Tibet per Bus Was willst du hier?
Mit dem Bus nach Lhasa. Tausend Kilometer. Fünfzig Stunden. Stephan Thome will sich von der Exotik Tibets beeindrucken lassen. Und ist beeindruckt davon, wie fremd er sich fühlt
© Margret Nielsen

"Ringsum sehen die Berge ockerfarben und schorfig aus", schreibt Stephan Thome
Drei Männer sitzen im Büro der Staatlichen Tourismusbehörde in Golmud, trinken Tee und sehen gelangweilt aus. Der Bus nach Lhasa? Einer macht sich die Mühe, den Kopf zu schütteln, die beiden anderen glotzen bloß auf ihre riesigen Schreibtische, die Bodenkacheln und die Thermoskannen mit heißem Wasser. Kein Bus?, frage ich und ernte Schweigen. Sie haben nichts zu tun und wollen mit mir nichts zu tun haben, einem dieser komischen Kerle mit Rucksack. Sofern ihr Gesichtsausdruck überhaupt etwas verrät, ist es eine an Verachtung grenzende Form von Unverständnis. Im vergangenen Jahr, als Sprachstudent in Nanking, der ehemaligen Hauptstadt am Unterlauf des Yangtse, bin ich oft an diese unsichtbare Barriere aus Fremdheit und Unwillen gestoßen, an der jeder Kommunikationsversuch abprallt; vor Ticketschaltern, in Geschäften, auf der Straße. Meistens bekomme ich dann ein Mei you zu hören, diesen chinesischen Alltagsausdruck, dessen Semantik vom sachlichen »Nein« über »Gibt’s nicht« und »Haben wir nicht« bis zu einer Andeutung von »Lass mich in Ruhe« reicht.
- Der Autor
Stephan Thome, 37, wuchs in der hessischen Kleinstadt Biedenkopf auf, von wo es ihn zunächst zum Studium nach Berlin und dann weiter in verschiedene Länder Ostasiens zog. Nach seinem ersten Studienjahr an der Universität Nanking reiste er immer wieder durch China, am liebsten durch die Randgebiete des Himalaya und Zentralasiens. Seit 2006 arbeitet der promovierte Philosoph am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica in Taipeh. Für sein literarisches Debüt »Grenzgang« (Suhrkamp) erhielt er vergangenes Jahr den Aspekte-Literaturpreis
- Information Tibet
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Tibet mit Veranstalter: Für Tibet ist eine Einreisegenehmigung erforderlich. Veranstalter erhalten diese für ihre Teilnehmer meist problemlos. Sie bieten Gruppenreisen und Individualreisen mit Guide an. Zum Beispiel: Neue Wege Reisen, Tel. 02255/95910, www.neuewege.com; Erlebe Tibet, Tel. 02837/6638132, www.erlebe-tibet.de; Marco Polo Reisen, Tel. 00800/44024402, www.marco-polo-reisen.com
Tibet ohne Veranstalter: Wegen der relativ willkürlich ausgestellten und abgefragten Einreisegenehmigung beschwerlich – aber möglich. Das Permit kann bei der chinesischen Botschaft in Berlin beantragt werden (Tel. 030/275880, www.china-botschaft.de). Für Reisende, die sich bereits in China befinden, empfiehlt sich, das Permit mit einem Flugticket von Chengdu aus zu kaufen oder mit der Lhasa-Bahn anzureisen, die ab Xining bzw. Golmud über den Tanggula-Pass verkehrt. Die Busse, mit denen Stefan Thome reiste, verkehren noch, die Straße ist aber seit dem Bau der Lhasa-Bahn nicht mehr ausgebessert worden
Das Studienjahr in China ist so gut wie vorüber, ich befinde mich auf meiner Abschiedsreise. Der Plan sieht vor, über Land nach Tibet zu reisen, um das Hochplateau auf dem sogenannten friendship highway zu durchqueren, der von Lhasa nach Kathmandu führt. Ich weiß allerdings bis jetzt nicht, ob das geht. Im Studentenwohnheim in Nanking, wo ständig Leute zu Reisen aufbrechen oder von solchen zurückkommen, hat es geheißen, Tibet sei derzeit für Touristen gesperrt. Solche Gerüchte sind schwer zu verifizieren im Sommer 1996; irgendwo gibt es das Internet schon, aber nicht in unserem Wohnheim, wo auch kein Zugang zu ausländischen Medien besteht und den inländischen beim Thema Tibet nicht zu trauen ist. Ich habe mich einfach auf den Weg gemacht: den Yangtse hinauf in die Provinz Sichuan und dann durch die chinesische Peripherie, ärmliche, bergige Gegenden zumeist, wo nur wenige Han-Chinesen leben und meine rudimentären Sprachkenntnisse keine Hilfe waren. Nun bin ich in der Stadt mit dem merkwürdigen, aus dem Mongolischen kommenden Namen Golmud in der Provinz Qinghai. Die Chinesen nennen sie Ge’ermu. Zweitausendachthundert Meter über dem Meer gelegen, umgeben von Salzseen, Bergen und karger Vegetation. Der Nachtbus, der mich hierher brachte, schien immer geradeaus zu fahren, durch den Abend, die Nacht, immer geradeaus, auch am nächsten Morgen noch.
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Mittags waren wir in Golmud. Gleißendes Licht fiel auf die Stadt und vermischte sich mit dem feinen Staub, der von den Ladeflächen unzähliger Lkw wehte. Salpeter, Magnesium und Salz sind die buchstäblich in der Luft liegenden Rohstoffe der Region. Alle Straßen, Gebäude und die wenigen Pflanzen, die ich entdeckte, waren von einer weißlichen Schicht bedeckt. Kaum angekommen, wollte ich möglichst schnell in den nächsten Bus steigen, um diesem ungastlichen Ort zu entfliehen. Der Weg nach Lhasa allerdings führt über das Büro der Staatlichen Tourismusbehörde.
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Der Yamdrok-Tso-See ist den Tibetern heilig

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Was willst du eigentlich hier? Ich habe eine halbe Stunde auf dem Plastiksofa des staubigen Büros gesessen und mir gewünscht, einer der drei Kerle werde endlich den Mund aufmachen. Jetzt fragt er, was ich mich das ganze Jahr über selbst gefragt habe. Tag für Tag bin ich zum Unterricht gegangen, habe Schriftzeichen gepaukt, stotternde Gespräche mit Taxifahrern geführt und freundlich gewinkt, wenn mir Kinder auf der Straße nachliefen und hello, hello riefen. Habe beschlossen, die Fremdheit irgendwie zu meistern, sie Schritt für Schritt in Verständnis zu überführen und einer von denen zu werden, die mehr gesehen und verstanden haben als andere. Zum Beispiel Tibet. Was ist jetzt mit dem Bus?, frage ich zurück und kenne die Antwort, bevor ich sie höre: Mei you.
In Golmud gibt es nur ein für Ausländer offenes Hotel, und das mir zugewiesene Achtbettzimmer ist nichts weiter als eine Müllkippe mit Betten. Fäulnisgeruch hat sich in den Laken eingenistet und macht das in der Höhenluft mühsame Atmen noch schwerer. Mit Kopfschmerzen und Seitenstechen liege ich da und lausche dem schauerlichen Gesang aus den zahllosen Karaokebars der Stadt; billige, übersteuerte Mikrofone, in die hinein einsame Bardamen ihre Langeweile singen. Weil ich kein Auge zubekomme, gehe ich für eine halbe Stunde in eine solche Bar und bin der einzige Gast in einem kahlen Raum mit Discokugel und Budweiser-Reklame, beobachtet von fünf oder sechs Frauen, die sich keine Mühe geben, freundlich zu sein – vielleicht wissen sie, dass nur Soldaten auf der Durchreise nach Tibet verzweifelt genug sind, um sich mit ihnen im zweiten Stock der Bar »auszuruhen«. Ich bezahle mein Bier und eine nirgendwo angeschriebene Tischgebühr und hoffe, dass morgen der Bus kommt.
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Eine Schafherde im kargen Hochland
Das Gefährt, das am nächsten Mittag meine Hoffnung erfüllt, sieht aus wie ein schlechtes Omen: mindestens doppelt so alt wie ich und in deutlich schlechterem Zustand. Überall auf Chinas Straßen verkehren moderne Fernbusse mit Liegesitzen und Toiletten, aber die tausend Kilometer nach Lhasa werde ich in diesem moribunden Kasten zurücklegen, durch dessen Sitze sich Metallfedern bohren und in dem es schon vor der Abfahrt beißend nach Urin stinkt. Mit mir reisen vor allem Tibeter, von denen viele körperlich oder geistig versehrt zu sein scheinen: eine Familie aus Großvater, Vater und Sohn mit weißen blinden Augen, die sich beim Ein- und Aussteigen an den Schultern fassen. Ein einbeiniger Mann, der rasselnd durch die vors Gesicht gehaltenen Finger atmet. Eine pausenlos mit sich selbst redende Frau. Erst später, als ich sie vor dem Jokhang-Tempel wiedersehe, wird mir klar, dass viele behinderte Tibeter im Sommer nach Lhasa fahren, um sich dort bettelnd ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Zwei Stunden nach der Abfahrt beginne ich nach einer Position zu suchen, in der ich schmerzfrei sitzen kann. Erst geradeaus, dann kurvig führt die Straße bergauf. Die Bergwand, die irgendwann aus dem Glast am Horizont aufgetaucht ist, rückt langsam näher, öffnet sich und wird zu einem Massiv aus nackten Gipfeln und schattigen Schluchten. Einige weitere Stunden später sind die Berge nicht mehr vor uns, sondern überall, und aus der geteerten Straße ist ein holpriger Untergrund aus Erde und Steinen geworden. Das Gefühl der Atemlosigkeit verstärkt sich, auch wenn ich bloß still sitze und versuche, den Schmerz in meinem Steiß zu vergessen. Die Fahrt von Golmud nach Lhasa dauert zwischen dreißig und fünfzig Stunden, sagt mein zerfledderter englischer Reiseführer. Don’t expect either to be in particularly good shape. Vier Fünftel der Strecke verlaufen oberhalb von viertausend Metern, am Tanggula-Pass wird es über fünftausend Meter hinaufgehen – das sind Zahlen, die ich seit Langem kenne, aber jetzt erst in eine Vorstellung der kommenden Stunden zu übersetzen beginne.
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Der Weg nach Lhasa ist anstrengend und nicht immer malerisch
Am späten Nachmittag die erste Rast an einer Baracke am Straßenrand. »Die Massen mobilisieren für den Aufbau Tibets« steht in roten Schriftzeichen an der Wand. Keuchend esse ich ein paar Nudeln und habe bei jedem Bissen das beklemmende Gefühl, mit Nahrung im Mund keine Luft zu bekommen. Ich würde gerne wissen, auf welcher Höhe wir uns befinden, aber die kommunikative Überführung von Fremdheit in gegenseitiges Verständnis entpuppt sich als mein privates Luxusprojekt, für das ich hier keine Mitarbeiter finde. Unwirsch winken die beiden Busfahrer mich weg. Dämmerung setzt ein, aus der Kühle wird Kälte, und auf die Frage, was ich an diesem Ort verloren habe, folgt statt einer Antwort das spöttische Echo: Ja was denn? Beeindrucken lassen wollte ich mich von der Exotik dieser Region, und nun bin ich vor allem davon beeindruckt, wie unwohl und einsam ich mich fühle.
In der Nacht beginnen die Magenkrämpfe. Verhalten zuerst, werden sie desto stärker, je heftiger der Bus über die Löcher im Boden schaukelt. Mittlerweile ist es eiskalt. Die klapperigen Schiebefenster schließen nur, wenn wir bergab fahren, und sobald ich mich in meinen Schlafsack einpacke, werde ich zu einem hilflosen Bündel und rutsche vom Sitz. Draußen ist die Nacht vollkommen schwarz, nur hin und wieder glaube ich Schnee schimmern zu sehen oder Sterne, nicht oben am Himmel, sondern auf gleicher Höhe mit dem Bus.
© Margret Nielsen

Eine Händlerin auf dem Markt in Shigatse
Nach vielen weiteren Stunden hält er erneut, und während alle anderen in ein von Kaminfeuer erleuchtetes Gebäude strömen, um sich aufzuwärmen, hocke ich mich etwas abseits auf den Boden, genieße die Erleichterung im Magen und betrachte den schönsten Nachthimmel, den ich je gesehen habe. Kein Zelt, sondern ein von leuchtenden Punkten erfüllter Raum, in den hinein gezackte, nachtschwarze Gipfel ragen. Zum ersten Mal begreife ich, was jeder weiß, nämlich dass sich kein Himmel über uns wölbt, sondern wir einen Planeten in diesem endlosen Raum bewohnen. Danach setze ich mich zu den anderen ans Feuer und trinke salzigen Yakbutter-Tee, der widerlich schmeckt, aber gegen die Höhenkrankheit helfen soll. Nach der leidvollen Erfahrung der letzten Stunden beschließe ich, vor der Ankunft in Lhasa nichts mehr zu essen.
Im weiteren Verlauf führt die Fahrt in eine merkwürdig reduzierte Welt: Höhenluft und Schlafentzug, Nahrungsverzicht und Flüssigkeitsmangel trüben meine Wahrnehmung immer mehr ein. Die Zeit verläuft in Sprüngen. Als ich mitten in der Nacht merke, dass der Bus nicht mehr fährt, wird mir klar, dass er schon sehr lange steht. Immer wieder falle ich in einen traumlosen Halbschlaf und schrecke auf, wenn ich vom Sitz rutsche. Der Bus steht schräg. Irgendwann ist es hell, und die Fenster sind mit Eiskristallen beschlagen. Alle müssen aussteigen. Draußen bearbeiten Dutzende Männer mit Hacken und Schaufeln die vollkommen aufgeweichte und unpassierbar gewordene Straße. Einige zeigen auf mich und lachen. Lao wai höre ich, alter Fremder, der nicht allzu emphatische chinesische Ausdruck für Ausländer. Es müssen die Fahrer der Lkw sein, die sich in endloser Schlange hinter unserem Bus gestaut haben. Ringsum sehen die Berge ockerfarben und schorfig aus, wo sie nicht von einer pulvrigen Schneeschicht bedeckt werden. Bei jedem Atemzug habe ich das Gefühl, meine Lungen wären porös und könnten den Sauerstoff nicht halten.
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Nachts erhellen Kerzen die Tempel und Häuser der Stadt
Dann geht es weiter. Eine endlose Ebene entlang, noch einmal bergauf. Seitenstechen und Kopfschmerzen sind schon so lange da, dass ich sie manchmal einfach vergesse. Den höchsten Punkt des Passes ziert eine Stele mit bunten Wimpeln, und mir fällt ein, dass die Tibeter ihre Toten auf Berggipfel legen, wo sie von Geiern gefressen werden.
Sky burial nennt mein Reiseführer das. Als es das nächste Mal dunkel wird, führt die Straße bergab, und es beginnt zu regnen. Bäume tauchen am Straßenrand auf, deren Äste sich im Näherkommen in verzerrte Gliedmaßen verwandeln und nach dem Bus greifen.
Erfolglos versuche ich auszurechnen, wie lange ich nicht geschlafen habe. Wenn der Bus in ein besonders tiefes Schlagloch rast – er rast jetzt wirklich –, geht ein Stöhnen durch die Sitzreihen. Könnte ich klar denken, müsste ich höllische Angst vor einem Absturz in die nächste Schlucht haben, aber mein Gehirn operiert in einer Art Stand-by-Modus, in dem einzig der Wunsch anzukommen ein vernehmliches Signal bildet.
© Margret Nielsen

Der Barkhor ist einer von drei tibetischen Pilgerwegen und führt durch die Altstadt
Als wir Lhasa erreichen, ist Mitternacht vorbei und die Stadt dunkel. Mit weichen Knien steige ich aus. Die Ankunft ist wie ein Aufwachen, ein Schritt zurück in die Wirklichkeit. Ich weiß nicht, ob ich am Ziel meiner Reise bin oder am Anfang – jedenfalls bin ich in Tibet, und mehr will ich im Moment nicht. Einfach hier sein. Schauen und wahrnehmen.
In den nächsten Tagen werde ich kurze Gänge im Umkreis meines Hotels unternehmen, jeden Tag ein paar Meter mehr. Werde nachts seltener mit Erstickungsgefühlen aufwachen. Vom Dach des Jokhang-Tempels beobachte ich die ankommenden Pilger, die sich vor dem Eingang auf den Boden werfen, wieder aufstehen und sich erneut auf dem Boden ausstrecken, so wie sie es entlang der gesamten Strecke nach Lhasa getan haben. Holzstücke schützen notdürftig die Haut ihrer Handflächen. In ihren Exerzitien versuche ich den Ausweis einer Spiritualität zu sehen, zu der mir der Zugang fehlt – und wider Willen bin ich froh, dass er mir fehlt. Unsere Fähigkeit zu verstehen unterliegt Grenzen, und wenn man das weiß, muss es kein Mangel sein. Auch die chinesischen Soldaten und Polizisten bemerke ich, die vielen Überwachungskameras an Laternenpfählen und auf Hausdächern. Einmal muss ich mich vor Horror übergeben, als ein Gefangenentransport durch die Straßen fährt, vier Laster mit gefesselten Tibetern und bewaffneten Soldaten auf offenen Ladeflächen. Manche Dinge sehen wir und verstehen sie nicht, und andere verstehen wir und zögen es vor, sie nicht sehen zu müssen. So oder so, die Dinge sind da, und jede Reise ist ein Schritt auf sie zu.
- Datum 09.03.2010 - 17:08 Uhr
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- Serie Reise meines Lebens
- Quelle DIE ZEIT, 04.03.2010 Nr. 10
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Sehr gelungener Artikel! Beim Lesen habe ich das Gefühl, dass ich drinnen wäre.
Tibet interessiere mich sehr, aber nach Tibet zu reisen werde ich sicher nicht. Erst nicht nach dem Lesen des Beitrags – Ist das noch nötig, wenn man so etwas gelesen und mit gelebt hat?
Vielen Dank!
Angenehm zu lesen, informativ und mitreißend. Jedoch muss ich anmerken, dass der Inhalt doch deutlich überzogen wirkt. Ich befinde mich seit 2 Jahren in China und die Menschen hier begegnen mir fast ausschließlich freundlich und interessiert.
Eine ähnliche Busreise habe ich auch schon gemacht und auch von Anderen habe ich nie auch nur ansatzweise von ähnlichen Erfahrungen gehört.
Ebenfalls "Einmal muss ich mich vor Horror übergeben, als ein Gefangenentransport durch die Straßen fährt..."
Das klingt doch eher nach einem schlechten Film, als nach Realität!
@David 08
Tibet ist sehr interessant. Die Menschen dort sind meiner Meinung nach noch freundlicher als in anderen Teilen Chinas. Auch wenn die Kosten und Restriktionen momentan hoch sind, ist es ein einmaliges Erlebnis.
Man kann sich, natürlich, die Frage stellen "Warum bin ich hierher gekommen?". Die Handlungsweise des Autors hat - scheinbar - keinen anderen Grund als
selbstverständliche für einen jungen Menschen Neugierde. Die unabsehbare Zukunft gibt,jedoch, eine andere Antwort auf diese Frage, die klingt wichtig. In unübersehbarer Zukunft werden sich alle Länder der Welt zu einem "United States of Earth", einem "Bund der Länder der Erde" vereinen und die Leute, die das in Gang bringen werden sind eines Schlages mit dem Autor dieses Artikels. Jeder Vorhaben setzt das Verständnis voraus - was könnte wichtiger sein im Leben unter einem Dach?
Freundliche Grüße an Leser und Redaktion
@AllesQuark
Am Anfang des Artikels ist von 1996 die Rede. Er hat also auch gar nicht den Anspruch der aktuellen Lebensrealtität in China / Tibet zu entsprechen. In fast 15 Jahren hat man in China gelernt alles Abschreckende gut vorm gemeinen Westler zu verstecken ;)
1996 ist lange her.
Heute habe ich einen kleinen buddhistischen Tempel in Peking besucht. Am Eingang sprach mich ein junger Chinese in fließendem Englisch an, mit der Frage, ob ich Buddhist sei. Ich sagte nicht nein, ich sagte nicht ja. Daraufhin sah er es als seine Pflicht an, mich durch den Tempel zu begleiten. Als erstes eröffnete er mir, dass er selber seit 2 Jahren dem Buddhismus anhänge. Er wies mich auf in der Kulturrevolution zerstörte oder ganz herausgeschlagene Figuren hin; erläuterte mir die Bedeutung verschiedener architektonischer und religiöser Details. Vor einer Statue des Buddhas Amithaba gestand er, nach seinem Tod wolle er in dessen 'Reines Land' eingehen. Danach kam er auf die Gegenwart zu sprechen: heute sei die Polizei toleranter als während der Kulturrevolution, es sei kein Problem mehr, sich zum Buddhismus zu bekennen. Er selber sei auch Mitglied der kommunistischen Partei, dort wäre bekannt, dass er sich dem Buddhismus zugehörig fühlt. Es wird toleriert. Man hätte gesehen, wie er sich in diesen 2 Jahren verändert habe. Heute wolle er nicht mehr viel für sich selber, er wolle lieber mehr geben, als mehr bekommen. Außerdem sei der Unterschied zwischen dem Kommunismus und dem Buddhismus ja gar nicht so groß, der Buddhismus führe nur weiter. Die Menschen seien jetzt ja schon frei, es gäbe keine Sklaverei mehr. Aber die Tiere, die Geister, alle Wesen eben, die müssten auch noch gerettet werden. Das könne aber nicht der Kommunismus, das könne der Buddhismus.
die chinesen haben unter den katastrophen der mao ära gelitten. die tibeter haben ebenso darunter gelitten und dazu noch ihr heimatland verloren. sie sind nun zu einer perfekt unterdrückten minderheit in china geworden.
-tschuldigung aber das musste ich hier mal loswerden-
Liebe Leser,
die Texte der Serie "Die Reise meines Lebens" sind Reisegeschichten von Schriftstellern, die in erster Linie einem literarischen Anspruch gerecht werden wollen. Es ging den Verfassern, wie Sie bereits richtig bemerkt haben, nicht um Aktualität, sondern darum, über die Reise zu schreiben, die ihnen bis heute mehr bedeutet als alle anderen Reisen zuvor oder danach. Deswegen spielen einige in der Vergangenheit. Was dem Vergnügen beim Lesen aber hoffentlich keinen Abbruch tut.
Viele Grüße
Jessica Braun
Reiseredaktion Zeit Online
geschriebener reisebericht. tibet spukt schon viele jahre in meinem kopf. allein die landschaften sind es bestimmt wert einmal dort gewesen zu sein. das bestätigen vor allem die wunderschönen fotos. das es kein "urlaubsland" wie z.b. mallorca ist wird hoffentlich allen klar sein.
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