Land gestoppt werden. Damit hat der deutsche mittelständische Unternehmer weniger zu tun.
Allerdings müssen Firmen wie Siemens, die dem iranischen Regime die Überwachungstechnik liefert, als auch alle anderen Firmen, die militärisch und polizeilisch nutzbare Technik liefern, an die Kandarre genommen werden.
Spätestens hier wird deutlich, dass nicht nur China und Russland kaum Sanktionen wollen.
Konzerne werden Sanktionen über Drittländer umgehen, während mittelständische Unternehmen vom iranischen Markt gedrängt werden.
MfG
AoM
" 1. ...ist ein unabhängiger, souveräner demokratischer Iran nicht im Interesse der NATO und Israel? Ich bezweifle es. Beide wollen meiner Meinung nach einen Iran von USA und Israels Gnaden. Es war doch so schön mit dem Schah."
Dass es dem Voodooverständnis der Welt hiesiger Massen entspricht, macht die Aussage nicht klüger. Zum Einen ist es egal, welche üblen Intentionen die Amis oder Juden listig verfolgen, wenn es insgesamt allen dadurch besser geht. Dann ist die Lösung zu befürworten, auch wenn man die Amis hasst.
" 1. ...ist ein unabhängiger, souveräner demokratischer Iran nicht im Interesse der NATO und Israel? Ich bezweifle es. Beide wollen meiner Meinung nach einen Iran von USA und Israels Gnaden. Es war doch so schön mit dem Schah."
Dass es dem Voodooverständnis der Welt hiesiger Massen entspricht, macht die Aussage nicht klüger. Zum Einen ist es egal, welche üblen Intentionen die Amis oder Juden listig verfolgen, wenn es insgesamt allen dadurch besser geht. Dann ist die Lösung zu befürworten, auch wenn man die Amis hasst.
Schon der Titel offenbart die Geisteshaltung des Schreiberlings.
Hütet Euch vor derartigen Kriegsagenten aus den allseits bekannten Ländern !
"Der neue Direktor Yukiya Amano hat in seinem ersten Bericht schonungslos die mehr als besorgniserregenden Pläne der Islamischen Republik für den Bau eines atomaren Sprengkopfs benannt."
Das ist eine inhaltliche Lüge, denn Yukio Amano benennt gar nichts. Er verdächtigt.
Und wenn unsere Kanzlerinnendarstellerin bahauptet, es sei nicht an der westlichen Welt, die atomaren Aufrüstungspläne des Iran zu beweisen, sondern am Iran das Nichtvorhandensein zu beweisen, dann zeigt sie ihr nicht vorhandenes rechtsstaaatliches, bzw. völkerrechtliches Verständnis.
National als auch international gilt normalerweise die Unschuldsvermutung, bis die Schuld bewiesen wurde.
Es ist auch ein Paradoxon, denn der Iran kann die Nichtexistenz von atomaren Aufrüstungsplänen nicht beweisen, denn dafür müsste man den Aussagen der iranischen Regierung Glauben schenken.
Es ist das gleiche Schema, wie im Fall Irak und WMD.
MfG
AoM
>>Wie es ist, ist es gut, weil kalkulierbar!<<
abgesehen davon, dass ich mich frage, wie man sich dazu versteigen kann, zustände gutzuheißen, in denen lynchmorde, folter, und unterdrückung zur alltagspraxis gehören - was ist an einem terrorregime, das von einer clique wahnhaft religiöser gewaltherrscher und endzeitideologen geführt wird, die sich unter lügen und tricksereien demnächst in den besitz von nuklearwaffen gebracht haben wird, kalkulierbar???
solidarität mit dem demokratischen widerstand im iran! harte sanktionen sofort!
@ betty bloomer: Es ist die Ecke "USrael", aus der beständig neue Forderungen nach einem weiteren Aggressionskrieg kommen.
"Solidarität mit dem demokratischen Widerstand in USA und Israel! Harte Sanktionen sofort!"
@ betty bloomer: Es ist die Ecke "USrael", aus der beständig neue Forderungen nach einem weiteren Aggressionskrieg kommen.
"Solidarität mit dem demokratischen Widerstand in USA und Israel! Harte Sanktionen sofort!"
....wenn man will. Ihre Argumente der Sanktionsumgehung oder der Nichtbeteiligung der Chinesen sind Ausflüchte. Man kann die Umgehungen verfolgen, aufklären und bestrafen. Wenn Siemens für ein 100.000 Euro Geschäft 1 Milliarde Strafe befürchten muss, wird es den Teufel tun, das Geschäft zu riskieren. Ob Deutschland solche Konsequenz zuzutrauen ist? Wahrscheinlich gibt es zu viele Leute wie Sie.
Wenn Länder die Sanktionen nicht mittragen wollen, gibt es immer die Option der Blockade, wenn anderer Druck, etwa einen Sonderzoll wegen Gefährdung der Nationalen Sicherheit auf dessen Waren, nicht wirkt.
und den haben Sie hier beschritten.
Schon vergessen, dass die USA die dritte Sanktionsrunde einläuten wollen. Die ersten beiden sich schon grandios gescheitert, warum sollte die dritte erfolgreicher sein.
Geschicktes Umgehen von Sanktionen durch die Abwicklung von Geschäften über Drittstaaten, die dann in den Iran exportieren wird es weiterhin geben. Da gibt es genug findige Juristen und andere Berater, die solche Deals einfädeln können. Wie soll denn da eine Kontrolle aussehen, wer soll diese durchführen? Der Weltpolizist USA vielleicht. Der müsste sich ja erstmal von China Geld leihen, um seine Benzinrechnungen bezahlen zu können. Wie wenig ernsthaft amerikanische Firmen an Sanktionen interessiert sind beschreibt ein Artikel in der heutigen IHT, da muss man nicht mal Siemens als Beispiel bemühen.
Wer sollte denn China und Russland bestrafen? Wie? Die USA sind nun wirklich nicht in einer Position, die ernsthafte Drohungen Richtung China erlaubt. Wessen nationale Sicherheit wird denn gefährdet, wer sollte denn Sonderzölle erheben? Sorry, ziemlich unreflektierte Allmachtsphantasien äußern Sie da.
Die in diesem Artikel und der Diskussion so häufig erwähnte internationale Staatengemeinschaft existiert so nicht, da wesentliche Akteure sehr unterschiedliche Ziele und Interessen haben. Deshalb wird es keine breite Front für Sanktionen geben, nur eine Änderung der Lieferanten. Das ist alles.
und den haben Sie hier beschritten.
Schon vergessen, dass die USA die dritte Sanktionsrunde einläuten wollen. Die ersten beiden sich schon grandios gescheitert, warum sollte die dritte erfolgreicher sein.
Geschicktes Umgehen von Sanktionen durch die Abwicklung von Geschäften über Drittstaaten, die dann in den Iran exportieren wird es weiterhin geben. Da gibt es genug findige Juristen und andere Berater, die solche Deals einfädeln können. Wie soll denn da eine Kontrolle aussehen, wer soll diese durchführen? Der Weltpolizist USA vielleicht. Der müsste sich ja erstmal von China Geld leihen, um seine Benzinrechnungen bezahlen zu können. Wie wenig ernsthaft amerikanische Firmen an Sanktionen interessiert sind beschreibt ein Artikel in der heutigen IHT, da muss man nicht mal Siemens als Beispiel bemühen.
Wer sollte denn China und Russland bestrafen? Wie? Die USA sind nun wirklich nicht in einer Position, die ernsthafte Drohungen Richtung China erlaubt. Wessen nationale Sicherheit wird denn gefährdet, wer sollte denn Sonderzölle erheben? Sorry, ziemlich unreflektierte Allmachtsphantasien äußern Sie da.
Die in diesem Artikel und der Diskussion so häufig erwähnte internationale Staatengemeinschaft existiert so nicht, da wesentliche Akteure sehr unterschiedliche Ziele und Interessen haben. Deshalb wird es keine breite Front für Sanktionen geben, nur eine Änderung der Lieferanten. Das ist alles.
" 1. ...ist ein unabhängiger, souveräner demokratischer Iran nicht im Interesse der NATO und Israel? Ich bezweifle es. Beide wollen meiner Meinung nach einen Iran von USA und Israels Gnaden. Es war doch so schön mit dem Schah."
Dass es dem Voodooverständnis der Welt hiesiger Massen entspricht, macht die Aussage nicht klüger. Zum Einen ist es egal, welche üblen Intentionen die Amis oder Juden listig verfolgen, wenn es insgesamt allen dadurch besser geht. Dann ist die Lösung zu befürworten, auch wenn man die Amis hasst.
"Zum Einen ist es egal, welche üblen Intentionen die Amis oder Juden listig verfolgen, wenn es insgesamt allen dadurch besser geht."
Ihre aberwitzige Argumentation kennt ja kaum noch Grenzen. Wer entscheidet denn, ob es insgesamt allen besser geht. Aber wahrscheinlich meinten Sie nur alle Überlebenden einer neuen Eskalation im nahen Osten.
Übrigens wurde schon im ersten Irakkrieg seitens des US-Militärs die (berechtigte) Befürchtung geäußert, ein Zerfall des Irak würde den Iran zur regionalen Großmacht machen. Das war einer der Gründe, warum damals auf eine Eroberung Bagdads verzichtet wurde. In diesem Punkt hat sich die Situation und die Interessenlage der USA m.E. nicht geändert.
Sie meinen wie in den aktuellen Beispielen Afghanistan und Irak? Insgesamt fühlen wir uns doch alle besser jetzt, wo der böse Saddam und die bösen Taliban nicht mehr an der Macht sind, oder nicht?
Und erst die vielen Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie, die dank der Kriege gerettet wurden.
Wen kümmern da die Afghanen und Iraker, die unser Wohlfühlen mit dem Leben oder lebenslanger Verstümmelung bezahlt haben, wobei zu bezweifeln ist, ob wir dadurch ein nachhaltiges Wohlfühlen erreicht haben.
Ich befürworte durchaus Sanktionen gegen den Iran, wenn sie dabei helfen, das Land demokratischer und freier zu machen. Doch Sanktionen alleine reichen nicht. Die Dplomatie muss mit ihnen Hand in Hand gehen. Krieg dient nur den Kriegsgwinnlern, niemandem sonst.
MfG
AoM
"Zum Einen ist es egal, welche üblen Intentionen die Amis oder Juden listig verfolgen, wenn es insgesamt allen dadurch besser geht."
Ihre aberwitzige Argumentation kennt ja kaum noch Grenzen. Wer entscheidet denn, ob es insgesamt allen besser geht. Aber wahrscheinlich meinten Sie nur alle Überlebenden einer neuen Eskalation im nahen Osten.
Übrigens wurde schon im ersten Irakkrieg seitens des US-Militärs die (berechtigte) Befürchtung geäußert, ein Zerfall des Irak würde den Iran zur regionalen Großmacht machen. Das war einer der Gründe, warum damals auf eine Eroberung Bagdads verzichtet wurde. In diesem Punkt hat sich die Situation und die Interessenlage der USA m.E. nicht geändert.
Sie meinen wie in den aktuellen Beispielen Afghanistan und Irak? Insgesamt fühlen wir uns doch alle besser jetzt, wo der böse Saddam und die bösen Taliban nicht mehr an der Macht sind, oder nicht?
Und erst die vielen Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie, die dank der Kriege gerettet wurden.
Wen kümmern da die Afghanen und Iraker, die unser Wohlfühlen mit dem Leben oder lebenslanger Verstümmelung bezahlt haben, wobei zu bezweifeln ist, ob wir dadurch ein nachhaltiges Wohlfühlen erreicht haben.
Ich befürworte durchaus Sanktionen gegen den Iran, wenn sie dabei helfen, das Land demokratischer und freier zu machen. Doch Sanktionen alleine reichen nicht. Die Dplomatie muss mit ihnen Hand in Hand gehen. Krieg dient nur den Kriegsgwinnlern, niemandem sonst.
MfG
AoM
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