Käßmann-Rücktritt Ausgerechnet ich!

Antje Vollmer attackiert die falsche Feindin

Alice Schwarzer, Frauenrechtlerin und Publizistin, war enttäuscht über den Rücktritt von Margot Käßmann

Alice Schwarzer, Frauenrechtlerin und Publizistin, war enttäuscht über den Rücktritt von Margot Käßmann

In der letzten Ausgabe der ZEIT stand eine Passage über meine Person, die nicht unwidersprochen bleiben sollte. Antje Vollmer, Ex-Pfarrerin und Grünen-Politikerin im Ruhestand, schrieb, Bischöfin Käßmann habe wegen ihrer »falschen Freunde und Freundinnen« zurücktreten müssen. Und sie benennt auch zwei dieser ruchlosen Exemplare: den Bild- Kommentator Franz Josef Wagner und mich.

Was habe ich mir zuschulden kommen lassen? Hatte ich den Rücktritt der Bischöfin gefordert? Mitnichten. Im Gegenteil: Ich hatte ihn bedauert und danach (!) geschrieben: »Eine Erste Bischöfin wie Sie kann Deutschland bestens gebrauchen!« (der ganze Wortlaut auf www.aliceschwarzer.de). Was die selbst ernannte echte Käßmann-Freundin erstaunlicherweise so erboste, dass sie in Sachen Schwarzer nicht länger eine Mördergrube aus ihrem Herzen machen wollte. Sie legte los:

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»Da war Alice Schwarzer, früher eine Feministin von Format, die heute Hüfte an Hüfte mit der Machtverwalterin Angela Merkel, der Medienmachtbesitzerin Friede Springer und Liz Mohn Kungelkränzchen organisiert, bei denen es längst schon nicht mehr um irgendein inhaltliches Ziel, sondern nur noch um die Verteidigung oder Eroberung von Vorstandsetagen geht – zu welchem Zweck auch immer.«

»Hüfte an Hüfte« in den Vorstandsetagen… Eine Projektion, die zum Sinnieren einlädt. Doch was will Frau Vollmer uns eigentlich sagen? Dass es verdammenswert sei, mit den drei Damen in einem »Kungelkränzchen« – die Grünen würden sagen »Netzwerk« – zu verkehren? Dass die drei mächtigen Frauen Unberührbare sind, mit denen ein anständiger Mensch nichts zu tun haben darf und eine zur Ohnmacht verdammte Feministin schon gar nicht?

Wie absurd. Noch absurder ist allerdings in dem Fall, dass ich de facto in keinem einzigen »Kungelkränzchen« sitze und als Emma- Macherin der Kanzlerin wie den Großverlegerinnen vermutlich seltener begegne als die ZEIT- Macher.

Was also sollen die dreisten Lügen? Ganz einfach: Sie stehen in einer Linie mit einer von taz & Co. seit 2005 gebetsmühlenartig wiederholten Mär, die suggerieren will: Schwarzer hat die Fronten gewechselt und ist keine »Linke« mehr, sondern eine Hofschranze der Konservativen.

Ausgerechnet. Ausgerechnet ich. Und ausgerechnet in Zeiten, in denen wir alle um die Fragwürdigkeiten der Etiketten »links« und »rechts« oder »liberal« nur allzu desillusioniert wissen. Hinzu kommt, dass Vasallentreue mit Parteien meinem Selbstverständnis als Feministin wie Journalistin diametral widerspricht. 

Doch vermutlich ist es ja gerade das, was IdeologInnen wie Vollmer & Co. nicht passt. Aber dabei wird es bleiben.

Leser-Kommentare
  1. Ich würde gern eine sorgfältige Recherche über die wirklichen Gründe für den Sturz der Bischöfin Käßmann lesen, der durch die Wein -und Rote Ampel Geschichte als Vorwand machbar wurde. Erst jetzt begreifen die linken Fundis, welchen Verlust sie erlitten haben.

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    Frau Käßmann tritt zurück.
    Frau Vollmer tritt aus.
    Frau Schwarzer tritt um sich.
    Alles eine ziemliche Stutentreterei.
    Frauen halt... .
    Pfff...

    Sie schreiben: "die wirklichen Gründe für den Sturz der Bischöfin Käßmann lesen"

    Ganz einfach: Frau Käßmann hat besoffen eine rote Ampel überfahren und ist dabei erwischt worden. Selsbt wenn die Polizei einen entsprechenden Tip bekommen hätte - als Bischöfin ist jemand nicht tragbar, der sich so vergisst.

    Und übrigens: Wenn man dem Herrn Schneider zuhört - ein Wohltat.

    Frau Käßmann tritt zurück.
    Frau Vollmer tritt aus.
    Frau Schwarzer tritt um sich.
    Alles eine ziemliche Stutentreterei.
    Frauen halt... .
    Pfff...

    Sie schreiben: "die wirklichen Gründe für den Sturz der Bischöfin Käßmann lesen"

    Ganz einfach: Frau Käßmann hat besoffen eine rote Ampel überfahren und ist dabei erwischt worden. Selsbt wenn die Polizei einen entsprechenden Tip bekommen hätte - als Bischöfin ist jemand nicht tragbar, der sich so vergisst.

    Und übrigens: Wenn man dem Herrn Schneider zuhört - ein Wohltat.

  2. Frau Käßmann tritt zurück.
    Frau Vollmer tritt aus.
    Frau Schwarzer tritt um sich.
    Alles eine ziemliche Stutentreterei.
    Frauen halt... .
    Pfff...

  3. "Hüfte an Hüfte" ist auch Alice aufgefallen. So schade um das Kässmännchen.

    • Nandus
    • 14.03.2010 um 18:47 Uhr
    4. Ach...

    ...hat Frau S. mal wieder ein Forum gebraucht um ihr Ego in Schriftform fließen zu lassen. Schön, daß sich die Zeit hier bereitwillig andient. Brav, so is brav.

  4. ja die Richtige das Etikett "Ideologin" an einen parteilichen Busen.

  5. Ja, sie sind mächtige Frauen. Sie wurden es auf genau dem Weg, den Frau Schwarze sicherlich nicht öffentlich empfehlen würde. Aber in dr BRD ist es ja egal, wie man sich was unter den Nagel reisst. Es muss nur viel sein,
    Liz wurde als siebzehnjähriger Lehrling die Geliebt des verheirateten Reinhard Mohn. Als sie schwanger wurde, verheiratete sie man mit einem willigen Lektor. Mohn trennte sich erst von seiner Frau, mit der er 3 Kinder hatte, als seine Mutter starb. Niemals hätte sie Liz an seiner Seite sehen wollen. Die gemeinsamen Kinder von Reinhard und Liz erfuhren erst nach vielen Jahren, dass nicht Herr Scholz, sondern Onkel Reinhard ihr Vater ist.
    Als Reinhard noch mit Magdalene verheiratet war und diese im Urlaub war, besuchte Liz das Haus und liess sich bedienen. Das war ihr wichtig.
    Friede kam als Kindermädchen ins Haus. Den Rest kennt man ja.

  6. Allein schon deshalb, weil keiner auch nicht gegenüber den drei genannten Frauen anständig sein darf, sondern stets gegenüber der Allgemeinheit Anstand zu wahren hat, trifft Schwarzer, wenn auch völlig ungewollt, den Nagel auf den Kopf.

    • KeleO
    • 14.03.2010 um 19:54 Uhr
    8. danke

    ein weiterer beitrag bzw. ein weiteres "problem" von dem ich ganz sicher sagen kann:"das ist mir jetzt mal wirklich scheißegal!"
    danke alice schwarzer für diesen vollkommen nichtssagenden erguss!

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