Die ersten Bachelorabsolventen haben ihren Berufseinstieg hinter sich und planen ihre Zukunft. Wenn sie sich weiterbilden wollen, können sie entweder ein Masterstudium in ihrem eigenen Fach (konsekutiv) oder in einem anderen Fach (nicht konsekutiv) draufsatteln. Doch nicht jeder Bachelor möchte dafür seinen Beruf gleich wieder aufgeben. Eine Konsequenz: Die Nachfrage nach berufsbegleitenden Programmen steigt. »Immer mehr Absolventen mit einem Abschluss in Politikwissenschaften oder Soziologie melden sich bei uns, die Managementwissen aufbauen wollen«, sagt Rolf Tilmes, Dekan der European Business School (EBS).

Lohnt sich der Master überhaupt?

Managementqualifikationen lassen sich berufsbegleitend über ein Masterstudium oder über Weiterbildungsmodule erreichen. Für die Entscheidung ist es wichtig herauszufinden, was man für eine bestimmte Position im Unternehmen braucht, betont Udo Thelen, Rektor der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) in Berlin . Für die Studienberatungen an den Hochschulen gilt die Kombination aus Bachelor und Master noch immer als Königsweg für eine gute Berufsqualifikation. »Wir raten zum Masterstudium«, sagt Amelie Lemke, Leiterin des Career Service der TU München . Allerdings sei die individuelle Beratung der Studenten wichtig. Max Lehmann, Leiter des Talent Center der HypoVereinsbank in München hält dagegen: »Der Master ist nicht immer die Voraussetzung für eine Karriere. Neben Fachwissen zählen Persönlichkeit und praktische Erfahrung«. Ob ein Master empfehlenswert ist – wie etwa in Beratungsunternehmen – oder nicht, ist stark von der Unternehmenskultur abhängig. Oft ist der Erwerb von Qualifikationen über berufsbegleitende Module wichtiger.

Privat oder staatlich?

Bei den Teilzeitangeboten haben die privaten Anbieter wie die EBS oder die Fernuniversität DUW die Nase vorn. Wer dort neben dem Beruf seine Managementkenntnisse aufpolieren will, muss aber häufig mit höheren Kosten als an staatlichen Universitäten rechnen. Diese sind auf die jungen Berufstätigen oft noch nicht eingerichtet. Eine Ausnahme ist zum Beispiel die Ruhr-Universität Bochum: Sie hat zwei berufsbegleitende Masterstudiengänge für angehende Führungskräfte im Personal- und Organisationsmanagement im Programm.

Gibt es MBA-Programme?

Beim Master of Business Administration (MBA) stellen sich viele Business Schools auf die jüngere Klientel der Bachelorabsolventen ein und richten neue Teilzeitstudiengänge ein. An der GISMA Business School in Hannover ist in diesem Frühjahr der MBA for Young Professionals gestartet. Zielgruppe sind junge Führungskräfte, die neben ihrem Beruf Managementwissen erwerben wollen. Die DUW hat ab Juli einen berufsbegleitenden MBA im Programm, der im Fernstudium studiert wird. Er richtet sich an Naturwissenschaftler, Juristen oder Geisteswissenschaftler, die nach einem Erststudium erste Führungserfahrungen gesammelt haben und mehr Wissen im Marketing oder Controlling brauchen.