EU-Hilfe für Griechenland Pfand von den GriechenSeite 2/2
Doch die Bereitstellung von Liquidität gegen Sicherheiten hätte eine Reihe von Vorteilen. Die Länder der Eurozone würden sich solidarisch zeigen, aber sie würden der griechischen Gesellschaft nicht das Recht auf eine eigenverantwortliche Restrukturierung nehmen. Das Risiko der zeitweiligen Zahlungsunfähigkeit wäre gebannt, und vermutlich würden auch die Risikoaufschläge griechischer Staatsanleihen rasch sinken. Marktteilnehmern würde signalisiert, dass ein Staatsbankrott nicht zu erwarten sei.
Vor allem aber ist es ein Konzept, das die Regierungen der Geberländer gegenüber ihren Bürgern vertreten können. Sie müssen dann mit geringerem Unwillen darüber rechnen, dass sie für das Ausmisten des griechischen Augiasstalls finanzielle Verantwortung übernehmen.
Doch welche Sicherheiten hätte die griechische Regierung anzubieten? Eine ganze Menge. Weil frühere griechische Regierungen wenig Interesse an Privatisierungen hatten, verfügt der griechische Staat über erstaunlich hohe Vermögensbestände. Er besitzt Hotels, Jachthäfen, Flughäfen, Banken, Versicherungen und Energieversorger. Der griechische Ökonom Michael Massourakis beziffert allein den Wert der Immobilien, die sich in Staatseigentum befinden, auf 300 Milliarden Euro. Der IWF hat im Jahr 2007 den Wert des Aktienportfolios des griechischen Staates auf 42 Milliarden Euro veranschlagt. Kein Zweifel, dass der griechische Staat Sicherheiten für Überbrückungskredite bereitstellen könnte.
Dieses Konzept wirft aber auch Fragen auf. Die wichtigste ist: Wie sollen die Sicherheiten im Falle eines Zahlungsausfalls verkauft werden? Die Gläubiger Griechenlands könnten gezwungen sein, nennenswerte Bestände an Immobilien in einem schwierigen Markt zu veräußern. Eine Treuhandanstalt müsste geschaffen werden, und die Gläubiger müssten grundsätzlich bereit sein, ihre Rechte auszuüben.
Zudem würde dieses Modell die Athener Politik vor eine große Herausforderung stellen. Sie müsste die Verpfändung griechischen Staatseigentums ihren Bürgern erklären. Doch vor dem Hintergrund der bislang diskutierten Alternativen – die teilweise auf eine Entmündigung der griechischen Gesellschaft hinauslaufen, eine Art Brüsseler Protektorat oder einen Staatsbankrott – wird das wohl möglich sein. Dieses Modell berücksichtigt sowohl die Interessen Griechenlands als auch die legitimen Interessen der Geberländer.
Heribert Dieter arbeitet für die Stiftung Wissenschaft und Politik und leitet die Warwick Commission für Finanzmarktreformen.
- Datum 12.03.2010 - 10:41 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 11.03.2010 Nr. 11
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






....ob europäische Länder den Griechen Geld leihen dürfen nach dem Euro Vertrag. Da geht es zunächst darum, ob man da die Verträge ändert und wie. Die damit verbundene Souveränitätsabgabe der Nationen ist da schon erheblich, da es die Natur der EU grundlegend ändert. Man haftet nämlich dann plötzlich für die Schulden Anderer in Präzedenz.
Auch ist der Punkt der Verwertung ziemlich heikel. Wie sieht das aus, wenn Deutschland gesehen wird den Pantheon zu verkaufen an einen Chinesen!?!
So lange von den Griechen noch was mit Wert zu holen ist, wird die westlich kapitalistische Welt sicher nicht das Interesse an den Griechen verlieren. Das ist auch gut für uns. Wir sollten unsere Hitech- und Militärerzeugnisse nur noch gegen griechische Inseln abgeben. Und wenn die Griechen dann gar nichts mehr haben, können wir sie zum 1-Euro-Jobben auf unseren Olivenplantagen verdonnern. So macht Kapitalismus Spaß.
... ist für mich ein Kriegstreiber und Neokolonialist. Sorry.
Was wenn das Land sich doch anders entscheidet und sein nationales Eigentum und seine Zukunft nicht, zugunsten eines unfairen perversen Währungssystems, beschlagnahmen lassen will? Dann hat der Schuldner vertraglich geregelte "nationale Interessen" bei denen sogar die Nato-Bündnistreue greift. Schon hat man einen Krieg. Finanzindustrie mit Militär gegen die Bevölkerung eines verarmten Landes. Protektorate, Terror, Diktatur. Die andere Seite: Sachzwänge ohne Ende und ausblutende Zivilgesellschaft. Massive Abhängigkeit vom Geldgeber und seinen Wünschen, defakto eine Abschaffung der nationalen Souveränität oder besser: ein Aufkauf derselben.
Etwas derart unreflektiertes oberflächliches in der ZEIT zu lesen depremiert mich.
Die Krone setzt der USA-Mexiko-Vergleich auf. Die USA: richtig, das Land mit dem größten Außenhandelsdefizit auf der Welt, das Land, welches gerade munter seine Währung abwertet. Was verpfändet denn die USA? Glaubt ernsthaft jemand, die würden auch nur ein Krümel von Mount Rushmore freiwillig abgeben? Die USA kippt einfach das System und etabliert ein Neues. Nein, bluten sollen nur die Kleinen, die Satellitenstaaten.
Wenn es jemals eines Beweises bedurft hätte, dass dieses Währungs- und Geldsystem hochgradig unmoralisch und kolonialistisch ist. Hiermit wäre er erbracht.
"Dann hat der Schuldner vertraglich geregelte "nationale Interessen" bei denen sogar die Nato-Bündnistreue greift."
Der "Gläubiger", meinte ich natürlich.
Zu dem Thema passt:
http://www.heise.de/tp/bl...
"Das US-Haushaltsdefizit explodiert weiter"
Nein, die Krise ist längst nicht vorbei, wie uns die Schönredner weismachen wollen. Sie kommt gerade erst in Schwung. Nach dem Vorbeben haben alle schon aufgeatmet, nach dem Hauptbeben werden sie jedoch nur noch ihre Wunden verarzten und die Trümmer wegräumen können...
Die letzte Hoffnung der Reichen: Krieg und Leichen!
"Dann hat der Schuldner vertraglich geregelte "nationale Interessen" bei denen sogar die Nato-Bündnistreue greift."
Der "Gläubiger", meinte ich natürlich.
Zu dem Thema passt:
http://www.heise.de/tp/bl...
"Das US-Haushaltsdefizit explodiert weiter"
Nein, die Krise ist längst nicht vorbei, wie uns die Schönredner weismachen wollen. Sie kommt gerade erst in Schwung. Nach dem Vorbeben haben alle schon aufgeatmet, nach dem Hauptbeben werden sie jedoch nur noch ihre Wunden verarzten und die Trümmer wegräumen können...
Die letzte Hoffnung der Reichen: Krieg und Leichen!
Alaska ist viel gröser als grieschenland und hat öl und edelmetalle vorkommen , griesenland hat keinen öl und edelmetall vorkommen Alaska wurde für 7 sieben millionen dollar verkauft dan dürfte grieschenland im vergleich zu Alaska nicht mehr wert sein als vielleicht 500.000 tausend im höchstfall....
Ein Pfand von Griechenland, ein Pfand von Italien, ein Pfand von Portugal, ein Pfand von Spanien, ein Pfand von...
Und am Ende gehen wir doch alle GEMEINSAM unter.
Die EU:
Für Wirtschaftsbosse: schon längst ein Markt ohne Grenzen
Für die Bevölkerung: Grenzen und Nationalitäten
Für den Rest der Welt: leichte Beute
Aufwachen!
"Dann hat der Schuldner vertraglich geregelte "nationale Interessen" bei denen sogar die Nato-Bündnistreue greift."
Der "Gläubiger", meinte ich natürlich.
Zu dem Thema passt:
http://www.heise.de/tp/bl...
"Das US-Haushaltsdefizit explodiert weiter"
Nein, die Krise ist längst nicht vorbei, wie uns die Schönredner weismachen wollen. Sie kommt gerade erst in Schwung. Nach dem Vorbeben haben alle schon aufgeatmet, nach dem Hauptbeben werden sie jedoch nur noch ihre Wunden verarzten und die Trümmer wegräumen können...
... Verwertung von Sicherheiten ist einfach Unsinn.
Jegliche kreditvergabe mit ökonomischem Augenmaß muß Tilgung und Zins als zukünftige Realität sehen können. Das Risiko des Ausfalls darf nur gering sein. Und nur für dieses restliche Zukunftsrisiko stehen die Sicherheiten bereit.
Dazu ist es erforderlich, daß der griechische Staat ganz deutlich seine Mißwirtschaft nachhaltig bekämpft. Das fängt mit der Schattenwirtschaft an und mit dem Bakschisch Verhalten bei Produzenten und Verbrauchern (und auch bei den Behörden).
Der staaatliche Konsum ist drastisch zu reduzieren zugunsten staatlicher Investitionen; die Ausgaben müssen durchforstet werden. Und auch die Einnahmenseite ist unter die Lupe zu nehmen; Steuern und Abgaben sind konsequent einzufordern und notfalls auch anzuheben.
Wenn das überzeugend geschieht, werden sich auch sehr leicht wieder Kreditgeber finden lassen.
Die letzte Hoffnung der Reichen: Krieg und Leichen!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren