Deutsche Post Ein gestörter RieseSeite 4/4

Wolfgang Bötsch fühle sich verantwortlich »aus vorangegangenem Tun«, sagt der Jurist – und lacht. Der Mann, der 1993 Bundespostminister wurde, hat die Privatisierung der Post vorangetrieben und 1997 seinen Posten und sein Ministerium abgeschafft. Die Post mag die Hauptverantwortung tragen und die Netzagentur in ihrer Kontrolle versagt haben. Den Rahmen aber – den hat beiden die Politik gesetzt. Insbesondere Wolfgang Bötsch. Die Urkunde über die Umwandlung der Post in eine Aktiengesellschaft trägt seine Unterschrift.

60325 Frankfurt, Taunusanlage 21. Im vierten Stock eines Bürogebäudes arbeitet Bötsch heute in einer Kanzlei. Zu Beginn des Gesprächs legt er sein zerkratztes Handy mit der alten, einprägsamen Dienstnummer auf den Tisch. Bötsch setzt sich.

War die Privatisierung der Post ein Fehler? »Es gab keine Alternative zur Liberalisierung wie auch zur Privatisierung«, antwortet der 71-Jährige. »Wissen Sie, die Leute meckern heute, aber damals, in den neunziger Jahren, war alles defizitär.« Allein die Postämter – von denen es nach der Vereinigung 29.000 gab – hätten jährlich zwei Milliarden Mark Verlust gemacht, bei vier Milliarden Mark Umsatz. Die Post – die damals Deutsche Bundespost Postdienst hieß und von einer Generaldirektion geführt wurde – sei »ein Kostgänger der Telefonkunden« gewesen. Auch hätten die Welthandelsrunde und die EU zur Liberalisierung gedrängt.

Viele Bürger pflegten, so Bötsch, überholte Erinnerungen. Das Postamt als Wärmestube. Was er nicht sagt: Der Bürger spielte in den Plänen kaum eine Rolle. All die Jahre ging es der Politik vorrangig um die Sanierung der Post, um niedrigere Preise für Geschäftskunden und volkswirtschaftliche Effizienz. Sie wollte der behäbigen Behörde mit Wettbewerb drohen können – ohne Wettbewerb wirklich zu wollen. Vielmehr verlängerte sie kurz vor der geplanten Marktöffnung 2003 das Briefmonopol um fünf Jahre, kurz vor der Marktöffnung 2008 führte sie hastig einen Mindestlohn ein. Und stets hielt man in Berlin daran fest, dass die Post keine Umsatzsteuer bezahlen muss. Viele Regierungsmitglieder sonnten sich gern im Glanz des börsennotierten Global Players. Und nicht zu vergessen: Als größtem Aktionär war und ist dem Bund vor allem an hohen Gewinnen gelegen.

Vierte Briefetappe, Garmisch-Partenkirchen. Früher, als noch Beamte hinter Postschaltern saßen, gehörte das repräsentative Gebäude nahe dem Bahnhof der Post allein. Den Amtsvorsteher, der die Geschäfte führte, nannten sie den Alpenkönig. Jedem Bürgermeister, der um einen Briefkasten ersuchte, habe er zwei ins Dorf gestellt, heißt es. Deshalb sei in der Region nach der Privatisierung besonders viel abgebaut worden. Und dem »Alpenkönig« soll der Abschied von seinem Schloss so schwergefallen sein, dass er sich tagelang geweigert habe, die Schlüssel des Postamts zu übergeben.

Mittlerweile hat die Postbank die vorderen Räume übernommen, die oberen Stockwerke sind vermietet. Ihre Post sortieren die Briefträger des Zustellstützpunkts nur noch im hinteren Trakt des Gebäudes in Taschen und Wagen. In der Teeküche röchelt unter Postern von Playmates eine Kaffeemaschine, während draußen der Morgen graut. Die Kissen auf der Eckbank sind durchgesessen. An einer Pinnwand hängen Urlaubsgrüße von Kollegen neben einem Foto von der Trauerfeier für einen verstorbenen Mitarbeiter. Die Postler von Garmisch erschienen geschlossen in Uniform. Doch das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft, Teil eines größeren Ganzen zu sein, verkümmert. »Stolz darauf, Postler zu sein, ist heute kaum noch wer«, sagt jemand.

Die neuen Töne aus dem Post Tower lassen sich auch mit der Sorge um das Wohlwollen der Politik erklären, nun, da die CDU von der SPD zur FDP gewechselt ist. Vergangene Woche beschloss der Bundestag, dass der Konzern von Juli an für Post von Geschäftskunden Umsatzsteuer zahlen muss, wie es seine Konkurrenz längst tut (zu der auch die Verlagsgruppe Holtzbrinck zählt, in der die ZEIT erscheint). Es geht um Hunderte Millionen Euro.

Noch brisanter ist die Frage, was weiter zur Grundversorgung zählen soll. Bei Wettbewerb. Und wenn bald der rechtsverbindliche Brief im Internet kommt. Selbst wenn es 50 Prozent weniger physische Briefe gibt, braucht es Briefkästen, Filialen und Zusteller. Reichen fünf Zustelltage, wie es die EU will? Muss jede Filiale jedes Produkt anbieten? Walter Maschke, im Konzern für Regulierungsfragen zuständig, erwartet bald Klarheit: »Die Vorschläge für Änderungen von Postgesetz und Universaldienst werden wohl noch 2010 kommen.« Experte Manner-Romberg ist sich sicher: »Wir werden uns langfristig an einen reduzierten Postservice gewöhnen müssen.«

Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich die Post bewegt: zwischen Kapitalmarkt und Öffentlichkeit, zwischen den Zwängen von heute und den Erwartungen von gestern. Mit Berlin muss die Post austarieren, welche Freiheiten die Politik dem privaten Unternehmen in einem nun offenen Markt gewähren muss und was beide zusammen den Bürgern zumuten wollen. Diese beharren mit Recht auf einer Grundversorgung und werden in ihrer Wut über Mängel heute auch ernster genommen als in den vergangenen Jahren. Zugleich aber müssen sie wissen, dass das Posthorn keineswegs mehr für den Konzern als Ganzes steht. Die Idylle, die sie vermissen, hatte einen Preis, ist Verklärung – und wird so nicht wiederkehren.

Fünfte Briefetappe, Zugspitze. Gäbe es den idealen Briefträger, er würde aussehen wie Andreas Oberauer. Kaum über null Grad, und er ist im Polohemd unterwegs, sein Bizeps dehnt die kurzen Ärmel, die schwarze Gelfrisur sitzt. Die Sonne kommt über die Berge, als er den Lieferwagen durch Garmisch-Partenkirchen steuert, alle paar Meter hält, die Handbremse zieht, zum Briefkasten joggt, dann weiter zum nächsten Haus, zurück ins Auto steigt, anfährt. Er kennt die Menschen, ruft laut »Servus«, Schweiß auf der Stirn.

Als Kind, sagt Oberauer, habe er Polizist, Rennfahrer oder Briefträger werden wollen. 44 Jahre ist er alt, seit 28 Jahren arbeitet er bei der Post, seit 16 Jahren ist er auch zuständig für die Postleitzahl 82475 – die Zugspitze. Immer wieder hat sich sein Zustellbezirk vergrößert. Und so fällt es zwar schwer, sich vorzustellen, dass ein Postbote schneller sein könnte als Andreas Oberauer. Die Seilbahn aber, die er erwischen müsste, um die kleine Filiale auf dem Gipfel pünktlich öffnen zu können – die verpasst er trotzdem.

 
Leser-Kommentare
  1. Zu dem Beitrag fällt mir doch glatt der Erlebnisbericht von einem guten Freund ein. Mit der Überschrift: "Deutsche Post - nimm das Konto du Luder" berichtete er über seine Erlebnisse im Postfinanzcenter, als er einen Brief abgeben wollte und nach den Preisen für einen Paketversand nachfragte.

    Ich hoffe mal, dass dies jetzt nicht zu dreist ist aber seinen Erlebnisbericht findet ihr unter:
    http://www.ploync.de/verm...

  2. Die neoliberale Ideologie hat auch in Deutschland zur Zerschlagung staatlicher Infrastruktur geführt. Post, Telekom und Bahn, ein einziges Trauerspiel. Die Marktideologen haben bis heute nicht den Nachweis erbracht, wieso ein privates Monopol besser sein soll als ein staatliches. Und bei netzgebundener Infrastruktur gibt es zwangsläufig Monopole. Wieviel Firmen sollen denn die Bahnstrecke München-Hamburg bedienen? Wer macht den Fahrplan? Wer bucht um bei Verspätungen? Wohin dieser Irrsinn führt, ist bei British Rail zu besichtigen. Netzgebundene Infrastruktur muss monopolistisch sein, und damit ist kein Markt zu organisieren. Außerdem muss in jedem Netz der Anschluß abgelegener Gebiete quersubventioniert werden. Im Mobilfunknetz können sich verschiedene Anbieter tummeln, im Schienennetz nicht. Und warum sollen sich im Postverkehr Private die Rosinen rauspicken dürfen, während die Post den Betrieb für die Fläche aufrecht erhalten muss. Mein Postfiliale wurde dicht gemacht. Die neue Filiale entlockte mir spontan den Kommentar "Gutes Versteck.".
    Und warum muß mit Infrastruktur Gewinn gemacht werden? Schulen und Kindergärten werfen auch keinen Gewinn ab, der entsteht an anderer Stelle. Und angesichts der enormen externen Kosten unseres Autoverkehrs haben wir allen Anlass, den öffentlichen Nahverkehr zu subventionieren.

    Wir haben kein Öl in Deutschland. Nur Bildung und Infrastruktur. Warum ist beides im freien Fall?

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    • wizcom
    • 13.03.2010 um 15:17 Uhr

    "Netzgebundene Infrastruktur muss monopolistisch sein, und damit ist kein Markt zu organisieren."

    Hier liegen Sie falsch. Natürlich führt eine Netzinfrastruktur zu einem natürlichen Monopol. Das bedeutet jedoch nicht, dass mittels Regulierung nicht Wettbewerb zu organisieren ist. Bestes Beispiel hierfür leifert der Telekommunikationsmarkt. Das der Wettbewerb im Strombereich noch nicht recht in Gang gekommen zu sein scheint liegt hauptsächlich an der unzureichenden Regulierungstätigkeit sowie der geringen Wechselbereitschaft der Stromkunden. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre hier m.E. die strikte eigentumsrechtl. Trennung der Bereiche Stromübertragung und Stromproduktion.

    "Außerdem muss in jedem Netz der Anschluß abgelegener Gebiete quersubventioniert werden."

    Nein, die Quersubventionierung durch die anderen Netzteilnehmer ist nicht die Lösung. Wenn der Staat gleichwertige Lebensverhältnisse gewährleisten will, ist die Bereitstellung von Infrastruktur in entlegenen Gebieten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und daher durch Steuermittel zu realisieren. So könnten private Anbieter Steuermittel für diese Dienstleistung erhalten.

    "Die neue Filiale entlockte mir spontan den Kommentar "Gutes Versteck."."

    Auch die Postfiliale in unserer Region wurde geschlossen. Jetzt befindet sie sich integriert in einem großen Einkaufsmarkt (längere Öffnungszeiten, bessere Zufahrtmöglichkeit durch die bequeme Mitnutzung der bestehenden Parkplätze). Sie sehen, es geht auch anders.

    • wizcom
    • 13.03.2010 um 15:17 Uhr

    "Netzgebundene Infrastruktur muss monopolistisch sein, und damit ist kein Markt zu organisieren."

    Hier liegen Sie falsch. Natürlich führt eine Netzinfrastruktur zu einem natürlichen Monopol. Das bedeutet jedoch nicht, dass mittels Regulierung nicht Wettbewerb zu organisieren ist. Bestes Beispiel hierfür leifert der Telekommunikationsmarkt. Das der Wettbewerb im Strombereich noch nicht recht in Gang gekommen zu sein scheint liegt hauptsächlich an der unzureichenden Regulierungstätigkeit sowie der geringen Wechselbereitschaft der Stromkunden. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre hier m.E. die strikte eigentumsrechtl. Trennung der Bereiche Stromübertragung und Stromproduktion.

    "Außerdem muss in jedem Netz der Anschluß abgelegener Gebiete quersubventioniert werden."

    Nein, die Quersubventionierung durch die anderen Netzteilnehmer ist nicht die Lösung. Wenn der Staat gleichwertige Lebensverhältnisse gewährleisten will, ist die Bereitstellung von Infrastruktur in entlegenen Gebieten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und daher durch Steuermittel zu realisieren. So könnten private Anbieter Steuermittel für diese Dienstleistung erhalten.

    "Die neue Filiale entlockte mir spontan den Kommentar "Gutes Versteck."."

    Auch die Postfiliale in unserer Region wurde geschlossen. Jetzt befindet sie sich integriert in einem großen Einkaufsmarkt (längere Öffnungszeiten, bessere Zufahrtmöglichkeit durch die bequeme Mitnutzung der bestehenden Parkplätze). Sie sehen, es geht auch anders.

  3. hat sich neben der grauen auch die gelbe Post unter den Nagel gerissen. Es wurden schon ordentliche Boni, Beratervertrage usw. gezahlt. Jetzt wird man die letzten Filialen verkaufen. Dann gibt es nur noch die Menschen, die man weiter ausquetschen kann, damit der Gewinn stimmt.

    • Ranjit
    • 13.03.2010 um 14:28 Uhr

    Wozu genau nochmal Post? Vor allem in dieser Form.

    Wie wärs mit Geschäfts- und Amtsbriefen, die digital übermittelt und dann ortsnah und zeitnah gedruckt und dann zugestellt werden? Völlige digitalisierung ist natürlich nicht drin, bei der großen Zahl Menschen ohne Internetzugang in der BRD.

    Soweit ich weiß ist so ein halbdigitaler Brief nur für den Privatbereich geplant und da sehe ich keinen Zukunftsmarkt.

    Allein schon aus Umweltgründen müssen wir und überlegen, wie lange wir uns noch leisten wollen tote Bäume quer über die Landkarte zu karren.

    • wizcom
    • 13.03.2010 um 15:17 Uhr

    "Netzgebundene Infrastruktur muss monopolistisch sein, und damit ist kein Markt zu organisieren."

    Hier liegen Sie falsch. Natürlich führt eine Netzinfrastruktur zu einem natürlichen Monopol. Das bedeutet jedoch nicht, dass mittels Regulierung nicht Wettbewerb zu organisieren ist. Bestes Beispiel hierfür leifert der Telekommunikationsmarkt. Das der Wettbewerb im Strombereich noch nicht recht in Gang gekommen zu sein scheint liegt hauptsächlich an der unzureichenden Regulierungstätigkeit sowie der geringen Wechselbereitschaft der Stromkunden. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre hier m.E. die strikte eigentumsrechtl. Trennung der Bereiche Stromübertragung und Stromproduktion.

    "Außerdem muss in jedem Netz der Anschluß abgelegener Gebiete quersubventioniert werden."

    Nein, die Quersubventionierung durch die anderen Netzteilnehmer ist nicht die Lösung. Wenn der Staat gleichwertige Lebensverhältnisse gewährleisten will, ist die Bereitstellung von Infrastruktur in entlegenen Gebieten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und daher durch Steuermittel zu realisieren. So könnten private Anbieter Steuermittel für diese Dienstleistung erhalten.

    "Die neue Filiale entlockte mir spontan den Kommentar "Gutes Versteck."."

    Auch die Postfiliale in unserer Region wurde geschlossen. Jetzt befindet sie sich integriert in einem großen Einkaufsmarkt (längere Öffnungszeiten, bessere Zufahrtmöglichkeit durch die bequeme Mitnutzung der bestehenden Parkplätze). Sie sehen, es geht auch anders.

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    • NoG
    • 13.03.2010 um 16:02 Uhr

    ganz schluessig ist ihre gegenargumentation aber nicht.

    zum einen...was nuetzt die postfiliale in einem einkaufsmarkt,
    wenn dieser (wie so oft) nicht durch oepnv sinnvoll angesteuert wird. besser sind da die postagenturen, auch wenn sie nicht alle leistunegn anbieten (duerfen).

    die paketdienste und deren partner-systeme kann man teilweise in der pfeife rauchen. wer moechte sein paket schon in einem abgelegenen zentrallager abholen oder sich mit dem zusteller verabreden?

    und ob die subventionierung aus steuermitteln dem staat/ steuerzahler letztlich weniger kostet, ist doch eher zweifelhaft.
    von quersubventionierung der anderen anbieter steht uebrigens nichts da. gemeint war vermutlich eine mischkalkulation der preise, wie sie logischerweise jeder anbieter (auch der monopolanbieter) vornehmen muss.

    • NoG
    • 13.03.2010 um 16:02 Uhr

    ganz schluessig ist ihre gegenargumentation aber nicht.

    zum einen...was nuetzt die postfiliale in einem einkaufsmarkt,
    wenn dieser (wie so oft) nicht durch oepnv sinnvoll angesteuert wird. besser sind da die postagenturen, auch wenn sie nicht alle leistunegn anbieten (duerfen).

    die paketdienste und deren partner-systeme kann man teilweise in der pfeife rauchen. wer moechte sein paket schon in einem abgelegenen zentrallager abholen oder sich mit dem zusteller verabreden?

    und ob die subventionierung aus steuermitteln dem staat/ steuerzahler letztlich weniger kostet, ist doch eher zweifelhaft.
    von quersubventionierung der anderen anbieter steht uebrigens nichts da. gemeint war vermutlich eine mischkalkulation der preise, wie sie logischerweise jeder anbieter (auch der monopolanbieter) vornehmen muss.

  4. ein Brief mus nicht nach einem Tag ankommen. Wer so knapp plant, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Früher hat es eben zwei Tage gedauert. Die Packstationen sind nicht schlecht. Schlimm ist die Werbung. Wir haben jeden Sa. eine ganze Schubkarre von diesen Werbeprospekten im Flur liegen, die keiner bestellt hat. Ich habe drei Mal einen Brief im Kasten gehabt, der für jemand anderen bestimmt war und dessen Name keine Ähnlichkeit mit meinem hatte. Einmal war sogar eine SIM-Karte drin, was ich erst gemerkt habe, als ich den Brief aufgemacht habe und feststellen musste, dass das Teil für jemand anderen war. Übel, Übel

    • NoG
    • 13.03.2010 um 16:02 Uhr

    ganz schluessig ist ihre gegenargumentation aber nicht.

    zum einen...was nuetzt die postfiliale in einem einkaufsmarkt,
    wenn dieser (wie so oft) nicht durch oepnv sinnvoll angesteuert wird. besser sind da die postagenturen, auch wenn sie nicht alle leistunegn anbieten (duerfen).

    die paketdienste und deren partner-systeme kann man teilweise in der pfeife rauchen. wer moechte sein paket schon in einem abgelegenen zentrallager abholen oder sich mit dem zusteller verabreden?

    und ob die subventionierung aus steuermitteln dem staat/ steuerzahler letztlich weniger kostet, ist doch eher zweifelhaft.
    von quersubventionierung der anderen anbieter steht uebrigens nichts da. gemeint war vermutlich eine mischkalkulation der preise, wie sie logischerweise jeder anbieter (auch der monopolanbieter) vornehmen muss.

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    Antwort auf "@ Kurt Kraus"
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    • wizcom
    • 13.03.2010 um 18:15 Uhr

    Meine Argumente sind sehr wohl schlüssig:

    "was nuetzt die postfiliale in einem einkaufsmarkt,
    wenn dieser (wie so oft) nicht durch oepnv sinnvoll angesteuert wird"

    Nun ja, hier ist das Problem die Anbindung an den OPNV. Eine derartige Anbindung ist, da haben Sie recht, vorteilhaft. Nur war im vorliegenden Fall auch die herkömmliche Postfiliale nicht angeschlossen. Somit kommt dieses Argument hier (in diesem subjektiven Beispiel) nicht zum tragen.

    "wer moechte sein paket schon in einem abgelegenen zentrallager abholen oder sich mit dem zusteller verabreden"

    Dies habe ich ja gar nicht postuliert. Ich denke der Wettbewerb wird dies regeln und ggf. auch wieder für eine Marktbereinigung sorgen. Kein Widerspruch. Doch deswegen muss man doch den Wettbewerb nicht unterbinden, oder?

    "ob die subventionierung aus steuermitteln dem staat/ steuerzahler letztlich weniger kostet, ist doch eher zweifelhaft"

    Dem Staat kostet es auf alle Fälle mehr, da ihn die andere Lösung nichts kostet, zahlen in diesem Fall ja die anderen Postkunden. Allerdings müssten unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten gesamtgesellschaftliche Aufgaben auch von der gesamten Gesellschaft getragen werden, nicht nur von den Postkunden

    Ich bezog mich in der Tat auf eine Mischkalkulation der Preise. Leider ist mir der Zwang zur Mischk. nicht ersichtlich. Eine unternehmensinterne "Quersubventionierung" ist sogar bedenklich,da mit Monopolgewinnen aus einem Bereich der Wettbew. in einem anderen Bereich verzerrt würde.

    • wizcom
    • 13.03.2010 um 18:15 Uhr

    Meine Argumente sind sehr wohl schlüssig:

    "was nuetzt die postfiliale in einem einkaufsmarkt,
    wenn dieser (wie so oft) nicht durch oepnv sinnvoll angesteuert wird"

    Nun ja, hier ist das Problem die Anbindung an den OPNV. Eine derartige Anbindung ist, da haben Sie recht, vorteilhaft. Nur war im vorliegenden Fall auch die herkömmliche Postfiliale nicht angeschlossen. Somit kommt dieses Argument hier (in diesem subjektiven Beispiel) nicht zum tragen.

    "wer moechte sein paket schon in einem abgelegenen zentrallager abholen oder sich mit dem zusteller verabreden"

    Dies habe ich ja gar nicht postuliert. Ich denke der Wettbewerb wird dies regeln und ggf. auch wieder für eine Marktbereinigung sorgen. Kein Widerspruch. Doch deswegen muss man doch den Wettbewerb nicht unterbinden, oder?

    "ob die subventionierung aus steuermitteln dem staat/ steuerzahler letztlich weniger kostet, ist doch eher zweifelhaft"

    Dem Staat kostet es auf alle Fälle mehr, da ihn die andere Lösung nichts kostet, zahlen in diesem Fall ja die anderen Postkunden. Allerdings müssten unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten gesamtgesellschaftliche Aufgaben auch von der gesamten Gesellschaft getragen werden, nicht nur von den Postkunden

    Ich bezog mich in der Tat auf eine Mischkalkulation der Preise. Leider ist mir der Zwang zur Mischk. nicht ersichtlich. Eine unternehmensinterne "Quersubventionierung" ist sogar bedenklich,da mit Monopolgewinnen aus einem Bereich der Wettbew. in einem anderen Bereich verzerrt würde.

  5. Der Service ist heute viel schlechter.
    (1) Ein Nachsendungsantrag ist heute Unfug, weil er nur für die deutsche Post und nicht für andere Postdienstleister gilt. (2) Wenn man einen Brief erhält, dessen Empfänger man nicht ist und der Brief wurde nicht durch die "Deutsche Post" überbracht, weiß man nicht, wie man ihn wieder los wird.

    Warum es billiger sein soll, wenn mich heute 5 Briefträger bedienen und früher war es einer, kann mir auch niemand schlüssig erklären. Beim Telefon gehört der letzte Rest der Leitung ab dem Verteiler der Post. Nicht jede Telefongesellschaft muss ein Kabel bis vor meine Haustür legen. Bei der Briefpost wird die Verteilung durch alle Postunternehmen bis zum Endkunden durchgeführt. Das kann überhaupt nicht günstiger sein.

    Die "Postdienstleister" sind Rosinenpicker. Nur bestimmte Leute können sich der Postdienstleister bedienen und sie bringen die Briefe nur in eine bestimmte Region. Trotzdem werden die Mitarbeiter viel schlechter bezahlt als bei der "Deutschen Post". Dies ist kaum erklärbar. Viele Mitarbeiter der Postdienstleister sind sogar Aufstocker. Sie bekommen einen Teil ihres Gehaltes aus dem Steuersäckel. Damit also bestimmte Firmen günstige Posttarife bekommen, muss ich mehr Steuern bezahlen. Da hört der Spaß eigentlich auf. Ich muss praktisch einen Teil der Briefkosten für diese Firmen bezahlen.

    Ein Hr. Westerwelle findet dies als Fortschritt. Der Mann hat von Volkswirtschaft leider keine Ahnung.

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