Contra höhere Studentenquote : Brauchen wir mehr Studenten?
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Am besten wäre es freilich, die Universitäten würden die Verberuflichung ihrer Studiengänge zurücknehmen und sich in ihrer Lehre auf das besinnen, wozu sie etabliert wurden, nämlich die Gestaltung und Organisation wissenschaftlicher Bildung.

Felix Rauner, 68, leitet die Forschungsgruppe Berufliche Bildung an der Uni Bremen

Lesen Sie hier die Gegenmeinung von Jutta Allmendinger , Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin

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Kommentare

42 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

was soll das?

Wollen Sie aus Deutschland die Werkbank Europas machen? Sollen alle jetzt ihr Studium abbrechen und eine Lehre machen?
Außerdem ist es grotesk das Sie den Bachelorn die Berufsqualifizierung einfach absprechen wollen. Einfach mal schreiben: "wurde nachgewiesen" zeugt von keiner guten wissenschaftlichen Denkweise!
Now I have a bachelor degree, but I don’t have any skills : Dem setze ich mal DAS Abimotto entgegen: Nichts gerafft und doch geschafft. Wer mit solchen Sätzen seinen Standpunkt stärken will...

Was das Thema angeht: Soweit ich weiss werden Meister nicht so einfach zugelassen in Deutschland. Ich hatte in meinem Jahrgang (Maschinenbau, Bachelor) einen Meister der mit einer Sondergenehmigung studieren durfte. Studium für alle um jeden Preis ist natürlich Quatsch, aber wir sollten uns meiner Meinung wirklich bemühen die Schüler besser zu fördern um nach Möglichkeit viele Schüler an die Unis zu schaffen. (Allerdings in vernünftige Studiengänge, da hat der Autor recht). Aber wollen wir wirklich ein Land von Facharbeitern werden? Ist nicht negativ gemeint, hab selber ne Lehre gemacht. Die Qualität unsere Produkte schaffen die Facharbeiter, aber Innovationen? MP3 wurde bestimmt nicht von einem Radio- und Fernsehtechniker erfinden, sonder vonj Leuten die mal was von Fourier gehört haben.

Felix Rauner vs. Jutta Allmendinger

Also ich bin eher auf der Seite von Felix Rauner, als auf der von Jutta Allmendinger. Ich bin zwar der Meinung, dass Flexibilität eines Arbeitnehmers zunehmen sollte, aber die fachliche Kompetenz ist für mich deutlich wichtiger. Klar ist es wichtig sich an bestimmte Situationen anzupassen, aber es können eben viele Berufe nur von Spezialisten ausgeübt werden. Jeder der eine breite Bildung hat, muss sich danach erst einmal spezifizieren, um diesen ansprüchen zu genügen. Viele Studenten müssen sich ja erst einmal mit Praktika als "arbeitstauglich" erweisen, wenn ihr Studium nicht schon viele, der Berufswelt zugewante Praktika hatte (Chemie, Physik, Biologie). Da ist das duale System einfach schneller und besser an die Bedürfnisse eines normalen Arbeitnehmers angepasst. Außerdem gefällt mir der Gedanke, des spezifischen Masters.
Ich muss aber auch sagen, wenn man die Idee des Bachlor-Master-Systems besser umgesetzt hätte, wäre es eine ernstzunehmende Alternative für die Breite. Aber solange ein Absolvent nach seinem Abschluss nicht direkt arbeiten kann, ist dieser Bachlor sinnlos. Entweder man hätte ihn so konzipiert, dass nach dem Bachlor ein Master folgen "muss" (dann aber 2 Jahre Bachlor und 2 Jahre Master) oder spezieller und berufsnäher gestalten müssen.