Stimmt's? Selbstmörderisches Tierreich
"Starren Truthähne bei Regen so lange in die Luft, bis sie ertrinken?", fragt Christoph Nutzer aus Zürich.
Truthähne und -hühner scheinen die Fantasie vieler Leser zu beflügeln – nachdem wir uns vor wenigen Wochen mit ihrer Fortpflanzung beschäftigt haben, geht es nun um ihre Intelligenz. Ist dieses Federvieh wirklich zu blöd, sich vor dem Regen in Sicherheit zu bringen?

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Truthähne sind nicht dümmer als anderes Geflügel. Zwar macht ihr Gehirn nur zwei Prozent des Körpergewichts aus, einer der niedrigsten Werte unter den Vögeln. Das liegt aber vor allem daran, dass ihre Brust züchtungsbedingt übernatürliche Dimensionen erreicht. Die Tiere können kaum laufen, geschweige denn fliegen. Und sicherlich sind in der Gefangenschaft auch ihre Überlebensinstinkte ein wenig verkümmert. Bei plötzlich hereinbrechendem Regen würden sie dennoch nicht einfach hilflos ertrinken, sondern allenfalls in Panik geraten, sodass sie von einem Helfer zurück in den Stall geleitet werden müssten.
Das stärkste Argument gegen die Legende (die vor allem im Truthahnland USA verbreitet ist): Selbst wenn einer der Vögel von fallenden Regentropfen unheimlich fasziniert wäre – er würde davon mit nach hinten gelegtem Kopf kaum mehr sehen. Denn wie die meisten Vögel hat der Truthahn seine Augen an der Seite sitzen. Und da bleiben sie auch, ganz gleich wohin der Schnabel zeigt.
Tatsächlich scheinen Truthähne oft minutenlang in den Himmel zu starren – aber das tun sie nicht etwa, weil es da etwas Interessantes für sie zu sehen gäbe. Der Geflügelforscher Tom Savage von der Ohio State University tippt auf genetisch bedingte Zuckungen – die mit Regen nichts zu tun haben.
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts
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- Datum 07.03.2010 - 08:33 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle DIE ZEIT, 04.03.2010 Nr. 10
- Kommentare 3
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...und traut sich endlich mal einen kleinen Aspekt der brachialen Tierquälerei der industriellen Tiermast kund zu tun. Wenn auch das nicht der primäre Zweck dieses Artikels ist.
"Das liegt aber vor allem daran, dass ihre Brust züchtungsbedingt übernatürliche Dimensionen erreicht. Die Tiere können kaum laufen, geschweige denn fliegen. Und sicherlich sind in der Gefangenschaft auch ihre Überlebensinstinkte ein wenig verkümmert."
Schreibt euch das hinter die Ohren, liebe Truthahn-Verspeiser. Die Tiere werden krank gezüchtete. Ein lebenlang sind sie verstümmelte Qualzuchten, bis zur schlacht unselbstständig. Interessiert keinen. Guten Appetit.
sie schmecken, ist das doch egal. ;)
!!!
@ rvn / 08.03.2010 um 9:41 Uhr
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sie schmecken, ist das doch egal. ;)
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@ rvn / 08.03.2010 um 9:41 Uhr
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sie schmecken, ist das doch egal. ;)
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@ rvn / 08.03.2010 um 9:41 Uhr
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