Zeolith-Spülmaschine Gebt ihnen Kügelchen
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Schon im alten Griechenland waren die vulkanischen Minerale bekannt, die lustig schäumen

Schon im alten Griechenland waren die vulkanischen Minerale bekannt, die lustig schäumen, wenn sie mit Wasser in Kontakt geraten. Zeolith-Kügelchen werden in unterschiedlichsten Bereichen moderner Industrieproduktion eingesetzt. Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts stellt die chemische Industrie sie in mehr als 100 verschiedenen Varianten künstlich aus Sand her. Zunächst wurden sie vor allem als Katalysatoren in der Benzinherstellung eingesetzt. Seit 1976 sorgen sie als Ionentauscher in phosphatarmen Waschmitteln für die Enthärtung des Wassers. Viele Hunderttausend Tonnen Zeolithe werden im Jahr davon produziert und für wenige Euro pro Kilo gehandelt.

Wenige Gramm davon stecken als Entfeuchtungsmittel im Zwischenraum doppelt oder dreifach verglaster Fenster oder sorgen als Beimischung in Rigipsplatten für Feuchtigkeitsausgleich und verbesserten Brandschutz. Zeolithe finden zudem als Wärmespeicher Verwendung und ermöglichen die Herstellung selbstkühlender Bierfässer.

Auf eine besonders originelle Verwendung ist der Bochumer Chemiker Hermann Gies in Australien gestoßen. Dort wird Schweinen und Rindern 20 Prozent Zeolith unters Kraftfutter gemischt. Im Darm bindet es Amine, so stinkt die Gülle kaum noch. Der Mist kommt als hochwertiger Dünger auf Fußballplätzen oder Feldern zum Einsatz. Die Zeolith-Reste sorgen dafür, dass es die Nährstoffe langsam abgibt und den Boden gleichmäßig feucht hält. »Manche Milchfarm in Australien verdient ihr Geld inzwischen vor allem als Düngemittelfabrik«, sagt Gies.

Auch in normalen Geschirrspülern finden Zeolithe schon seit vielen Jahren Verwendung, allerdings nur als Entkalkungsmittel in den Spülmittel-Tabs. Die Zeolith-Trocknung gibt es bisher nur bei einigen BSH-Geräten der Oberklasse mit Preisen ab 900 Euro. Die Mehrkosten gegenüber einem Standardmodell amortisieren sich durch den geringeren Verbrauch bis zum Ende der 15-jährigen Lebensdauer nicht. Doch das soll sich ändern. »Im nächsten Jahr kommt die zweite Gerätegeneration auf den Markt«, kündigt Rosenbauer an, sie soll deutlich billiger werden und noch etwas weniger Strom und Wasser verbrauchen.

Würden alle normalen Geschirrspüler in Deutschland durch die sparsamen Zeolith-Geräte ersetzt, blieben der Atmosphäre 1,2 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO₂ im Jahr erspart, hat die Marketingabteilung des Münchener Unternehmens ausgerechnet. Das entspräche dem Ausstoß von 600.000 Pkw mit einer Jahresleistung von 15.000 Kilometern. Doch dazu wird es vorerst nicht kommen. Denn die konkurrierenden Hersteller können die neue Trocknungstechnik nicht einsetzen. »Wir haben uns den Zeolith-Einsatz umfassend patentrechtlich schützen lassen«, sagt Rosenbauer.

 
Leser-Kommentare
  1. Zitat: "Auf eine besonders originelle Verwendung ist der Bochumer Chemiker Hermann Gies in Australien gestoßen.Dort wird Schweinen und Rindern 20 Prozent Zeolith unters Kraftfutter gemischt."
    Liebe ZEIT, das könnt ihr besser. Weder ist dieser Einsatz von Zeolith neuartig oder gar originell, noch stimmen die Zahlen. Zeolith wird seit Jahrzehnten in der Tierzucht eingesetzt, zum Teil um Ammoniakverbindungen zu neutralisieren und die Gülle der Tiere "wertvoller" zu machen. Einerseits stinkt die Gülle weniger, andererseits wird das Zeolith nach Verzehr ausgeschieden und stellt hochwertigen Dünger dar, da es Nährstoffe und Spurenelemente wie Kalium und Kalzium langfristig speichert und sukzessive abgibt - Prolongation. Der Anteil des Zeolith am Futter ist jedoch nicht 20%, soviel würden die Tiere bei den Verzehrmengen gar nicht benötigen und wäre auch unsinnig, sondern höchstens 3-5%. Dass Zeolith darüber hinaus in der Tierzucht weitere positive Effekte hat, kann man zB hier nachlesen: http://www.zeolithwelt.de... Interessant ist, dass viele Tiere in freier Wildbahn zeolithhaltiges Gestein freiwillig suchen und essen, um sich gesund zu erhalten.

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